Artikel mit verstopfung tag

Drückende Probleme

Veröffentlicht am von pharmama

Eine Frau kommt mit einem dringlichen Problem zu mir – ihr Mann konnte seit 3 Tagen nicht auf die Toilette. Das ist im Normalfall nicht so tragisch –aber der Mann hatte kurz davor eine Hämorrhoiden-operation und eben seitdem keinen Stuhlgang mehr.

Das Spital hat ihn nach Hause geschickt ohne einen Stuhl-Weichmacher mitzugeben ... was ich nach so einer Operation nicht gerade toll finde. Der Mann hat 4 Stiche und es tut ihm immer noch weh. Er darf nicht pressen und harter Stuhl könnte das wieder aufreissen.

Gegessen hat er aber normal die 3 Tage. Jetzt ..  ginge es ihm ziemlich schlecht. Wahrscheinlich hat er auch aus Angst vor den Schmerzen etwas verhalten. Das macht es nicht besser.

Ich habe ihr verschiedenes Vorgeschlagen, alles aber mit der Bemerkung, dass sie es dem Arzt auch mitteilen sollte. Und sie hat alles gekauft: Zäpfchen, Stuhl-Weichmacher, Mini-Klister ...

Ich hoffe nur, sie haben zuhause mehr als eine Toilette, denn eine davon ... wird heute Nacht besetzt sein.

Kurze, wichtige Durchsage

Veröffentlicht am von pharmama

Wenn Sie Leinsamen benutzen gegen Ihre Verstopfung, ist es wichtig, sie vorher in Wasser quellen zu lassen oder im mindesten sehr viel Wasser dazu zu trinken. Ansonsten riskieren sie nämlich die genau gegenteilige Wirkung.

Im Schlimmsten Fall riskieren Sie sogar einen Darmverschluss.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit. - Weitermachen!

Manuell ausräumen

Veröffentlicht am von pharmama

Man hört ja gelegentlich noch davon, dennoch bin ich immer etwas überrascht. dass Leute das tatsächlich auch selbst machen.

Da war dieser Mann, der in die Apotheke kam um etwas gegen Verstopfung zu holen. Dann holt er aus und erzählt, dass er so verstopft gewesen ist, dass er "es" mit einem Löffel herausholen musste ...

Nachdem man ihn ausführlich beraten hat und erst ein Klistier und dann regelmässige Gabe eines osmotischen Mittels empfohlen hat, geht er wieder.

Es scheint funktioniert zu haben, denn als nächstes kommt er mit seinen Rezepten zu uns.

Auf einem davon: MST Continuus.

Hmmhmmm ... starke Opiate verursachen klassischerweise als Nebenwirkung Verstopfung. Kein Wunder hat er so Probleme. Erstaunlich nur, dass bis jetzt noch niemand darauf gekommen ist.

Boom!

Veröffentlicht am von pharmama

mitteilung eines vaters zur verstopfung seines säuglings: "wir mussten ihm alle zwei bis drei tage diese Nitroglycerin-Zäpfchen geben."

Gefunden beim kinderdoc

Für Laien: Glycerin Zäpfchen gibts zum Abführen. Nitroglycerin (wie im Sprengstoff Dynamit) braucht man zwar medizinisch auch, aber eher zum erweitern der Gefässe bei Angina Pectoris Anfällen (Herzproblemen) in Form von Mundsprays oder Kaukapseln.

Missverständnis

Veröffentlicht am von pharmama

Die Ärztin verschreibt der Patientin Agiolax Pulver- offenbar weil sie etwas gegen Verstopfung verlangt hat.

Nach 3 Tagen kommt die Patientin wieder in die Apotheke und sagt:

„Jetzt habe ich das ganze Pulver reingekippt und die Toilette ist immer noch Verstopft!“

Kein Wunder, denn Agiolax ist gegen Verstopfung beim Menschen.

Solche Sachen kann man nicht erfinden, das passiert wirklich!

Sch...tuhlgang

Veröffentlicht am von pharmama

Dass der Stuhlgang ein wichtiges Thema ist (und je älter der Mensch, desto mehr) stellt man in der Apotheke bald einmal fest. Ich selber achte kaum darauf, ausser wenn ich in den Ferien Durchfall habe und mich frage: woher wohl? Oder während der Schwangerschaft, als ich einmal wirklich furchtbar verstopft war (Eisentabletten sei dank)  - dort konnte ich dann gewisse Probleme besser nachvollziehen.

Es ist gut, wenn man regelmässig und ohne zu drücken und pressen auf die Toilette kann.

Aber: es ist kein Muss, dass man jeden Tag Stuhlgang hat. Ok, ich verstehe ja, dass wenn sie jeden Tag um die gleiche Zeit können, sie das beunruhigt, wenn es mal nicht geht. Aber das ist noch lange keine Verstopfung! Und sicher kein Grund gleich ein Abführmittel zu nehmen.

Eine Verstopfung ist definiert durch 2 Dinge: die Häufigkeit, nämlich weniger als 3 mal pro Woche (oder im Abstand von mehr als 3 Tagen) und die Konsistenz des Stuhls, nämlich hart, knotig.

Die Ursachen sind ziemlich vielfältig, dazu gehören zuwenig trinken, zuwenig Ballaststoffe, zuwenig Bewegung, Bewegungsstörungen des Darms wegen Krankheiten, Medikamenten (z.B. Eisenpräparate, aber auch Antidepressiva und starke Schmerzmittel) sowie psychische Probleme (mit dazugehörendem Stuhl-verhalten) und so weiter.

Es gibt einiges, was man dagegen tun kann. Wo bekannt, kann man gegen die Ursache angehen. Ansonsten gibt es Darmregulierende Mittel mit Ballaststoffen, solche die im Darm Wasser an sich ziehen (entweder auf Zucker – oder Salzbasis), und dann die Abführmittel, die den Darm reizen und so Wasser in den Darm bekommen. Letztere sind die aggressivsten und auch die, die am häufigsten genommen werden, bis zu dem Moment, wo man nicht mehr ohne kann.

Der Kreislauf stellt sich recht schnell ein. Man ist eine dieser Personen, die täglich auf die Toilette gehen. Jetzt geht es einmal nicht. Man nimmt ein Abführmittel – und es klappt. Aber: das Mittel leert den ganzen Darm. Und am nächsten Tag kann man wieder nicht (eigentlich logisch: wo nichts ist, kann auch nichts kommen). Also nimmt man wieder das Abführmittel.... etc. Mit der Zeit will der Darm gar nicht mehr ohne. Er hat sich an die Stimulation gewöhnt. Und schon hat man eine Person, die abhängig ist von Abführmitteln. Du hast keine Ahnung, wie viele das sind. Es hat etwas abgenommen, seit es die 200 er Packung Dulcolax nur noch auf Rezept gibt. Aber ich kann eine Person, die schon lange Abführmittel missbraucht schon an der Hautfarbe erkennen: sie hat einen typischen gelblichen Stich. Mit diesen Leuten zu diskutieren ist auch ziemlich sinnlos.

Das andere Extrem sah ich vor ein paar Wochen. Die Kundin sagte, sie konnte seit 2 Wochen nicht mehr (!). Gar nicht? Gar nicht. Wow. Ob sie Schmerzen habe? (Etwas gebläht sah sie schon aus). Geht so. Ob sie normal isst? Ja. (Nochmal: Leute, die nicht essen, müssen auch nicht auf die Toilette). Ich habe Ihr empfohlen ein Klistier zu machen (das ist ein Flüssigkeitseinlauf in den After) weil sie wohl inzwischen einen steinharten Pfropf hat im Rektum. Und dann soll sie ein Abführmittel nehmen. Wenn das beides nicht hilft, muss Sie ins Spital.

Ich habe ihr nicht gesagt, was sie da machen, aber vermutlich einen grösseren Einlauf und gegebenenfalls „manuell ausräumen“. Das ist genau das, wonach es sich anhört (ugh).