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Mann und Frau

Mann und Frau an der Theke.

Er fragt nach der Pille danach, Sie schlägt vor, erst einen Schwangerschaftstest zu machen.

Ich empfehle dringend noch einmal miteinander zu reden …

Ein Schwangerschaftstest zeigt frühestens 6 bis 7 Tage nach dem Geschlechtsverkehr und erfolgreicher Befruchtung eines Eis an, die Pille danach können wir bis 72 Stunden = 3 Tage nach dem Geschlechtsverkehr abgeben.

Also: Wann genau war das denn? Und was wollt ihr?

So wie Er Sie ansah, gibt das noch Diskussionen. Sie sind dann verschwunden, ohne etwas zu kaufen.

Über diese Anzeigen

Schreck-lich

Heute mal aus der Rubrik: Wie erziehe ich mein Kind?

Eine Mutter mit sehr jung aussehendem Teenager in der Apotheke: “Können Sie mir rasch helfen?”

“Mein Sohn will wissen, was eine Baby-Ausstattung so kostet.”

(Er sieht nicht so aus …)

“Könnten Sie uns mal zeigen, wie das mit dem Essen und den Windeln aussieht für … sagen wir eine Woche?”

Ich bin etwas überrascht, kann mir aber denken, wo das hinführt.

Ich zeige ihm also die Milchen und rechne grob durch, wieviel das so macht in einem Tag, in einer Woche … dann wenn die Breie dazukommen … dann natürlich die Windeln. “So ein Pack kostet … und hat X Stück drin. Pro Tag wechselt man bei einem Baby zwischen 4 und 10 x die Windeln, sagen wir durchschnittlich 6 x, dann hält das …”

(Taschenrechner sind was schönes, möchte ich hier anmerken)

“Und dabei wären wir noch nicht mal bei der Kleidung oder wenn man etwas an Medikamenten braucht, Arztbesuche und Krankenkasse …”

Der Sohn hat vorher schon nicht sehr glücklich ausgesehen, bei der Liste wird sein Gesicht immer länger …

zur Mama:  „Ich hab’s begriffen… können wir jetzt bitte gehen?“

Die Mutter: „Noch nicht. Können Sie uns helfen, einen Schwangerschaftstest auszusuchen?“

Das war sicher …. eindrücklich. Ich hoffe, es ist bei dem Schreck geblieben.

Sound alike und Verwechslungsgefahr

Jüngere Frau in der Apotheke: „Haben Sie mir Elloane? … ich bin nicht ganz sicher, ob ich das richtig ausspreche.“

Ich: „Ella One?“ (ich sprech das englisch aus)

Die Ella One ist die hier neu zugelassene Pille danach– die dürfen wir aber nur auf Rezept abgeben. Die Pille danach Norlevo nach einer Beratung mit Patientin und Apothekerin auch ohne. Aber … von vorne:

Pharmama: „Haben Sie ein Rezept, oder sind sie Ärztin?“ frage ich sie.

„Ich bin Ärztin.“ Sie zeigt mir ihren Arztausweis.

Pharmama: „Die Ella One habe ich noch nicht hier, aber die Norlevo. Anderer Wirkstoff, gleiche Wirkung.“

Ärztin: „Norlevo? Meine Frauenärztin hat mir einen anderen Namen gesagt als Generikum. Haben sie das Yaz hier?“

Jetzt bin ich etwas verwirrt. Yaz ist eine der normalen Verhütungspillen.

„Ja, die habe ich hier …“

Aber zuerst gehe ich mal an den Computer.

Ich schaue die Generika von Yaz nach. Eines davon nennt sich Eloine. Aha!

Pharmama: „Oh, meinten Sie Eloine?“

Sie hat das französisch ausgesprochen, also mache ich das auch.

Ärztin: „Ich bin nicht sicher. Das ist ein Generikum vom Yaz.“

Pharmama: „Ja, das ist so. Ich dachte, sie fragten nach der Ella One – der Pille danach.“

Ärztin: „Nein, die Eloine. Aber wenn Sie mir eine Yaz haben, ist das auch gut.“

Hoppla! Die hören sich viel zu ähnlich an für meinen Geschmack. Da sind wir knapp um eine Verwechslung herumgekommen. Gut – sie hätte das spätestens gemerkt, wenn da nur 1 Pille in der Packung ist …

Die Verhütungspille?

Ein junges Pärchen mit deutschem Akzent steht vor mir in der Apotheke. Sie schaut Ihn an, Er schaut Sie an, dann gibt Sie sich einen Ruck und sagt: „Ich brauche eine Verhütungspille“.

Und ich sage: „Haben Sie ein Rezept? Die sind hier alle nur auf Rezept erhältlich.“

Sie: „Nein, ich habe kein Rezept dafür.“

Pharmama: „Dann sollten sie vielleicht zum Arzt, sich eines ausstellen lassen? Falls sie keinen Arzt haben: Das Spital hat eine Frauenabteilung, wo sie auch ohne Termin hin können.“

Er: „Geht das nicht ohne?“

Pharmama: „Nein, für die Pille brauche ich ein Rezept – ich kann ihnen nicht einfach irgendeine geben. Ein Arzt muss sie vorher anschauen.“

Die beiden schauen sich wieder an und gehen.

Oder doch nicht? Ich sehe sie draussen vor der Türe diskutieren.

Schliesslich kommt Sie wieder herein.

„Ich habe im Internet gelesen, dass man in der Schweiz die Pille danach ohne Rezept bekommt.“

Ah – darum geht es.

Pharmama: „Das ist so. Allerdings ist das nicht als Verhütungsmittel gedacht – darum bekommt man sie auch nur … danach.“

Implizierend: ist das so?

Sie nickt: „Das habe ich verstanden. Ich brauche sie.“

Pharmama: "Gut – dann kommen Sie mit nach Hinten. Ich muss zuerst ein Gespräch mit ihnen führen."

Ehrlich – ich will es Ihnen nicht schwerer machen als nötig, aber: bitte redet Klartext. Eine Verhütungspille ist etwas anderes. Das hier ist nur die Notfall-kontrazeption. Die Pille danach.

Wenn ich eine Frau wäre …

Der ältere, männliche Kunde macht Smalltalk, während ich dabei bin das Rezept einzugeben:

"Wissen Sie, ich mag es nicht, Medikamente zu nehmen. Wenn ich eine Frau wäre, wäre ich wahrscheinlich mit 14 schon schwanger gewesen!"

Ich beim eingeben, mach so, als hätte ich das nur mit einem halben Ohr mitbekommen, was nicht stimmt, aber momentan weiss ich nicht, wie ich darauf reagieren soll … 

Der Mann (unbeeindruckt) fährt fort:

"Weil, ich hätte niemals die Pille regelmässig und jeden Tag nehmen können, wissen Sie?"

Pharmama: "Aaah."

 

(Zum Glück gibt es ja noch andere Methoden eine Schwangerschaft zu verhindern. Kondome zum Beispiel – ich bin sicher, ansonsten gäbe es wesentlich mehr Schwangerschaften … viele Frauen sind nämlich auch nicht gut im regelmässig nehmen …)

Der Arzt ist Schuld!

Eine jüngere Frau gestern, als Erklärung, warum sie auf einmal so Mühe hat, die Pille regelmässig zu nehmen:

"Eigentlich ist es die Schuld des Arztes. Ich habe die Pille immer genommen, wenn ich die Kontaktlinsen herausgenommen habe. Jetzt hat er mir gesagt, ich soll keine Kontaktlinsen verwenden – und prompt vergesse ich die Pille zu nehmen …"

:-)

Nuva Bling

Werbe-Spoof von der letzten Saturday Night Life Sendung: Der Nuva Bling

the faboosh birth control that hurts AND fits your lifestyle!

70% Schutz und 100% Style!

… nicht dass es neu wäre, den Nuva-Ring als Schmuck zu (miss-)brauchen …

Medikamentöse Erpressung?

nopill

Autsch. (Quelle)

 

Ich fühle mich alt, wenn …

Ich fühle mich alt, wenn … ich ein Rezept ausführe für ein Mädchen, Jahrgang 1999 — für die Pille.

Zwei-tausend-drei-zehn. Wo ist die Zeit hin?

 

Preispolitik

Es gibt bei uns in der Gegend Apotheken, die Werbung machen, dass bei ihnen „jede 10. Packung Verhütungsmittel gratis” ist – also effektiv 10% auf Pille und Co.

Das hängen sie sogar als Infozettel an das Rezept. Habe ich gestern grad so gesehen. Werbung halt.

Lustig finde ich nur, dass wenn ich dann unseren Preis auf das Rezept schreibe … der sich als niedriger herausstellt, als der, den die andere Apotheke pro Packung verlangt.

Beispiel: Bei uns kostet die 3 Monatspackung 63 Franken.

Bei der anderen Apotheke kostet sie 70 Franken …

Rechne.

(Man kann es natürlich auch so machen).

Schmückend …

Das junge Mädchen kommt mit einem Rezept für Nuvaring zu uns in die Apotheke. Während ich ihn hole (die sind bei uns im Kühlschrank) und das Rezept im Computer eingebe fällt mir auf, dass sie einen Ring am Handgelenk hat, der verdächtig aussieht wie ein Nuvaring.

Ich frage sie danach – Es ist tatsächlich einer!

Sie fand ihn zu süss zum einfach entsorgen, darum trägt sie den gebrauchten so …

Hmmm … ich bin nicht ganz sicher ob das eine so gute Idee ist. Auch nach 3 Wochen Aufenthalt in der Vagina dürften da noch Hormone drin sein … und während das Östrogen noch gut sein mag für die Haut, wenn sie das so offen am Handgelenk trägt … sie hat ja vielleicht noch Kontakt mit anderen, die das nicht wirklich brauchen … Kinder und Männer zum Beispiel.

Image of vaginal birth control device NuvaRing

Pflaster

Kundin: “Angenommen ….ich habe ein Nikotin-Pflaster und ein Verhütungs-Pflaster. Heben die sich gegenseitig auf?”

Pharmama: “Nein.”

Kundin: “Was, wenn ich sie verwechsle?”

Pharmama: “Machen Sie das nicht.”

Mal wieder: die Pille d-a-n-a-c-h

Kundin: „Ich komme zwar gerade vom Arzt, aber ich habe vergessen zu fragen wegen der Pille danach. Bekomme ich die auch in der Apotheke?“

Pharmama: „Ja, nach einem Gespräch mit mir. Sie wissen aber, dass die wirklich für danach ist? Davor kann ich sie nicht geben.“ *

Kundin (winkt ab): „Ah, ja schon klar, ich brauche sie.“

Beim Gespräch, 2. Frage: „Wie verhüten Sie normalerweise?“

Kundin: „Mit der Drei-Monatsspritze, jetzt aber nicht mehr und bis mein Mann sich unterbinden lässt habe ich nichts.“

Pharmama: „Wann war der ungeschützte Geschlechtsverkehr?“

Kundin (überlegt): „Das war also vor den Spritzen… vor etwa 6 Jahren.“

Pharmama: „Ich meinte eigentlich jetzt – weshalb sie die Pille danach jetzt brauchen.“

Kundin: „Ah, nein, wir haben noch nicht …“

Pharmama: „Dann wollen sie die Pille danach  nur für den Fall, dass?“

Kundin: „Ja … wieso?“

Pharmama: „Weil ich vorher genau das schon gesagt habe: Ich kann die Pille danach nicht vor dem Vorfall geben. Wenn Sie die auf Vorrat wollen, dann brauchen Sie dafür ein Rezept vom Arzt.“

Dann hielt ich noch eine kleine Rede über die Wirksamkeit und dass die Pille danach eben nicht so wirksam ist wie zum Beispiel die normale Pille, oder wie Kondome und von wegen der Nebenwirkungen … und dass sie doch, bis er die Unterbindung hatte, Kondome benutzen.

Als die Kundin rausgeht, hat sie noch eine letzte Frage: „Wie lange habe ich danach denn Zeit, sie zu holen?“

Pharmama: „Bis 72 Stunden“.

Kundin: „Oh, gut. Dann bis später!“

Äh ….. Wiedersehen?

 

*Nein, ich weiss nicht genau, warum ich genau da so deutlich darauf hingewiesen habe. Bauchgefühl mal wieder.

Letzte Vorbereitungen für die Ferien (nicht unsere)

Es ist Freitag abend, 4 Minuten vor Ladenschluss – 4 Minuten vor meinen Ferien, denn am nächsten Tag fliegen wir – da kommt in die Apotheke eine jüngere Frau.

„Ich hätte da eine etwas …perverse Frage“ meint sie

“Na dann mal los!” sage ich und lächle aufmunternd, während ich sie etwas auf die Seite nehme. Eigentlich unnötig, es ist niemand mehr in der Apotheke.

Frau: „Ich brauche ein Verhütungsmittel, aber keine Kondome. Was gibt es da?“

Also fange ich mal an aufzuzählen und zu erklären: … Pille, Pflaster, Ring, Implantat, Spirale … ferner Diaphragma, Femidom … Für die meisten – die hormonhaltigen – muss sie aber erst mal zum Frauenarzt.

Frau: “Ugh, dafür habe ich keine Zeit …”

Pharmama: “Na, dann gäbe es da noch die Sprechstunde der Frauenklinik vom Spital …”

Frau: “Und die Pille danach?”

Pharmama: “Ja, die bekommen Sie in der Schweiz in der Apotheke …. danach. Ausserdem ist das nicht zur normalenVerhütung gedacht.”

Frau: “Ich brauche jetzt gleich etwas, wir fliegen Morgen in die Ferien.

“Wie schnell wirken denn die Sachen?”

Pharmama: “Nun, die Hormonhaltigen brauchen nach Beginn etwa 7 Tage …”

Frau: “Das dauert alles zu lange!”

Pharmama: “Was spricht denn gegen die Kondome?”

Druckst sie etwas herum: “… mein Freund. Er mag sie nicht.”

… ich schaue sie nur an.

Frau: “Und morgen gehen wir in die Ferien! Hätten Sie mir nicht irgendwas?”

Pharmama: “Ich kann ihnen nicht einfach so irgendeine Pille geben. Das braucht beim ersten Mal eine Abklärung mit dem Frauenarzt … und selbst wenn, bis sie wirkt ….”

Frau: “Nun, ich hatte schon einmal vor Jahren die Pille, aber dann habe ich deswegen so zugenommen, dass ich sie wieder abgesetzt habe. Die will ich nicht mehr.”

….

Ich hatte nichts für sie. Ich versuchte ihr nochmals die Kondome schmackhaft zu machen – das ist wirklich so ziemlich das einzige “Instant”-Verhütungsmittel, inzwischen gibt es auch Latexfreie, falls das ein Problem wäre oder verschiedene Grössen … Sie wollte nicht. Meine “guten Ratschläge” sonst habe ich für mich behalten. Ich bin sicher, das hätte sie nicht hören wollen:

Sie könnte natürlich ihrem Freund auch sagen, sie können gerne auf Kondome verzichten in den Ferien … wenn er dann später für das Baby aufkommt …

Und ich habe auch nicht gesagt, dass es geschickter gewesen wäre, wenn sie etwas früher einen Gedanken an die Verhütung verschwendet hätte. Jetzt ist es *etwas* spät.

Apropos spät … Zeit zum schliessen.

Ich hoffe, die sehe ich morgen nicht am Flugplatz :-)