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Man macht das ja nicht nur wegen dem Lohn

Was ich immer wieder höre von meinen Mit-Apothekern: Man macht das ja nicht nur wegen dem Lohn.

Mich hat das letzthin einmal interessiert, als eine gut angezogene jüngere Kundin mit mir über die Medikamentenpreise diskutieren musste – speziell die Pauschalen, die sie auf ihre Rezeptpflichtigen Medikamente bezahlen musste. Das wollte sie nicht. Ich habe ihr gesagt, dass ich auf die Pauschalen nicht verzichten kann. Auf mein Argument, dass wir an den rezeptpflichtigen Medikamenten kaum etwas verdienen, die Marge sehr niedrig ist und die Pauschalen für die Arbeit ist, die wir leisten, meinte sie nur:

„Ich habe noch keine Apothekerin gesehen, die zu wenig verdient.“

Arrgh!!!

Ich hab’s dann aufgegeben weiter zu diskutieren, ihr nur etwas eisig gesagt, sie kann es sich aussuchen, ob sie ihre Medikamente will oder nicht.

Nein, ich verdiene nicht „schlecht“ – es reicht um eine Familie zu unterhalten und auch um in die Ferien zu gehen und mit etwas Mühe und Unterstützung reichte es nach 15 Jahren sparen sogar, dass die Bank uns eine Hypothek gibt – Uns, denn mein Lohn allein war dafür tatsächlich noch nicht genug, sie mussten auch noch den von meinem Mann dazunehmen – und dann ging es. Knapp.

Aber ich glaube die Frau hat etwas abwegige Vorstellungen davon, was ein Apotheker so verdient. Apotheken sind keine Goldgruben mehr – tatsächlich kämpfen viele ums Überleben (durchschnittlich jede 3. in Deutschland, jede 4. in der Schweiz) – das spiegelt sich auch in den Mitarbeitern und ihren Löhnen wieder.

Das „Unglück“ ist, dass man für eine Apotheke Apotheker braucht. Und die verdienen mehr als Pharmaassistentinnen, als Drogisten oder als die ungelernte Person, die im Drogeriemarkt oder an der Tankstelle hinter der Kasse sitzt.

Aber im Berufsvergleich sonst (denn es ist immer der Vergleich, der einem wichtig ist) … dafür, dass wir 12 Jahre zur Schule und dann noch 5 Jahre an die Universität gegangen sind … direkte Verantwortung für die Gesundheit und die Daten vieler Menschen tragen … ist es nicht gerade „viel“.

Ich lasse die Zahlen hier mal draussen – als Schweizerin hat man das „über Geld redet man nicht“ tief intus und im Internet gibt es Seiten, wo man nachlesen kann, was die verschiedenen Berufe so verdienen – im Durchschnitt.

Und dann muss man das immer in Relation setzen. Ich verdiene „einiges“ mehr als mein Mann, der Fahrzeuge repariert. Ich verdiene etwa gleich viel wie mein Kollege, der nie studiert hat und IT-Spezialist geworden ist … und auch das nur, weil ich ein bisschen mehr mache als die durchschnittlich angestellte Apothekerin. Als Apotheker verdient man tatsächlich weniger als der durchschnittliche Bauingenieur, Architekt, Buchprüfer und Steuerberater– und wir sind weit unter dem Arzt, Chemiker und Jurist …

Und natürlich, wenn man meinen Lohn mit dem vergleicht, was ein Apotheker in anderen Ländern verdient … nun ja, bei dem Vergleich vergisst man aber oft die Lebenserhaltungskosten dazuzuziehen, die hier (Schweiz) wirklich hoch sind.

Aber es ist, wie ich am Anfang geschrieben habe: Man macht das nicht nur wegen dem Lohn. Man wird Apothekerin, weil man Naturwissenschaften und Medizin mag und ein gewisses Bedürfnis hat, den Menschen zu helfen. Ganz sicher nicht um mittels Medikamenten an der Krankheit von anderen reich zu werden und mit ihnen über die Preise derselben zu diskutieren (die wir bei den rezeptpflichtigen Sachen ja nicht mal selber machen).

Darum, liebe elegante Frau mit den abwegigen Vorstellungen, von dem, was ich an ihnen, respektive ihrem Geld habe: rutsch’ mir den Buckel runter und geh’. Da diskutiere ich lieber mit der nächsten Kundin, die schon seit Jahren zu uns kommt über ihr kleines Gesundheitsproblem und suche möglichst günstige Lösungen und Alternative. Da habe ich mehr davon. Persönlich meine ich. Denn ich mache diesen Beruf nicht (nur) wegen dem Geld.

Zu viel Info

Momentan arbeite ich Urs, unseren neuen männlichen Drogisten bei uns ein – er hat noch einiges zu lernen, da wir auch eine Apotheke sind, läuft bei uns einiges anders als er es vielleicht bis jetzt gewohnt war. Aber ich bin zufrieden. Er ist schnell von Begriff, packt gerne mit an und das Team … mag ihn jetzt schon sehr (Auch wenn der Start wie beschrieben bei einzelnen speziell war).

Es ist auch interessant, jetzt mal einen Mann im Team zu haben. Eigentlich … ist das direkt praktisch, auch für unsere Kunden, wenn sie mal ein Problem haben, das sie jetzt nicht vor einer Frau ausbreiten wollen.

Ich dachte dabei eher an die männlichen Kunden, aber ganz offensichtlich gibt es auch Frauen mit diesen Präferenzen.

So erzählt er mir am Abend von der Frau, die ihm ausführlicher als er sich das je gewünscht hat erklärt hat, dass sie während der Periode keine Tampons benutzt, sondern “sich Schwämme da hochstopft” (Anscheinend O-Ton). Ja – Haushaltsschwämme, die sie in Stücke schneidet, denn die modernen Schwammtampons sind ihr zu teuer.

(Nachtrag: das ist nicht empfehlenswert als Praxis).

Good welcoming practice*

Die etwas ältere Frau (um die 60?) kommt in die Apotheke. Ich stehe hinter der Theke (gerade am Rezepte kontrollieren vom Vortag) und warte dort, (freundlich lächelnd) da sie zielstrebig auf mich zukommt. Als sie etwa 5 Meter von mir entfernt ist empfange ich sie mit einem „Grüetzi“ und fast im gleichen Moment kommt mein Lehrling von hinten nach vorne und sagt, als sie sie sieht auch „Grüetzi“.

Die Frau legt die restlichen Meter zu mir wortlos zurück, stellt ihre Handtasche ab, schaut mich erwartungsvoll an und sagt nach einer (bedeutungsschwangeren) Pause sehr betont: „Grüetzi!!“

… so als hätte sie noch gar niemand hier gegrüsst.

Ich blinzle etwas erstaunt zwei Mal kurz. In den paar Momenten geht einem eine Menge durch den Kopf. Angefangen von: „Sie denkt, sie wurde noch nicht begrüsst. Ganz offensichtlich ist sie damit unzufrieden. Wie reagiere ich jetzt am besten? Wenn ich mache als sei nichts und nur „Grüetzi“ sage, dann bleibt sie bei der Meinung, genauso, wenn ich mich Entschuldige. Wenn ich ihr aber … Ach was solls…“

Also sage ich, immer noch freundlich lächelnd: „Grüetzi. Zum zweiten.“

Jetzt schaut sie mich echt etwas gehäuselt an.

„Oh – Sie haben vorher etwas gesagt? Ich habe nichts gehört.“

„Nun, vielleicht war ich etwas leise, aber … ja.“

„Hmpf.“ Sie zieht aus der Tache einen Abholschein. „Also, nach der Reklamation … ich habe hier etwas bestellt zum abholen.“

Ich nehme den Abholschein.

„Ich gehe es rasch holen. Einen Moment bitte.“

Nach dem wackligen Start ging es dann einigermassen normal weiter.

Als sie nach draussen geht, meint mein Lehrling nur: „Ich hab’ sie auch gegrüsst!“

„Ja, ich weiss – aber wenn ich das auch noch gesagt hätte … ich glaube das wäre nicht gut rausgekommen.“

… *Übrigens ist der Titel (obwohl vielleicht passend) irreführend. Unter “good welcoming practice” Gute Empfangspraxis oder kurz GWP versteht man in der Apotheke das:

Die Good Welcoming Practice bezieht sich auf die Situation, bei der ein Kunde ein Medikament in der Apotheke wünscht und nicht ausdrücklich nach einer Beratung verlangt („Ich hätte gerne ein Aspirin®“). Gemäss der GWP soll das Medikament nicht kommentarlos verkauft werden, sondern eine Reihe von angepassten Fragen gestellt werden, welche sicherstellen sollen, dass das Medikament sicher und zweckmässig eingesetzt wird.

Quelle: Pharmawiki.ch

Über den Umgang miteinander (Respekt und Anstand)

Ich habe mir erlaubt einen Statusbeitrag von einem Kollegen zu klauen, weil ich finde dass das so wichtig ist – gerade in der heutigen Zeit:

Was aber das Arbeiten in der Apotheke angeht: Die Menschen begegnen sich hier noch mit viel mehr Respekt und Anstand, auch habe ich noch keine Kunden erlebt, die nicht grüßen.
Wie man miteinander umgeht, erkennt man sehr schön an den Substitutionspatienten.
Wie oft habe ich erlebt: “Die wollen wir nicht!” “Bloß keine Junkies”.
Hier werden sie normal behandelt und bekommen eine faire Chance, es findet im Umgang keine Abwertung statt wie das oft … der Fall ist.

Diese Art des Miteinanders habe ich … vermisst, Anstand und Respekt sind doch bei vielen verloren gegangen, obwohl sie es für sich einforderten.
Eine absolute Wohltat für mich.

Respekt und Anstand im Umgang miteinander sind essentiell. Jeder ist anders, hat andere Voraussetzungen und jeder hat so seine Probleme

Ich weiss, dass ich hier im Blog häufig die Negativ-Beispiele bringe, diejenigen Kontakte, die aufgeregt haben, die unerfreulich waren. Das sind die, über die man schreibt, auch weil man es damit loslassen will, hören will, dass man nicht die einzige ist, die derartiges unverständlich oder unschön findet.  Aber daneben gibt es noch so viele Kunden – und Patientenbegegnungen, die von ereignislos über freundlich bis zu einfach wunderbar sind. Leute, die sich bedanken für die Zeit, die man sich genommen hat, Patienten, die zurückkommen um zu sagen, dass es das Richtige war (Behandlung oder Ratschlag …), wirklich Ältere wo man nachher sagt: “die würde ich mir als Grosmutti (oder Grosspapi) aussuchen, wenn ich könnte.” einfach, weil sie so herzig und nett sind … trotz allem. Wir wissen ja, dass zu uns Leute kommen, die gesundheitliche Probleme haben … und auf Dauer kann das (verständlicherweise) grantig machen. Ich bewundere die Leute zum Beispiel mit chronischen Schmerzen, die es so gut wie immer schaffen, ihre Probleme nicht an anderen  … auszulassen. Oder diejenigen, die wirklich nicht mehr gut zu Fuss sind und doch jeden Tag aus dem Haus gehen und auch bei uns in der Apotheke vorbeischauen … und dabei noch einen Spruch wie “wer rastet, der rostet” machen können. Oder die Leute mit Angststörungen, für die es jedes Mal eine Überwindung ist, wenn sie mit anderen Leuten interagieren müssen … und die alle Woche ihr Dosett holen kommen und sich beim Erhalt bedanken und freundlich verabschieden. Oder, oder … ich hätte noch viele Beispiele für die Patienten und Kunden um deren Umgang ich sehr Dankbar bin.

Respekt und Anstand.

Ich komme hier im Blog gelegentlich sicher als besserwisserisch über. Oder als ob ich mich über die Leute und ihr Nicht-Wissen lustig mache. Ähm. Es stimmt, manches finde ich wirklich lustig. Aber das bedeutet nicht, dass ich die Leute dahinter nicht schätze. Ich hoffe, das merkt man auch. Manches bringe ich hier auch deshalb, dass andere aus dem lernen. Auch aus meinen Fehlern oder aus dem, was ich daraus gelernt habe … man muss nicht alles selber machen, oder?

In dem Sinne: das ist das, was ich mir für hier und jetzt und später und überall wünsche: dass man sich gegenseitig mit Respekt und Anstand begegnet.

Schöne Weihnachten miteinander! Gute Festtage und (wen ich hier nicht mehr sehe) einen guten Rutsch ins neue Jahr!

die aufgeflogene Nicht-Kundin

„Das ist sie wieder!“ raunt mir Donna zu – sie ist gerade gekommen und noch in den Strassenkleidern … sie fängt erst in ein paar Minuten an zu arbeiten.

„Wer?“ Frage ich

„Na, diese Frau neben Sabine – die kommt hier immer rein, fragt etwas zu einem Kosmetikprodukt von der …Linie und dann nimmt sie an Mustern was sie kann und geht wieder. Die hat noch nie NIE hier etwas gekauft! Und die hat das schon mit allen gemacht hier.“

Ich linse zu Sabine und ihrer Kundin. Ja, die hatte ich tatsächlich auch schon. Sie ist eher der unauffällige Mäuschen-typ, fragt freundlich und geht, nachdem sie ihre Muster hat. Momentan fragt sie gerade Sabine, die (wie immer) mit Enthusiasmus dabei ist, sie zu beraten, obwohl ich sicher bin, dass Sabine die auch schon hatte. Mit dem gleichen.

„Jetzt aber!“ macht Donna und steuert direkt auf die beiden zu.

„Oh, hallo!“ macht Donna zur Frau freundlich lächelnd… „da sind sie ja wieder … wie hat das denn funktioniert mit dem Muster von der CC Creme?“

Das ist ganz offensichtlich auch die Creme, die Sabine gerade in der Hand hält und über die sie die Frau berät …

Die Frau ist … arg überrascht ob der Direktheit und stottert etwas von: „Oh, ja … doch, das ging gut damit ..“

Worauf Sabine, die jetzt genau erkannt hat, worum es geht einhakt: „Oh, dann konnten sie das schon probieren? Dann wäre es nicht schlecht, wenn sie jetzt eine grössere Packung nehmen würden, dann könnten sie sie nämlich länger anwenden, dann wirkt es auch richtig!“

„Ähm, ja die Creme ist gut … aber ich … habe gerade kein Geld dabei und … ich muss gleich weiter. Wiedersehen!“

Und sie geht. Diesmal ohne Muster.

Die beiden kommen fast prustend vor Lachen aus der Kosmetikabteilung.

Ob die wohl wieder kommt?

Ich habe danach ein bisschen herumgefragt. Das Spiel treibt die Frau seit Monaten. Sie sucht sich verschiedene Mitarbeiter aus, fragt nach einer bestimmten Creme, fragt, ob sie die ausprobieren kann und lässt sich Muster geben oder etwas abfüllen. Das reicht dann etwa 2 Wochen, dann kommt sie und macht es wieder. Damit hat sie inzwischen wohl eine Menge Creme abgestaubt, die gut einer Grosspackung entsprechen. Plus noch ein paar Muster von anderen. Da sie immer freundlich ist und nett fragt, hat sie das bisher auch bekommen … wobei es anfing aufzufallen. Jetzt … war es halt einmal zu viel.

hashtag gesucht

Die #festtage kommen. #essen mit der Familie und Freunden…

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Ich glaub’ ich brauch so ein Gartenhag… Äh Hashtagzeichen für Instagram. Irgendwas mit Apotheke und spezifisch seltsame Patientenfragen …

Ideen?

Was für ein …loch!

Hier habe ich Ihnen 2 Patronen zurück. Ich will sie nicht mehr!“

Das sagt mir der leicht säuerlich wirkende Mann und knallt mir 2 Soda-Stream Patronen auf die Theke.

„Sie wollen also keine neuen?“

(Die Soda-Stream oder Soda-Fresh Patronen sind Tausch-Patronen: das heisst man bringt eine alte zurück und bekommt dafür –plus etwa 11 Franken eine neue)

„Nein.“

„Umm – Sie wissen, dass wir Ihnen dafür kein Geld zurück geben können?“

Meine (vorsichtige) Anfrage hat einen Grund: Neue Patronen sind teuer. Früher wurden die Patronen als „mit Depot“ verkauft – was eigentlich impliziert, dass man das Depot bei Rückgabe zurückbekommt. Das ist leider heute nicht mehr so. Oder … nicht ganz. Die Firma propagiert das faktisch als Mietpatrone … und das bedeutet, dass der Wert der Patrone über die Zeit abnimmt. Ich kann hier in der Drogerie nichts mehr zurück geben. Via Internet bekommt man sein „Depot“ zurück – das nimmt aber eben über die Zeit ab. Wieviel bestimmt die Firma anhand des Kaufbeleges und des Benutzerzertifikates. Die meisten Leute bewahren aber die nicht auf – und nach Jahren findet sich meist weder das eine noch das andere wieder. Dann kann man die immer noch zurückschicken (portofrei zumindest nach Anmeldung im Internet hier) und bekommt dafür 5 Franken pro Patrone. Wow.

Der Mann reagiert genervt genug, dass ich merke, dass er das schon gehört hat

„Ich weiss!“

Ich nehme die beiden Patronen, er wendet sich wortlos zum gehen, da … fällt mir etwas auf. Das hier:

zylinder

Seht ihr das? Ja – da hat es ein Loch in der Metallpatrone. Ein säuberlich gebohrtes Loch mitten in der Etikette. Und … in der zweiten Patrone auch.

„Oh” – sage ich überrascht – und laut – “da ist ja ein Loch drin!“

Reaktion des Mannes ist nur ein bitterböser Blick in meine Richtung.

„Nun, da mache ich besser eine Notiz dazu, wenn wir das der Firma zurück geben, dass da „jemand“ ein Loch hinein gebohrt hat. Das ist ganz schön gefährlich!“ sage ich, immer noch laut genug, dass er das mitbekommt zu mir.

Mit einem wirklich sauren Gesicht und immer noch wortlos verlässt der Mann die Drogerie.

Kopfschüttelnd nehme ich die Patronen nach hinten.

„Sowas aber auch“ sage ich zu meinen Kolleginnen „der hat Löcher in die Patronen gebohrt. Das kann nicht ganz einfach gewesen sein durch das dicke Metall – scheint als wolle er sichergehen, dass wenn er die nicht mehr brauchen kann, es auch niemand anderer mehr kann.“

Manche Leute finde ich einfach unglaublich.

Je nun.

Meine Kollegin meint noch: „Ich glaube den hatte ich vor etwa 2 Wochen. Da wollte er die Patronen zurückgeben. Er hat dann einen Riesen-Aufwand gemacht, als ich ihm erklärt habe, dass ich ihm kein Geld dafür geben kann. Das beste war aber, als ihm dabei herausgerutscht ist, dass er die Patronen in einem anderen Geschäft gekauft hatte – und die ihm dasselbe gesagt haben …“

Quicky (25)

Frau Mitte 20 mit Packung Gyno Canesten Vaginal Creme.

“Lasse ich den Applikator drin, oder nehme ich den raus?”

“Den nehmen Sie wieder raus.”

“Und wie bleibt dann die Medizin drin??”

Applikator kommt von auftragen. Das ist ein Hilfsmittel, das wieder entfernt wird.

Mehr kurze Quickies:

Quicky (24),  Quicky (23)Quicky (22), Quicky (21), Quicky (20),  Quicky (19),  Quicky (18),  Quicky (17), Quicky (16)   Quicky (15)Quicky (14)   Quicky (13)Quicky (12), Quicky (11)Quicky (10)   Quicky (9)Quicky (8)  Quicky (7), Quicky (6)  Quicky (5)Quicky (4)  Quicky (3)Quicky (2)   Quicky (1)

Sie war mal wieder da

Freundliche junge Frau mit 2 Kindern in der Apotheke, das jüngere davon nur wenige Wochen alt.

Die ältere, aufdringliche Frau kommt herein, stellt sich genau neben sie, sieht, dass sie die Pille holt, wirft einen Blick auf ihre Hand (ohne Ring) und sagt: „Ein bisschen spät, nicht?“

Oh. Gott. Bitte. Nicht.

Zum Glück hat die junge Frau das einzige richtige in der Situation gemacht, nämlich sie komplett ignoriert. Ich durfte ihr dann erklären, wie unangebracht so eine Bemerkung ist.

Ja, die hatten wir schon ein paar Mal hier. Die ist leider immer so.

Einfach aufdringlich

Nur kurz dazwischen

und Sie ist zurück!

Tüte

Der Mann kommt abends, als es ruhiger ist in die Apotheke – er ist beladen mit Einkäufen in dünnen Plastiktüten.

“Haben Sie mir einen ihrer Plastiksäcke? Die sind besser als die im Kaufhaus nebenan.”

Pharmama: “Brauchen Sie sonst etwas?”

Mann: “Nein, habe ich alles dort geholt.”

Pharmama: “Dann macht das 50 Rappen.”

Mann: “Waaass?! Sicher nicht!”

stürmt empört wieder raus

Ja – auch wenn ich vielleicht einen Rüffel dafür bekomme: unsere Plastiksäcke gibt es zu einem Einkauf. Von mir aus auch zu einem Mini-Einkauf. Aber die haben wir bezahlt – und ich sehe nicht ein, weshalb ich das einem Nicht-Kunden gratis geben sollte. Ja, die sind besser als die im Kaufhaus (dicker, blickdicht, fester) – das hat auch seine Gründe- und auch dort verlangen sie für die besseren Taschen etwas.

Würdet ihr so was machen? In einem Geschäft einkaufen und dann dafür in einem anderen eine gratis-Tasche abgreifen dafür?

Ich brauche noch eines!

Der ältere Mann kommt in die Apotheke gehumpelt direkt zu meiner Pharmaassistentin Donna: Wo ist die Frau, die mich heute morgen am Knie verarztet hat? Das Pflaster hat nur 2 Stunden gehalten – ich brauche ein neues!”

Ja, am Knie ist schwierig, aber mal abgesehen davon hat ihn meine Kollegin wohl gratis verarztet und irgendwie … finde ich das jetzt frech.

Donna wohl auch: “Ich kann die Apothekerin holen, dass sie sie noch einmal verarztet, aber … das erste Mal ist gratis, wenn wir das wiederholt machen, dann kostet das etwas.”

Mann: “Ach was! Ich brauche doch nur ein neues Pflaster drauf!”

Zack hat meine Pharmaassistentin eine Packung in der Hand und meint dazu: “Das ist kein Problem, die kosten nur 2.70.- und sie kriegen grad 5 Stück.”

Mann: “Ja … Nein … dann halt nicht!”

Und stampft wieder raus.

Frech.

Nachgefragt bei der Kollegin, die ihn am Morgen hatte: da kam er mit einer Schürfwunde am Knie, die schon mehrere Tage alt ist. Wollte auch nichts kaufen, aber dass sie ihm ein Pflaster drauf-pappt. Sie hätte das sonst anders verbunden, aber er bestand auf Pflaster. Am Knie. Kein Wunder hält das nicht.

Wachbleiben (1)

Ein Erlebnis, dass Kollegin Monika mir geschickt hat:

Kunde eben bei uns in der Apotheke …

Kunde: “Ich habe eine Frage.
Apothekerin: “Gerne, um was geht’s?”
Kunde: “Ich muss fahren 2000 km für Urlaub, es gibt Koffein.”
Apothekerin: “Ja, es gibt Coffein, aber wenn Sie 2000km fahren müssen, dann sollen Sie PAUSEN machen, Coffein hilft zwar kurzfristig, das Konzentrationsloch in das Sie fallen, wenn die Wirkung des Koffeins nachlässt ist sehr gross und die Gefahr, dass Sie einen Unfall machen wird grösser!”
Kunde: “Ich fahre mit meiner Familie und muss eben so weit fahren, meine Frau fährt nicht Auto.”
Apothekerin: “Wenn Sie sich verantwortungsvoll gegenüber Ihrer Familie verhalten und heil ankommen wollen: machen Sie ausreichend Pausen, alles andere ist gefährlich!”

Die Diskussion ging dann noch eine Weile. Ich denke, er hat es einfach nicht verstanden! Schlafentzug kann schlimmer sein als Alkohol … uns, die wir in der Apotheke arbeiten, ist das klar, dem Kunden mit Migrationshintergrund schien das ziemlich egal zu sein. 2000 km sind 20 Stunden, wenn die Verkehrswege so ausgebaut sind, wie in der Schweiz …

(was sie ja häufig nicht sind).

Das ist so: Koffein macht zwar kurzfristig wacher, aber das funktioniert wirklich nur kurze Zeit. Zur Übermüdung kommt dann nach Wirkungsverlust noch dazu: Überschätzung, Gereiztheit und die Leistung fällt auf ein noch niedrigeres Niveau als vorher. Das heisst: Koffein kann die Fahrtüchtigkeit tatsächlich auch einschränken!

Mitarbeiterrabatt

“Geben sie auch Mitarbeiterrabatt für ehemalige Mitarbeiter?”

Ich schaue mir die fragende Dame gut an – aber ich kenne sie nicht. Und ich bin jetzt über 15 Jahre hier.

Pharmama: “Wo haben sie denn gearbeitet?”

Frau; “In einer Drogerie in (gaaaanz woanders) aber ich habe vorletztes Jahr aufgehört.”

Das ist eine ziemlich weit gefasste Ansicht, was ehemalige Mitarbeiter betrifft … vielleicht sollte sie es mal dort versuchen?

Möchten Sie noch Pommes dazu? – Samstags Re-Run

Ich habe eine Drogisten-Kollegin, die mit viel Freude und Enthusiasmus Leute über Kosmetika berät. Ich kenne niemanden, der mehr Geduld hat. Das sollte ich vorherschicken bei der folgenden Begebenheit:

Wir haben einen Halb-Preis-Tisch mit diversen Sachen: da hat es Lippenstifte, Lidschatten, Makeup und noch vieles mehr. Es ist darum Halbpreis, weil es die Produkte nachher nicht mehr gibt und wir Platz brauchen … da verkauft man etwas auch mal unter dem Einkaufspreis, besser als die Rückgabebedingungen der Firmen ist es trotzdem.

Jedenfalls …

zieht das Kosmetik-Kunden an, die man vorher noch nie gesehen hat. Und was die alles wissen wollen! Da war diese eine, die meine oben erwähnte Kollegin fast zum Platzen brachte:

Kundin nimmt einen Lidschatten in die Hand, dessen Tester offen und gut sichtbar direkt daneben liegt: „Was ist das für eine Farbe?“

Drogistin -wirft einen Blick auf die Packung: „Das ist Fuchsia“.

Kundin: „Nein, das kann ich sehen, aber was ist das für eine Farbe??“

Drogistin: „Das ist eine Mischung zwischen Rosa und Violett“.

Kundin: „Könnten Sie mir das auftragen?“

Drogistin (die noch oft und gerne Leute schminkt): „Natürlich, kommen sie doch bitte zum Schminkstuhl …“

Kundin: „Nein, auf die Hand!“

Drogistin denkt sich: also das könnte sie ja auch Problemlos selber … „Ja. Klar.“

Die Kundin sieht sich das ein paar Sekunden an, dann: „Haben sie mir ein Abschminktuch?“ (Auch das steht mitten auf dem Tisch).

Die Drogistin reicht es ihr.

Kundin: „Und wie sieht es aus mit Make-up-Entferner?“

Und in dem Stil ging es noch fast 20 Minuten weiter, ohne dass die Kundin dann etwas gekauft hätte.

Danach brauchte meine Kollegin dringend eine Pause.

(Original vom 16.8.2009)

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