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Sound alike und Verwechslungsgefahr

Jüngere Frau in der Apotheke: „Haben Sie mir Elloane? … ich bin nicht ganz sicher, ob ich das richtig ausspreche.“

Ich: „Ella One?“ (ich sprech das englisch aus)

Die Ella One ist die hier neu zugelassene Pille danach– die dürfen wir aber nur auf Rezept abgeben. Die Pille danach Norlevo nach einer Beratung mit Patientin und Apothekerin auch ohne. Aber … von vorne:

Pharmama: „Haben Sie ein Rezept, oder sind sie Ärztin?“ frage ich sie.

„Ich bin Ärztin.“ Sie zeigt mir ihren Arztausweis.

Pharmama: „Die Ella One habe ich noch nicht hier, aber die Norlevo. Anderer Wirkstoff, gleiche Wirkung.“

Ärztin: „Norlevo? Meine Frauenärztin hat mir einen anderen Namen gesagt als Generikum. Haben sie das Yaz hier?“

Jetzt bin ich etwas verwirrt. Yaz ist eine der normalen Verhütungspillen.

„Ja, die habe ich hier …“

Aber zuerst gehe ich mal an den Computer.

Ich schaue die Generika von Yaz nach. Eines davon nennt sich Eloine. Aha!

Pharmama: „Oh, meinten Sie Eloine?“

Sie hat das französisch ausgesprochen, also mache ich das auch.

Ärztin: „Ich bin nicht sicher. Das ist ein Generikum vom Yaz.“

Pharmama: „Ja, das ist so. Ich dachte, sie fragten nach der Ella One – der Pille danach.“

Ärztin: „Nein, die Eloine. Aber wenn Sie mir eine Yaz haben, ist das auch gut.“

Hoppla! Die hören sich viel zu ähnlich an für meinen Geschmack. Da sind wir knapp um eine Verwechslung herumgekommen. Gut – sie hätte das spätestens gemerkt, wenn da nur 1 Pille in der Packung ist …

Über diese Anzeigen

Zeiten und Orte wo flirten nicht angebracht ist

Zum Beispiel in der Apotheke:

Einer der wenigen männlichen Apotheker … bekommt nach dem „Pille danach“- Gespräch von der Patientin ihre Telefonnummer zugesteckt.

Uh. Neee!

Nur zur Erinnerung: Pille danach = sie hatte offenbar in den letzten 3 Tagen ungeschützten Geschlechtsverkehr. Mit irgendjemandem.

Gewichtslimite für die Wirkung der “Pille danach”?

Hmmm … so wie sich das liest, werde ich wohl demnächst eine neue Frage zu unserem Fragenkatalog vor der Abgabe der Pille danach hinzufügen müssen:

"Wieviel wiegen sie?"

Der Hersteller eines der Medikamente mit dem Inhaltsstoff Levonorgestrel – zu dem auch das Norlevo bei uns Unofem/PiDaNa in Deutschland, Vikela in Österreich gehören, hat herausgefunden, dass die Wirkung der Pille danach bei Frauen mit höherem Gewicht abnimmt. Deshalb sollen jetzt die Packungsbeilagen angepasst werden.

Aufgefallen ist Anna Glasier, einer Professorin für Gynäkologie an der Universität von Edinburgh, dass offenbar Frauen mit höherem BMI mehr Versager aufwiesen (Studie hier). Danach war das Risiko einer Schwangerschaft mehr als 3 x höher bei übergewichtigen Frauen gegenüber Frauen mit einem normalen BMI. 

Aber der BMI ist nicht einmal die neue Limite – da geht es um das Körpergewicht alleine. Danach soll (so oder ähnlich) in den neuen Packungsbeilagen stehen:

Studien zeigen Hinweise, dass Norlevo weniger wirksam ist bei Frauen, die 165 Pfund/75 kg oder mehr wiegen und nicht wirksam ist in Frauen die 176 Pfund/ 80 kg oder mehr wiegen

Umm. Das finde ich jetzt eher beunruhigend. 75kg oder 80kg ist noch nicht soooo viel. Für Amerikaner ist das tatsächlich Durchschnittsgewicht (166 Pfund/75kg) für Schweizerinnen ist das niedriger (ca. 63kg) … trotzdem gibt es da genug, wo ich dann sagen müsste: "Es kann gut sein, dass das bei ihnen nicht so funktioniert, wie es soll. Sie sollten sich zum Frauenarzt begeben für die mechanische Methode."

Die "Spirale danach", die kann bis 5 Tage nachher eingesetzt werden und verhindert >99% der Schwangerschaften – braucht aber eben einen Arzt und macht teils Schmierblutungen, Schmerzen etc.

Das ist schade – ist die "Pille danach" doch sonst eine wirklich einfache, sichere Methode … - und offenbar reicht es auch nicht, da mit der Dosierung nach oben zu gehen.

PiDaNa – oder: die Pille danach in Deutschland. Ein Erfahrungsbericht

Heute einmal ein Gastbeitrag direkt von einer betroffenen Person.

Hallo. Ich bin eine erwachsene, verantwortungsbewusste Frau. Meine genaue Identität spielt hier keine Rolle, sie ist Pharmama aber bekannt.

Wie soll ich anfangen? Fallen wir doch einfach mit der Tür ins Haus: Es geht um die "Pille danach".

Mein Freund und ich, wir sind noch nicht lange zusammen, also verhüten wir noch mit Kondomen. Die Antibabypille nehme ich nicht, das ist für mich aber durchaus eine Option in einer monogamen Beziehung, wenn mein Partner und ich nachgewiesen keine sexuell übertragbaren Krankheiten haben.

Soviel dazu. Ich bin also weder zu blöd noch zu faul noch zu verantwortungslos zum Verhüten.

Uns ist einfach dieses beknackte Kondom gerissen. Im Urlaub. In einer anderen Stadt, Hunderte Kilometer von Zuhause und meinen Ärzten entfernt.

Leider gibt es die Pille danach in Deutschland nur auf Rezept… In fast allen anderen europäischen Ländern (mit Ausnahme Italiens und Polens) ist sie lediglich apothekenpflichtig. Schade, dass das hier anders ist.

Warum?

Nun, versetzt euch mal in die Situation, die ich durchleiden durfte.

Gerissenes Kondom, natürlich mit perfektem Timing im Zeitraum um meinem Eisprung. Fremde Stadt. Fremde Ärzte. Ich muss die Pille danach nehmen, und ich brauche eine Ärztin die sie mir verschreibt.

Also fing dann das große Rumgooglen an – welche Gynäkologen sind in der Nähe, welche sind weiter weg? Telefonnummern rausgeschrieben. Und dann alle nacheinander anrufen.

Das war das unbeschreiblich demütigende. Ich muss ja am Telefon erklären, warum ich SOFORT einen Termin brauche, obwohl ich gar nicht Patientin dort bin. Also jeder Sprechstundenhilfe am Telefon die Sache mit dem gerissenen Kondom erzählt, und dass ich aus der anderen Ecke der Republik komme und ja schlecht meinen Urlaub abbrechen und sechs Stunden heimfahren kann, nur um mir von meiner eigenen Gynäkologin oder meinem eigenen Hausarzt die Pille danach verschreiben zu lassen…

Und dennoch, jedes Telefonat endete mit "Tut mir leid, da können wir nicht weiterhelfen. Wir nehmen keine neuen Patienten an. Ich verstehe, dass das für Sie eine unangenehme Situation ist, aber da müssen Sie es leider woanders versuchen.".

Nach anderthalb Stunden (viele Telefonate mit einigen verzweifelten Heulanfällen zwischendurch) hatte ich dann endlich eine Gynäkologin gefunden, die mich (obwohl auch sie keine neuen Patienten annimmt) schnell dazwischenschieben konnte, weil sie Mitgefühl mit meiner Notlage hatte.

Ja, mir ist im Endeffekt geholfen worden. Aber der Weg dahin war verdammt hart.

Warum geht es denn bitte in anderen Ländern, dass man die Pille danach rezeptfrei in der Apotheke bekommt? Kein normaldenkender Mensch würde das doch ausnutzen. Diese eine Pille kostet mehr als die Monatspackung der "normalen" Antibabypille, und jede Frau die in der Schule aufgepasst oder jemals die Bravo gelesen hat, weiß doch dass sie nicht zur normalen Verhütung geeignet ist.

Es wäre tausendmal weniger unangenehm, peinlich und demütigend gewesen, sich die Pille danach einfach in der Apotheke zu holen und da EINMAL zu erklären, was passiert ist, als mit vierzehn Sprechstundenhilfen zu telefonieren und jeder einzeln erklären zu müssen dass wir einen Verhütungsunfall hatten und ich keine Möglichkeit habe mir von meiner eigenen Ärztin helfen zu lassen, weil ich hier im Urlaub bin – nur um dann abgewiesen zu werden.

Mädels, Frauen … Sowas kann schneller passieren als man denkt. Kondome sind toll und schützen, aber auch bei absolut korrekter Anwendung kann so ein blödes Ding kaputtgehen, ohne dass man es sofort bemerkt.

Das ist sowieso schon die Hölle. Da muss es doch nicht noch zusätzlich zu all den Gedanken, die man sich in der Situation macht (unter anderem auch "Könnte ich mich mit etwas angesteckt haben?" – in meinem speziellen Fall jetzt nicht, aber bei einem One Night Stand wäre der Gedanke ja nicht abwegig!) besonders erschwert sein, an das blöde Notfallverhütungsmittel ranzukommen, und sich nach dem zehnten erfolglosen abtelefoniert langsam ernstgemeinte Sorgen zu machen, ob man es überhaupt innerhalb des Zeitrahmens schafft, an dieses Rezept zu kommen…

Danke Pharmama, dass ich dieses unangenehme Erlebnis hier anonym mit deinen Lesern teilen darf.

Man macht sich darüber einfach keine Gedanken, wenn man nicht selbst plötzlich in der Situation ist. Und das kann jeder Frau passieren.

—–

Ich glaube, dem habe ich nicht viel beizufügen. Ausser vielleicht, dass im Moment gerade in Deutschland in Diskussion ist, ob sie "die Pille danach" nicht vielleicht doch rezeptfrei machen sollen. Meiner Meinung nach ist die Abgabe – so wie in der Schweiz üblich – in der Apotheke nach einem (protokollierten) Beratungsgespräch eine einfache, sichere und für die betroffenen Frauen schmerzlose Angelegenheit.

Das letzte hat nicht gewirkt!

 

Klassischer Fall von mehr hilft nicht mehr. Norlevo = “die Pille danach”

mehr über die Pille danach: hier !

Mal wieder: die Pille d-a-n-a-c-h

Kundin: „Ich komme zwar gerade vom Arzt, aber ich habe vergessen zu fragen wegen der Pille danach. Bekomme ich die auch in der Apotheke?“

Pharmama: „Ja, nach einem Gespräch mit mir. Sie wissen aber, dass die wirklich für danach ist? Davor kann ich sie nicht geben.“ *

Kundin (winkt ab): „Ah, ja schon klar, ich brauche sie.“

Beim Gespräch, 2. Frage: „Wie verhüten Sie normalerweise?“

Kundin: „Mit der Drei-Monatsspritze, jetzt aber nicht mehr und bis mein Mann sich unterbinden lässt habe ich nichts.“

Pharmama: „Wann war der ungeschützte Geschlechtsverkehr?“

Kundin (überlegt): „Das war also vor den Spritzen… vor etwa 6 Jahren.“

Pharmama: „Ich meinte eigentlich jetzt – weshalb sie die Pille danach jetzt brauchen.“

Kundin: „Ah, nein, wir haben noch nicht …“

Pharmama: „Dann wollen sie die Pille danach  nur für den Fall, dass?“

Kundin: „Ja … wieso?“

Pharmama: „Weil ich vorher genau das schon gesagt habe: Ich kann die Pille danach nicht vor dem Vorfall geben. Wenn Sie die auf Vorrat wollen, dann brauchen Sie dafür ein Rezept vom Arzt.“

Dann hielt ich noch eine kleine Rede über die Wirksamkeit und dass die Pille danach eben nicht so wirksam ist wie zum Beispiel die normale Pille, oder wie Kondome und von wegen der Nebenwirkungen … und dass sie doch, bis er die Unterbindung hatte, Kondome benutzen.

Als die Kundin rausgeht, hat sie noch eine letzte Frage: „Wie lange habe ich danach denn Zeit, sie zu holen?“

Pharmama: „Bis 72 Stunden“.

Kundin: „Oh, gut. Dann bis später!“

Äh ….. Wiedersehen?

 

*Nein, ich weiss nicht genau, warum ich genau da so deutlich darauf hingewiesen habe. Bauchgefühl mal wieder.

(Gute und schlechte) Gründe, warum man die “Pille danach” braucht

Allerbesten Dank an Nicoretta für diesen Gastbeitrag (oh und wie ich das kenne!)

Ich hätte da vielleicht noch etwas für einen Beitrag zur “Pille danach”. Ich habe letztes Jahr mal was für dich aufgeschrieben aber irgendwie nie losgeschickt:

Dies ist eine – bestimmt nicht vollständige – Liste von Gründen, wieso Kundinnen (und Kunden) in unserer Apotheke bisher die „Pille danach“ verlangt haben:

  • Die junge Frau möchte noch in den Ausgang und holt sie vorsichtshalber jetzt schon einmal, damit sie am nächsten Morgen ausschlafen kann… O-Ton: „Das ist am nächsten Tag immer so umständlich! Und da ich heute schon mal hier bin…“
  • Man holt die „Pille danach“ für eine Freundin… (Ja, klar…!)
  • Man(n) holt die „Pille danach“ für seine Freundin… (Nö, die muss schon selber kommen…)
  • Das Paar hatte ein Kondom benutzt, das aber LEIDER geplatzt ist. Dann bevor es geht, sagt der Freund: „Schau mal, die haben auch Kondome! Komm wir kaufen gleich eine Packung, dann haben wir das nächste Mal wenigstens welche.“ (Nie ärgern, nur wundern!)
  • Das Kondom ist beim Sex abgerutscht; dann kommt aber heraus, dass die Dame zusätzlich auch noch die Pille nimmt und das SEHR, SEHR regelmässig und genau. (Nein, die will wohl echt keine Kinder!)
  • Die Frau mittleren Alters hat schon 3 (fast erwachsene) Kinder und nach Jahrzehnten das erste Mal vergessen die Pille zu nehmen. (Ja, das IST ein guter Grund!)
  • Ein Kondom wurde 24h nach dem Sex in der Scheide gefunden (Wieso merkt man das erst so viel später? – Nein, ich will es gar nicht wissen…) Übrigens war die Dame dann aber erst 3 Tage nach dem spektakulären Fund bei uns; sie dachte allerdings es sei Freitag, obwohl es schon Samstag war… (Egal was Sie nehmen: Nehmen Sie weniger davon!)
  • Die junge Frau ist am Morgen nach dem Ausgang ohne Unterwäsche mit einem Unbekannten im Bett aufgewacht und kann sich an den feuchtfröhlichen Abend nicht mehr erinnern… (Einen HIV-Test würde ich Ihnen da vielleicht auch noch empfehlen…)
  • Man ist erst 16 Jahre alt und hatte in den letzten paar Stunden Sex mit 4 verschiedenen Typen; und die bringt man gleich alle in die Apotheke mit – da die vier Herren den Kaufpreis unter sich aufteilen wollen… (Manchmal bin ich froh, dass ich noch keine Kinder habe!)
  • Die junge Dame hatte vor mehr als 2 Wochen ungeschützten Sex und kommt erst jetzt!
  • Man hat eine Tochter, die sich mit ihrem Freund darauf geeinigt hat, dass er beim ersten Mal ein Kondom benutzt. Nach vollzogenem Akt ist aber kein gebrauchtes Kondom zu sehen… Die Tochter fragt beim Freund nach: „Nein, ich habe dann doch keines benutzt…“ (Netter Kerl! Das Mädchen war 15 und 7/8 und mit seiner Mutter da; die waren beide vielleicht gut gelaunt…)
  • Es kommt billiger 3x im Jahr bei einem One-Night-Stand die Pille danach zu kaufen als das ganze Jahr die Pille zu nehmen. (3 Kondome wären noch günstiger und schützen auch noch vor einer Ansteckung mit HIV etc.)
  • Eine Frau hat den Ehemann betrogen und darf auf keinen Fall schwanger werden! (Ähh ja… Kein Kommentar!)
  • Ein Mann hatte (als ca. 35-jähriger) Sex mit einer Minderjährigen (17), die einen „sehr strengen“ Vater hat und damit er es nicht doch bemerkt, darf sie auf keinen Fall schwanger werden. Er war übrigens ohne die junge Frau da…
  • Die junge Dame hatte in der letzten Nacht ungeschützten Sex. O-Ton: „…und dabei hat es sich noch nicht einmal gelohnt!“ (Ja, der Typ war da und hat es gehört!)
  • Eine sehr junge Frau war mit dem Freund „intim“. Bei genauerem Nachfragen ergibt sich, dass der Freund beim Petting auf den Oberschenkel ejakuliert hatte. (Nachhilfe: Wie ging das mit den Blumen und den Bienen noch…?)
  • Man hatte vor knapp 15 Minuten ungeschützten Sex. (Mann, die waren aber schnell da!)
  • Die Frau hat die Pille immer genommen, in der 7-tägigen Pause ist das Kondom aber geplatzt… (Etwas Aufklärungs-Nachhilfe und eine Beratung ist da wohl eher nötig!?!)
  • Die junge Dame hat ein Rezept für ihren Freund, der an Krücken geht. Sie weiss den Nachnamen des Freundes aber nicht und braucht dann noch die Pille danach…

Wir haben damals in der Apotheke darüber diskutiert, nachdem ich eine Kundin hatte, die eine ganz lustige Begründung hatte, warum sie die Pille danach brauchte… (Das erklärende Bild ist unten.) Und ich habe es dir aufgeschrieben, weil ich dachte, dass das etwas für deinen Blog wäre…

Definitiv!

Und wer noch nicht genug davon hat, findet hier noch mehr Begegnungen um die “Pille danach“.

Die Pille danach für davor

Leser Jörg hat mich auf diesen Artikel im Spiegel aufmerksam gemacht: “Pille danach für davor“.

Es wird ja in unterschiedlichen Ländern auch unterschiedlich gehandhabt, wie man an die “Pille danach”, die Notfallkontrazeption kommen kann.

Während man dafür in Deutschland und in Italien noch zum Arzt muss, um sich ein Rezept dafür ausstellen zu lassen, bekommt man sie in Österreich und der Schweiz ohne Rezept in der Apotheke. In der Schweiz braucht es dafür ein Beratungsgespräch mit der Apothekerin.

In anderen Ländern kommt man sogar noch einfacher an die Pille danach. In Amerika kann man sie ab 17 Jahren über den Ladentisch in der Apotheke kaufen. In Grossbritannien bekommt man die Pille danach sogar in den Drogerien und in Frankreich wird sie nach Bedarf auch an der Schule an Schülerinnen abgegeben.

Eines hatten alle aber gemeinsam: Es war die Abgabe “danach” … das ist auch bei uns so. Auf Vorrat bekommt man sie nicht – höchstens noch via Frauenarzt. Und jetzt kommt Grossbritanniens British Pregnancy Advisory Service (BPAS) und schickt die Pille nach einem paarminütigem Telefongespräch per Post – mit dem klaren Hintersinn sie zu besorgen, bevor man sie braucht …. damit sie dann nicht so viele ungewollte Schwangerschaften haben nach den Festtagen. Denn … “ungeplanter Sex kommt vor.”

Klar tut es das. Aber … an die Pille danach kommt man in Grossbritannien schon einfach genug (oder?). Ein Schutz gegen Geschlechtskrankheiten (die wieder enorm im Kommen sind) ist es auch nicht. Kondome zu verteilen wäre da in meinen Augen wesentlich sinnvoller. Und Aufklärung. Viel mehr Aufklärung, nicht nur Betreff Verhütung, sondern auch Betreff Geschlechtskrankheiten und was es bedeutet, Kinder zu haben. Grossbritannien hat ein Problem in die Richtung: “In keinem anderen westeuropäischen Land werden so viele Teenager schwanger wie in Großbritannien, in wohl keinem anderen Land der Welt treiben mehr Minderjährige ab. “

Schwieriges Thema. Eure Gedanken dazu?

Die Pille danach am Morgen danach

Die Pille danach (auch Plan B genannt) bekommt man in Amerika auch in der Apotheke – dort sogar ohne Beratungsgespräch.

Das folgende stammt von  http://www.overheardinathens.com

Später Sonntag morgen
Ein junger Mann und eine junge Frau kommen in die Apotheke.

Mann: “Wir hätten gerne die Pille danach.”
Apotheker: “Hier, bitte. Das macht …. Dollar.”
Mann: “Hmmm, der Preis ist glatt 15 Stutz hochgegangen …”
Der Apotheker macht grosse Augen, die Frau dreht sich mit demselben Ausdruck zum Mann um.
Frau: “Ähh …”
Mann: “Das hat sich jetzt nicht so gut angehört, was?”
Apotheker: “Also …. dann ist das so etwas was sie regelmässig nach einem Date holen?”

Weitere Posts zum Thema:

 

Pille-danach Premiere

Ich habe gestern eine Beratung für die Pille danach gemacht – bei einer 46 jährigen!

Das ist eine Premiere. Die meisten, die ich habe sind um die 30 und eher darunter.

….

Ok, ich weiss, das ist nix besonderes, aber irgendwie muss ich das Sommerloch ja füllen – seid ihr wirklich alle weg in den Ferien?

die Nachschmeisspille

Gastbeitrag von Ingrid aus Deutschland:

Letzter Nachtdienst, kurz vor Mitternacht, ein junger Mann verlangte “eine Nachschmeißpille.”

Auf meine Frage (ich ahnte aber schon etwas), was das denn sein sollte, antwortete er :
“So für Frauen, das ist doch so mit 48 Stunden.”

Er ging dann grummelig weg, nachdem ich ihm erklärt hatte, daß es ‘die Pille danach’ nur auf Rezept gibt.

Au toll. Wie locker.

Bei uns in der Schweiz gäbe es sie zwar auch ohne Rezept in der Apotheke, aber er hätte sie trotzdem nicht bekommen – da muss die Freundin selbst antraben. Dafür hätte es noch ein bisschen Zeit – bis maximal 72 Stunden.

Etwas zu spät.

Noch eine Geschichte aus Amerika:

Eine Beratung für die Pille danach – die dort übrigens “Plan B” heisst – “Plan A” wäre demnach verhüten … und hat fehlgeschlagen …

Apotheker: “Und wie lange ist es her, dass sie ungeschützten Geschlechtsverkehr hatten?”

Patientin: “Oh, etwa 6 Monate.”

Die Patientin war gute 90 kg schwer, aber der Apotheker dachte, sie wäre der typische übergewichtige Teenager. Dem war nicht so (oder nicht nur). Sie war im 6. Monat. Vielleicht dachte sie das Baby würde magischerweise verschwinden, wenn sie die Tablette nimmt??

So funktioniert das aber nicht. Die Pille danach wirkt nur in den ersten 72 Stunden ausreichend, danach muss man zum Frauenarzt, wo man eventuell noch etwas machen kann – allerdings: nach 6 Monaten ist das auch vorbei.

Die bisher kürzeste Beratung für die Pille danach

Kürzeste Beratung für die Pille danach. “Sie” redet französisch und ich frage mich auf dem Weg in den Beratungsraum schon, ob ich durch die Fragen durchkomme – mein Französisch ist „so lala“, aber ich verstehe besser als ich rede.

Die erste Frage: “Ist es für sie selbst?”

Kundin: “Nein, für meine Kollegin.”

Und dann kann ich mein Zeug wieder zusammen packen: Die Kollegin muss selbst herkommen.

Schmutzige Finger

Manchmal kommt ja der Partner oder die Freundin mit bei der Beratung zur Pille danach. Ich frage dann normalerweise erst mal, ob die Frau damit einverstanden ist, da ich ja doch ein paar delikatere Fragen stellen muss.

In dem Fall war sie es und er kam mit.

Mann: „Bevor wir anfangen …“
Frau: „Ja, ich weiss nicht, ob ich die Pille danach wirklich brauche.“
Pharmama: „Ach ja … und wieso?“
Mann: „Kann man denn schwanger werden, wenn man in seine Hand kommt und danach die Frau an der Scheide befingert?“
Pharmama: „Es ist möglich, aber eher unwahrscheinlich…“
Frau zum Freund: „Komm, lass uns gehen, ich glaube nicht, dass wir das brauchen.“
Mann: „Was, wenn man 3 Stunden vorher in seine Hand gekommen ist und dann seine Freundin befummelt?“
Pharmama: „Sie … haben ihre Hände also 3 Stunden lang nicht gewaschen ?!?“
“Nein, dann ist es nicht mehr möglich. Ich denke, sie können jetzt gehen“.

Ugh.
Wo ist das Desinfektionsmittel?