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Ferien mit Familie Pharmama Tag 13

Gestern mittag war ich an der Hotel-Reception, nachdem bis 3 Uhr noch keine Info gekommen ist was Transfer und Flug betrifft. Sie haben das dann nachgeschaut und bestätigt, dass sie die Fluginformationen bekommen haben. Precision fliegt um 19 Uhr statt um 19.45 Uhr ab Sansibar auf Daressalaam (huh?!) und wir werden entsprechend früher im Hotel abgeholt, der Transfer sei für 16 Uhr bestätigt.

Schön, dann haben wir etwas mehr Zeit zum Umsteigen in Daressallam, da bin ich nicht unglücklich … und was ist mit dem KLM Flug? Der sei auch ok. Rückbestätigt? Antwort: “Scheint so.”

Hmmm – da frage ich besser nochmal bei der lokalen Reisebetreuung nach. Ein paar Whatsapp Nachrichten später habe ich dann auch dafür die Bestätigung. Alles gut.

Am Abreisetag müssen wir um 10 Uhr auschecken. Die Koffer bringen wir in einem sicheren Raum im Hotel unter und vertreiben uns die Zeit am Pool. Sie haben dort auch Umziehkabine und Duschen, so dass wir uns vor dem Flug frisch machen können.

Pünktlich sind wir an der Lobby … und dann wird uns mitgeteilt, dass sich der Transfer-Fahrer etwas verspätet, er aber unterwegs ist.

Oh…kay … wie lange? 10 Minuten meint sie.

15 Minuten, niemand da

20 Minuten … jetzt fährt (quälend langsam!) ein Van vor. Da ich inzwischen wie auf glühenden Kohlen sitze – ich will auf gar keinen Fall auch noch auf dem Rückflug den Flug verpassen – stürze ich direkt zu ihm hin und frage: „Airport?“ Er nickt und deutet auf uns und fragt „three persons?“

Ich nicke und wir werfen unser Gepäck rein. Er geht noch zur Reception und holt irgendein Formular ab, damit er aus dem Hotel kommt, dann (endlich) geht es los.

Wir kommen gegen 17.35 Uhr in Flugplatznähe – zumindest ist er zügig gefahren und hat (trotz vieler Bumps unterwegs) die wohl direkteste und schnellste Route gewählt.

Kurz vor dem Flugplatz wird der Verkehr dichter und er bekommt einen Anruf. Lautes Diskutieren, schliesslich hält er mir das Telefon hin. Was?

Eine englischsprechende Person fragt mich wegen dem Schnorchelausflug gestern und wegen irgendwelcher Tauchausrüstung im Hotelzimmer.

Ich verstehe nur Bahnhof.

„Entschuldigung (sage ich auch auf englisch), aber wir haben keinen Schnorchelausflug und auch keine Tauchausrüstung.“

Er wiederholt noch einmal, dass Tauchausrüstung im Hotel sei und ich meine: „Wir sind am Flugplatz, der Name ist …, wir reisen jetzt ab.“

„Welches Hotelzimmer?“

Wir haben heute ausgecheckt, wir haben kein Hotelzimmer mehr. Bis heute morgen hatten wir die Nummer 124“

„Oh, okay, aber …“

Da wir inzwischen da sind und ich jetzt wirklich rein will und einchecken, klemme ich ihn ab und reiche das Telefon dem Fahrer.

Wir gehen die 20m zur Eingangskontrolle., wo wir uns sortieren.

Ich schaue Junior an und sage: „Wo ist dein…“

„MEIN RUCKSACK!!!“ er rennt zurück wo der Fahrer immer noch am diskutieren ist und holt ihn.

Puh. Das war jetzt das 3. Mal.

Die Eingangskontrollen sind nicht sehr ausführlich. Mit dem Wasser und allem kommen wir rein. Kurzes Anstehen am Schalter. Der Flugplatz hier ist etwas grösser als der in Arusha und hat teils elektronische Anzeigetafeln und teils die Plastiktafeln über den Schaltern.

Wir bekommen unser Ticket – leider nur für diesen Flug und die Koffer gehen auch nicht durch – wir müssen in Daressallam die Koffer durch die Sicherheitskontrolle nehmen und neu einchecken. Jetzt sollten wir auch genügend Zeit dafür haben. Oder?

Auf den Tickets steht der Flug geht tatsächlich um 19 Uhr. Boarding um 18.30 Uhr. Auf der Anzeigetafel in der Wartehalle (wieder nur 1 Ausgang oder Gate zum Flugplatz) steht allerdings:

sansibarairport

Flug 20.05 Uhr und „ontime“

Sehr verwirrend. Und die eine Frau am Schalter oder Gate oder wie man das nennen will hilft da auch nicht weiter. Alles was sie auf Nachfragen macht ist abwinken und sagen: „Wait!“

Na Danke. Afrika halt.

Amüsant finden wir, dass wir nicht die einzigen sind, die das beunruhigt, mit etwas Aufmerksamkeit erkennt man in der wartenden Menge leicht die Schweizer (und deutschen), die nervös herumtigern. Ein paar versuchen auch zu fragen, nur um gleich abgeschmettert zu werden.

Wir boarden dann tatsächlich um 18.30 Uhr und der Flug geht um 7.

In Daressalam geht es zu Fuss ins Terminal. Unsere Koffer kommen gleich nach uns auf einem kleinen Gepäckband an. Die schnappen und den Schildern „Transit“ folgen ist hier kein Problem … durch einen engen, längeren Gang um 3 Ecken folgt man ihm in die Eingangshalle für internationale Flüge. Wieder gehen die Koffer und man selber durch eine Sicherheitskontrolle (eine eher oberflächliche, aber ich will gar nicht reklamieren). Dann hat es eine Reihe Schalter, wo wir auch gleich KLM finden und praktisch ohne anzustehen einchecken, die neuen Flugtickets bekommen (bis in die Schweiz) und unsere Koffer aufgeben (auch bis in die Schweiz). Klappt ja alles bestens! Durch eine Passkontrolle, dann die Treppe nach oben zu den Gates.

Jetzt haben wir tatsächlich etwas Zeit (fast 2 Stunden) um uns hier umzusehen. Es hat ein paar Shops – darunter auch ein Uhrengeschäft. Wenn ich das grad sehe … „Heh!“ sage ich zu meinem Kuschelbär, “Ich schulde dir immer noch eine Uhr für deinen vor-vorletzten Geburtstag.” Er hat damals eine verloren (oder besser: wahrscheinlich wurde sie gestohlen), die ein Familiengeschenk gewesen war, als er 20 wurde … und ich wollte ihm die irgendwie ersetzen, nur … er will eine spezielle Uhr und bisher haben wir nichts passendes gefunden. Auch jetzt ist er schon wieder am abwinken, da fällt sein Blick auf eine Uhr unten in der Vitrine. „Oh! Die haben sie!“

Tatsächlich ist da eine Uhr, die genau so aussieht, wie die, die er hatte. Einfach in silbrig und nicht in goldig, aber auch ein Automat. „In der Schweiz hat man mir gesagt, die gibt es nicht mehr.“

Und hier hat es eine – also bekommt er die von mir geschenkt. Samt Garantieschein und Geschenkbox.

Der Rückflug auf Amsterdam geht pünktlich und ist angenehm unspektakulär – wenn man davon absieht, dass dieses topmoderne Flugzeug dermassen heruntergekühlt wurde, dass nach den 8 Stunden wohl so ziemlich alle eine Erkältung haben. Sogar mein Kuschelbär hat reklamiert und der hat sonst nie Probleme mit kühleren Temperaturen.

klmflugi

In Schiphol joggen wir über den Flugplatz – der ist dermassen riesig, auch wenn wir diesmal nicht so lange brauchen bei der Sicherheitskontrolle, die Zeitangaben danach bis zu unserem Gate: 29 Minuten zu laufen. Wow.

Es reicht gut. Der Anschlussflug geht auch pünktlich (und mit uns) und wir sind bald wieder zurück in der Schweiz, wo uns Temperaturen um 4 Grad empfangen. Brrrr

Ferien mit Familie Pharmama Tag 9-12

max

Es folgt der gemütliche Teil der Reise. Ich bin nicht so der Strand und Herum-liege-Typ, aber ich habe mir fest vorgenommen, nach dem doch eher fordernden ersten Teil jetzt ganz viel „Nichts“ zu machen. Das Hotel ist schön, der Strand eine optische Augenweide – zum wirklich baden darin nicht ganz so geeignet. Es hat einen grossen Gezeitenwechsel, bei Ebbe kann man kilometerweit bis zum Riff draussen laufen und dabei die Meeresfauna und Flora betrachten. Leider ist man dabei kaum unbegleitet – wie in Kenya gibt es hier die Beachboys. Lokale junge Männer, die versuchen von den Touristen ein bisschen Geld zu bekommen. Dafür bieten sie Dienstleistungen wie Ausflüge an, begleiten Dich, wenn die am Strand entlangläufst, versuchen dir Souvenirs zu verkaufen etc. Direkt vor dem Hotel hat es nicht so viel – das Hotel stellt Massai an, die sie abhalten sollen, zum grossteil erfolgreich. Ausserdem dürften sie eigentlich keine Geschäfte machen auf dem Strand und wir sind in einem Teil der Insel, wo hauptsächlich all-inklusive Hotels sind, keine lokalen Restaurants oder Shops…. Jedenfalls sind sie hier einiges unaufdringlicher als in Kenya.

beach

Trotzdem beschränken wir uns hauptsächlich auf den Pool – zur Freude von Junior, der in den paar Tagen eine Farbe annimmt, die mich witzeln lässt, dass er aufpassen muss, dass man ihn am Flugplatz nicht hier behält. Der wird schön braun – auch mit der Sonnencreme Schutzfaktor 50 für Kinder mit der ich ihn täglich plage. Ich habe eine grosse Tube dabei, die auch wir Erwachsenen nehmen. Kuschelbär ist wenig begeistert, er mag das Geschmiere nicht. Trotzdem bestehe ich aufs eincremen. Wenn ich dann einen Jungen am Pool sehe, dessen Haut sich fetzenweise vom Rücken löst und er aussieht wie gescheckt: rot neuer Sonnenbrand, braun alte verbrannte Haut und fast weiss, wo sich die alte verbrannte Haut schon gelöst hat, weiss ich weshalb. Das ist Äquatornähe hier – das ist nicht nur heiss (32 Grad tagsüber jetzt) sondern da brennt die Sonne echt. Da nicht zu cremen ist gesundheitsgefährdend – und grenzt an Kindesmisshandlung. Wobei … im Pool hat es dermassen viel Sonnencreme, die sich dann auf einem (und der Brille) ablagert, da ist man schon halb eingecremt.

Am 3. Tag hier hatten wir einen Termin mit dem hiesigen Vertreter des Reisebüros. Er hat uns erklärt wie es hier läuft (falls wir das nicht schon selbst gemerkt hätten), was für Ausflüge es gibt, wie das mit der Heimreise aussieht. Jedenfalls sagt er, sie haben die Daten, sie machen die Rückbestätigung des Internationalen Fluges und wir sollten vom Hotel am Tag vorher Bescheid bekommen wegen dem Transfer und ob sich etwas geändert hat wegen den Flugzeiten. Bei ihm habe ich dann die Stone-Town-Tour für den nächsten Tag gebucht.

Ja, ich habe gesagt: nichts. Aber … ich bin nicht so der Pool und Strand-Typ. Mal abgesehen davon, dass ich nicht den Hauttyp dafür habe und mich zu meiner eigenen Gesundheit und Wohlbefinden lieber im Schatten aufhalte anstatt nachher zu leiden, wird mir das – selbst mit Buch – schnell langweilig. Also machen wir (in den Augen von Junior und Kuschelbär gezwungener-massen) gelegentlich Ausflüge. Auf Sansibar werden diverse angeboten, Gewürzplantagen besichtigen (sehr auf Touristen abgestimmt, habe ich gehört – auch in Sinn von: kaufen!), Ein Naturschutzgebiet mit Affen, Tauch-und Schnorchelausflüge. Riff und Inseln besichtigen. Stone Town ansehen – das ist die Altstadt von Sansibar. Für letzteres haben wir (hustich) uns dann entschieden: ein begleiteter Ausflug.

stonetown

Laut Voucher Start um 9 Uhr – wir sollen in der Lobby abgeholt werden. Beim Frühstück, als ich schaue, ob ich den Voucher noch habe, erschrecke ich ein wenig: heute ist der 14.10. (denke ich) und auf dem Voucher steht als Tour-Datum der 15.10. Kontrolle auf dem Handy – in den Ferien habe ich es nicht so mit den Daten, speziell, wenn ich nicht schauen muss wegen Anschlüssen etc. – ja, heute ist der 14. Gespannt warten wir in der Lobby, ob unsere Tour wirklich heute stattfindet. Und: Ja- pünktlich um 9 Uhr kommt uns ein kleiner Van abholen. Kuschelbär und ich witzeln noch etwas: im Normalfall ist es in Afrika so, dass ein Bus der zur rechten Zeit da ist, ziemlich sicher nicht der ist, den man erwartet. Aber: er war es – und wir starten mit den deutschsprachigen Führer Daniel – der sich das Deutsch selber von den Touristen beigebracht hat, der aber erstaunlich gut darin ist.

Der Ausflug war schön – der quirlige Markt, die alten geschnitzten Holztüren in den verschiedenen Stilen, Zuckerrohrsaft-trinken für Junior, das Haus wo Freddy Mercury seine Kindheit verbracht hat. Nicht so schön, aber interessant zu sehen die Sklavenhandel-Vergangenheit der Insel. Mittagessen über den Dächern. Vom Hafen aus geht es wieder zurück.

tauchen

An einem Tag hat Junior im Pool auch noch eine Einführungsstunde ins Flaschentauchen gemacht. Er ist ja sowieso supergerne im Wasser, im Meer geschnorchelt hat er auch schon – dort ist einfach das Problem, dass gelegentlich eine Welle in den Schnorchel schwappt … ja, unangenehm. Nachdem wir ihm erklärt haben, dass es Geräte gibt, wo man die Luft mitnimmt und dass wir beiden das schon gemacht haben und wie toll das ist, wollte er es ausprobieren. Und hier gibt es eine Tauchschule, bei der man ab 8 Jahren einen Schnupperkurs im Pool machen kann, Ausrüstung inklusive. Jetzt fürchte ich müssen wir nächstes Jahr in einen ausgiebigen Kurs investieren …

Ferien mit Familie Pharmama – Tag 8

Fertig Safari. Auf dem Weg in die Badeferien sehen wir noch ein bisschen etwas vom Alltagsleben in Tansania. Im Bild unten wird Wasser transportiert. Das kommt nicht überall einfach so aus dem Hahnen wie bei uns. Und ein Auto hat man auch nicht, da ist man froh um Fahrrad oder Esel, wenn man etwas transportieren muss.

wassertraeger

Wir fahren am Lake Manyara vorbei zurück nach Arusha. Zum Flugplatz. Den hätte ich am liebsten ausgiebig fotografiert … Das muss der kleinste sein, den ich gesehen habe. Vom Parkplatz kommt man durch 2 Vorräume, wo die Schalter sind. Die Räume sind etwa Schulzimmergross und es hat 1 Schalter pro Raum. Eine Whiteboardtafel zeigt die Flüge des Tages und den Schalter. An den Schaltern hat es auch keine Computerbildschirme, stattdessen hängen sie Tafeln mit den Destinationen darüber ab Ketten. Nach dem Schalter kommt eine halboffene und halbgedeckte Fläche mit Stühlen zum warten. Es hat ein kleines Restaurant und ein Getränkewagen, ein Buchladen, Souvenirshop in einem Raum und 2 Souvenirstände draussen. die Toilette (da hing sogar noch der Schlüssel für die Eingangstüre dran) und sogar einen Steller zum aufladen der Handys. Also alles, was man so braucht. Ein einfaches Gitter trennt einen vom Flugfeld und der einen offenen Wartehalle dort. Die Sicherheits- kontrolle besteht aus einem einzigen grossen Gepäckscanner bedient von einer Person und einer zweiten, die mehr oder weniger nur zusieht, wo nach dem Einchecken auch die Koffer durchgehen, die aufs Flugzeug geladen werden. Und die Passagiere. Nach der Kontrolle hat es nur die Stühle in der einen Wartehalle, sozusagen dem Gate, die zum Flugfeld hin offen ist. Die Flüge werden aufgerufen von dem Flugpersonal, die Passagiere gesammelt und übers Flugfeld zum Flugzeug geschickt. Unser Flug ist einer der grösseren, die geht, die meisten sind kleine Propellerflugzeuge. Wir haben wieder die Precision Air.

flugzeugprecision

Zum Flugzeug läuft man quer über die Piste, etwas gescheucht vom Personal (kommt da grad eine neue Maschine, die landet?).

Der Flug ist etwas unruhig – toll finde ich, wie Junior als das Flugzeug ins erste Loch sackt meint: „OhHAaa! Das gibt ja ein Gefühl im Magen wie auf diesem Springding auf der Messe! Das ist lustig!“ Dazu nicke ich nur tapfer und versuche meine verkrampften Finger von der Lehne zu lösen. Ich hasse unruhige Flüge. Da bricht meine Flugangst voll durch. Kuschelbär kann mich auch nicht halten, der sitzt nämlich 2 Reihen hinter uns … und so wie’s aussieht döst er schon wieder.

Wir kommen trotzdem gut an. Der Flugplatz in Sansibar Stadt ist nur minim grösser – ganz lustig finde ich, wie man das Gepäck bekommt: Dazu scheuchen sie einen einfach in die erste Halle, da ist die eine Seite offen zum Feld und das Gepäckauto fährt da rein, wirft die Koffer hin und geht dann die nächsten holen. Man packt seinen Koffer und verlässt den Raum und damit den Flughafen nachdem jemand einen kurzen Blick auf den Pass geworfen hat.

Draussen warten schon die Kofferträger – was für die etwa 20m bis zum Parkplatz wirklich nicht nötig ist. Ebenfalls wartet unser Transfer. Schön!

Zum Hotel auf der Ostseite der Insel dauert es etwa 1 Stunde … und der Fahrer fährt wie ein Irrer. Überhaupt scheinen die Leute hier einiges aggressiver zu fahren, als die auf dem Festland. „Das längt!“ (das reicht schon) meint Kuschelbär nur wiederholt, als ich wieder zusammenzucke, weil da so knapp gekreuzt wird – teils auf der Gegenspur – oder ein Fussgänger noch zur Seite hüpfen kann. Sansibar ist voll muslimisch, was man auch in den Teils vollverschleierten Frauen sehen kann … und den “Nachthemden” der Männer. Ausserdem sind Wahlen in Tansania und Sansibar … mit sehr engagierten Anhängern …

sansibarwahlen

Unser Hotel ist schön. Stilmässig wie man es aus Kenya kennt: Strohdach. Anscheinend sind die Inhaber aus Kenya. Unser Raum ist ziemlich weit weg von Lobby, Restaurant und Meer … dafür sicher ruhig und schlecht ist es auch nicht, wenn wir etwas laufen müssen. Etwas irritiert bin ich, als wir vor Bezug noch 20 Minuten warten müssen – es fehlt noch Juniors Bett. Ich meine … es ist ja nicht so, als ob wir hier überraschend heute auftauchen, oder etwa doch?

Schliesslich können wir ins Zimmer. Bett ist da, aber … kein Moskitonetz darüber oder Aufhängevorrichtung dafür. Über unserem schon – und unseres ist so gross, dass ich denke Junior könnte auch bei uns schlafen im Notfall. Ich hätte mir aber keine Gedanken darüber machen müssen, denn als wir vom Nachtessen zurückkommen haben sie nicht nur unser Bett vorbereitet, sondern über Juniors Bett einen Hacken angebracht und das Moskitonetz daran befestigt.

Soeben wurde Ihnen ein Data Travel Paket aktiviert …

Ferien und Telefongebühren – wir Schweizer können davon ein Liedchen singen. Falls ihr das noch nicht mitbekommen habt: Telefonieren mit dem eigenen Handy im Ausland ist teuer. Ins Internet gehen … das geht ins Geld. Schnell. In Thailand musste ich das mal weil ich eine Adresse gesucht habe – da kam nach ca. 5 Minuten die Meldung: “Sie haben soeben den Dataroaming Betrag von 50 CHF für den laufenden Monat überschritten. Sie können bis zur Data Roaming Limite (200 CHF) weiter Datenverkehr nutzen.” 

Ansonsten bieten sie einem so nette Pakete an wie “dem Data Travel 200 MB Paket für nur CHF 33.-“ (Thailand, 2015, Swisscom), die konnte man nach Wunsch aktivieren. Vorher natürlich.

Man kann sich also vorstellen, dass ich auf dem iphone das Datenroaming und die mobilen Daten wenn ich in die Ferien gehe meist einfach abstelle und mich darauf beschränke dort zu surfen, wo es gratis WLAN hat – in den Hotels.

Diesen Sommer haben sie aber irgendetwas geändert, so dass ich bei einem Ausflug über die Grenze nach Deutschland diese Nachricht bekam:

“Soeben wurde Ihnen ein Datenpaket “Standard Tarif 10MB EU” aktiviert. Sobald das Volumen aufgebraucht ist, wird automatisch ein neues Datenpaket aktiviert. Ihre aufgelaufenen Datenroaming-Kosten für den aktuellen Monat betragen CHF 4.5 …”.

Was mich daran enorm genervt hat: Ich bekam die Nachricht nur weil ich über die Grenze gegangen bin und das iPhone angeschaltet habe … ich habe nicht telefoniert, kein SMS geschrieben, war nicht im Internet. Möglicherweise hat irgendeine App aber Kontakt mit dem Internet aufgenommen. Ich habe darauf alle Apps durchsucht und überall die Berechtigungen ausgeschaltet, dass sie ins Netz gehen (ausser bei den wichtigen) … jetzt bekomme ich halt beim Öffnen vom Sudoku die Nachricht “Mobile Daten für “Sudoku” sind deaktiviert” … Gut. Ich habe sowieso nicht begriffen, wofür das Teil Zugang braucht (für die Werbung, die es zeigt?) … Und dann bin ich ins Internet vom Computer aus und habe bei meinem Account die Einstellungen geändert, dass es mir nicht mehr automatisch diese Pakete aktiviert. Ich hab jetzt Ruhe, aber …

Und jetzt: Kuschelbär hat an dem Tag in den Ferien eine Nachricht von der Swisscom, seinem Handyanbieter bekommen. Ich zeig das am besten mal:

mobileroaming

Das ist kein Scherz. Ja – das ist sein Handy, ein altes Nokia. Das ist kein Smartphone, das ist nicht Internet-tauglich. Das kann nicht mal MMS darstellen.

Auch Interessant: da steht nicht mal wieviel das kostet. Er hat Prepaid und wenn er die Differenz ansieht zu dem, was es vor dieser Nachricht war, haben sie ihm mindestens 15 Franken abgebucht.

Das wird noch ein Nachspiel haben … wobei ich das jetzt bringe, da er selber noch nicht dazu gekommen ist … ich bin ja mal gespannt, was die dazu sagen.

Ferien mit Familie Pharmama – Tag 7

Zurück durch die Serengeti, wo uns die Löwen verabschieden, zum Ngorongoro- Kraterrand. Diesmal geht’s wirklich runter. Der Weg ist steil und wir machen ihn nicht alleine: viele Touristen in SafariJeeps besuchen dieses hübsche Fleckchen Land. Zum Glück verteilt sich das unten. Genug Platz hat es ja: von Rand zu Rand sind es ca. 21 km.

caldera

Unten ist es einfach nur flach, es hat aber alles: Steppe, Seen, Waldgebiet und eine Menge Tiere. Auch Gnus, die paar, die nicht auf grosser Wanderung sind. Wir sehen sogar Nashörner! (Big Five Check!).

Daneben hören wir heute ziemlich viel von unserem Fahrer. Er telefoniert. Aufgeregt. Fuchtelnd. Wir verstehen ja bis auf die klassischen Sachen wie Jambo, Habari, Karibu, Safari, Kwaheri kein Kishuaheli, aber … Polisi … das höre ich heraus. Ich frage Hessen, ob es Probleme gibt und er meint: nicht mit uns. Offensichtlich hat ein Freund des Fahrers Probleme mit der Polizei … und die haben jetzt ihm angerufen, um das zu klären. Er erzählt mir später genauer, worum es ging. Die Polizei – an deren Kontrollposten wir ausserhalb der Parks schon ein dutzend Mal vorbeigekommen sind, die sich aber nicht für die Touristen interessieren – sind hier ziemlich korrupt. In dem Fall haben sie bei seinem Freund, der auch Safari-Fahrer ist und ein eigenes Auto besitzt ein Formular verlangt für die Zulassung. Aber nicht das normale, sondern das was sonst für Gruppen gilt … und einiges teurer ist. Er will das nicht zahlen und hat Joseph angegeben, damit der das ausdiskutiert mit denen. 3 Anrufe später scheint sich das Problem zumindest vorläufig gelegt zu haben. Das wirklich erstaunliche an der ganzen Sache ist, dass er es trotzdem noch schaffte uns die Tiere zu zeigen … unter anderem die Nashörner.

Mittagessen an kleinem See mit der Warnung zum Essen im Fahrzeug zu bleiben. Richtig: schon das letzte Mal war das so. Hier hat es Greifvögel, die einem sonst buchstäblich das Essen im Sturzflug aus den Fingern greifen. Aber auch die anderen Vögel wären interessiert.

birdy

Die eine Seite des Kraters liegt wieder in dichten Wolken, gelegentlich regnet es daraus, aber weit kommt der Regen heute auch nicht.

zebra

Bei der Rückfahrt sehen wir diesmal den Kraterrand und die Aussicht. Durch das Hochland geht es zur selben Lodge in Karatu wie bei der Hinfahrt.

Auf deren grünen Rasen tummeln sich 2 Gruppen gleich angezogene Sänger, offenbar ein Kirchenchor. Die filmen hier und verhindern so leider, dass Junior gleich in den Pool kann. (Oh_HAaa! Kannst Du nicht fragen, dass sie weggehen?). Und als es dann endlich soweit ist, erwischt er einen Bienenstich am Bein. Ob es wirklich eine Biene war, kann ich nicht sagen, aber etwas hat ihn definitiv gestochen. Zum Glück gibt’s Fenistil.

sing

Am Abend findet noch eine Hochzeit statt … Oder zumindest machen sie Bilder mit der Braut. Ich vermute, die Lodge hat den grünsten Garten in der Umgebung…

die Löwen der Serengeti

die fanden wir am Morgen früh bei der Pirsch. Ganz offensichtlich die Kinderstube, der Rest des Rudels ist jagen gegangen.

Achtung: extrem hoher Jöööh-Faktor!

Ferien mit Familie Pharmama – Tag 6

Heute Frühpirsch. Wir wollten früh, also bekommen wir das auch: aufstehen vor dem Frühstück und Abfahrt um 6 Uhr. Es wird gerade hell. Ich glaube wir haben unsere Führer damit etwas überrascht, zumindest den Guide. Er meinte erst, wir starten um 8 Uhr. Ich konnte ihn dann via Fahrer überzeugen, dass wir lieber 2 kurze Safaris hätten, als eine sehr lange, aber irgendwie hat er mich trotzdem nicht ganz verstanden, das merke ich beim Morgenessen (Lunchbox), die poppevoll ist: das muss inklusive Mittagessen sein?

sunrise

Aber vor dem Essen fahren wir frühmorgens durch die Serengeti. Das ist wunderschön, wenn auch etwas kühl mit etwa 13 Grad (diesmal auch für uns). Gut haben wir Jacken mitgebracht. Wir sind auf der Suche nach Löwen und eventuell einer Löwenjagd – letztes Mal hier hatten wir so ein Glück, da haben wir live mitbekommen, wie eine Gruppe eine Thompson-Gazelle gerissen hat und praktisch neben dem Safari-Jeep gegessen. Diesmal finden wir sie nicht, dafür aber die Kinderstube und die Aufpasser, die sie zurückgelassen haben. Vielleicht war das auch ganz gut so für Junior, den gerissenen Büffel im Lake Manyara hat er auch etwas bedauert … (“OhHaa! der arme Büffel, aber die Löwen müssen etwas essen, gell?”).

loewen

Momentan sind hier nicht so viele Tiere unterwegs, die grosse Migration befindet sich jetzt (Anfang Regenzeit) noch auf der anderen Seite, in Kenya. Aber auch so gibt es einiges zu sehen. Unter anderem einen Leoparden und einen Geparden. Zu den gesuchten Big Five fehlt uns nur noch das Nashorn … Und die zu finden wird immer schwieriger. Mir kommt es auch so vor, als wären es schon wesentlich weniger Elefanten. Wilderei wegen den Hörnern und Stosszähnen ist wieder arg im Aufwind, Nachfrage aus Asien und Arabischen Ländern sei Dank. Traurig.

Erst gegen 1 Uhr laden Sie uns wieder bei der Lodge ab und fragen, ob es okay ist, um 3 Uhr weiter zu machen. Hmm … nach den  7 Stunden die wir heute schon Safari hatten … ich bin sicher,es ist auch für sie okay, wenn wir etwas ausruhen und den Nachmittag im Pool verbringen. Wir sind tatsächlich etwas müde, auch wegen den ganzen Eindrücken. Und der Pool ist super: mit der besten Aussicht überhaupt!

pool

Ferien mit Familie Pharmama – Tag 5

Heute wird es mühsam, das wussten wir schon vorher. Mit Einfahrt in den Ngorongoro Nationalpark verlassen wir die geteerten Strassen. Gleichzeitig scheint uns auch das bisher eigentlich gute Wetter verlassen zu haben. Dass es am Kraterrand, wo wir jetzt fahren oft Nebelig ist und kühler, wussten wir. Aber das hier ist ein waschechter Wolkenbruch mit mieser Sicht und glitschigen Strassen. Na… Ich wollte Abenteuer, jetzt bekomme ich das.

ngorongoro

Aber die Wolken reissen bald wieder auf und bei unserem Pinkelstopp bei den Toiletten beim Abgang in den Krater scheint wieder die Sonne.

Das ist der Moment mal etwas zu den Toiletten hier zu schreiben. Die sind echt erstaunlich gut, selbst an abgelegensten Orten in den Parks. Sitzklos, einigermassen sauber, mit Toilettenpapier und so einem Duschkopf separat. Manchmal geht das Wasser nicht, oder nicht gut, aber grundsätzlich bin ich positiv beeindruckt. das hatten wir schon schlimmer. Viel. Und Junior ist da tatsächlich etwas heikel. Er will dann einfach nicht … und in so Gegenden, wo es nur alle X Kilometer so etwas wie eine Möglichkeit hat zu gehen, wird das dann … spannend.

Heute gehen wir nicht in den Krater sondern in die Serengeti. Das heisst auch hier: nach unten. In der Ebene hüten die Massai ihre Herden und treiben sie auf der Suche nach Wasser. Es gibt auch (mindestens) 3 Massaidörfer, die extra für die Touristen am Weg errichtet wurden, damit man sie besuchen kann. Wir verzichten allerdings. Junior hat sie in Kenya schon gesehen und irgendwie hat ihn das Gehüpfe und Geschrei eher negativ beeindruckt. Oder anders gesagt: sie haben ihm eine Heidenangst gemacht und obwohl das auch für ihn interessant war die Hütten zu sehen und (noch besser) eine Demonstration, wie man nur mit Holz Feuer macht … Ihm reicht das Momentan. Und wir haben sie inzwischen schon 3 Mal gesehen, also … Danke, Nein.

Dafür nutze ich heute die Pause um unseren Führer meine Reiseunterlagen zu zeigen, wo drauf steht, dass wir ab Arusha fliegen und nicht ab dem Kilimanjaro. Es entspinnt sich eine längere Diskussion zwischen den beiden, dem folgen ein paar Telefone und SMS von ihnen und schliesslich macht der Fahrer noch ein Foto von den Unterlagen.

“Ist das ungewöhnlich, dass wir ab Arusha Fliegen?” frage ich. “Ja.” kommt die etwas lapidare Antwort. Bei ihnen steht anscheinend etwas anderes. Nun denn. Gut haben wir das geklärt.

Wir hoppeln und rumpeln durch den Eingang der Serengeti. danach holpern und rumpeln wir weiter, diesmal von der Hauptstrasse weg, die (wie alles hier) direkt unglaublich staubig ist. Speziell, wenn man hinter dem Linienbus herfährt, der den gleichen Weg nehmen muss. Offizielle Haltestationen gibt es nicht, aber er hält immer wieder an und lässt Leute raus. Irgendwo in der Savanne. Ein erstaunlicher Anblick.

dust

Die Serengeti ist gross, sehr flach, nur einige Kopjes (Steinhügel) und Bäume unterbrechen die Weite.

Auf dem ersten grossen Hügel nach dem Parkeingang ist das Anmeldezentrum und Zeit für die Mittagspause. Man wird gierig beäugt von Glanzstaren und herumstaksenden Marabus … Und misstrauisch von den Parkrangern (Nicht füttern, die Vögel!).

marabu

Durch die Weite geht die Fahrt, dazwischen finden wir tatsächlich Wasserläufe und Hippos und viele andere Tiere. Darunter leider auch eines, auf das ich gerne verzichtet hätte. Die Tsetse- Fliegen lassen sich durch normales Repellent nicht abhalten, überhaupt sind die unglaublich zäh und auch ein Volltreffer mit der Hand stecken die locker weg. Und die Stiche schmerzen. Mich hat eine erwischt durch die Hose durch … Das dünkelste, das ich anhatte: olivgrün. Sie werden von dunklen Farben angezogen. Hassan bestätigt, dass das eine Tsetsefliege ist. Ich scherze, dass ich das wohl in etwa 2 Wochen weiss… Wenn ich die Schlafkrankheit bekomme. Am Abend gehe ich das nachlesen … ich wusste nicht, dass da ein Symptom Schlaflosigkeit ist?

kopje

Gegen das gibt es auch kein vorbeugendes Mittel. Gegen Malaria schon und auch wenn wir noch nicht sehr viele Mücken gesehen haben und die sich sowieso meinen armen Kuschelbär zum stechen aussuchen und nicht Junior oder mich, die Malariatabletten nehmen wir regelmässig. Inzwischen erinnert auch Junior aktiv daran, wenn ich sie nicht grad zu Beginn des Nachtessens auspacke.

hippo

Gegen Abend kommen wir zur Lodge. Eine Sopa Lodge, die gehören zu einer Kette. Ziemlich luxuriös. Wir haben Zimmer 1, wie alle mit Aussicht über die Serengeti (die Lodge liegt auf halber Höhe eines Hügels) und (Yuppie!) schreit Junior, sehr nahe am Pool.

Abendessen ist a la carte, das heisst man kann zwischen 2 Vorspeisen, 2 Suppen, 4 Hauptspeisen (1 vegetarisch) und 2 Desserts auswählen.

Morgen geht es früh raus, deshalb wird es auch heute nicht spät.

Ferien mit Familie Pharmama – Tag 4

8 Uhr Morgenessen, 8.30 Uhr Abfahrt. Heute regnet es tatsächlich und es ist kühler – unseren Guides kalt genug, dass beide Jacken und Kappen anhaben … und wir amüsieren uns. 19 Grad empfinden wir als noch ganz angenehm. Weiter geht die Fahrt durch Arusha, das hiesige Handelszentrum und grösster Ort der Umgebung. Beim berühmten (?) Uhrturm in der Mitte wechseln wir etwas Geld in Tanzaniischen Schilling. Der Umrechnungskurs ist eigentlich nirgends wirklich gut, aber besser als am Flugplatz, viel besser als im Hotel sind diese Wechselstuben schon.

uhrturm

Nach Arusha kommen wir am Flugplatz vorbei. Meine Bemerkung, dass wir ja von hier dann nach der Safari weiterfliegen löst bei Guide und Fahrer nur freundliches Kopfschütteln aus : “Neinein, Sie fliegen wieder vom Kilimanjaro Airport.” Jetzt bin ich etwas überrascht, ich war mir sicher …? Aber da ich die Unterlagen nicht zur Hand habe, lasse ich das fahren. Später ist noch Zeit dafür. Inzwischen wird es wieder wärmer – gegen 25 Grad und regnen tut es auch nicht mehr.

In der Ferne sieht man von weitem eine Hügelkette. Da geht es ins Hochland. Hessen erzählt uns etwas von den verschiedenen Stämmen in der Gegend, er selber ist übrigens halb Massai. Ich erkenne die Strasse wieder auf der wir fahren. Vor 13 Jahren war die gerade im Bau und praktisch eine paar Hundert Kilometer lange Baustelle, heute ist sie gut ausgebaut und geteert. Kurz bevor es nach oben geht kommt der Eingang zum Nationalpark Lake Manyara. Wieder ein sehr grüner Park, eigentlich bekannt für seine baumkletternden Löwen. Die halte ich inzwischen zwar für ein Gerücht, oder besser gesagt: vielleicht haben die das früher mal gemacht, aber sowohl das letzte als auch dieses Mal sehen wir die nicht. Das heisst Löwen tatsächlich schon, nur normal am Boden liegend. Genauer gesagt hinter einem angefressenen Büffel im Gebüsch … den Anblick erspare ich Euch (und seid froh, kann man Fotos nicht riechen).

Aber abgesehen von den Löwen geniessen wir die Landschaft, sehen Zebras, Giraffen, Büffel und viele Vögel. Besonders hübsch die beim Rastpunkt, wo es wieder Lunchbox gibt, mit Aussicht auf den grossen See. Ich hab ein etwas schlechtes Gewissen: keiner von uns schafft es die Box auch nur ansatzweise zu leeren.

lunchbox

Wir fahren ganz nach hinten in den Park, da gibt es heisse Quellen. Tanzania hat sehr vulkanischen Ursprung, der Kili, Mt. Meru und viele andere Hügel sind Vulkane, der Ngorongoro Krater eine Caldera und hier am Lake Manyara geht der grosse Ostafrikanische Grabenbruch durch.

Das sumpfige Gebiet um die heissen Quellen zieht hier eine Menge Wasservögel an, zu Juniors Enttäuschung hat es diesmal aber keine Pelikane (momentan sein Lieblingstier). dafür ägyptische Wildgänse, Ibis. Kiebitz etc.

Auf der Fahrt zurück zum Ein/Ausgang sehen wir noch einen Elefanten ziemlich im Gebüsch. Die gehören definitiv zu Kuschelbärs Lieblingstieren, weshalb ich mich am Ende der Ferien aus Tonnen Elefantenfotos die besten heraussuchen. Die hier werden das nicht – zu versteckt ist das grosse graue Tier.

clippschiefer

Das hier sind keine Elefanten – aber die nächsten lebenden Verwandten von ihnen. Klippschiefer. Die finden wir so süss.

Wieder aus dem Park heraus steigt der Weg steil an und wir kommen ins Hochland. Hessen erzählt uns, dass er hier aus der Gegend stammt, heute geht er auch seine Mutter besuchen. Wir dagegen nächtigen bei Karatu in der Country Lodge. Sie hat einen sehr hübschen grünen Garten und auch einen Pool, womit auch Junior vollends zufrieden gestellt ist. Abendessen ist fein, lustig hier: sie kommen mit den Gängen vorbei und man kann sich aus grossen Schüsseln selber schöpfen. Suppe, Salat, 2 Arten Fleisch, Gemüse und Reis und Dessert. Einmal mehr bin ich dankbar, dass unser Junior so unproblematisch mit dem Essen ist. Er versucht fast alles und es findet sich immer etwas, das geht. Das habe ich bei anderen Kindern schon ganz anders erlebt – und ich frage mich, wie die das dann machen. Alles mitnehmen?

Satt und müde fallen wir ins Bett – natürlich unter dem Moskitonetz, wie immer.

moskitonetz

Tansania – die Vorschau

kleine iMovie-Spielerei :-) Nein, tut mir leid, aber für einen grossen habe ich keine Zeit … vielleicht noch die Löwenjungen alleine?

Ferien mit Familie Pharmama – Tag 3

Die Kilimankjaro Lodge stellt sich bei Tageslicht als hübsch heraus, speziell der Ausblick auf den Kilimanjaro. Sie ist recht einfach, nicht viel Luxus und ich habe kalt geduscht, auch wenn Kuschelbär mir danach versichert, dass er warmes Wasser hatte. Ich hätte einfach noch (viel) länger warten müssen.

mtkili

Weil wir das Programm gestern um Moshi herum verpasst haben, starten wir gleich nach dem Morgenessen und ein- und auschecken (gestern war ja niemand mehr in der Reception) auf in den ersten Nationalpark.

Wir haben diesmal ein Zweierteam: Englisch- sprechenden Fahrer: Joseph und Deutsch-sprechenden Guide: Hessen. Er besteht auf der Schreibweise, auch wenn ich denke, dass das ursprünglich wohl Hassan war. Er ist jung (21 Jahre), und sein Deutsch noch ziemlich … unbeholfen. An uns kann er leider nicht viel lernen, denn Schweizerdeutsch … Ist noch etwas anderes. Aber das macht ja nichts. Kuschelbär und ich waren schon einmal in der Gegend vor 13 Jahren (das weiss ich so genau wegen dem eingetragenen Termin der letzte Gelbfieberimpfung) und wenn etwas unklar ist, kann ich noch den Fahrer Fragen. Der macht das seit 15 Jahren.

Unterwegs zum Arusha Nationalpark sammeln wir erste Eindrücke. Tansania ist kein reiches Land, aber die Bevölkerung ziemlich arbeitsam, am Morgen ist alles unterwegs: Wassertragende Frauen und Männer, solche mit Brennholz, Kinder mit Schuluniformen – was mich daran erinnert: was mache ich denn jetzt mit den Bällen, die ich für den Schulbesuch mitgenommen habe? Händler sieht man am Strassenrand Früchte, Taschen sogar Möbel anbieten. Das sieht lustig aus: modernes Sofa, mitten im roten Staub (aber sauber) am Strassenrand, statt in einem Haus.

tanzania

Überhaupt sauber: verglichen mit anderen afrikanischen Ländern (ich schau Dich an, Kenya) ist Tansania direkt aufgeräumt und sehr sauber. wenig Plastik in den Strassengräben, selbst in den sehr bewohnten Gebieten.

Wir – genauer gesagt Hessen, kaufen am Strassenrand beim dritten Versuch ein Pack mit Wasserflaschen für unterwegs. Beim Nationalparkeingang machen wir Halt. Dort hat es Infotafeln zur Entstehung von Mount Meru und einen (wie Junior ihn betitelt) “Fake elephant” – eine Elefantenstatue. Junior überrascht mich immer wieder mit seinen aufgeschnappten Wörtern, oft genug passen sie sogar.

fakeelefant

Für die Safari klappen wir jetzt das Dach des Fahrzeugs hoch. Ohne Schuhe darf man auch auf die Sitze stehen. Wer etwas sieht (vor dem Fahrer, der ziemlich gut ist im Tiere finden) ruft Stopp! Damit wir auch alles Fotografieren können.

Der Nationalpark umfasst das Gebiet unter Mt. Meru mit alten Kratern und weiten Flächen. Es ist ziemlich grün, was zwar schön ist, aber es nicht einfacher macht, Tiere zu sehen. Aber wir sehen: Colobus Affen, Sykes Affen, Paviane, ganz viele Schmetterlinge, ein paar Zebras und sich verkloppende Giraffen und Gazellen.

giraffen

Raubtiere gibt es hier kaum, mit ein Grund, weshalb man hier auch mal laufen darf. Dazu gleich mehr. Mittagessen ist Lunchbox, gemacht von der Lodge. Die ist jeweils auch ziemlich reichhaltig. Da hat es drin: Sandwich, Pouletbein, hartes Ei, Kuchen, Gemüsetasche, Äpfel oder Banane, Chips oder Nüsse, Fruchtsaft und Wasserflasche. Heute essen wir das auf einem erhöht liegenden Picknickplatz mit Blick auf kleinen See samt Nilpferd.

Danach gehen wir laufen: und zwar in Begleitung eines Parkrangers mit Gewehr … Was einen zumindest Anfangs echt beeindruckt. Auch Junior, dem noch eingebläut wird auch leise zu sein, da sonst die Büffel, die es hier hat, aggressiv werden. Anfangs sehen wir keine Büffel, dafür eine von kleinen Wasserläufen durchzogene Landschaft, Warzenschwein und Hammerkopfnest, lernen etwas über wilden Jasmin und etwas Pfefferminzartiges sowie Buschtomaten (giftig, aber gut gegen Zahnweh?) klettern für ein Foto auf einen abgestorbenen Baum und bestaunen einen mittelgrossen, recht lauten Wasserfall. Auf dem Rückweg stolpern wir fast über eine Giraffe, zu der sich dann eine neugierige zweite gesellt … Und dann kommen wir doch noch zu den Büffeln… Und wie nahe!

bueffel

Unser Führer ist zufrieden mit uns, speziell Junior, der sich wirklich ruhig verhält und beruhigt uns: die hier seien wirklich nicht aggressiv. Sie erinnern sich nicht mehr daran, gejagt zu werden. In anderen Parks muss man mehr Abstand halten. Von daneben laufen gehen mal ganz abgesehen.

Wir sind auch zufrieden und geben gerne das (erwartete) Trinkgeld.

Nach einer kleinen Ehrenrunde durch den Park geht es zur Lodge, die gerade um die Ecke des Parks liegt. Mount Meru Lodge. Etwas erstaunt sind wir, als uns gesagt wird, dass sie hier keine Buchung für uns haben, wir aber nur rasch zur Nachbarlodge (Ngurdoto Lodge) fahren sollen, die unter gleicher Leitung steht und dort fragen. Also alles wieder ins Fahrzeug schmeissen, sich daran erinnern, dass das hier Afrika ist und alles ein bisschen anders läuft und zur anderen Lodge fahren. Dort sind wir dann tatsächlich angemeldet und man versichert uns, dass das sogar die bessere Lodge sei – praktisch ein Upgrade. Die Lodge ist auch sehr schön, mit Pool in den Junior nur 5 Minuten, nachdem wir unser Häuschen bezogen haben, hüpft. Das Nachtessen war fein aber wir sind so müde, dass wir auf den Kaffee danach verzichten. Morgen geht’s um 8.30 Uhr weiter, denke ich – unser deutschsprachiger Guide hat etwas Mühe mit den Zahlen. Heute Nacht meinte er, es ginge um 3 Uhr morgens weiter … nachdem wir erst etwa um 1 Uhr ins Bett gekommen sind, war ich da nicht Zoo begeistert:  und es war dann nach etwas Diskussionen 9 Uhr morgens. Im Nachhinein habe ich irgendwo gelesen, dass manche in Tansania die Zeit nach dem Sonnenaufgang einteilen, also wäre Stunde 3 wenn der Sonnenaufgang 6 Uhr ist tatsächlich 9 Uhr … Aber ich glaube, wir bleiben bei den normalen Uhrzeiten.

Ferien mit Familie Pharmama – Tag 2

Wir haben kein Gepäck und ich habe die Bordkarten schon. Trotzdem sind wir über 2 Stunden vorher auf dem Flugplatz und … das wurde trotzdem knapp. Gar nicht gereicht hätte es, wenn wir noch Gepäck hätten Einchecken müssen. Die Schalter waren voll, die Halle war voll, ich hätte gerne noch gefragt, ob wir das Gepäck in Nairobi jetzt selber durch die Sicherheitskontrollen bringen müssen … Gestern hat die am Transfer Desk gemeint, das sei möglich. Aber: sooo viele Leute … Und dann fielen nicht nur beim ersten, sondern auch noch beim zweiten Infodesk wo ich fragen wollte der Computer aus. Wenn mal der Wurm drin ist …

Also herde ich meine Familie vorwärts in Richtung Gates … Dabei kann ich nicht einmal mit Sicherheit sagen, welches Gate, da auf unseren Tickets nichts steht und die Bildschirme, die in der Nähe waren auch ausgefallen sind und ich nicht (Nicht!) durch die ganzen Leute vor den Schaltern wieder heraus wollte / konnte. Gut, die Schalter waren die richtigen, dann dürfte das schon richtig sein. Hoffe ich.

Das ist glaub eine der Schwierigkeiten vom Eltern-sein: trotz all der Unsicherheiten dem Kind eine zumindest stabil wirkende Situation präsentieren. Es hat niemand etwas davon, wenn ich jetzt auch anfange zu Hypern. Brummbär ist schon nahe daran … das wird auch nicht besser, als wir in der 200 m Schlange vor der Sicherheitskontrolle stehen. Und die durchleuchten alle. Das volle Programm: Totalzerlegung Gepäck (also: durchsichtigen Plastikbeutel mit Flüssigkeitscontainern unter 100ml raus, iPad raus, alle Hosentaschen leeren, Jacke ab, Schuhe aus … Auf die kleinen Container verteilen, die und Gepäck durch den Scan schicken …) Und selber steht man in den Ganzkörperscanner auf diese gelben Fusstapfen und muss die Arme heben. Jeder. Sogar Junior. Und dann tasten sie einen danach noch ab. Jeden. Das volle Programm – ein richtiges Theater … über dessen Effektivität ich meine ernsthaften Zweifel habe. Auch mit Ganzkörperscanner – überhaupt Das ist ein “First” für mich.

Jedenfalls nutze ich die Anstehzeit um einem Freund zu SMSen, ob er herausfindet, welches Gate. Der ruft auch prompt mit der Info zurück. Wir stehen richtig.

Das ist beruhigend, denn wenn nicht … Gut, es gäbe noch so etwas wie eine Fast-Lane. Dort nehmen Sie Business- und First-Class und knappe Passagiere durch. Wenn das bei unserem Rückflug auch so wird, müssen wir die in Anspruch nehmen.

Brummbär wettert immer noch etwas von “Nie mehr Schiphol” und “KLM ist für mich gestorben!” Dann sind auch wir endlich dran und durch.

Dahinter ist dann auch eine funktionierende Anzeigetafel, also scheuche ich die Familie weiter. An uns vorbei rennt ein junger Mann, dabei verliert er eine Hose und eine Unterhose (nicht die, die er an hat) : der ist noch knäpper dran als wir und dem haben sie wirklich das Handgepäck aufgemacht. Wir heben die Kleidungstücke auf und legen sie wieder in seine Arme, damit er weiter kommt. Unterwegs zum Gate kommen wir aber an 2 weiteren Unterhosen vorbei.

Junior meint nur lapidar : “Ich hoffe, dass er wenigstens den Flug erwischt”

Unser Flug steht da. Und wir können schon wieder anstehen – zum Boarding.

Ich frage noch, wie das aussieht wegen unseren Koffern, aber sie kann mir das auch nicht sagen. Wir sollen in Nairobi an einem Infodesk Fragen.

Kurz vor dem Ticket abgeben meint Junior: “Wo ist mein Rucksack?” – worauf kurz Panik ausbricht, aber er hat ihn nur am Fenster stehen lassen und findet ihn gleich wieder. Zum Glück. Da ist nämlich Max drin.

Du musst auf deinen Rucksack aufpassen!” schimpft Brummbär “weisst Du, was sie mit stehengebliebenen Gepäck hier machen? Die sprengen sie!”

“Oh-HAaah!” macht Junior überrascht. Das ist im Moment Der Ausdruck, wenn ihn etwas sehr bewegt. Dann fängt er fast an zu weinen: Maxli gesprengt?! Neeeiiin! Zum Glück können wir dann gleich an Bord.

Der Flug verläuft dankbar unspektakulär und Junior ist einfach nur zufrieden, hat die grosse Maschine doch ein Bordunterhaltungsystem in den Sitzen eingebaut. Das funktioniert sogar einigermassen.

flugzeug

Unterwegs bekommen wir ein Formular zum Ausfüllen für den Zoll in Kenya. Wenigstens nur eines pro Familie für den Transit. Afrikaner lieben Formulare.

Pünktlich landen wir nach etwa 8 Stunden in Nairobi.

Aus dem Flugzeug raus wird man auf 2 Busse verteilt. Wir gehen in den Transit- Bus und werden im internationalen Teil des Flughafens wieder ausgeladen. Treppe hoch, den Schildern nach “Transit” dann um die Ecke, doch Halt! Da hinten sitzt eine Frau an einem Tisch, halb verdeckt, aber das sieht nach Infodesk aus, also gehen wir zu ihr, fragen. Ein Mann neben uns hatte dieselbe Idee … und wie sich schnell herausstellt dasselbe Problem: auch er wurde umgebucht, muss zum Kilimanjaro Airport und muss schauen wegen den Koffern. Die Frau kann es uns aber auch nicht sagen, wir sollen unten fragen. Dafür muss man -Überraschung!- wieder durch eine lange Schlange für eine Sicherheitskontrolle. Und wieder werde ich nervös: bisher habe ich nichts gesehen, wo man den Koffer wieder bekommen könnte … Und dann mit dem Koffer wohl nochmals durch eine Sicherheitskontrolle? Ich schiele auf die Uhr und trample von Fuss zu Fuss. 2 Schalter haben Sie für das Riesen- Flugzeug offen (für etwa 400 Leute) und wir sind ja nicht das einzige Flugzeug. Ein Schalter davon ist nur für Business/ First Class … Und diejenigen, die sie schon aufrufen, weil sie am boarden sind.

Wir schaffen es durch. Wir hetzen durch die Gänge und suchen nach einem Hinweis auf unseren Anschlussflug: der ist nämlich nicht auf der elektronischen Anzeigetafel. Ein Info-Desk. Wir reihen uns hinter 3 anderen ein, nur um zu hören, dass sie es uns auch nicht sagen können, was mit unseren Koffern ist, aber dass unser Gate die Nummer 23 hat und dass das nicht auf der Tafel steht, weil die (abwinkende Handgeste) ein elektronisches Problem hat. Wir sollen Lydia am Gate fragen wegen dem Gepäck.

Lydiah (mit h) weiss es dann tatsächlich: unser Gepäck ist hier, es wird gerade eingeladen. Halleluljah!

Weil fast alle da sind, dürfen wir an Bord des Mini-Fliegers von Precision Air, der tatsächlich etwas früher als geplant fliegt (huh?) und uns um fast Mitternacht auf dem Kilimanjaro Airport entlässt. Die einzige Reklamation zu dem Flug kommt von Junior: keine Bordunterhaltung?

flugzeug2

Endlich auf Tanzaniischem Boden mit 27 Stunden Verspätung. Wir haben die speziell für Kinder vorgesehenen Aktionen heute verpasst: Schulbesuch und Kaffeestampfen, aber wir sind da.

Wenn sie uns reinlassen, heisst das. Nach dem kurzen Gang über das Rollfeld (ich mag kleine Flugplätze!) werden wir an der Eingangstüre aufgehalten, weil sie unsere Gelbfieberimpfung im Impfausweis sehen wollen. Ein Glück habe ich darauf bestanden, das zu machen, obwohl eigentlich nicht mehr obligatorisch. Aber wir reisen ja jetzt von Kenya ein, nicht von Europa, also gelten da wieder andere Vorschriften. Ich weiss nicht, was sie mit denen machen, die das nicht haben: gleich am Flugplatz impfen? Mir schaudert ein wenig: die Hygienebedingungen sind hier oft … nicht optimal, ein Grund weshalb ich auch Spritzen- und Nadelzeug dabei habe.  (Im Koffer. Der hoffentlich hier ist.) In der Schweiz darf Gelbfieber ja nur in speziellen Zentren geimpft werden. Momentan denke ich, das hier zu verlangen ist eine gute Einnahmequelle. Wie das Visum, das kann man auch bei Einreise für 50 Dollar pro Person bekommen … Oder vorher für 70 Franken. Ich habe unsere vorher besorgt, also können wir diese Schlange zumindest auslassen. Dafür bekommen wir jetzt ein Formular für den Zoll zum ausfüllen. Für 3 Personen also 3 Formulare. Ich sage doch, die lieben ihre Formulare hier. Ich verstehe nur nicht, weshalb wir die nicht auch im Flugzeug hätten bekommen und ausfüllen können. Jetzt stehen / kauern alle da oder warten darauf, dass ein Kugelschreiber frei wird und schreiben. Mit dem Wisch und den Pässen kommen wir durch die Einreisekontrolle, wobei mein Kuschelbär (wieder besserer Laune) den Zöllner verwirrt, weil er ihm auch noch das Formular vom Flugzeug für Kenya hinstreckt. Richtig: das wollten sie dort nicht sehen.

Jetzt aber: Koffer! Und: sie sind tatsächlich da! Erleichterung.

Durch den Zoll, direkt zum Ausgang und da steht jemand mit einem Schild mit unserem Namen drauf. Erschöpft fallen wir ins Safari- Auto.

Eine Dreiviertelstunde später in der Lodge und wir fallen in Schlaf.

Jetzt sind wir da.

Ferien mit Familie Pharmama – Tag 1

Heute geht es sehr früh auf. Ich habe immer ein etwas schlechtes Gewissen, wenn ich so etwas Junior zumuten muss, aber manchmal geht es nicht anders. Wir fliegen via Amsterdam auf Tanzania- das ist der beste Weg, der uns vom Reisebüro vorgeschlagen wurde … ausser wir wollten ein paar Stunden in Doha auf dem Flugplatz verbringen und spätnachts weiterfliegen. Gut – wenn ich vorher gewusst hätte, was uns heute erwartet, hätte ich dann das gewählt. Aber von Anfang an.

Rechtzeitig sind wir auf dem Flugplatz, Einchecken, Sicherheitskontrolle, warten am Gate … Da wechselt überraschend die Anzeige für das Boarding von 6.45 Uhr auf 8.30. Uh? Aber bevor ich dazu komme mich aufzuregen, wechselt es wieder, jetzt auf 7.45 Uhr. Hmmm …. Besser, aber es macht sich doch erste Unruhe breit, da unser Weiterflug um 10.10 Uhr geht und wir über 1 Stunde Flugzeit haben. Da mein Kuschelbär das gelassener nimmt (und irgendwer ja sich kümmern muss) gehe ich nachfragen, was das Problem ist. So genau wissen sie es auch nicht, aber irgendetwas von wegen „funky“ Wetter, es sollte aber reichen mit unserem Anschluss. Das bestätigt danach auch der Pilot via Lautsprecher, der sich meldet, dass er ein Zeitfenster für die Landung bekommen habe, dass wir uns bereithalten sollten zum boarden. Das klappt dann etwa 1 Stunde nach geplanter Zeit. In der Luft bekommen wir die Info, dass wir in etwas über 1 Stunde landen werden und in der Zwischenzeit jemand durch die Gänge laufen würde mit Info wegen den Anschlussflügen. Die meisten davon seien verspätet, so dass das auch für knäppere Anschlüsse klappen sollte.

Soweit waren wir beruhigt, unsere Transferzeit wäre etwas über 2 Stunden gewesen, jetzt halt noch etwas über 1 Stunde. Alles ist okay, bis wir über Amsterdam – und bis dahin ist niemand mit Info gekommen – in eine steilere Kurve gehen. Mein Magen sinkt … und das nicht nur wegen dem unangenehmen Gefühl, das das sich wiederholende Manöver verursacht. Das bedeutet wir Kreisen. Warteschlaufe.

Kuschelbär döst immer noch vor sich hin und Junior liegt mir mit dem klassischen (und momentan berechtigtem) “Wie lange geht das noch? Ich dachte wir landen gleich?” In den Ohren. Und ich werde jetzt Wirklich nervös.

40 Minuten später und wir kreisen immer noch in Reiseflughöhe. Jetzt kommt eine Flugbegleiterin mit den Blättern durch die Gänge, gleichzeitig werden über Lautsprecher Anschlussflüge und Gates ausgerufen. Unserer ist nicht dabei, also stoppe ich die Dame und frage nach, nur um ein sehr bedauerndes: “Tut mir leid, ihr Flug geht normal. Sie werden ihn nicht mehr erreichen. Gehen Sie nach der Landung zum Transferdesk” zu hören zu bekommen.

Klar. Das wird lustig.

Inzwischen ist auch Kuschelbär wach, der sich ob der schlechten Nachricht prompt in einen Brummbär verwandelt. Von Junior kommt nur ein entsetztes “Das Flugzeug ist weg?!? Wir gehen nicht in die Ferien?

Hoffentlich doch! Wir versuchen alles.

Nach der Landung in dichtem Nebel (das war also der Grund) dränge ich zu Eile. Ich habe schon einmal ein Flugzeug verpasst wegen vorheriger falscher Info vom Flugpersonal und vielleicht …. Wir eilen am ersten Transferdesk, an dem schon etwa 50 Leute stehen vorbei. Etwas weiter erwartet uns diese Tafel:

anzeigetafel

Ach Du Scheisse. Und: Nein, da steht unser Flug nicht drauf. Gar nicht. Also fragen wir an einem Infodesk, nur um da die Bestätigung zu bekommen: “Ja, der Flug ist weg. Es war einer der wenigen, die rechtzeitig gingen. Bitte gehen Sie zum nächsten Transfer- Desk und warten Sie dort in der Reihe, bis sie drankommen.”

Der nächste Transferdesk ist tatsächlich etwas weniger besetzt, als der Erste. “Nur” Etwa 30 Leute sind vor uns.

Wir warten. Junior setze ich mit dem iPad in eine Ecke, während wir stehen. Und stehen. Und stehen.

2 Stunden. Wir sind noch 6 Personen vom Schalter entfernt, aber das ist nicht ganz korrekt, denn aus einer zweiten (kürzeren) Schlange ziehen sie immer wieder welche von der Business- und First Class vor.

3 Stunden und es kommt jemand vorbei mit Wasser und Schokoriegeln. Endlich sind wir dran.

Das einzige, was sie uns anbieten können ist ein Flug, morgen 11 Uhr der uns via Nairobi mit Umsteigen mitten in der Nacht um 23.30 zum Kilimanjaro Airport bringt. Ich frage nach: Da gibt es nichts früheres? Wirklich nicht? Nein.

Ich versuche gleichzeitig meinen aufgebrachten Brummbär zu beruhigen und Junior zu trösten und aufzupassen, was wir jetzt machen müssen. Unsere Koffer gehen automatisch weiter. Wir müssen zum Infodesk von KLM bei der Gepäckausgabe, die schauen wegen einem Hotel. Als wir die Schlange verlassen ist sie auf etwa 200 Personen angewachsen. Ich will gar nicht wissen, wie lange die noch anstehen.

Am KLM Schalter finden Sie uns mit etwas Mühe ein Hotel. Tatsächlich bekommen wir 2 Zimmer, da es offenbar keine für 3 Personen gibt. Als Trostpflaster geben Sie uns mit der Entschuldigung noch jedem ein Care-Pack. Richtig, wir haben ja nur noch das Handgepäck. Gut, wir sind vorbereitet, zum 1x Wäsche wechseln habe ich gepackt.

carebag

Via SMS informiere ich das Reisebüro, damit sie unserem Guide weitergeben können, dass wir heute eben Nicht ankommen, sondern erst morgen.

Transfer zum Hotel, inzwischen ist es später Nachmittag. Man könnte ja Amsterdam anschauen, aber wir sind wie geplättet.

Zu Juniors Enttäuschung hat es auch keinen Pool im Hotel. So essen wir zu Nacht vom Buffet und gehen zeitig schlafen, Kuschelbär im Zimmer 2 runter von uns.

amsterdam

Irgendwie hätte ich jetzt lieber die Aussicht, die wir gebucht haben ;-)

Was für ein Chaos. Wir verlieren einen ganzen Ferientag. Ich will auch nicht wissen, wie das für die am Flugplatz war. Mit Dutzenden teils grossen Flugzeugen Verspätet oder grad ganz annulliert und den ganzen Passagieren, die umgebucht und/oder untergebracht werden müssen …

Ich hoffe, morgen ist Schiphol netter mit uns.

Ferien mit Familie Pharmama – Prequel

Achtung bitte – ab morgen beginnen die Chroniken unserer Reise! Abenteuer wollte ich – und Abenteuer haben wir bekommen, also freut Euch mit uns an den Hochs und Tiefen unsere letzten Ferien. Ich nehme Euch mit auf unsere Reise … und ihr könnt das bequemerweise von Zu Hause vom Sofa aus tun (oder wahlweise vom Büro).

Tansania soll es sein, diesmal – wie manche wohl schon vom Hintergrundbild des Kilimanjaro geraten haben. Ich habe ein interessantes Angebot gefunden für eine Familiensafari – praktisch eine Privatsafari, also nur wir und Führer und so ausgerichtet, dass auch Kinder was davon haben. Man besucht eine Schule, geht Kaffee stampfen, Unterkünfte mit Pool (Seeehr wichtig für Junior) …

Grob gesagt sieht das so aus:

Flug Schweiz-Amsterdam-Kilimanjaro.

6 Tage Safari durch die Nationalparks

Flug Arusha-Sansibar

5 Tage Badeferien auf Sansibar

Flug Sansibar- Dar es Salaam-Amsterdam-Schweiz

Hört sich einfach an, aber die Vorbereitungen dafür sind etwas intensiver.

Für Tansania braucht man eventuell eine Gelbfieberimpfung – offiziell nicht mehr vorgeschrieben, aber … das ist Afrika. Da geht es manchmal etwas länger, bis so offizielle Anweisungen unten angekommen sind. Speziell bei Einreise auf kleineren Flughäfen, wie dem Kilimanjaro und vom Wechsel Festland auf Sansibar wird das noch oft verlangt. Und da wir bei beiden vorbeikommen, schleppe ich die Familie also an einem Nachmittag vorher ins Tropeninstitut zum impfen. Tropeninstitut, weil Gelbfieberimpfung nicht von allen Ärzten geimpft werden darf. Interessanterweise wird die Impfung wie die anderen auch dann auch dort nicht mal vom Arzt durchgeführt, sondern laut Aushang von “Nicht-Medizinischem Personal”. Aber wenn Apotheker impfen sollen, gibt’s Widerstand. Verstehe ich nicht.

impfausweis

Visumkönnte man hier auch bei Einreise am Flugplatz machen, aber … Wenn das weniger Anstehen bedeutet, dann machen wir die vorher. Das heisst: Formulare ausfüllen, Passfoto dazu, Flugbestätigung, Bestätigung der Zahlung der Gebühr, Pässe, mit frankiertem Rückcouvert einschicken und hoffen, dass das problemlos klappt und rechtzeitig zurück kommt.

Malariaprophylaxe – ganz wichtig. Die Chancen in Tansania Malaria zu bekommen sind hoch, auf Sansibar noch Mittel. Und man hat gute Chancen sich dann grad die M. Tropica einzufangen, die wahrscheinlich gefährlichste der Varianten. Malarone ist das Mittel der Wahl für uns – nachdem ich auch schon Lariam hatte und das ziemlich unangenehme Nächte mit sich bringt, nehme ich wenn möglich nur noch die, auch wenn sie teurer sind. Malarone Junior für den Junior … Und dabei mache ich einen Fehler, der mir 2 Tage vor Abreise auffällt, als wir anfangen müssen, das zu nehmen: Junior ist nämlich schwerer und muss deshalb 3 Tabletten aufs Mal nehmen, nicht nur 2 … Ich brauche noch 1 Packung! Das fällt einem natürlich am Freitag Abend auf, wenn man die ersten Tabletten nehmen muss (toll-peinlich für eine Apothekerin)… Nur gut hat meine Apotheke auch Samstag-Mittag Lieferungen! Dann reicht das noch vor dem Flug am Sonntag.

Packen: 1 Gepäckstück zu Maximal 23 kg … Das heisst, für die Safari wird empfohlen maximal 15 kg mitzunehmen, wegen dem beschränkten Platz im Fahrzeug. Das zumindest schaffen wir problemlos. Eine gute Idee in dem Zusammenhang ist es auch das Gepäck zu fotografieren. Das erleichtert das Auffinden von verloren gegangenen Stücken. Ausserdem helfen bunte Aufkleber oder Bänder das schneller zu erkennen auf dem Gepäckband unter all den schwarzen Stücken. Unsere Bänder sind rot mit weissen Kreuzen drauf … (ja, wir bedienen jedes Klischee, aber: es funktioniert).

baggage

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