Selbstmord – ein ernstes Thema

Ich hatte in meinem noch nicht so langen Leben schon ein paar Mal Kontakt mit Selbstmord.

Eine Freundin meiner Mama, selber Mutter 2er damals schon fast erwachsener Kinder, in einer stabilen, wie es schien glücklichen Beziehung, stand eines Nachts aus dem Ehebett auf, ging in den Keller und erhängte sich dort. Ihr Mann fand sie kurz darauf. Ich habe meine Mama noch nie so schnell so bleich werden sehen, als wo sie den Telefonanruf mit der Nachricht bekommen hat.

Und noch nicht sehr lange her kam eine Kundin weinend in die Apotheke und hat mir erzählt, dass ihr erwachsener Sohn, ihr ein und alles, eine Pistole genommen hat und sich in seinem Zimmer das Hirn herausgeblasen hat. Weil er noch bei ihr wohnte, hat sie ihn kurz darauf gefunden. Noch grausamere Details erspare ich mir hier. Sie ist am Boden zerstört.

Weißt Du, was wahre Angst ist? Jemanden zu haben, den man liebt und der einem sagt, er fühle sich so am Boden .. und dann von einem Selbstmord zu hören.

Schau, die Sache mit Selbstmord ist, dass wenn Du in dem Zustand bist, Du nicht durch den Schmerz in dem Du bist hindurch sehen kannst. Der Schmerz ist so scharf, so schneidend und so dunkel, dass alles was Du willst ist, dass er aufhört. Einfach aufhört. Du denkst nicht an all die Leute, die Dich lieben, Du erzählst Dir selbst die Lüge: dass es ihnen gut gehen wird ohne Dich, dass sie weiterfahren werden mit ihrem Leben. Es ist eine Lüge. Es ist nicht wahr! Du kannst nicht wissen, wie Du ihre Leben beeinflusst. Du weißt nicht, was für Wellen das wirft. Es wird das Leben der anderen für immer verändern, so wie es Deines beendet. Es wird! Sie haben nicht darum gebeten, dass es sich ändert, aber die eine Person, die eine kurze Tat, die endgültig ist, kann das Leben vieler, vieler Leute beeinflussen.

Ich soll Dir eine Antwort geben, warum Du es nicht tun sollst? Ich könnte einen Berg Antworten geben. Es gibt Leute die jeden Tag um ihr Leben kämpfen und jemand anderes denkt daran, es zu beenden. Während noch Leben in Dir ist, kann es sein, dass Du die Liebe Deines Lebens findest! Dieser Freund oder diese Freundin, die Dich verlassen haben könnte Dir den besten Gefallen Deines Lebens getan haben. Da gibt es jemanden Besseren gleich hinter der nächsten Ecke, jemand wie gemacht für „Dich“. Dieser Job, den Du hasst und die Schulden, die sich aufgehäuft haben, damit kann man fertig werden. Du kannst den Beruf wechseln, Du kannst die Arbeit wechseln, was soll’s wenn der andere Job weniger Lohn gibt, was soll’s wenn andere Leute Deine Entscheidung nicht verstehen. Mach etwas, das Du gerne tust. Die Schulden – es gibt da draussen auch Hilfe für das. Alles kann geändert werden. Such Dir einen guten Arzt und erkläre ihm, wie Du Dich fühlst. Streck die Hand nach ihnen aus und folge ihren Anweisungen.

Nimm es eine Minute, dann eine Stunde, dann einen Tag, ein Schritt aufs Mal. Da ist eine Welt voll von wunderbaren Möglichkeiten, aber Du wirst es nicht wissen, es sei denn, Du greifst hinaus und fängst an daran zu arbeiten, was diese Gefühle in dir hochgebracht haben.

Mach weiter!

Bedienungsanleitung für Babies

m Internet gefunden: (es gibt noch mehr, aber die beiden fand ich die Besten):

Zum zweiten fällt mir die Frau ein, die in der Apotheke 12 Flaschen von dem Beruhigungssirup für Kleinkinder verlangte. (Ich brauche den Namen nicht zu erwähnen, es gibt ihn inzwischen nicht mehr). Mal abgesehen davon, dass ich sowieso nur 1 Flasche an Lager hatte, versuchte ich sie zu überzeugen, das Kind nicht damit zu behandeln, oder zumindest nicht über längere Zeit. Der Inhaltsstoff von dem Sirup war ein Antihistaminikum, also eigentlich ein Mittel gegen Allergien und Husten, bei dem man hier die Nebenwirkung ausnutzte, nämlich dass es müde macht. Toll, nicht?

Ich begreife schon, dass man als Mutter manchmal froh ist, wenn das Kind schläft oder ruhig ist, aber deshalb würde ich mein Kind jetzt nicht „unter Drogen setzen“.

Und wenn es zu denen gehört, die wirklich Hyperaktiv sind: dafür gibt es bessere Medikamente vom Arzt.

Der weisse Kittel aka Apothekerschurz

Es ist wieder einmal soweit: weisse-Kittel-Bügel-Zeit. Seufz.

Einerseits ist er ja Statussymbol, der weisse Kittel oder Schurz, den die Apotheker tragen, andererseits ist es doch so, dass auch andere medizinisch verwandte Berufe ihn tragen. Die Ärzte natürlich – was manche Kunden dazu veranlasst zu jedem mit weissem Schurz „Doktor“ zu sagen. Die Drogisten tragen auch weiss, bei ihnen ist es aber öfter ein sogenannter „Hängerli“, das heisst, ein Überwurf, der auf den Seiten offen ist, weniger der richtige Mantel.

Obwohl ich den Wiedererkennungswert des Weiss ja gut finde, hat es doch auch einige Nachteile:

– Es wird extrem schnell dreckig. Einmal die Kisten herumtragen, mit der die Medikamente geliefert werden, schon ist es wieder passiert.

– Dementsprechend häufig muss man die Schürzen waschen. Die meisten lassen sich mit recht hohen Temperaturen waschen, da es das gleiche Material ist, das schon lange für Laborschürzen genommen wird (um es genau zu sagen: der Unterschied zwischen den beiden besteht nur noch im Stil, im Schnitt – im Labor muss man nicht so gut aussehen).

– Und nach dem Waschen also meine Lieblingsbeschäftigung (nicht): das Bügeln. Das ist besonders bei diesen weissen Monstern kein Vergnügen. Aufgesetzte Taschen (3 müssen es für mich sein: eine davon eine Brusttasche links für die Kugelschreiber, 2 unten für Rezepte und andere Notizzettel) und eventuelle Applikationen sowie seltsame Schnittführungen sowie die Knöpfe komplizieren das Ganze noch mehr.

Ich bin ja glücklich, das mein Kuschelbär meist das Bügeln übernimmt – aber diese weissen Kittel hasst auch er.

Generika – und warum fragen Sie nicht?

Immer wieder kommen Testkäufe durch Zeitschriften zustande mit dem Augenmerk auf den Generikum* Verkauf in Apotheken.

Das läuft dann meistens so ab, dass der Kunde in die Apotheke kommt und ein Originalprodukt verlangt, z.B. Panadol. Er bekommt es – und dann fängt das Theater an.

„Wieso“ fragt der Kunde (respektive die Zeitschrift, die getestet hat) „haben Sie mir nicht das Generikum angeboten?“

Ein Skandal, eine Unverschämtheit! Die Kosten die ich (der Kunde) dadurch einsparen hätte können! Sie (die Apothekerin) haben mich nicht richtig beraten!“

Ok ok. Mal langsam und von vorne. Der Kunde kommt in die Apotheke und verlangt ausdrücklich das Original. Er sagt nicht „ein Schmerzmittel“, nicht einmal „Ein Panadol .. oder etwas gleichwertiges“ oder „Ein Panadol … oder gibt es da auch etwas günstigeres?“. Nein, er verlangt das Panadol. Das Original.

Es gab eine Zeit, da ich versucht habe alle Leute auf Generika aufmerksam zu machen. Das Ergebnis war dermassen ernüchternd, dass ich das aufgegeben habe. Die Reaktion reichte von „Geben sie es mir endlich!“ über „Ah ja? Ich nehme das was ich kenne“ bis zu „oh, Danke, gerne“. Wobei letzteres in etwa 1% der Fälle vorkam. Viel öfter wurde ich geradezu angepfurrt, weil ich es wagte, ihre Wahl in Frage zu stellen.

Meine Einstellung dazu ist heute: Jeder kennt Generika und/oder hat zumindest davon gehört, dass es sie gibt. Wenn man welche will, kann man auch danach fragen. Das ist nicht meine Aufgabe.

Ich meine, wenn Du zum Beispiel in die Migros oder den Coop gehst, dann weisst Du ja auch, dass es für manche Produkte eine günstigere Alternative gibt, sei das „Prix garantie“ oder „M-Budget Line“. Die Verkäuferin wird Dich auch nicht fragen, wenn sie sieht, dass Du Schinken gekauft haben: „Sie wissen aber, dass es eine günstigere Variante gibt?“. Du hast gewählt. Dasselbe Prinzip in der Apotheke.

Es ist Dein Geld und es Deine Verantwortung, wie Du damit umgehst. Ich werde Dich beraten, wenn Du unsicher sind und wenn es um medizinische / medikamentöse Fragen geht, aber wenn es um Dein Geld geht, dann bist Du verantwortlich. Und auf Nachfrage bin ich noch so gerne bereit ein Generikum respektive das günstigste Produkt herauszusuchen.

Keine Regel ohne Ausnahme. Wenn ich sehe wie das ältere „Fräulein“ beim Preis zusammenzuckt und anfängt das Münz im Portemonnaie (oder Portmonee auf Neudeutsch, aua) zusammenzuklauben, dann frage ich sie auch von mir aus, ob sie nicht einmal das günstigere Generikum ausprobieren möchte.  – Du wirst aber nicht glauben, wie oft selbst dann diese das nicht wollen. :-(

* Falls Du zu den wenigen gehörst, die noch nie von Generika gehört haben (Was bei mir die Frage aufwirft wie das sein kann?: liest Du keine Zeitung, Zeitschriften? Schaust Du nicht fern? Und übersiehst Du die Werbeplakate auf den Strassen einfach?): ein Generikum ist ein sogenanntes Nachfolgemedikament. D.h. von einem Medikament, dessen Patentschutz abgelaufen ist können Kopien durch andere Firmen hergestellt werden. Der Inhaltsstoff ist derselbe, die Wirkung sollte auch dieselbe sein. Nur der Preis ist günstiger (weil diese Firmen ja nicht die Forschung finanzieren mussten.)

Nachtrag: Ich rede hier vom Handverkauf. Beim Rezeptverkauf ist es wieder ein ganz anderes Thema. Da habe ich inzwischen auch alle Angestellten soweit, dass sie immer die Möglichkeit des Generikums erwähnen (sofern vorhanden und das Rezept / die Krankheit ein Wechsel zulässt).

Was einem über Babies nicht gesagt wird

Es gibt ein paar Dinge, die findet man als neue Mutter mit der Zeit raus. Da helfen einem die meisten Elternratgeber nicht, weil sie sich darüber ausschweigen.

Eines dieser Dinge ist diese kahle Stelle am Hinterkopf, die im Alter von ein paar Monaten auftritt.

Als ich sie bei Junior entdeckte (siehe Pfeil auf dem Bild), war ich aufs Höchste irritiert. Was ist das denn? Alopezia areata? (Kreisrunder Haarausfall), ein Pilz? oder beisst es ihn dermassen, dass er sich die Haare abschabt? Das schien es zu sein, denn als ich ihn beim Schlafen beobachtete, bewegte er den Kopf so hin und her, dass er sich praktisch diese Stelle kratzte – und dabei die Haare abscheuerte.

Ich nahm mir die Stelle noch mal genau unter die Lupe, konnte aber ausser den inzwischen immer mehr fehlenden Haaren nichts entdecken. Keine Rötung, keine Schuppen, keine kleinen Tierchen (Läuse oder Milben). Vielleicht biss es ihn einfach, weil die Haut trocken war? Ich versuchte es eine Zeitlang mit Olivenöl (dem Allerheilmittel für Babyhaut), aber ohne Erfolg. Erst später erfuhr ich, dass diese kahle Stelle bei Babys üblich ist – eine Nebenerscheinung davon, dass man sie auf dem Rücken schlafen lassen muss (wegen dem plötzlichen Kindstod). Von dem Moment an, wo sie anfangen sich selbst zu drehen und nicht mehr nur auf dem Rücken schlafen, geht diese Mönchstonsur von selbst wieder weg.

Mit den Haaren oder der Kopfhaut zusammenhängend ist auch der Milchschorf, der mehr oder weniger heftig bei vielen Babies auftritt. Darüber findet man wenigstens einiges an Info. Diese gelblichen Schuppen sind auch nur ein ästhetisches Problem. Vor allem wenn sie sehr stark auftreten und nicht mehr nur auf der Kopfhaut, sondern auch im Gesicht und Nacken fängt man an zu schauen, was es dagegen gibt.

Tägliches aufweichen mit Olivenöl und abwaschen mit einer leichten Seifenlösung (mit Babyshampoo hergestellt) hilft. Ich habe die Krusten auch noch gerne vorsichtig abgeknübelt …. aber das ist sicher nicht jedermanns Sache.

Babies auch haben eine ausgeprägte Halsfalte. Tatsächlich sieht es gelegentlich so aus, als hätten sie keinen Hals. Das Problem ist, dass diese Falte kaum Luft bekommt, dafür sammelt sie reichlich Dreck, wenn das Baby schwitzt, oder Muttermilch hinabläuft und der Talg sammelt sich auch da. Es kann sogar anfangen zu müffeln. Kurzum, das ist eine ziemlich eklige Angelegenheit. Auch schwierig zu reinigen und zu trocknen. Das ist vor allem in den ersten paar Lebenswochen ein Problem.

Grundsätzlich sollte man ein Baby in den ersten paar Monaten nicht zu oft Baden. Einmal in der Woche genügt. (Ja, ernsthaft!). Die Halsfalte würde ich aber mindestens einmal täglich anschauen und sanft reinigen: Kopf etwas nach hinten beugen, Falte mit einem Feuchttüchlein auswischen und trocknen (ev. Mit einem Föhn). Dann Nachpflegen mit einer Fettsalbe oder mit Muttermilch (und trocknen lassen). Puder verklumpt nur und macht das Problem schlimmer. Wenn die Falte wirklich rot und entzündet ist, muss man sie anfangs häufiger pflegen und gut, gut trocknen jedes Mal.

Es gibt sicher noch mehr – und es kommt da sicher noch eine Menge auf mich zu. Ich bin gespannt, was noch alles.

Wie sieht eine amerikanische Giraffe aus?

Versuch‘ mal, Dir eine vorzustellen …

Letzthin war in den Medien von einem Amerikaner zu lesen, der wegen Mordes im Gefängnis sitzt. Soweit so ungewöhnlich, nur verklagt jetzt ebendieser Mann das Gefängnis, weil sie ihn hungern lassen würden.
Er hat seit seiner Einlieferung vor 8 Monaten 47 Kilo abgenommen.
Das ist dramatisch, relativiert sich jedoch, wenn man liest, dass er jetzt immer noch 140 kg wiegt. Also 187 kg war bei Antritt der Haft.
Leute, das ist nicht nur Übergewichtig, das ist einfach nur DICK!

Selbst wenn er 180cm gross wäre (und so sieht es auf dem Foto, dass ich irgendwo gesehen habe nicht aus), hätte er damals einen BMI (Body Mass Index) von über 57 gehabt (Normgewicht wäre irgendwo zwischen 20-25) und selbst jetzt hat er noch einen BMI von 43, was immer noch unter „extrem Übergewichtig“ fällt.

Es ist nicht so, dass er nicht genug zu Essen bekommt. Ein erwachsener Mensch braucht so zwischen 2000 bis 3000 Kalorien täglich, um gut zu überleben. Die Gefängnisinsassen bekommen 3000 Kalorien täglich – und allzuviel Bewegen müssen sie sich ja nicht.
Sein Problem ist einfach, dass diese Kalorienzufuhr nicht ausreicht, um „sein Körpergewicht zu halten“.
Die Frage ist einfach: sollte es das denn??? Hat man denn im Gefängnis (oder Ausserhalb) ein Recht darauf, dick zu sein? Und alle anderen müssen sich anpassen?

So wie ich die Amerikaner kenne, wird die Antwort darauf lauten: ja.
Immerhin schaffen sich die Ambulanzen immer mehr Autos an, die speziell auf Schwertransporte eingerichtet sind, die Feuerwehren richten sich darauf ein und die Fluggesellschaften werden breitere Sitze anbieten müssen – ohne Aufpreis – aber nur, wenn man auch dick ist.

Falls Du wissen möchtest, was Dein BMI ist, hier ein kleiner automatischer Rechner: www.bmi-rechner24.de

Um zur Ausgangsfrage zurück zu kommen (inzwischen hast Du sicher gemerkt, worauf ich hinauswill):

so könnte sie aussehen, die amerikanische Giraffe: