Archiv für den Monat Juni 2008

Das Problem mit Kapseln

Grundsätzlich gibt es 2 Arten von Kapseln. Die Weichgelatine Kapseln, welche meist flüssige Stoffe enthalten (wie Nachtkerzenöl, Fischöl etc) und die Hartgelatine Kapseln, welche Pulver oder Pellets (das sind kleine Kügelchen) enthalten.

Wie der Name schon sagt sind beide aus Gelatine.

Gelatine wird aus Rinder- und Schweins-Bestandteilen hergestellt, genauer gesagt aus Knochen, Knorpel und Haut.

Und genau das ist das Problem: es sind Bestandteile vom Schwein darin.

Das Schwein ist ein Tier, das von manchen Kulturkreisen als schmutzig und schlecht angesehen wird und deshalb zu meiden ist. Vor allem darf man nichts davon essen.

Was machen Angehörige dieser Kulturen also wenn sie krank sind und Medikamente brauchen? Denken sie immer daran, dass man ihnen nur Tabletten, Brausetabletten und flüssige Formen aufschreibt (Achtung: Alkohol ist ja teilweise auch verboten)? Nehmen sie die Kapseln einfach nicht ein? Machen sie sie einzeln auf? (Das darf man nicht immer, sonst verändert man die Aufnahme in den Körper und die Wirkung).

Ist die Gelatine überhaupt noch als Bestandteil vom Schwein anzusehen? Immerhin wird der Rohstoff ziemlich bearbeitet und gereinigt und sterilisiert.

Ich weiss es nicht. Offenbar scheint es auch unter den Religionsgelehrten nicht gerade Einstimmigkeit über dieses Thema zu geben.

So gibt es also einige wenige, die Gelatine Kapseln strikt ablehnen. Bei den Firmen anfragen, ob die Gelatine der Kapseln auch Schwein darin haben mache ich inzwischen nicht mehr. Die Antwort der Firmen lautet dazu: „höchstwahrscheinlich.“

Gelatine als Rinderprodukt könnte theoretisch auch ein BSE Problem sein. Es hat sich allerdings gezeigt, dass jeder Herstellungsschritt allein zwischen 90-99% einer eventuellen Infektiosität beseitigt. Und es sind einige Schritte. Dazu kommt, dass die Herkunft der Rinder kontrolliert wird – immerhin gibt das am Ende ein Medizinalprodukt. Kein Problem also.

Gaanz gaaanz früher gab es mal Stärke Kapseln. Die sind von der Struktur her wie Oblaten (für Katholiken: wie die Dinger bei der Kommunion in der Kirche). Einmal musste ich während dem Studium welche abfüllen. Horror. Man muss einzeln in jedes zerbrechliche Päckchen ein paar mg abwiegen. Ausserdem sind die Stärkekapseln nicht lange haltbar und mühsam zum Einnehmen und und und. Es ist gut, dass es die nicht mehr gibt.

Gelatinekapseln lassen sich dagegen auch in der Apotheke relative einfach füllen, sie sind einfach einzunehmen, es gibt sie in allen Farben, verschiedenen Grössen und man kann sie überziehen, magensaftresistent oder retardierend machen, insgesamt eine sehr elegante Arzneiform.

Muss die Religion (oder besser gewisse, die die Schriften auslegen) da wirklich Einschränkungen machen?

Klassik für Anfänger

Ich bin sonst nicht soo sehr der klassische Musik Fan, aber den Finale vom „Karneval der Tiere“ finde ich toll, vor allem, wenn das Stück so liebevoll animiert wurde wie in Fantasia 2000.

Nie wieder werde ich Flamingos ansehen können, ohne an Jo-Jo’s zu denken und diese Musik zu hören.

Inzwischen habe ich mir die CD besorgt, in der Fassung die Loriot kommentiert. Darauf ist auch Peter und der Wolf.
Junior hört immer ganz genau zu, wenn ich sie laufen lasse.

Falsches Bild

Ich finde es immer wieder erstaunlich, was uns die Medien so sagen, wie wir zu sein haben.
In einem Wort: Perfekt. Und wehe dem, der das nicht ist!
Perfekter Körper, perfekte Haut, perfekte Zähne. Kein Makel darf vorhanden sein, ansonsten ist man nicht schön.

Kein Wunder haben wir ein so verzerrtes Selbstbild, wenn man die Schönheitsideale sieht, die einem die Illustrierten so vorhalten. Wobei selbst bei denen gilt: es muss perfekt sein.
Wenn es das nicht ist, wird kräftig nachgeholfen – mittels Computer natürlich. Dem bekanntesten Programm nach für derartige Manupilationen heisst das dann auch „photoshoppen“.

Einer, der das macht ist Glenn Feron auf dessen Portfolio man ein paar seiner Werke findet. Toll daran finde ich vor allem, dass er auch die „vorher Bilder“ zeigt. Wenn man dort auf die Bilder geht mit der Maus, sieht man das vorher Bild, nimmt man die Maus auf die Seite das fertig bearbeitete Bild. Den Unterschieden nachzuspüren ist interessant. Hier ein Busen aufgepeppt, dort die Cellulite optisch entfernt, die Haut ausgebessert, Fältchen und Unreinheiten weg (Niemand! hat eine solche Haut, wie wir das immer auf den Fotos in den Illustrierten sehen), die Haare nachbearbeitet, dass sie strahlen, die Zähne aufgehellt …

Hier ein Bild, wo ich das Vorher/Nachher im selben Bild vereint habe: schaut nur mal die Haut an! Im Original sieht sie aus wie … fleckig, es glänzt wo es nicht soll, die Fältchen … dagegen links die reine Perfektion.

Ich muss also nicht perfekt sein, um perfekt auszusehen – ich brauche nur einen talentierten Bildbearbeiter.
Oder Ersatzweise einen privaten Coiffeur, Visagisten, Modeberater, Fitnesstrainer, Stilberater, Publicity Fachmann und mit was sonst noch die Schönen und Berühmten dieser Welt sich umgeben.

… Und natürlich genug Geld das alles zu bezahlen.

Unvernunft ist …

… Wenn die Patientin mit einem bauchfreiem Top und Minirock bei noch nicht wirklich sommerlichen Temperaturen kommt, sich eine Packung „Blasen und Nierentee“ schnappt und fragt, was sie sonst noch gegen eine Blasenentzündung und schmerzende Nieren tun kann. Dann darf sie sich nicht wundern, wenn ich sie durch Anfassen mit meinen immer ziemlich kühlen Händen in die Nierengegend zum Hüpfen bringe. Jedenfalls war das eine deutliche Demonstration zu meinem Rat: „Ziehen Sie sich etwas wärmeres an!“….

So traurig es ist, aber bei einer Allergie gegen Katzenhaare ist es keine gute Idee, sich weiterhin eine Katze zu halten, deswegen ständig Antiallergika zu nehmen und schliesslich sogar einen Asthma-Inhalator zu brauchen. Wenn diese Patientin mich also fragt, was sie denn noch tun kann, so muss mein Rat (leider) lauten: „Sehen sie sich nach einer guten Unterkunft für ihre Katze um“.

In dieselbe Kategorie fallen Personen mit Lebensmittelallergie, die partout nicht auf das auslösende Lebensmittel verzichten können. So z.B. die Frau mit dem Ausschlag am ganzen Körper: Aber die Erdbeeren waren sooo fein!“. Klar. Und das nächste Mal, wenn Sie sie essen, bringen sie Sie vielleicht um, aber das hat man Ihnen schon gesagt, oder? Nennt sich anaphylaktischer Schock. „Übrigens: haben Sie immer ein Notfallset mit Zyrtec / Prednison dabei?“

Dazu passt doch auch dieses Zitat:

„Zwar hat die menschliche Unvernunft nicht zugenommen. Ruinös angestiegen ist jedoch die Zahl der Unvernünftigen.“

– Hoimar von Ditfurth, Innenansichten eines Artgenossen, 1989

Einen Moment nicht aufgepasst …

…  und Junior -jetzt 18 Monate alt- hat die ganzen Taschentücher aus der Tempo Box einzeln herausgezogen und in einem weichen, flauschigen Haufen aufgetürmt (das gibt einen erstaunlich grossen Haufen- waren die alle in der Box?)

… und Junior ist beim umziehen vor dem Kinderschwimmen ausgebüxt und sitzt mit der normalen Windel im Kinderbecken (wow, ist die Saugfähig!).

… und vergessen die Türe zur Toilette zu schliessen und Junior bringt wieder die Toilettenbürste (igitt)

… und die Hälfte der Teigwaren mit Sauce landet statt im Mund auf dem Boden. Egal. „Selber machen“ ist im Moment für Junior sehr angesagt. Was das Essen angeht jedenfalls. Von aufräumen hält er noch nichts …

… und meine Brille ist wieder weg. Dasselbe passiert auch mit anderen Gegenständen wie Schuhen, Schlüsseln oder Kuschelbärs Uhr.

… und schon hat Junior wieder seinen Grosseltern angerufen. Die finden’s ja lustig, meine Telefonrechnung weniger …

Alles über Zäpfchen

Der etwas seltsame Titel erklärt sich dadurch, dass es ein Bedürfnis zu sein scheint, mehr Info über dieses sensible Thema zu erhalten, auf jeden Fall habe ich sowohl auf dieser, als auch auf der offiziellen Apothekenhomepage immer wieder dementsprechende Suchanfragen.

Darum hier also alles, was ich über Zäpfchen sagen kann:

Zäpfchen (auch Suppositorien genannt) gehören in den Enddarm /After. Das gilt auch für Zäpfchen gegen Ohrenschmerzen und auch für Zäpfchen gegen Husten (ehrlich!).

Vaginalzäpfchen (oder Ovula) gehören natürlich in die Vagina – daher der Name. Sie sind auch von der Form her runder (s. rechts im Bild oben).

Der Vorteil von Zäpfchen ist dass man Magen und Darm umgeht. das heisst sie sind besser, wenn einem so schlecht ist, dass man nichts schlucken oder bei sich behalten kann oder für Kinder, die ja auch noch keine festen Formen schlucken können. Sie sind z.T, auch besser Magenverträglich, was bei manchen Schmerzmitteln ein Problem sein kann.

Offensichtlich sind Zäpfchen bei Erwachsenen oft nicht sehr beliebt – es sei denn für Personen aus gewissen südlichen Ländern, da ist die Akzeptanz dafür besser.

Zur Anwendung:

  • Falls möglich, sollte der Darm leer sein, bevor sie ein Zäpfchen einführen, also gehen sie gegebenenfalls vorher auf die Toilette.
  • Direkt vor der Anwendung nehmen Sie das Zäpfchen aus der Verpackung (die Folie muss entfernt werden)
  • Um das Einführen zu erleichtern, können Sie die Zäpfchen vorher mit den Handflächen erwärmen oder ganz kurz in heißes Wasser tauchen
  • Verwenden Sie keine Cremes, Salben oder Öle als Hilfsmittel zum leichteren Einführen, da dies die Wirkung des Zäpfchens verringern könnte, etwas Wasser ist dagegen ok.
  • Führen Sie das Zäpfchen tief in den After (Analkanal, Enddarm) ein; Sie sollten es nicht mehr spüren. Das können Sie auf der Toilette im Sitzen machen oder in Seitenlage liegend.
  • Führen Sie das Zäpfchen mit der stumpfen Seite voran ein! Das sieht zwar unlogisch aus, ist aber tatsächlich besser und angenehmer, weil der Schliessmuskel dann verhindert, dass es wieder herausrutscht.  (Ich habe bei Junior beide Methoden probiert, für ihn ist Methode stumpfe Seite nach vorne wirklich angenehmer, da quengelt er nur halb so lange)
  • Hämorrhoidenzäpfchen sollten Sie nur soweit in den After einführen, dass Sie das Zäpfchen noch mit dem Finger ertasten können
  • Waschen Sie sich gründlich die Hände

Tipps zum Einführen von Zäpfchen bei Kindern

  • Sprechen Sie zunächst beruhigend auf Ihr Kind ein, damit es keine Ängste vor dem Zäpfchen entwickelt
  • Legen Sie das Kind seitlich, und drücken Sie die angewinkelten Beine leicht in Richtung Brust  (bei Babys geht es auch gut in Rückenlage).
  • Führen Sie das Zäpfchen mit der stumpfen Seite voran tief in den After des Kindes ein
  • Drücken Sie die Pobacken des Kindes nach dem Einführen des Zäpfchens für einen kurzen Moment leicht zusammen

Aufbewahrung/Lagerung von Zäpfchen

Lagern Sie die Zäpfchen bei einer Temperatur unter 25°C – wenn Sie in warmen Ländern Urlaub machen, muss man besonders aufpassen, weil die Zäpfchen sonst schmelzen.

Zäpfchen teilen ist meist keine gute Idee, weil schwierig durchzuführen und auch die Verabreichung wird nicht einfacher. Besser ist es, sich die richtige Dosierung verschreiben/geben zu lassen.

Falls man es doch einmal machen muss: die Zäpfchen sollten Zimmertemperatur haben (aus dem Kühlschrank splittern sie), dann mit einem angewärmten Messer der Länge nach halbieren (wegen der Wirkstoffverteilung).

Labor und Darwins Theorie

Labor ist gefährlich. Ernsthaft. Auch wenn es heute im Apothekenlabor so harmlos aussieht, während dem Studium hatten wir diverse Zwischenfälle. Darwins Theorie vom Überleben der Fittesten in der praktischen Anwendung, könnte man sagen. Vor Beginn des Labors in organischer Chemie haben sie sogar eine Eintrittsprüfung angesetzt – damit man nicht gerade das Labor in die Luft sprengt oder sich selbst vergiftet, vermute ich. Aber wir hatten schon vorher diverse Zwischenfälle.

Bei unserem Labor machte ich ein paar Mal die Feuerwehr und musste eingreifen, wenn mal wieder jemand mit dem Bunsenbrenner hantierte und z.B. der Schlauch abfiel (gibt eine nette Stichflamme) oder der Putzlappen daneben anfing zu kokeln. Jedenfalls musste bei uns niemand mit einem schon brennenden Eimer aus dem Gebäude rennen – das gabs auch schon, gell Mr. M?

Einmal hatten wir eine unbeabsichtigte Demonstration des Sprichwortes „Erst das Wasser, dann die Säure, sonst passiert das Ungeheure“, sprich, einen explodierenden Säurekolben. Darauf hatten praktisch alle Laborschürze auf Bauchhöhe Säurebrandlöcher von der Schwefelsäure.

Eine Hydrolisierung ist eine eher heftige chemische Reaktion, wie meine Labornachbarin feststellen musste. Die Reaktion machte sich selbstständig (sie „ging ab“ ) und zwar so schnell und explosiv, dass nur noch das Schliessen der Kapelle, wo sie arbeitete Schlimmeres verhinderte. Ich vermute den gelben Fleck an der Decke sieht man heute noch.

Im gleichen Praktikum mussten wir einmal alle Fluchtartig den Raum verlassen, weil einer Mitstudentin der Schüttelkolben  gefüllt mit Ether aus der Hand gefallen war. Derselbe Aether, den man früher zum Betäuben von Leuten vor Operationen gebrauchte.

Oder während der medizinischen Analytik, wo eine Kollegin ihre Teströhrchen mit Blut falsch in die Zentrifuge geladen hat … das spritzt ziemlich eklig. Zum Glück war es nur eine kleine Menge.

Beim Aufräumen fiel einer Mitstudentin die Flasche konzentrierte Ameisensäure aus der Hand (der Deckel war nicht gut zu und man sollte Flaschen sowieso nie am Deckel tragend transportieren). Die Säure spritzte ihr ins Gesicht. Nur schnelles Eingreifen und Abwaschen unterm Wasserhahn verhinderte Schlimmeres. Trotzdem musste sie ins Spital, die Augen checken. Seitdem wissen wir: sie hatte Glück. Für die Augen sind Basen schlimmer. Und: Laborbrille auch beim Aufräumen anbehalten!

Aber das Schmerzhafteste war in der Analytik, wo wir Verdünnungen machen mussten mit einer Säure. Dabei Pipettiert man immer ein paar Mililiter (genaustens abgemessen) weiter. Ich kam nie in direkten Kontakt mit der Säure, doch die Dämpfe reichten aus mir die Haut am Daumen, den ich oben an der Voll-Pipette hatte vollständig abzuschälen – bis aufs Fleisch. Eine Zeitlang hatte ich dort nicht mal mehr Fingerrillen – das wär doch was für Einbrecher! (ist aber eine sehr schmerzhafte Methode, wie ich bezeugen kann). Wenigstens war ich mit meinem Leiden nicht alleine, der halbe Kurs lief mit bandagierten Daumen herum.

Aber ich hab’s überlebt bis jetzt. Denn auch heute noch kann man im Labor Dummheiten machen. Davon später mehr.

Kommunikationsprobleme

Etwa so kam es mir heute mittag vor. Junior hat noch ein kleines Schläfchen gemacht und war seeeehr hungrig, als er gegen halb 1 Uhr aufwachte. Bloss dass Kuschelbär keine Ahnung hatte, was er ihm sagen wollte.
Ok, er war nicht ganz so direkt wie der Junge im Film – aber ich habe ihn gut verstanden.
Er sitzt dann nämlich schon mal auf seinen Stuhl an den Tisch.

unbedingt mit Ton laufen lassen.

Im übrigen warten wir noch auf sein erstes richtiges Wort. Oder zählt Da! DA! und heftiges Zeigen schon?

Ein schlechtes Gewissen

Als ich vor ein paar Tagen am Morgen aufstehe, habe ich Junior in unserem Schlafzimmer gelassen, während ich rasch duschen ging.
Als ich zurückkomme und mich anziehe, liegt meine Brille nicht mehr auf dem Nachttisch.
Ich lege sie immer dorthin (wer einmal seine Brille gesucht hat ohne Brille weiss warum es wichtig ist sie immer am gleichen Ort hinzulegen).
Ich hatte natürlich schon einen Verdacht, wer sie verschleppt haben könnte, also schaute ich mich um. Sie lag neben dem Bett am Boden – und ein Glas war draussen.

Während ich sie aufhob und tief Luft holte und mich dabei fragte, was ich jetzt mache (wo sind die Kontaktlinsen?) wirft sich Junior jämmerlichst schreiend aufs Bett!
Er weiss ganz genau, dass er von meiner Brille die Finger zu lassen hat, also benimmt er sich, sobald er gesehen hat, dass ich sie gefunden habe so, als würde ich ihn schon bestrafen*

Das personifizierte schlechte Gewissen.

Natürlich war ich sauer, aber das brachte mich dann schon zum Schmunzeln. Und als ich das Glas wieder gefunden habe und es sogar wieder selbst einpassen konnte, war die Welt für alle wieder in Ordnung.

  • ehrlich, ich bin nicht gut darin, meist habe ich das Gefühl, dass meine Erziehungsmethoden bei ihm nur ein Grinsen hervorrufen und er dann trotzdem wieder dasselbe macht – mit Absicht! Aber anscheinend bleibt doch was hängen… man muss es nur oft genug (und deutlich genug) sagen und zeigen.

Die Rückkehr der Läuse

Es wird wieder Sommer und wie jedes Jahr, haben wir wieder eine Menge Kinder, die aus den Ferien (oder sonst wo) Läuse mitbringen. Und nicht nur mitbringen. Wenn es Ein Kind hat, hat es danach oft ein Grossteil der Schulklasse auch.
Ich habe noch keine persönliche Erfahrungen mit Läusen. Ich erinnere mich zwar, dass es auch in meiner Klasse von Zeit zu Zeit eine Epidemie gab, aber irgendwie hat es mich immer verschont. Dabei hatte ich praktisch immer lange Haare – die Läuse würden sich wohlfühlen, aber … nein. Ich vermute es liegt daran, dass ich ein Einzelgänger war und auch nicht dazu neigte, meine Haarbürste oder die Kappe mit anderen auszutauschen.
Wie auch immer. Gelegentlich haben wir wieder eine Mutter (es sind nie die Väter, die damit kommen), die uns ihr Kind bringt und sagt: „Könnten sie mal schauen? Ich glaube sie/er hat Läuse“. Oft genug stimmt das auch. Die Läuse selbst sieht man selten, weil sie rasch flüchten, die Nissen sind deutlicher, wenn auch recht klein.
Nach so einer „Begutachtung“ habe ich jedes Mal das Gefühl, dass es mich beisst und juckt. Eigentlich reicht dazu allein die Erwähnung „Laus“ von einem Kunden …

Gute Info zum Thema findet man hier: http://www.kopflaus.ch/

Ich will noch ein paar Dinge anmerken: Die meisten chemischen Mittel wirken inzwischen nicht mehr, weil sich die Läuse daran gewöhnt haben und Resistent geworden sind. Man kann es einmal versuchen aber wenn es nach einer Behandlung mit Prioderm oder Loxazol nicht gewirkt hat, muss man etwas anderes probieren.

Die Methode der Wahl ist inzwischen das „Ersticken“ der Läuse und Nissen mit Silikonöl oder Kokosöl, wie es z.B. in Lausweg enthalten ist. Man muss es allerdings lange genug einwirken lassen: unbedingt die Packungsbeilage beachten. Länger einwirken macht in dem Fall übrigens nichts – die Mittel sind sehr inert. Die kann man laaange drauf lassen, ohne dass das Probleme gibt.

Das A und O einer erfolgreichen Läusebehandlung ist die Entfernung der Nissen. Das heisst, nach dem Lausmittel muss das Haar vollständig mit dem Nissenkamm durchgearbeitet werden.
Überleben irgendwelche Nissen die Behandlung schlüpft nämlich nach ca. 2 Wochen die nächste Generation Läuse und das Ganze geht wieder von vorne los. Deshalb empfiehlt es sich die Behandlung nach 10-14 Tagen noch einmal zu wiederholen.

Also ich geh’ mich jetzt kratzen.

Held zum Selberbauen

Früher war ich ein Marvel Comix Fan, heute stehe ich mehr auf etwas „intelligentere“ Formen der gezeichneten Kunst.

Trotzdem finde ich die Website, die ich entdeckt habe, toll: die Heromachine (auf Deutsch etwa Helden- Maschine). Dort kann man sich einfach seinen Comic Helden selbst zusammenstellen. So wie die hier:

Ich habe schon ein paarmal damit herumgespielt. Man kann versuchen bekannte Helden nachzubauen, oder etwas ganz eigenes kreieren (wie das oben). Was ich noch gerne mache sind Buch-Helden oder Filmfiguren zu visualisieren. Indiana Jones, Jamie Fraser und einen Hobbit habe ich schon entworfen.

Das einzige was nicht so optimal ist bei dem Programm ist das Speichern. Wenn man die gemachte Figur behalten möchte, empfiehlt es sich, ein Bildschirmfoto zu machen.

Rätselaufgabe in der Apotheke

Da kam letzthin ein älterer Mann in die Apotheke mit einem Dosett, in dem genau noch 3 Tabletten waren. Genauer gesagt: eine oblonge weisse Tablette, eine halbe weisse runde Tablette mit 2 Bruchrillen und eine rosa Kapsel.
Der Mann wollte wieder diese Medikamente.
Problem: er war noch nie bei uns gewesen, die Medikamente seien aber auch nicht rezeptpflichtig. Er hat keine Ahnung für was die Medikamente sind (O-Ton: „für die Gesundheit“ ), und er hat auch keine der Packungen mehr zuhause. Er weiss nicht einmal mehr, woher er die Medikamente ursprünglich hatte.

??? – Ich habe alles versucht, ich habe die identa hervorgenommen – das ist ein Büchlein mit Fotos von Tabletten, allerdings hauptsächlich rezeptpflichtigen. Ich habe versucht genauere Angaben zu bekommen, was die Medikamente denn machen. Ich habe einzelne Packungen aufgemacht, um zu schauen, ob es eventuell diese sind. Nichts.
Am Schluss musste ich passen.

Es hat mir dann aber doch keine Ruhe gelassen (ich mag Rätsel wirklich). Ich habe im Internet gesucht, ob es die identa, eventuell dort gibt – und etwas aktueller, denn die letzte Druckversion ist von 2002 und seitdem hat sich viel getan. Es ist schon ein echtes Problem.
Wenn früher jemand kam und sagte: „ich brauche wieder die weissen Tabletten gegen das Wasser“, dann konnte man fast sicher sein, es waren die Lasix. Heute sind es entweder die Lasix, oder die Oedemex, oder Fursol, oder Furodrix oder Furosemid Helvepharm. Wobei letztere die aktuellen Generika sind. Dasselbe gilt für eine Menge der anderen Medikamente. Wir führen natürlich auch aus genau dem Grund Patientendossiers, wo genau festgehalten wird, was der Patient wann bekommen hat und in welcher Dosierung (und von welchem Arzt und welche Krankenkasse etc.).

Aber all das nützt natürlich nix, wenn der Patient noch nie bei uns war. Oder die Medikamente nicht über Rezept bezogen wurden – wobei, bei den meisten freiverkäuflichen Medikamente kenne ich das Aussehen.
Diejenigen, die er gebracht hat, kamen mir eher vor wie Rezeptpflichtige. Deshalb suchte ich weiter, bis ich im Internet eine identa fand – allerdings nur für Deutschland :-(. Aber eine Menge Medikamente sind ja trotzdem die gleichen, weil sie von den gleichen Firmen hergestellt und vertrieben werden.

Dort fand ich dann auch eine rosa Kapsel, die verdächtig nach der aussah, die er gebracht hat.
Es war ein Mittel gegen Alzheimer …
… Das erklärt doch einiges…

P.S. die Suche nach den weissen runden Tabletten habe ich dann aufgegeben: „Die Suche nach ihren Vorgaben erbrachte über 500 Ergebnisse. …“

Update: seit Compendium.ch nicht mehr nur die Fachinformationen veröffentlicht, sondern auch Bilder der Medikamentenpackungen und Tabletten/Kapseln, gibt es auch für die Schweiz eine Identa!

 

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Den Dingen ihren Lauf lassen

Gestern in Tom’s Hinterzimmer gefunden:

Voltaire:

„Das Geheimnis der Medizin besteht darin,

den Patienten abzulenken,

während die Natur sich selbst hilft.“

Nachdem ich gestern arbeitshalber nicht dazu gekommen bin, darauf zu reagieren, dann halt jetzt:

Sooo falsch ist das Zitat sicher nicht.

Für das 18. Jahrhundert, wo man noch nicht gerade einen guten Einblick in die Vorgänge im Körper hatte, geschweige denn wirksame Medikamente sicher sehr zutreffend.  Man denke nur daran, dass Aspirin (eines der ältesten Medikamente) dieses Jahr gerade 111 Jahre alt geworden ist.

Und man sagt auch heute noch: eine Erkältung dauert unbehandelt 1 Woche. Eine medikamentös behandelte Erkältung dauert 7 Tage .

Es gibt immer noch eine Menge Krankheiten, bei denen wir nicht viel mehr tun können als die Symptome lindern und abwarten, bis es vorbei ist. Eben, zuschauen, wie die Natur ihren Lauf nimmt. Und den Patienten dabei ein bisschen zu unterhalten.

Bei anderen Krankheiten wäre nichts tun jedoch eine ausgesprochen schlechte Idee. Nehmen wir doch einmal Diabetes: der hohe Blutzucker wird auf die Dauer die Gefässe im ganzen Körper verstopfen und zu Blindheit, Nierenversagen und dem Verlust von Gliedmassen führen.

Dann denke ich bei jedem Zahnarztbesuch daran, wie gut es ist, dass wir heute wirksame Medikamente haben: ohne Lidocain-Spritze wäre die Wurzelbehandlung, der ich mich vor ein paar Jahren unterziehen musste wirklich kaum auszuhalten gewesen. Ja, ich bin ein Weichei was das angeht.

In dem Sinne: ein Danke an die Pharmakologie – und nicht nur, weil das mein Beruf ist.

Myst-eriöses Apartment

Oh Mann, ich wünschte das wäre meine Wohnung 🙂

Falls Du das Computerspiel Myst kennst, brauche ich nicht zu erklären, wie dort ein Hinweis zum nächsten Rätsel führt, das wieder Hinweise gibt auf weitere Geheimnisse. Man folgt einer Spur. Denksport pur.

Ein Architekt in New York hat – ohne das Wissen der Familie, für die er das 8.3 Mio teure Apartment renovierte – etwas mehr getan, als nur die Wohnung schön einzurichten. Der Familienvater, der mit Frau und 4 Kindern dort einzog wollte, dass er ein Gedicht, das er selbst geschrieben hat irgendwo versteckt. Der Architekt hat aber eine Schatzsuche daraus gemacht. Unglaublich!

Bilder und Text hier in der New York Times.
Der Familie hat er nichts davon erzählt, offenbar hat er auch eine Menge auf eigene Rechnung, respektive mit Hilfe von Freunden gemacht. Erst 4 Monate nachdem die Familie eingezogen ist, entdeckte ein Schulfreund, der auf Besuch war den ersten Hinweis – auf der Heizungsverschalung im Kinderzimmer. Paneele, die sich öffnen lassen, Hinweise hinter Bildern, Worträtsel, Schlüssel, versteckte Geheimfächer in Möbeln und ein Buch mit einer hilfreichen Geschichte und versteckten Tips.

Oh, Wow.

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