Suizidale Hasen

Ganz, ganz schwarzer Humor:

aus dem Buch “The Book of Bunny Suicides”  von Andy Riley.

Die Hasen scheinen kreativ zu sein, wenn es darum geht, ihr Leben zu beenden. Manchmal muss man beim betrachten der Bilder wirklich einen Moment überlegen, was denn nun der Plan ist …

viel mehr Bilder zu finden hier.

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Vorbezugsgrund: Suizidprävention?

Patientin, die ein Rezept hatte für Schlaftabletten und Antidepressiva:

„Ich brauche neue Packungen von beiden, weil ich alles gestern die Toilette heruntergespült habe … als Vorsichtsmassnahme, damit ich nicht auf die Idee komme, sie alle gleichzeitig zu nehmen um mich umzubringen.“

Ummm klar. Lassen Sie mich nur rasch den Arzt anrufen für ein neues Rezept … und vielleicht eine kontrollierte Abgabe, ok?

Und: wann sagten sie ist der nächste Termin bei ihrem Psychologen?

Versuchter Selbstmord

In der Zeitung war vor ein paar Tagen ein Artikel über die Verurteilung einer Frau, die ihren 12 jährigen Sohn umgebracht hat. Ursprünglich war es wohl als „erweiterter Selbstmord“ gedacht, aber alle Versuche der hochgradig depressiven Frau sich danach umzubringen sind gescheitert.

Aus der Zeitung:

..“ Als er tot ist, geht sie ins Bad und versucht sich mit einem Föhn, dann mit einem elektrischen Thermogürtel, dann mit einem Mixer in der Badewanne umzubringen. Es funktioniert nicht. Sie trinkt Campari und schluckt Tabletten, muss erbrechen. Mit einem Steakmesser schneidet sie sich in den Arm. Mit einem Plastiksack über dem Kopf versucht sie sich zu ersticken.

Um 14 Uhr erscheint sie nicht zu einem Treffen mit einer Freundin. Diese alarmiert die Polizei, welche sie in der Badewanne findet. Sie fragt die Polizisten, weshalb die elektrischen Geräte nicht funktionieren. …“

Für mich liest sich das wie eine Tragikkomödie. Es ist bei weitem nicht so einfach sich umzubringen, wie manche Leute denken. Und ich rede nicht nur vom Selbsterhaltungstrieb.

Tabletten schlucken zum Beispiel ist eine schlechte Methode. Die meisten sind nicht so sofort schädlich, wie man denkt und wenn man wirklich viele nimmt, verklumpen sie im Magen und werden nur noch sehr langsam aufgenommen. Oft Zeit genug, damit jemand die Person noch lebend findet.

Sich die Schlagadern aufzuschneiden will auch gelernt sein. So wie es uns das Fernsehen meist zeigt, sieht es sicher besser aus, ist aber nicht sehr effektiv: man schneidet sich die Hand-Sehnen durch und die Wunde verklebt rasch wieder.

Und dann die Sache mit den elektrischen Geräten in der Badewanne: heutzutage haben praktisch alle Haushalte elektrische Sicherungen sogenannte FI-Schalter, die sehr rasch anspringen und den Stromkreis unterbrechen. Und: die neuen Badewannen sind mit ihrer Beschichtung so dicht, dass der Strom nicht fliesst – dafür müsste es einen Ablauf aus Metall und Metallröhren haben, dem ist aber oft nicht so.

Ein Kollege, der Arzt ist, meinte einmal, er würde ein Buch schreiben, darüber, wie man anständig und sicher Selbstmord begeht. Er ist schon eher der makabere Typ (und machen tut er es wohl trotzdem nicht), aber irgendwo hat er auch recht: die vielen Fälle, die man in der Notfallstation sieht oder wir (vorher) in der Feuerwehr würden dafür sprechen.

In der Feuerwehr hatten wir auch ein paar Einsätze wegen Selbstmördern. Deren Methode war effizienter, aber für die Umwelt auch einiges … unangenehmer.

Da war der, der in der Wohnung kanisterweise Benzin ausgoss, um es (und sich) dann anzuzünden. Das Ergebnis war ziemlich durchschlagend, weil das Benzin-Luft Gemisch explodierte. Nicht sehr toll für die Nachbarn v.a. die über ihm. Er hat übrigens noch gelebt. Allerdings nur noch etwa 2 Tage länger.

Oder da sind natürlich die, die sich vor den Zug werfen. Das ist einer der Gründe, warum auf gewissen SBB Strecken die Zugführer regelmässig psychologische Betreuung brauchen. Auch für die Feuerwehr ist es nicht toll, die Überreste von den Bahngeleisen zu sammeln.

Auch das sollte einmal wieder gesagt werden: ein Selbstmord betrifft nie nur die, die ihn begehen, sondern immer auch die ihm Nahestehenden … und manchmal noch weiter Menschen, die anschliessend damit zu tun haben.

Und: nein, kommt nicht zu mir, um Euch Tips zu holen. Es widerspricht meiner Berufsethik  (und meiner persönlichen) für das Tips zu geben.

Im vorigen Post findet man Adressen, wo man Hilfe bekommt.

Selbstmord-Verhütungs-Tag

Weltweit sterben mehr Menschen durch Selbstmord als durch Kriege oder Morde.

Schweizweit nehmen sich mehr Menschen das Leben als es Verkehrstote gibt.

Das sind alarmierende Zahlen.

Selbstmorddrohungen oder Aussagen wie: „Ich kann nicht mehr“, „Mir ist alles zuviel“ etc. sind ernst zu nehmen.

Man kann versuchen den Personen durch Gespräche etc. zu helfen. Bei ernsthaften Depressionen kann jedoch nur der Arzt oder Psychiater helfen.

Selbstmord ist NIE die Lösung.

Hilfe suchen ist die Lösung!

Folgende Liste von Hilfestellen wurde der Website IPSILON entnommen.

Wenn Sie sich in einer Krisensituation befinden, wenden Sie sich an die lokalen Hilfsangebote (Liste pro Kanton) oder an eine der nachfolgenden nationalen Stellen:

für Jugendliche

Jugendberatungsstellen, schulpsychologische Dienste, regionale und kantonale kinder- und jugendpsychiatrische Dienste etc. (Adressen im Telefonbuch bzw. via Tel. 1818)

für Personen jeden Alters

Telefonbeantworter jedes Hausarztes oder via Tel. 1818 (Beispiel: wer ist heute Notfallpsychiater im Bezirk Baden?)

Tel. 147

Beratungstelefon für Kinder und Jugendliche

www.147.ch

Tel. 143

Die Dargebotene Hand

www.143.ch/web

Internetseelsorge

Die Internetseelsorge bietet persönliche Hilfe von Fachleuten aus verschiedenen Bereichen (Theologie, Psychologie usw.) per mail an

seelsorge@seelsorge.net

oder SMS

076 333 00 35 (Deutsch)

076 544 50 93 (Italienisch)

Online-Beratung für Jugendliche

tschau.ch ist ein Internet-Angebot für Jugendliche. Du findest hier Informationen zu vielen wichtigen Themen und ein grosses Fragen/Antworten-Archiv

www.tschau.ch

Online-Informationen für Jugendliche – feelok

Vermittelt sachliche Informationen, zeigt konkrete Hilfs- und Handlungsmöglichkeiten auf bei Suizidalität und trägt zur Enttabuisierung der Thematik bei

http://www.feelok.ch/v1/start/inhalte/suizid.htm

Paracetamol: Wundermittel oder Teufelszeug?

Paracetamol – wie in Panadol oder den unzähligen Generika wie BenURon, Dafalgan,Tylenol, Acetalgin … ist ein altbekannter Wirkstoff über den man nicht nur viele Erfahrungswerte, sondern auch Studien hat.

Es ist das Standardmittel gegen Schmerzen und Fieber und neben Aspirin eines der ältesten Medikamente die wir haben.
Es ist das einzige Schmerzmittel das man ohne Probleme in der Schwangerschaft und Stillzeit geben kann und auch Säuglinge und Kleinkinder vertragen es gut. Ausserdem ist es so ziemlich das einzige Schmerzmittel das nicht auf den Magen schlägt und das man zusammen mit Blutverdünnern nehmen kann ohne eine erhöhte Blutungsneigung befürchten zu müssen. Es geht auch nicht so stark an die Nieren wie die anderen Schmerzmittel.

Das tönt alles wunderbar – und eigentlich ist es das auch. Aber es hat auch eine Schattenseite. Und das ist die Wirkung auf die Leber.

Paracetamol wird zum grossteil über die Leber abgebaut. Dazu muss die Leber den Wirkstoff an andere Stoffe binden, damit er wasserlöslich wird und über die Niere ausgeschieden werden kann. Nimmt man aber zuviel Paracetamol, bindet sich dieses (weil die normalen Bindestoffe aufgebraucht werden) direkt an die Leberzellen, wodurch diese absterben. Wenn ihre Leber stirbt, stirbst auch Du – ausser Du bekommst eine neue gespendet.

Die Vergiftungsgrenze ist nicht einmal besonders hoch – für einen Erwachsenen beträgt sie etwa 8g (das sind 16 Tabletten zu 500mg), für Patienten mit vorgeschädigter Leber, z.B. wegen Alkoholkonsum ist sie noch niedriger.

Einer meiner Dozenten hat dazu einmal gesagt: „Du kannst dich mit Paracetamol umbringen. Du nimmst einfach genug davon ein, Dir wird schlecht, dann fällst Du in die Bewusstlosigkeit. Wenn Du Glück hast, findet dich niemand. Wenn Du Pech hast, stolpert bringt man dich ins Spital, wo man Dir den Magen auspumpt und Du wieder aufwachst. Aber bis dahin ist es zu spät weil Deine Leber schon kaputt ist. Du seuchst noch ein paar Tage qualvoll vor dich hin, dann stirbst auch Du. Das ist NICHT ein angenehmer Tod.“

Es gibt übrigens ein Gegengift, das aber nur nützt, wenn man es früh genug nimmt – oder aber schon während man Paracetamol einnimmt (empfiehlt sich bei Langzeiteinnahme)- Das ist Acetylcystein, ein Stoff den man übrigens in der Apotheke auch als Schleimlöser verkauft (z.B. in Fluimucil, Solmucol).

Wegen der Leberschädlichkeit werden in Deutschland bald einmal die Packungsgrössen verkleinert, so dass nur noch maximal 20er Packungen frei verkauft werden dürfen, der Rest wird Rezeptpflichtig. In der Schweiz ist das bereits so.

Zusammenfassend ist zu sagen: Paracetamol ist ein wunderbares Medikament (sicher, Nebenwirkungsarm, wenig Wechselwirkungen), wenn es mit der nötigen Sorgfalt angewandt wird.

Bitte, bitte halte Dich an die angegebene oder verschriebene Dosierung.

Selbstmord – ein ernstes Thema

Ich hatte in meinem noch nicht so langen Leben schon ein paar Mal Kontakt mit Selbstmord.

Eine Freundin meiner Mama, selber Mutter 2er damals schon fast erwachsener Kinder, in einer stabilen, wie es schien glücklichen Beziehung, stand eines Nachts aus dem Ehebett auf, ging in den Keller und erhängte sich dort. Ihr Mann fand sie kurz darauf. Ich habe meine Mama noch nie so schnell so bleich werden sehen, als wo sie den Telefonanruf mit der Nachricht bekommen hat.

Und noch nicht sehr lange her kam eine Kundin weinend in die Apotheke und hat mir erzählt, dass ihr erwachsener Sohn, ihr ein und alles, eine Pistole genommen hat und sich in seinem Zimmer das Hirn herausgeblasen hat. Weil er noch bei ihr wohnte, hat sie ihn kurz darauf gefunden. Noch grausamere Details erspare ich mir hier. Sie ist am Boden zerstört.

Weißt Du, was wahre Angst ist? Jemanden zu haben, den man liebt und der einem sagt, er fühle sich so am Boden .. und dann von einem Selbstmord zu hören.

Schau, die Sache mit Selbstmord ist, dass wenn Du in dem Zustand bist, Du nicht durch den Schmerz in dem Du bist hindurch sehen kannst. Der Schmerz ist so scharf, so schneidend und so dunkel, dass alles was Du willst ist, dass er aufhört. Einfach aufhört. Du denkst nicht an all die Leute, die Dich lieben, Du erzählst Dir selbst die Lüge: dass es ihnen gut gehen wird ohne Dich, dass sie weiterfahren werden mit ihrem Leben. Es ist eine Lüge. Es ist nicht wahr! Du kannst nicht wissen, wie Du ihre Leben beeinflusst. Du weißt nicht, was für Wellen das wirft. Es wird das Leben der anderen für immer verändern, so wie es Deines beendet. Es wird! Sie haben nicht darum gebeten, dass es sich ändert, aber die eine Person, die eine kurze Tat, die endgültig ist, kann das Leben vieler, vieler Leute beeinflussen.

Ich soll Dir eine Antwort geben, warum Du es nicht tun sollst? Ich könnte einen Berg Antworten geben. Es gibt Leute die jeden Tag um ihr Leben kämpfen und jemand anderes denkt daran, es zu beenden. Während noch Leben in Dir ist, kann es sein, dass Du die Liebe Deines Lebens findest! Dieser Freund oder diese Freundin, die Dich verlassen haben könnte Dir den besten Gefallen Deines Lebens getan haben. Da gibt es jemanden Besseren gleich hinter der nächsten Ecke, jemand wie gemacht für „Dich“. Dieser Job, den Du hasst und die Schulden, die sich aufgehäuft haben, damit kann man fertig werden. Du kannst den Beruf wechseln, Du kannst die Arbeit wechseln, was soll’s wenn der andere Job weniger Lohn gibt, was soll’s wenn andere Leute Deine Entscheidung nicht verstehen. Mach etwas, das Du gerne tust. Die Schulden – es gibt da draussen auch Hilfe für das. Alles kann geändert werden. Such Dir einen guten Arzt und erkläre ihm, wie Du Dich fühlst. Streck die Hand nach ihnen aus und folge ihren Anweisungen.

Nimm es eine Minute, dann eine Stunde, dann einen Tag, ein Schritt aufs Mal. Da ist eine Welt voll von wunderbaren Möglichkeiten, aber Du wirst es nicht wissen, es sei denn, Du greifst hinaus und fängst an daran zu arbeiten, was diese Gefühle in dir hochgebracht haben.

Mach weiter!