Juniors Entwicklung

Ich gehe nicht sehr gerne mit Junior auf den Spielplatz. Jedenfalls nicht zu den Zeiten, zu denen sich viele andere Mütter dort tummeln.

Nicht, dass Junior keine Freude hätte an Spielplatz und anderen Kindern. Er liebt es zu schaukeln und wenn andere Kinder da sind, hängt er ihnen immer dicht auf den Fersen, um zu sehen, was sie so machen.

Nein, mein Problem sind mehr die Mütter. Es scheint sich ein Konkurrenzdenken zwischen Müttern zu ergeben, sobald man mehrere an einem Fleck hat. Es liegt vielleicht zum Teil daran, dass manchen das Gesprächsthema fehlt neben ihren Kindern.

Wie dem auch sei, die Gesprächsentwicklung verläuft für meinen Geschmack zu oft in voraussehbaren Bahnen. „Wie alt ist er/sie denn?“ „Oh, und er krabbelt noch?“ oder „Er redet noch nicht? meine Julia hat schon mit 13 Monaten ‚Mama‘ gesagt“, oder „Ja, ja, Jungen brauchen oft länger, bis sie … etc. etc“.

Dazu ein paar Bemerkungen: Manche Eltern tun so, als ob es ihr Verdienst wäre, das ihr Kind krabbeln gelernt hat oder schon mit 10 Monaten laufen konnte. Das ist es nicht! Oder haben sie ihrem Baby vorgekrabbelt? Haben sie ihrem Baby ausführlich erklärt, wie es sein Gleichgewicht halten muss, die Knie etwas anwinkeln und die Füsse voreinander setzen? Kaum. Das einzige was man tun kann, ist die Umstände so günstig wie möglich zu gestalten.

Aufsitzen, krabbeln und laufen ist etwas, was Babys aus eigenem Antrieb und durch eigene Erfahrung lernen. Sie haben einen enormen Willen zu lernen und sich weiterzuentwickeln und es macht Spass, ihnen zuzusehen. Na klar ist man Stolz. Und wie! Aber man sollte sich darüber im klaren sein, dass man selbst nicht sehr viel dazu beigetragen hat.

Und genauso wenig kann man etwas dagegen, wenn das Kind halt nicht so früh diese Dinge tut. Es hat auch meist gar keinen Sinn, sich deshalb Sorgen oder Vorwürfe zu machen.

Interessierten Eltern empfehle ich das Buch von Remo H. Largo: „Babyjahre. Die frühkindliche Entwicklung aus biologischer Sicht“. Darin zeigt er sehr schön die Entwicklungsschritte, die ein Baby und Kleinkind macht und sagt dabei auch immer wieder deutlich, dass jedes Kind sein eigenes Entwicklungstempo hat.

 

Ich sage das alles nicht, weil Junior in irgendeinem Sinne langsam wäre. Nein, nein! Dies sind seine bisherigen Erfolge:

4 Monate: er dreht sich selber auf den Bauch

5 Monate: er hebt seinen Po

6 Monate: er dreht sich vom Bauch wieder zurück auf den Rücken

7 Monate: er sitzt selber auf

8 Monate: er zieht sich an Möbeln auf

9 Monate: der erste Zahn, das erste Mal durchschlafen

13 Monate: er läuft

Ich bin ja so stolz!  … Und wie macht sich ihrer?

Über die richtige Anwendung – Zäpfchen

Es ist unglaublich wichtig, dass man die Patienten über die Anwendung ihrer Medikamente richtig informiert. Das ist etwas, was ich immer wieder betonen muss bei meinen Mitarbeitern. Grundsätzlich darf man nichts, aber auch gar NICHTS als gegeben annehmen.

Wenn der Arzt auf dem Rezept aufschreibt, wie oft pro Tag eine Tablette geschluckt werden muss, so gehört das auf eine Etikette auf die Medikamentenpackung. Wenn es wichtig ist, ob vor, mit oder nach dem Essen auch.

Aber damit ist es noch nicht getan.

Offensichtlich genügt es nicht, wenn auf eine Packung entzündungshemmender Schmerzzäpfchen steht „3 mal täglich 1 Zäpfchen „.

Besser schreibt man: „3 mal täglich 1 Zäpfchen einführen“

Das einführen ist hier so hervorgehoben, weil es immer wieder vorkommt, dass Patienten versuchen, die Zäpfchen zu schlucken. Ich wette fast jeder Apotheker hatte schon einen Patienten, der zurückkam und reklamierte, er „könne diese Dinger nicht schlucken, sie sind zu gross!“ … oder „die schmecken so wachsig!“

Damit nicht genug habe ich schon von einem gehört, der Zäpfchen verschrieben bekommen hat gegen Ohrenschmerzen. Und jetzt raten sie mal, wo er die einführen wollte. Genau. Er kam dann zurück und meinte: „die Dinger sind zu gross für meine Ohren, gibt es die auch eine Nummer kleiner?“

Also sollte man am besten auf die Etikette schreiben: „3 mal täglich 1 Zäpfchen in den After einführen“ – aber irgendwo finde ich hat es Grenzen und das letzte grenzt an Patienten-bevormundung. Hat der Patient denn nicht auch irgendwo eine gewisse Eigenverantwortung für seine Gesundheit? Da gibt es schliesslich auch noch die Packungsbeilage wenn einem etwas seltsam vorkommen sollte.

Übrigens: bei Vaginaltabletten frage ich zur Sicherheit immer nach, ob die Patienten auch wissen, wo sie hingehören.

Ich werde noch einen Post machen, wo die korrekte Anwendung beschrieben ist.

Der Kunde hat nicht *immer* Recht

Diesen Nachmittag in der Apotheke: kommt eine ältere Frau mit einer Frage zu uns. Sie hat da ein Rezept, das sie eingelöst hat. 2 Arten Augentropfen. Sie denkt, sie habe die einen Augentropfen nicht bekommen,HMSj als sie das Rezept eingelöst hat. Sie hat überall zuhause gesucht, sie aber nicht gefunden. Auf dem Kassabon, der am Rezept hängt ist das Fläschchen aber abgerechnet. Das bedeutet, es wurde per Scanner eingelesen. Auch auf dem Rezept selbst ist der Preis des Fläschchens vermerkt. Sie denkt, vielleicht hat sie es auch hier liegen lassen? Ich checke unseren Lagerbestand (obwohl wir normalerweise liegen gelassene Medikamente den Kunden telefonisch melden, v.a. wenn wir die Daten haben, da sie es auf Rezept hatten) – der Lagerbestand stimmt auch, es wurde nichts wieder eingeräumt oder angepasst.

Was jetzt? Ich kämpfe ein bisschen mit mir, ich bin versucht ihr ein neues Fläschchen gratis zu geben – auch wenn es nicht so aussieht, als ob es ein Fehler von uns gewesen ist. Da fällt mein Blick auf das Datum des Rezeptes und des Kassabons. Was zum Geier? Dezember 2007 ??

Pharmama: „Tut mir leid, aber das ist schon zu lange her. Das kann ich Ihnen nicht gratis geben. Ich kann es Ihnen jedoch so parat machen, dass sie es mit diesem Rezept der Krankenkasse einschicken können.“

Widerwilligst lenkt sie ein. Sie meint dann noch: „Aber ich bin eine Stammkundin von ihnen!“ Ja. Seit 2005 hat sie bei uns 2 Rezepte eingelöst.

Ich denke dass sie die Augentropfen in den 4 Monaten (!) seit Dezember wahrscheinlich schon aufgebraucht hat – und das vergessen hat.

Ich glaube nicht, dass sie es mit Berechnung gemacht hat – aber wie auch immer: Was denken diese Leute? Gehen Sie nach 4 Monaten ins Geschäft zurück (egal welches: Lebensmittel, Kleider, Elektronik und sagen: „Ich glaube ich habe das eine Produkt nicht mitbekommen, obwohl ich es bezahlt habe, kann ich jetzt dafür ein neues haben?“ Sowas merkt man doch vorher!

Nein, der Kunde hat NICHT immer Recht.

Schlaflos in …

Nein, nein, so schlimm ist es denn auch nicht. Etwas geschlafen habe ich. Nur eben nicht so viel – oder: nicht genug. Vorbei die Zeiten, als man den Sonntag Morgen gemütlich im Bett fläzend verbringen konnte. Junior ist, wie alle Kleinkinder, Frühaufsteher. Und wir damit gezwungenermassen auch.

Um das klarzustellen: Ich liebe Junior. Er war ein Wunschkind und ich habe lange genug überlegt, ob es denn auch der richtige Zeitpunkt in unserem Leben ist, ein Kind zu bekommen. Ich bin immer noch der Überzeugung: Ja!

Aber: (das als Warnung, für alle, die noch am überlegen sind): seitdem habe ich keine Nacht mehr durchgeschlafen. Keine.

Seit 15 Monaten. Genau genommen sind es aber ein paar mehr, denn eigentlich fängt das schon in der Schwangerschaft an. Da noch dezent, indem man immer öfter mal nachts auf die Toilette muss – das Baby drückt auf die Blase.

Dann nach der Geburt heisst es stillen, erst alle 3 Stunden, dann alle 4 Stunden. Irgendwann ist es dann soweit, dass das Baby nachts nichts mehr zu essen braucht und durchschläft – theoretisch jedenfalls.Tatsächlich wacht man trotzdem immer wieder auf, wenn Junior schreit, weil er den Nuggi verloren hat, oder weil er schlecht geträumt hat, oder weil er hustet … und morgens ist es um spätestens 7 Uhr soweit, dass er wach ist und aufstehen will.

In Wirklichkeit ist das ja alles nicht so schlimm. Man gewöhnt sich sogar recht gut dran. Ausser es ist eben Sonntag morgen und man denkt daran, wie schön es jetzt wäre …eben.

Aber wie müde man auch ist, und wie anstrengend der Tag auch war, wenn Junior einmal schläft kann ich ihm nicht mehr ärgerlich sein. Ist er nicht ein Engel? Unser kleiner Schlafräuber!

Die moderne Heimsuchung: Handys

Eines der Dinge die ich nicht ausstehen kann, nie konnte und wohl auch nicht mehr werde sind Natels, genauer gesagt Leute, die das Gefühl haben, sie müssten jederzeit und immer erreichbar sein. Leute, die wegen jeder Kleinigkeit telefonieren („Schatz, ich bin jetzt an der Station XY, ich bin in 10 Minuten zu Hause“). Ein Freund hat mal gesagt: „Wo waren eigentlich all die Schlangen vor den Telefonkabinen früher? Wenn die Leute vor den Natels soviel telefoniert haben, müssten die Kabinen eigentlich nonstop belegt gewesen sein.“

Ich bin ja der Meinung, man muss nicht immer erreichbar sein. Es gibt genug Orte, wo es besser wäre das Natel abzuschalten -nicht nur im Kino oder Theater. Oder finden Sie es toll, wenn ihre Verabredung im Restaurant alle paar Minuten am Natel hängt, weil eine Freundin gerade jetzt wissen will, was sie macht (sie selbst sitzt im Bad) oder die Arbeitskollegin nur rasch eine Frage hat wegen einem Formular etc. all das kann warten, oder?

Genau so empfinde ich auch in der Apotheke. Da ist man mitten in einer Beratung, da klingelt das Natel des Kunden. Statt dass er es abstellt (die Nummer wird ja gespeichert, man kann zurückrufen) oder es abnimmt und sagt „Ich bin beschäftigt, ich ruf zurück, tschüss“, nimmt er ab und beginnt ein längeres Gespräch „Ja, hallo. Nein, ich bin gerade in der Apotheke. Nein, kein Problem, Du störst nicht. … aha … ja, das habe ich mir schon gedacht, da war doch diese ……“

Und das ist dann der Moment, wo ich den Kunden einfach stehenlasse und mich dem nächsten zuwende. Er ist nämlich nicht alleine in der Apotheke und ich finde es eine Frechheit, wenn er nicht nur mich, sondern auch noch die paar hinter ihm warten lässt, nur um die neusten Gerüchte anzuhören.

Dieser Kunde darf dann sein Gespräch beenden – und warten, bis ich mit dem anderen fertig bin.

Nur damit wir uns verstehen: ich habe nichts dagegen, wenn der Ehemann rasch seine Frau anruft, um sich zu versichern, dass er auch das Richtige mitbringt. Wobei – dabei stellt sich bei mir die Frage: was haben diese Leute vor den Natels gemacht? Diese Dinger fördern nur die Unselbständigkeit.

In dem Zusammenhang fällt mir immer Ray Bradburys Buch „The murderer“ ein. Ich hatte so ein AHA Erlebnis, als ich es gelesen habe. Geschrieben 1953 (!) hat er so viele von den heutigen technischen Errungenschaften und die damit einhergehenden sozialen Veränderungen hervorgesehen. Die Welt in der der Protagonist lebt könnte heute sein, oder ein nicht sehr fernes morgen. Jedermann hat ein „wrist radio“, ein Handgelenk Radio, über das er telefonieren, Musik hören etc. kann (hört sich doch an wie die heutigen Natels?). Die ganze Welt ist verbunden … und nirgendwo ist mehr wirkliche Ruhe. Und irgendwann fängt der Protagonist an durchzudrehen und die technischen Geräte zu ermorden…

hier sind 2 Auszüge:

There sat all the tired commuters with their wrist radios, talking to their wives, saying, ‚Now I’m at Forty-third, now I am at Forty-fourth, here I am at Forty-ninth, now turning at Sixty-first.‘ One husband  cursing,  ‚Well,  get  out of that bar, damn it, and get home and get dinner  started,  I’m at Seventieth!‘ And the transitsystem radio playing ‚Tales from  the Vienna Woods,‘ a canary singing words about a first-rate wheat cereal. Then  I  switched  on my diathermy! Static! Interference! All wives cut off from husbands  grousing about  a  hard  day at the office. All husbands cut off from wives  who  had  just  seen  their  children  break a window! The ‚Vienna Woods‘ chopped down, the canary mangled! Silence!  A terrible, unexpected silence. The bus  inhabitants  faced  with  having to converse with each other. Panic! Sheer, animal panic!“

…und später …

„But  they  went  too  far.  If  a  little music and ‚keeping in touch‘ was charming,  they  figured  a lot would be ten times as charming. I went wild! I got  home to find my wife hysterical. Why? Because she had been completely out of  touch  with  me  for  half a day. Remember, I did a dance on my wrist radio? Well, that night I laid plans to murder my house.“
„Are you sure that’s how you want me to write it down?“
„That’s  semantically  accurate.  Kill  it dead. It’s one of those talking, singing,    humming,    weather-reporting,    poetry-reading,    novel-reciting, jingle-jangling,   rockaby-crooning-when-you-go-to-bed   houses.  A  house  that screams opera to you in the shower and teaches you Spanish in your sleep. One of those  blathering  caves  where all kinds of electronic Oracles make you feel a trifle  larger  than  a thimble, with stoves that say, „I’m apricot pie, and I’m done.‘  or  ‚I’m prime roast beef, so haste me!‘ and other nursery gibberish like  that. With beds that rock you to sleep and shake you awake. A house that_barely tolerates  humans, I tell you. A front door that barks: ‚You’ve mud on your  feet,  sir!‘ And an electronic vacuum hound that snuffles around after you from  room  to  room,  inhaling every fingernail or ash you drop. Jesus God, I say, Jesus God!“

Natürlich habe auch ich ein Natel (für nicht-Schweizer: das ist ein Handy). Aber es gibt Zeiten (häufig), da ist es abgestellt. Ich muss nicht immer erreichbar sein, oder?

Ein Internetphänomen: LOL-cats

Funny Pictures
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Nur für den Fall, dass Du noch nie davon gehört haben: Lolcats sind lustige Bilder, meist von Katzen, inzwischen aber auch von anderen Tieren oder sogar Dingen, mit einer lustigen „Caption“, einer Art Beschreibung, Die Beschreibung oder Aussage ist bewusst in einem speziell seltsamen Englisch gehalten.

LOL kommt von „Laughing Out Loud“ – Laut Loslachen. Und ein wirklich gutes Lolcat Bild erreicht genau das.

Auf dieser Seite findest Du hunderte von diesen Bildern – für den Bildschirm deines Computers übernehme ich aber keine Haftung!

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