Archiv für den Monat September 2008

Wechselwirkung mit Drogen

Telefon:

„Hallo. Mein Freund nimmt Trileptal gegen seine Epileptischen Anfälle. Gibt es da eine Wechselwirkung mit Cocain?“

Naja, die Interaktionen von Medikamenten mit illegalen Drogen haben sie im Studium irgendwie ausgelassen. Warum wohl? Aber der gesunde Menschenverstand sagt dass es sicher keine gute Idee ist als Epileptiker auch noch Mittel zu nehmen die betäuben oder anregen, jedenfalls auch auf das (schon gestörte) zentrale Nervensystem wirken.

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Ein besonderer Tag: Für PharmOma

Heute ist ein besonderer Tag, denn heute hat meine Mama Geburtstag.

Wenn ich richtig nachgerechnet habe ist es sogar ein runder Geburtstag: 65 Jahre wird sie alt.

Man würde es zwar nicht meinen, wenn man so mitverfolgt, was sie (und Papa) alles machen. Manchmal hat man echt das Gefühl, sie sind mehr in der Weltgeschichte unterwegs als zuhause. Und trotzdem schafft sie es ihren grossen Freundeskreis aufrechtzuerhalten und häufig zu bewirten. PharmOma kocht nämlich ganz hervorragend und ist mir auch darin ein grosses Vorbild.

PharmOma stimmt übrigens nicht nur, weil sie meine Mama ist (PharMama’s Mama), sondern auch vom Beruf her: sie ist nämlich Drogistin – und hat damit auch meine Berufswahl beeinflusst. Sie hat noch bis vor ein paar Jahren in einer Apotheke in der Reformabteilung gearbeitet, wo sie wegen ihrer zutreffenden Bachblütenberatungen gerne „Frau Dr. Bach“ genannt wurde. Erst als eine Riesenkette die Apotheke übernommen hat und die Arbeit sehr unpersönlich wurde, hat sie aufgehört und sich (verdientermassen) ein paar Jahre frühzeitig pensionieren gelassen.

Im Moment wird sie natürlich auch etwas mehr belastet durch ihre 2 Enkel (Junior und Princessa) auf die sie gelegentlich aufpassen muss. Die sind für die Aufmerksamkeit natürlich dankbar – aber nicht so sehr wie ich: Ich weiss, dass es ohne Euch sehr viel schwieriger sein würde.

Ich mache jetzt kein Foto von Dir hier rein, PharmOma, aber Du sollst wissen, dass wir Dich alle fest lieb haben und an Dich denken.

Ganz herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, PharmOma!

Rezepteinlösen kompliziert gemacht

Frau kommt mit Rezept in die Apotheke.

Apothekerin: „Haben sie schon  einmal ein Rezept bei uns eingelöst?“

Frau: „Ja.“

Apothekerin: sucht im Computer „Ich kann sie nicht finden. Haben sie den Namen gewechselt oder haben sie ihren mittleren Namen als Vorname angegeben?“

Frau: „Nein.“

Apothekerin: schaut noch mal, diesmal schaut sie nach der Adresse „Nein, sie sind noch nicht im Computer.“

Frau: „Mein Mann war schon einmal hier.“

Apothekerin: „Aber ich muss das Rezept unter ihrem Namen eingeben, weil es für sie ist.“

Frau: „Mein Sohn hatte auch schon Rezepte hier.“

Apothekerin: … (siehe letzte Zeile)

Frau: Sehr verwirrt: „Was machen wir jetzt?“

Apothekerin: „Ich muss sie nur erst in den Computer eingeben, kein Problem.“

Apothekerin gibt die Adressdaten ein und die Krankenkasse, dann kommt sie zu den allgemeinen Fragen:

Apothekerin: „Sind sie allergisch auf irgendein Medikament?“

Frau: „Penicillin … und der Arzt sagt, sie sollen nachschauen, ob ich das Medikament auf dem Rezept schon gehabt habe und es nehmen kann.“

Apothekerin: „Ich kann nicht nachschauen, weil sie bisher noch nie mit einem Rezept hier gewesen sind! Haben sie denn eine andere Apotheke, wo sie regelmässig gehen?“

Frau: „Nein, ich war schon seit Jahren nicht mehr krank.“

Ok, und wieso soll ich sie dann schon im Computer haben?

Manche Kunden / Patienten haben den Eindruck, dass wenn sie in einer Apotheke ihre Daten angeben, sie dann einfach in eine andere Apotheke gehen können und diese dann die Informationen auch abrufen können. Dem ist aber nicht so. Die meisten Apotheken haben Systeme, die in sich abgeschlossen sind. Was Apotheke X im System hat, kann Apotheke Y nicht abrufen. Weder Adressdaten noch ehemalige Medikamente. Das kann nur die Apotheke, in der man gewesen ist. Darum ist es auch wichtig, dass man sich eine Stammapotheke (Hausapotheke tönt so seltsam) sucht und dort bleibt: dann hat man viel weniger Probleme wenn man mal die Krankenkassenkarte vergessen hat oder eine Frage wegen Medikamenten auftaucht (neuen oder alten).

Nochmals zu dem mit den Daten: nicht mal in Apothekenketten können die einzelnen Mitglieder untereinander ins System schauen – mit Ausnahme vielleicht der Lagerbestände. Es gibt aber inzwischen Systeme, wo die Gesundheitsdaten eines Patienten zentral gespeichert werden und Apotheken (verschiedene) und Ärzte Zugriff haben können, aber der Patient muss der Apotheke / dem Arzt eine Bewilligung unterschreiben, dass die das dürfen. Aber diese Systeme sind bis jetzt noch sehr selten und kaum bekannt.

Im Prinzip fände ich eine Karte noch gut, die man mitnimmt, auf der alles gespeichert ist- vielleicht Passwortgeschützt?- dann kann man ziemlich sicher sein dass nur Personen (Apotheke oder Arzt oder Spital) Zugriff darauf haben, wenn man das selbst will.

Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Einmal wöchentlich

Frau am Telefon: „Ich habe da ein Problem. Ich nehme meine Fosamax Tabletten jeden Mittwoch“

Apothekerin: „Ja. Und?“

Frau. „Jetzt habe ich auf den September Kalender geschaut und es gibt diese Woche keinen Mittwoch. Was soll ich tun?“

Apothekerin: (versucht nicht zu lachen) „Ja, aber es gibt einen Mittwoch in der ersten Oktober-Woche. Warum nehmen sie es nicht einfach dann?“.

Und: Presto!

Am Mittwoch waren wir im Kino und haben Wall-E geschaut. Wirklich sehenswert!

Den Vogel abgeschossen hat aber der Vorfilm: Presto.

Jetzt habe ich ihn auf dem Netz gefunden. Für diejenigen, die keine Zeit fürs Kino haben, man kann ihn auch hier anschauen.

Vorsicht: beim Film schauen ja nichts trinken!: ich übernehme keine Verantwortung für Flüssigkeitsschäden auf Keyboard oder Bildschirm!

Apropos Wall-E. Ein Freund hat mich darauf aufmerksam gemacht, was der Roboter für einen Ton macht, wenn er via Solarpanel voll geladen ist. Wer hat’s erkannt? (Nur für Äpfel Fans).

Oh mein Gott! (oder OMG, wie es im Web heisst)

Telefon einer Kundin (mit schreiendem Baby im Hintergrund): „Mein Kind schreit wie am Spiess seit ich ihm die Fieberzäpchen gegeben habe, die ich bei Ihnen gekauft habe!“

Apothekerin: „Was für welche?“

Kundin: „Vicks.“

Apothekerin: „Vicks?? Sind sie sicher? Da gibt es aber keine Zäpfchen, ..“.

rasches Überlegen, was es sein könnte… „…meinen Sie vielleicht diese blauen Bonbons?“

Stille am anderen Ende der Leitung. Dann: .. Das sind keine Zäpfchen? Oh …“

(!)

Ja, „Oh“, Wer einmal Vicks blau Bonbons gehabt hat, weiss dass sie viel Menthol enthalten – das ist das, was im Mund so stark kühlend wirkt. Im Enddarm müsste ich das allerdings auch nicht haben – kein Wunder schreit das Baby! Sie musste das Teil dann im Spital entfernen lassen – bis es sich von selbst gelöst hätte wäre es seeeehr lange gegangen.

Das stammt übrigens nicht aus der Apotheke in der ich arbeite, aber ich habe es erster Hand von der Pharma-assistentin, die das in der Apotheke, wo sie vorher gearbeitet hat mitbekommen hat. Sie hat mir übrigens auch versichert, dass die Kundin das kaum erhalten hat, weil sie Fieberzäpfchen verlangt hat, viel eher hat sie es selbst aus dem Gestell genommen.

Selbstmedikation durch unwissende kann auch sehr schief gehen!

Rezeptfrei? oder was?

Älterer Mann: „Wo haben sie das Stilnox?“
Apothekerin: „In der Schublade, das ist rezeptpflichtig.“
Mann: „Nein, ist es nicht, ich habe es schon von ihnen gekauft. Wo haben sie es?
Apothekerin: „Ich kann ihnen versichern, dass sie es nur mit einem Rezept bekommen.“
Der Mann zieht eine altes, abgegriffenes Blisterpack heraus mit noch einer Tablette Stilnox drin und fuchtelt damit vor meiner Nase herum: „Sehen Sie, das ist das, was ich will.“
Apothekerin: „Ja, ich weiss was es ist, aber sie brauchen ein Rezept vom Arzt dafür.“
Mann: „Ok, dann gehe ich eben in eine andere Apotheke.“
Und geht.

Er wird kaum Erfolg haben.
Stilnox (ein starkes Schlafmittel) ist Liste B, also rezeptpflichtig. Es ist ausserdem ein Medikament das nicht langfristig angewendet werden soll wegen Veränderungen der Schlafphase und weil es abhängig macht.

Es ist auch nicht gerade eines der Medikamente, die ich (und andere Apotheker) ohne Rezept abgebe. Das hört sich jetzt nach einem Widerspruch an: ist es jetzt rezeptpflichtig und ich darf es nur mit Rezept abgeben, oder ist es das nicht?
Die Sache ist die: als Apothekerin habe ich das Recht in Ausnahmefällen auch rezeptpflichtige Medikamente ohne Rezept vom Arzt abzugeben – aber es muss sich (für mich jedenfalls) dabei um einen Notfall handeln – und eine Nacht nicht schlafen zu können ist kein Notfall.

Etwas anderes wären jetzt z.B. Nitroglycerinkapseln, Asthmainhalator oder die Pille.

Teilchen, Antiteilchen und schwarze Löcher

Alle schreiben über den neuen Teilchenbeschleuniger von CERN in Genf. Eigentlich fand ich, ich muss da nicht auch noch mittun, aber es passt grad so schön:

Momentan lese ich (wieder einmal) das Buch „Eine kurze Geschichte von fast allem“ von Bill Bryson.

Das Buch ist fantastisch! Bryson ist eigentlich ein Reisebuchautor, mit einem Faible für seltsame Ereignisse und Statistiken und er hat sich mit dem Buch einen Traum erfüllt, indem er sich und dem Leser die Welt erklärt. Es handelt wirklich von „fast allem“ er beginnt bei der Entstehung der Welt und findet über die Erdgeschichte und alle Möglichen Entdeckungen und Erfindungen den Weg zum heutigen Menschen. Noch nie war ein Buch mit so viel Wissenschaft so interessant und kurzweilig zu lesen – und auch für den Laien verständlich.

Natürlich hat er auch die Teilchenbeschleuniger drin.

Da steht zum Beispiel zu lesen:

„Heute tragen die Teilchenbeschleuniger Namen, wie Flash Gordon sie in der Schlacht verwenden würde: Super-Protonen-Synchroton, Grosser Elektronen-Positronen Collider, Grosser Hadronen Collider, Relativistischer Schwerionen Collider. Mit gewaltigen Energiemengen (manche Anlagen arbeiten nur nachts, damit in den Städten der Umgebung nicht die Lichter ausgehen, wenn die Maschine anläuft) peitschen die Teilchen derart voran, dass ein einziges Elektron in einer Sekunde 47000 Runden durch einen 7 Kilometer langen Tunnel dreht.

Deshalb wurden Befürchtungen laut, die Wissenschaftler könnten in ihrer Begeisterung unabsichtlich schwarze Löcher oder sogenannte „seltsame Quarks“ schaffen, die theoretisch mit anderen Teilchen in Wechselwirkung treten können und sich dann unkontrolliert vermehren. Wenn Sie diesen Text lesen können, ist so etwas noch nicht geschehen. „

Falls man Bryson nicht glaubt, gibt es übrigens auch eine Website, die das bestätigt:

Has the Large Hadron Collider destroyed the earth yet?

Im Moment ist der Beschleuniger ja wegen einem Defekt für 2 Wochen stillgelegt. Ansonsten würden mich die Bilder auf dieser Website tatsächlich etwas beunruhigen:

LHC Compact Muon Solenoid Experiment Webcams

Jedenfalls: wer ein bisschen mehr mitreden möchte über Teilchenbeschleuniger, die Entstehung der Welt, den Untergang der Dinosaurier oder warum man die Kochbücher von Madame Curie nur noch mit Bleihandschuhen anfassen sollte, dem empfehle ich das Buch!

Perfektes Kleine-Jungen Essen (4)

Überbackener Toast

Den gibt es in 2 Varianten: mit Tomaten oder mit Birnen:

Rezept:
Backofen vorheizen (ca. 220 Grad)
Toastbrot auf Backpapier auslegen
mit Kochschinken belegen
Tomatenschnitten oder Birnenschnitze darauf verteilen
Mozzarella in Scheiben darübergeben
Würzen mit etwas Pfeffer, Salz, die Tomaten ev. mit etwas italienischem Gewürz

in den Backofen schieben und ca. 25 Minuten backen (bis der Mozzarella verlaufen ist und ev. etwas angebräunt).
Fertig!

Warum die Krankenkassenprämien wieder steigen

Ein paar Gründe, die ich direkt in der Apotheke sehen kann:

Leute, die wegen jeder kleinen Erkältung oder Unwohlsein zum Arzt oder gar in den Notfall rennen, statt es zuerst mit Selbstmedikation aus der Apotheke zu probieren. Der Arzt kostet! Das Spital kostet noch mehr! Wir beraten gratis! (Und wir sind auch Fachleute)- Ich kann gar nicht sagen wie unsinnig ich diese Dafalgan Rezepte aus dem Kantonsspital finde. (Dafalgan: kostet 3 Franken und ist ein einfaches, frei verkäufliches Schmerzmittel). Und wenn sie es dann auch noch der Kasse schicken (lassen) verursacht das noch mehr Kosten wegen dem Aufwand.

Leute, die sich wegen jeder Kleinigkeit ein Rezept ausschreiben lassen – damit es dann von der Krankenkasse übernommen wird. Nochmal: es kostet die Kasse und die Versicherten im Endeffekt mehr, wenn man wegen allem zum Arzt rennt V.a. wenn man dasselbe ohne Rezept in der Apotheke bekommt!! Noch schlimmer finde ich es, wenn sie nach dem Kauf noch zum Arzt gehen wegen einem Rezept: was soll das?? Das ist Mehraufwand von allen Seiten für …?

Selbstdispensierende Ärzte. Ja, Entschuldigung, aber es ist inzwischen auch mittels Studien bewiesen, dass Ärzte, die ihre Medikamente gleich selbst abgeben, dazu neigen mehr und grössere Packungen (plus neuere, teurere) zu verkaufen, als wenn sie es nur verschreiben.

Nochmals selbstdispensierende Ärzte: ihr habt keine Ahnung wie viele Medikamente ich ungeöffnet oder angebrochen zurückbekomme zum Entsorgen, auf denen Kleber von Ärzten sind. Das Problem ist wieder, dass eine Menge dieser abgegebenen Medis nicht genommen werden – laut einer Untersuchung letztens bekommen die Apotheken in Selbstdispensations Kantonen wie BL etwa doppelt so viele Medis zurück, wie im vergleichbaren Nicht-Selbstdispensations Kanton BS. Nicht genommene Medis = keine Wirkung = Geld zum Fenster rausgeworfen. Erst heute habe ich 2 grosse Packungen Aricept entsorgt, das sind etwa 1200 Franken! Die eine Packung war voll, bei der anderen fehlten 2 Tabletten. Die Patientin hat dem Arzt wohl nicht gesagt, dass sie sie nicht nimmt und er hat gleich wieder eine Grosspackung abgegeben, die sie auch nicht getraut hat abzulehnen.

Leute, die unbedingt das Original wollen, obwohl es für sie möglich wäre ein Generikum zu nehmen. Original-Medikamente unterscheiden sich so gut wie gar nicht vom Generikum (ein Teil der Generika wird sogar von denselben Firmen hergestellt), der einzige praktische Unterschied ist der Preis. (Cave: es gibt schon ein paar Medikamente, die man nicht einfach austauschen sollte, Antiepileptika werden gerne genannt, aber auch dort ist es möglich). Das ist nicht mehr ganz so schlimm, weil die Firmen mit den Preisen herunterkommen, und wenn nicht, muss der Patient halt 20% Selbstbehalt zahlen statt 10%.

Das sind so ein paar Dinge, die mich nerven, denn meine Prämien gehen wegen dem auch hoch!

Unleserlich

Kunde am Telefon: „Ich habe ein Rezept für ein Medikament, könnten sie mir sagen, wie viel das kostet?“

Pharmaassistentin: „Ja, natürlich, was ist es denn?“

Kunde: „Rhin… ääh…“

Pharmaassistentin: „Vielleicht Rhinocort oder Rhinopront?“

Kunde: „Ich weiss nicht, ich kann es nicht lesen!“

….

Dass Arztrezepte des öfteren mies bis katastrophal geschrieben sind ist ein Problem – in dem Fall zwar mehr für den Kunden als für uns. 🙂

Keine Vorträge bitte!

Kommt ein Kunde zur Drogistin und will Antistax Kapseln. Das ist ein Präparat gegen Venenprobleme.
Die Drogistin fragt ihn: „Hatten Sie es schon einmal?“,

darauf meint er nur grummelig: „Wahrscheinlich nehme ich das schon länger, als sie leben“.

Sie ist ein bisschen vor den Kopf gestossen, behält aber ihr Lächeln bei, als sie ihm die Kapseln bringt, zusammen mit einer zweiten Packung, den neuen Antistax forte: 
„Ich wollte ihnen noch diese hier zeigen, das sind die neuen, von denen müssen sie nur noch 1 Kapsel täglich nehmen und nicht mehr 2 …“.
Sagt er: „Halten sie mir hier keine Vorträge, geben sie mir einfach das, was ich gesagt habe!!“
Die Drogistin kassiert still ein, aber während er es einpackt kann sie es sich dann doch nicht verkneifen noch zu sagen: „Ich dachte nur, sie wären eventuell interessiert, dass es da etwas Neues, einfacheres gibt. Andere wären froh um die Info .. „
Aber da ist er schon auf dem Weg nach draussen.

Naja, wenn er auf sie gehört hätte, hätte er nicht nur weniger nehmen müssen pro Tag, er hätte auch CHF 5.- gespart an der Packung.

Tja.

Anschnallen bitte!

Einer der eindrücklichsten Einsätze, die ich in der Feuerwehr hatte, war an einem Sonntag morgen. Der Pager meldete „Unfall, Autobahn, Person verletzt …“

Und das war es dann auch. Ich kam, weil ich erst in der zweiten Gruppe aufgeboten wurde zu einem bereits teilweise abgesicherten Unfallplatz, der sich wie folgt präsentierte: Eine stark eingedrückte Mittelleitplanke (wo der Fahrer, nachdem er offenbar eingeschlafen ist, reingekracht ist), Schleif und Schleuderspuren quer über die Fahrbahn – das Fahrzeug hat sich ein paar Mal überschlagen, das Auto lag auf der Seite auf der rechten Seitenböschung direkt zwischen den Stangen eines grossen Schildes mit Entfernungsangaben darauf. (Das Bild stammt von einem anderen Unfall).

Der Fahrer selbst lag neben dem Fahrzeug auf dem Boden. Er hat das Auto, als es sich überschlug, durch das (geschlossene) Seitenfenster verlassen. Das geht nicht ohne grössere Verletzungen ab, deshalb sagte auch ein älterer Kollege, als wir aus dem Transportfahrzeug ausstiegen: „Passt auf, wo ihr hintritt!“ … und richtig, da lagen verstreut ein paar blutige Teile. Die Sanität versuchte noch, ihn wiederzubeleben, musste aber aufgrund der massiven Verletzungen schliesslich aufgeben.

Wäre der Fahrer angeschnallt gewesen, wäre er im Auto geblieben und hätte wohl überlebt. Sich zu überschlagen ist meist weniger schlimm als ein direkter Zusammenstoss mit einem anderen Auto oder der Umwelt, weil dann eine Menge der kinetischen Energie so abgebaut wird, statt direkt auf das Auto und die Insassen einzuwirken.

In der folgenden Stunde sicherten wir die andere Seite der Autobahn, wo noch Trümmer der Mittelleitplanke lagen, bis die Polizei alles aufgenommen hatte.

Etwas unangenehm war, dass man (wie oft) nicht wusste, ob der Fahrer allein im Auto gewesen ist, oder ob da eventuell noch eine andere Person war, die herausgeschleudert wurde. Dann muss man die Umgebung des Unfalls gut absuchen.

Aus dem Einsatz habe ich verschiedenes gelernt: Erstens: Anschnallen ist wichtig und kann Leben retten. Trotzdem sind auch in der Schweiz bei Kontrollen rund ein Viertel der Autofahrer nicht angeschnallt.

Zweitens: die meisten Autofahrer nehmen auf der Autobahn keine Rücksicht. Viele bremsen nicht genügend ab, wenn sie an einer Unfallstelle vorbeifahren, was sehr gefährlich ist für die Einsatzkräfte. Und wenn sie bremsen, dann nur um zu glotzen – und zwar auf den Unfall, dass sie einen dabei fast über den Haufen fahren interessiert nicht.

Oktopi in love ..

Oberherziger Animationsfilm über 2 verliebte Oktopi (meinem lateinisch nach ist das die richtige Form für die Mehrzahl von Oktopus, oder? )

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