Keine gute Idee

Wer in den letzten Tagen in die Zeitung geschaut hat, weiss wohl, wovon ich rede. Ich meine die Artikel über den Bexin Missbrauch.
Mal ernsthaft: Ja, Dextrometorphan-Missbrauch ist ein Thema in Schweizer Apotheken. Das ist nichts Neues.
Aber ich halte es für eine ausgesprochen schlechte Idee das praktisch via Medien derart zu „promoten“. Und dann noch mit einem Markennamen! Angemerkt sei noch, dass das bei weitem nicht das einzige Mittel ist mit dem Inhaltsstoff.
Mir ist schon klar, dass interessierte Jugendliche die Info von Kollegen bekommen können. Aber praktisch Werbung zu machen, wie man zu einem Kick kommt – und wo -nein. keine gute Idee!

Dextrometorphan ist ein gutes und relativ sicheres Hustenmittel (wie immer vorausgesetzt, es wird richtig angewendet). Es wird schon für Kleinkinder verwendet. Es ist ein Abkömmling von Morphin und Codein, ist aber nicht schmerzstillend und macht weniger abhängig.
Trotzdem hat es bei Einnahme hoher Dosen einen berauschenden Effekt, der aber bald in die Überdosis-erscheinungen wie Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Aufregung, Bewegungsstörungen, Herzklopfen etc. übergeht. In schweren Fällen kann es zu Koma, Krämpfen, Muskelschäden und Psychosen kommen.
Nichts sehr angenehmes, aber Süchtige nehmen derartige Nebenwirkungen in Kauf, wenn sie nur zu ihrem Rausch kommen.

Im übrigen ist die Wirkung bei verschiedenen Personen sehr unterschiedlich. Während manche kaum einen Effekt haben, haben die anderen schon Überdosis-erscheinungen.

Dass immer mehr Jugendliche das Medikament kaufen um es zu missbrauchen, ist ein zunehmendes Problem (und dank den Artikeln wird es wohl jetzt noch schlimmer werden).
Ich als Apothekerin habe das Recht, bei Verdacht auf Missbrauch eines Medikaments dessen Abgabe zu verweigern. Und ich habe davon schon mehrmals (aber nicht öfter) Gebrauch gemacht. Im Normalfall versuche ich bei einem Verdacht jedoch erst mal, den Kunden auf ein anderes Medikament (ohne Suchtpotential) umzulenken. Das zeigt schnell einmal, ob er auf dieses spezielle fixiert ist – oder doch wirklich etwas gegen Husten braucht.
Ich kann auch sagen, dass ich in einer Gegend arbeite, wo nicht sehr viele die besagten Medikamente verlangen. Und von jetzt an werden wir noch schärfer schauen, wer denn dieses Medikament verlangt. Irgendwann kommt es wohl zum gleichen „Stigma“, wie bei den Leuten, die Resyl plus verlangen (dazu irgendwann später mehr).

Ich denke übrigens nicht, dass es Sinn machen würde, Medikamente mit diesem Inhaltsstoff rezeptpflichtig zu machen, oder gar ganz vom Markt zu ziehen. Denn das würde uns allen eines guten und wirksamen Hustenmittels berauben. Das ist, wie wenn man aus einer Werkzeugkiste den einen Schraubenzieher entfernt, nur weil gewisse Leute Schraubenzieher des gleichen Typs missbraucht haben, um sich zu verletzen …

Advertisements

Mac Vs PC

Ich bin ja glücklicher Mac Besitzer und Benutzer und immer wieder froh (und gelegentlich erstaunt), wie einfach es sein kann.

Ich habe schon Stunden gebraucht, bis mein alter PC endlich den neuen Drucker installiert hat. Du kennst das: Treiber installieren, PC hängt sich auf, ständiges Neustarten, usw. usw.. Erst eine Hirn-operation in der Registry brachte den gewünschten Erfolg. Dagegen am Mac: Drucker einstecken, … läuft. Läuft!

Und keine Sicherheits-updates jedes mal, wenn ich den Computer starte … und keine ewig dauernden Virenscans …

Darum jetzt (auch für Nicht-Mac Benutzer): Eine der Werbungen von Apple: „PC versus Mac“

Irgendwie süss, nicht?

Zu schade ist diese vergleichende Werbung bei uns so nicht erlaubt. Wahrscheinlich ist das der Grund, dass ich auf der Apple Seite keine der deutschen Versionen mehr finde, sondern nur noch die englischen Spots.

Es ist ein Kreuz mit dem Kreuz

Eventuell ist es Dir schon aufgefallen. In der Schweiz glänzen einige Apotheken mit einem neuen Apothekenkreuz.

Zum Vergleich:

altes Kreuz und   neues Kreuz

Der Grund ist, dass das alte Kreuz (links) nicht geschützt war in der Anwendung. So wurde ein gewisser Missbrauch getrieben, und die Qualität, für die das Kreuz eigentlich stehen sollte war in letzter Zeit immer weniger gegeben.

Das neue Apothekerkreuz nun wird von der pharmasuisse, das ist der Dachverband der Schweizer Apotheken nur an Mitglieder des schweizerischen Apothekerverbandes vergeben.

O-Ton Pharmasuisse: „Die Mitglieder von pharmaSuisse verpflichten sich zu den Grundwerten Qualität, Kompetenz und Dienstleistung. Sie suchen den nachhaltigen Erfolg einer Therapie und unterstützen die Gesundheitsförderung aktiv.“ ... und das soll mit dem neuen Kreuz nach aussen kommuniziert werden.

Das ist alles recht und gut. Es soll uns vor den Apothekenketten abgrenzen, die mehr Medi-Discounter als Apotheken sind.

Das Problem damit ist nur: so ein Kreuz – das kriegt man nicht einfach, das kostet inklusive Montage und Demontage und Entsorgung des alten Kreuzes etwa 3000 CHF pro Kreuz. Das heisst für unsere Apotheke: 3 Kreuze: 9000 CHF. Plus: auch dann gehört es einem nicht. Man kann es nämlich nicht kaufen, sondern nur mieten … solange man Mitglied der pharmasuisse ist.

Vor dem Hintergrund erstaunt es nicht, dass trotz der guten Idee sich noch lange nicht alle Apotheken die Mitglieder des Verbandes sind, sich dazu entschlossen haben, das neue Kreuz anzuschaffen. Vor allem die „kleinen“ Quartierapotheken, die oft gut rechnen müssen, damit sie in der heutigen Zeit noch rentieren warten noch zu.

Wir auch.

Seufz

Eine seltene Begegnung

Letzte Woche, als es für einmal nicht geregnet hat, haben wir einen kleinen Familienausflug in einen nahen Park gemacht. Dabei sind wir auf dieses entzückende Kerlchen gestossen:

Ein Eichhörnchen! Und dabei ist mir aufgegangen wie lange ich schon keines mehr gesehen habe.
Ich erinnere mich daran, früher viele gesehen (und gefüttert) zu haben, aber seither? Nada. Liegt es daran, dass man als Erwachsener nicht mehr in Ruhe durch den Wald spaziert? Oder gibt es viel weniger davon als früher? Irgendwo habe ich mal gelesen, dass die einheimischen rot-braunen Eichhörnchen immer mehr von fremden Arten verdrängt werden. Aber ehrlich gesagt habe ich auch von denen keine gesehen in den letzten Jahren.

Hier also ein klassisches, rotbraunes Hörnchen. Wir haben ihm sicher eine Viertelstunde nur zugesehen, wie es herumgehüpft ist und Essen gesucht hat. Junior hatte seine helle Freude, auch wenn wir ihn da im Kinderwagen festgeschnallt gelassen haben.

Im Moment ist sowieso jedes Tier toll, das er sieht. Er macht dann „Uiiiiuiiii“ und rennt, um die Katze, den Hund oder die Taube zu streicheln. Oder zu tätscheln. Oder halb draufzuliegen, wenn das Tier so gutmütig ist und noch nicht geflohen ist ….
Ich muss ihm unbedingt beibringen, dass nicht alle Tiere so lieb sind.

Tattoo – Körperschmuck oder … nicht?

So, Du willst Dir also ein Tattoo stechen lassen? Nein, nein, nicht unser Junior, bei dem wird es noch ein paar Jahre gehen, bis er damit kommt. Aber ein Freund hat sich mir letzthin anvertraut. Ich bin nicht grundsätzlich gegen Tattoos, ABER ich finde man soll das vorher gut durchdacht haben. Das ist nicht etwas was sich auswächst oder abwäscht. Das bleibt.

Ich weiss noch, wie meine Mama reagiert hat, als sie meins sah: „Oh, und wie lang hält das?“ meine Antwort war etwas in Richtung von „Keine Ahnung was mein Verfalldatum ist“. (Gell, Mama?)

Also sollte man sich vorher ein paar Dinge überlegen:

Wieso will ich ein Tattoo? Wenn Du damit nur deine Eltern oder Umwelt schocken willst, überleg’s Dir noch mal. Inzwischen fallen Tattos nur noch unter „Körperschmuck“. In manchen Bevölkerungsgruppen sind bis zu 30% der Leute tätowiert. Wenn Du mir nicht glaubst, geh mal in die Badi. Mit einem Tattoo ist man also nichts „besonderes“ mehr.

Wo soll das Tattoo hin? -sprich: wie sichtbar soll es sein? Wenn Du vorhast mit Kunden zu arbeiten, solltest Du es besser an Orten haben, wo es von normaler Kleidung verdeckbar ist. Nicht auf den Händen, Unterarmen, Hals oder gar am Kopf*. Übrigens haben Kaderleute grösserer Firmen kaum Tattoos – auch nicht sichtbare.

Wie sieht das Tattoo an mir in 10 Jahren aus? In 20? In 30? Ja, auch Du wirst älter. Das bedeutet einerseits, dass man das Tattoo besser nicht an Stellen platzierst, wo die Haut rasch runzelig wird oder zu hängen anfängt und andererseits, dass Du auch dann noch mit dem Motiv leben muss. Willst Du wirklich noch mit einer Comicfigur am Busenansatz herumlaufen, wenn Du 50 bist?

Im Zusammenhang mit dem Motiv ein paar Überlegungen mehr:

Von Schriftzügen würde ich grundsätzlich abraten. Freundinnen können zu Exfreundinnen werden… auch wenn man sich noch so sicher ist, dass es ewig hält.

Chinesische / arabische / hebräische Schriftzeichen: ok, darüber lässt sich streiten. Ich würde einfach probieren wirklich sicher zu sein über deren Bedeutung. Und auch hier passieren Schreibfehler …

Symbole sollten auch gut überlegt werden, v.a. wenn sie verschiedene Bedeutungen haben können oder wenn sie die Zugehörigkeit zu einer Gruppe anzeigen. In 10 Jahren sieht ein Pentagramm vielleicht nicht mehr Soooo cool aus (auch wenn Du jetzt auf gothic stehst).

Eine gute Übersicht und mögliche Vorlagen finden sich hier.

Falls Du etwas Zeit hast, google mal „regrettable tattoo“. So findet man eine Menge Beispiele von Leuten, die sich die Gedanken wahrscheinlich nicht so wirklich gemacht haben.

Wenn Du unsicher bist, male Dir das Tatto doch einfach mal auf, oder probier’s mit Henna.

Also werde ich meinem Jungen sagen, wenn er damit kommt: „Kein Problem … sobald Du 18 bist … und Dir das alles gut überlegt hast– dann kannst Du Dir eines machen lassen. Klar.“

(Und ich hoffe, es bleibt dann auch nur bei einem, … kleinen, …. wohlüberlegten).

*Ehrlich, es gibt kaum etwas irritierenderes als jemand, der ein Tattoo auf der Stirne hat. Man kann der Person nur mit Mühe in die Augen sehen, wenn etwas so ablenkt. Wir haben einen Kunden mit so einem Gesichtsschmuck. Er ist sehr freundlich, aber … eben.

Kampf dem plötzlichen Kindstod

Inspiriert vom vorletzten Post habe ich letzte Nacht viel über den plötzlichen Kindstod nachgedacht. Junior ist ja schon bald 1  1/2 Jahre alt. Das Risiko hat ziemlich abgenommen, aber ganz über den Berg ist er erst mit 2 Jahren (manche meinen sogar 3 Jahre).

Man sagt immer, man kann nichts gegen den plötzlichen Kindstod tun. Das stimmt. Aber man kann zumindest das Risiko dazu so sehr minimieren wie möglich.

Offenbar hängt der plötzliche Kindstod damit zusammen, dass das Atemzentrum des Babys nicht ganz ausgereift ist. Das Kind kann dabei im Schlaf plötzlich aufhören zu atmen und wacht dann nicht auf. Also muss man alles verhindern, was die Atmung einschränkt.

Konkret heisst das:

Das Baby soll in Rückenlage schlafen – dann bleiben die Atemwege frei.*

Benutze für das Babybett einen Schlafsack – keine Decken oder Kopfkissen.

Die Schlafzimmertemperatur im Winter darf 17-18 °C betragen. Wenn das Baby zu kalt hat, wird es das melden, nicht aber wenn es zu warm hat, dann schläft es einfach weiter. Das bedeutet: auch im Sommer nicht zu dick einpacken!

Mit diesen 3 einfachen Methoden senkt man die Wahrscheinlichkeit um über 70%!

Zusätzlich:

Halte das Babybett so frei wie möglich: keine Nuscheli, keine grossen Stofftiere, keine Lammfellunterlagen

Rauche nicht in der Nähe ihres Babies. Tu es ausserhalb der Wohnung, oder noch besser: hör doch ihm zuliebe auf.

Still Dein Baby mindestens 6 Monate, das gibt ihm ein gesundes Immunsystem

Geh mindestes einmal täglich mit dem Baby nach draussen, auch wenn es kalt ist oder regnet. Richtig angezogen ist das kein Problem und die frische Luft ist gut für die Immunabwehr.

Nuggis sind besser als der Daumen. Anscheinend wirken sie auch leicht präventiv auf den plötzlichen Kindstod.**

Lass das Kinderbett in den ersten Monaten im Elternzimmer.

Meine persönliche Bemerkungen:

* das mit der Rückenlage funktioniert grossartig … bis das Baby gelernt hat, sich selbst zu drehen. Ab dann schläft es so, wie es es für am angenehmsten hält!

** Nuggis sind auch gut  … aber eine Qual, bis das Baby gelernt hat den verlorenen Nuggi nachts selber wieder zu finden und sich reinzustecken. Solche die Nachts leuchten, helfen dabei.