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Wie Feuer

Eine junge Frau kommt in die Apotheke und fragt schüchtern, ob wir etwas haben, das ihre Innereien etwas beruhigt.

Bei genauerem Nachfragen (Was? Wo? Seit wann?) stellt sich heraus, dass sie letzte Nacht versehentlich “wärmendes Massageöl“ benutzt hat, statt Gleitmittel.

Und jetzt „fühlt es sich an, als brennt da ein Feuer“.

Hoppla.

Dabei gibt es heute doch so nette anregende Gleitmittel … seit neustem auch noch mit Cannabis-öl (allerdings nur in Kalifornien, mit Arzt-Rezept und Ausweis für “medizinisches Marihuana” – und dann kostet es noch fast 90 Franken pro 30 ml)

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Ist der Chef da?

Gastbeitrag von Leserin Sabi – besten Dank!

Folgendes Telefonat trug sich gestern bei uns zu:

Kundin: “Ist der Chef da?”

PA: “Nein, jedoch die Stellvertreterin.”

Kundin: “Dann geben Sie mir sie!”

…..

Apothekerin kommt ans Telefon..

…..

Apothekerin: “Guten Tag. Wie kann ich Ihnen helfen?”

Kundin: “Ich habe mir gestern die Hand verstaucht, kann ich morgen wandern gehen?”
(?!?!?!?!)

Apothekerin: “Ähmm.. jaaa…”

Das ist natürlich eine Frage, welche NUR ein Apotheker beantworten kann und….
macht sie eine Handstandwanderung?? ;-)


Ziemlich typisch. Da brauch sie jemanden, die die Verantwortung für sie übernimmt.
Erinnert mich an den hier.

Bauchfrei

Frau Maddox, eine alte Stammkundin (im doppelten Sinn des Wortes) betritt die Apotheke mit … mangelhafter Bekleidung: ihr T-Shirt ist unter dem BH festgeklemmt, so dass ihr – nicht mehr knackiger und nicht mehr junger (nicht mal mehr mittel-alter) Bauch heraus-hängt.

Oh. Absicht ist das kaum. Alles schaut.

Lehrling Minnie (notabene noch nicht 20 und gelegentlich selber bauchfrei unterwegs) sieht das, geht direkt zu hier hin und zieht ihr das T-Shirt mit einem scharfen Ruck über den Bauch: „Frau Maddox man sieht ihren Bauch!“

Reaktion von Frau Maddox: „Ach, darum war das so kühl da unten.“

In der Kürze …

Ich verstehe ja, dass die Stuhlgewohnheiten (und Probleme damit) für manche Leute ein grosses Thema sein können, aber … älteren Frauen über ihre Stuhlgänge zuzuhören gehört nicht zu meinen Lieblingsaufgaben beim Job.

Könnten wir das möglichst kurz und prägnant halten?

Blutzucker-Verschwörung

“Könnten Sie mir den Blutzucker messen?” fragt mich die etwas müde aussehende Frau um die 40. Es ist Nachmittag ca. 4 Uhr … natürlich in der Apotheke.

Pharmama: “Ich kann – allerdings wäre es besser, wenn Sie das entweder am Morgen früh messen kämen – bevor sie noch etwas gegessen oder getrunken haben oder 2 Stunden nach einem Essen, ansonsten kann ich da nicht wirklich eine Aussage machen.”

Frau: “Das ist kein Problem. Ich habe seit heute morgen nichts gegessen.”

Pharmama: “Es kostet … Franken.”

Frau: “Das ist okay. Beim Arzt zahle ich ja auch. Ich möchte das lieber von ihnen machen lassen, beim Arzt hatte ich so hohe Werte – dem traue ich einfach nicht, dass das stimmt.”

Ich setze sie in den Beratungsraum und bereite meine Instrumente vor: Blutzuckermessgerät, Blutzuckerteststreifen, Stechhilfe, neue Nadel. Mit dem Alkoholtupfer reinige ich den Finger und während der Alkohol verdunstet nehme ich noch einen Tupfer und ein kleines Pflaster raus. Dann schiebe ich die Nadel auf die Stechhilfe, den Teststreifen ins Messgerät …

Währendem plappert die Frau munter weiter. „Wissen Sie, ich schaue sehr, was ich esse …“

Ich nicke nur ein bisschen und mache ein unbestimmtes “Hmhmm.” Sie ist nicht gerade dünn, eher ein bisschen mollig, aber nicht gesund aussehend mollig, eher aufgetrieben – aber das muss nichts heissen.

Frau; „…und mein Arzt, das ist so ein neuer Arzt, der alte, mit dem bin ich immer gut ausgekommen, wurde pensioniert und der neue … der will immer etwas ändern.“

Pharmama: „Nehmen Sie denn Medikamente? Speziell gegen hohen Blutzucker?“

Frau. „Ja, ich bekomme Metformin, das nehme ich auch regelmässig, darum glaube ich auch nicht, dass der Blutzucker wirklich hoch war…“

Metformin ist so die Standard-Anfangs-Therapie bei erhöhtem Blutzucker vom Typ II Diabetes. Nichts ungewöhnliches hier.

Pharmama: „Nun, dann wollen wir doch mal sehen und messen.“ sage ich und piekse sie in den Finger, halte den Streifen an den kleinen Tropfen Blut und tupfe das ab, klebe ein Pflaster drauf, während die Maschine misst.

Biep macht sie und zeigt … 20.7 mmol/l

„Holla“ sage ich „– das ist wirklich hoch.“

Zur Info: Obwohl man besser erst mal nüchtern und 2 Stunden nach dem Essen misst – laut Diabetes Weiterbildung letztes gilt alles ab 11.7 mmol/l im Plasma gemessen als Diabetes. Egal wann man misst …. und sie sagt sie habe seit über 8 Stunden nichts gegessen. Zum Vergleich: Normale Werte liegen nüchtern unter 5.

Interessant ist, dass die Frau meine Messwerte zwar nicht anzweifelt … aber sofort anfängt nach Ursachen zu suchen. Das fände ich noch verständlich, nur … die Richtung, wo sie sucht …

Frau: „Heute kann man einfach gar nichst mehr essen! Das ist doch alles vergiftet und verstrahlt. Nicht nur oben im Norden, auch bei uns. Das liegt alles an der schlechten Qualität vom Essen! Ansonsten gäbe es sowas wie Diabetes gar nicht …“

„Naja“ sage ich. „Es gibt ja zwei Arten von Diabetes und die eine kommt ganz sicher nicht vom Essen…“

Frau: „Ja, aber wie kommt das dann, das die Medikamente, die ich bekomme nicht wirken? Das ist doch alles nutzloses Zeug. Da ist wahrscheinlich gar nichts drin an Wirkstoff, das hört man doch immer in der Presse!“

Pharmama: „Das kommt vielleicht bei Arzneimittelfälschungen vor, aber bei uns hier eigentlich nicht. Ich versichere Ihnen, dass die Medikamente hier getestet und zugelassen wurde und auch das enthalten, was draufsteht.“

Frau: „Aber wie kommt es dann, dass sie nicht mehr wirken? Häh?“

Pharmama: „Das wird daran liegen, dass Diabetes eine fortschreitende Erkrankung ist. Ihr Blutzuckerspiegel wird ja kontrolliert durch Insulin. Und das wird in ihrer Bauchspeicheldrüse produziert. Beim Diabetes Typ II produziert sie einfach nicht mehr genug Insulin. Das nimmt dann über die Zeit weiter ab. Da kann es schon sein, dass die Medikamente, die man am Anfang hatte dann irgendwann nicht mehr genug sind. Von daher hat ihr Arzt Recht, wenn er das anpassen möchte. Das würde ich bei Ihnen und den Werten auch dringend empfehlen.“

Frau (abwehrend): „Ich will aber nicht Insulin spritzen müssen.“

Pharmama: „Nun ja, vielleicht geht es ja noch mit etwas anderem, das muss der Arzt anschauen. Das kommt darauf an, wie der Diabetes ist …“

Frau: „Ich glaube langsam, dass dieses Diabetes eine Erfindung der Ärzte ist und eine neuzeitliche Erscheinung. Früher gab’s das nicht …“

Autsch. Jetzt muss ich vielleicht deutlicher werden.

Pharmama: „Natürlich gab es das früher auch schon! Nur wurde es weniger häufig so früh gefunden. Und dann konnte man auch kaum etwas machen. Bei meiner Urgrossmama zum Beispiel – die hatte Diabetes … und der mussten sie beide Beine abnehmen wegen den Folgeerscheinungen. Sagen Sie mir nicht, das gab’s früher nicht.“

Ich kannte tatsächlich noch meine Urgrossmama, die lebte eine Zeitlang bei uns … da habe ich das als Kind noch (gut) mitbekommen.

Frau: „Aber das hat trotzdem mit dem Essen heutzutage zu tun, dass es das mehr gibt.“

Jaaa … vor allem gelegentlich mit dem mehr oder zuviel Essen … das mit dem ungenügenden Insulin kommt auch, wenn die Körpermasse ansteigt.

Pharmama: „Wer weiss. Jedenfalls reicht es bei ihnen nicht mehr, darauf zu achten, was sie essen um den Blutzucker in den Griff zu bekommen. Bitte machen Sie mit dem Arzt einen Termin.“

Frau: „Aber ich fühle mich gut!“

Pharmama: „Ja, das glaube ich gerne, einen hohen Blutzucker merkt man auch nicht so. Aber das macht ihnen trotzdem die Gefässe zu. Das kann überall sein und dann teils recht plötzlich. Das ist gefährlich. Gehen Sie zum Arzt. Bald!“

Frau: „Ja, ja, okay, mache ich.“

Sie zahlt, erhält ihre Werte und eine Broschüre mit und geht.

Ich hoffe sie geht zum Arzt, aber ich habe da echte Bedenken. In der kurzen Zeit, die ich sie im Beratungsraum hatte, hat sie mir diverse umm … Theorien präsentiert. Angefangen von: ‘Unser Essen ist alles nicht gut / verstrahlt / die Ursache für alle Krankheiten’, über: ‘Medikamente enthalten teils keine Wirkstoffe’ über ‘der Arzt will ihr nur neues verschreiben, weil er daran verdient’, bis zu ‘Diabetes ist eine Erfindung der Ärzte’.

Echt schwierig.

Kurz habe ich mir überlegt, ihr zu zeigen, dass mein Blutzucker (mit demselben Gerät gemessen) normal ist. Aber … ob das reichte, sie zu überzeugen? Dass ihre Werte sehr hoch sind, wusste sie ja eigentlich schon.  Dass das etwas sehr schlechtes ist wohl auch … nur verdrängt sie das lieber.

Das war meine Flasche!

Die Frau kommt mit einem Abholzettel in die Drogerie und wird super-ärgerlich, als ich ihr sage, dass wir die Glasflasche für den Soda Stream Apparat mit dem speziellen Muster drauf, die man extra für Sie kommen lassen musste …. nicht mehr haben.

Frau: „Was? Aber Sie haben mir mehrmals angerufen, dass es hier ist!“

Pharmama (mit Blick auf den Abholzettel): „Das stimmt – Vor etwa 5 Wochen.“

Frau: „Aber weshalb ist es dann nicht hier?“

Pharmama: „Weil – als sie dann trotzdem nicht gekommen sind -das in der Zwischenzeit jemand anderes brauchen konnte. Da haben wir sie verkauft.“

Frau: „Das war meine Glasflasche!“

Pharmama: „Das wäre sie gewesen, aber … Sie haben ja auch darauf bestanden, dass Sie das nicht vorher bezahlen wollten. Wir wussten nicht, ob sie überhaupt das noch abholen kommen.“

… sie starrt mich an. Ich starre zurück. Wer zuerst blinzelt, hat verloren.

Pharmama: „Soll ich Ihnen nochmals eine besorgen?“

Frau: „Ja.“

… ich schreibe einen neuen Bestellzettel.

Frau: „Kann ich sie schon jetzt bezahlen?“

Pharmama: „Das ist eine gute Idee, dann bleibt sie nämlich auch hier, bis sie wieder Zeit haben vorbei zu kommen!“

Morgen, Morgen nur nicht heute

Bitte diskutieren Sie nicht mit mir, wenn der Arzt ausdrücklich auf das (Temesta) Rezept geschrieben hat:

Einzulösen am 21.6.2014

– das ist erst Morgen.

Wie man von einer Abhängigkeit wieder abkommt

… am Beispiel Vicks Medinait. (Wicks für die deutschen Leser). Das ist ein Kombipräparat das vor allem zur Winterzeit aktiv beworben wird gegen Erkältungsbeschwerden. Ein ziemlicher Hammer und enthält eine Kombination von Stoffen die abhängig machen können.

Mir fiel auf, dass der Kunde – ein distinguiert aussehender älterer Herr schon wieder Vicks MediNait holen kommt. Schon wieder heisst: das ist jetzt mindestens das 3. Mal, dass ich ihn sehe. Es ist Freitag abend und wenn ich mich recht erinnere, war es das die letzten Male auch.

Ich stelle das MediNait auf den Tisch, lasse aber die Hand drauf liegen als ich ihn frage:

„Mir fällt auf, dass sie das noch ab und zu holen kommen. Sie nehmen es wohl nicht gegen eine Erkältung?“

Mann: „Das ist ihnen aufgefallen? Also … wenn ich ehrlich sein soll, nein. Ich habe herausgefunden, dass es mir beim Schlafen hilft.“

Pharmama: „Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Das macht ziemlich müde. Allerdings … ist das nicht das Beste, das Sie machen können.“

Mann: „Das ist mir schon klar, aber ich will deshalb auch nicht zum Arzt. Und das funktioniert. Was soll ich denn sonst nehmen?“

Pharmama: „Da hat es eine Menge Wirkstoffe drin, die sie nicht brauchen. Sie brauchen ja kein Hustenmittel und kein Schnupfenmittel und der Alkohol darin … – Sie brauchen ja eigentlich nur das, was sie müde macht … (überleg) ... interessanterweise gibt es da den einen der Wirkstoffe separat und speziell zum beruhigen / schlafen. Das hier:“

Ich stelle das Sanalepsi daneben.

„Das sind Tropfen. Zum Beruhigen und Schlafen. Probieren sie es doch statt mit dem MediNait mit dem. Da ist das Risiko auf Nebenwirkungen auch geringer.“

Er nahm sie.

Er hat es probiert – und es hatte für ihn die gleiche Wirkung wie die Medinait.

Und weil es Tropfen waren konnten wir das zusammen nach einiger Zeit dann abbauen und schliesslich wieder ganz damit aufhören.

Das ist für mich auch ein Erfolgserlebnis. Auch kleine zählen für das tägliche Wohlbefinden bei der Arbeit :-)

Ladenschluss

Die Frau schaut um viertel vor 7 Uhr in die Apotheke –„Schliessen sie schon?“

Die Drogistin, die dabei ist den Ladenschluss vorzubereiten sagt: „In 15 Minuten. Sie haben noch Zeit, wenn Sie etwas wollen.“

„Okay,“ meint die Frau und … geht wieder. Sie setzt sich in das Café gegenüber und trinkt etwas.

‚Nun gut’, denkt meine Drogistin – ‚dann braucht sie wohl doch nichts.’

Doch. Um 2 Minuten vor Ladenschluss kommt die Kundin herein und will noch eine Hautberatung für eine Nachtcreme.

Grrrrr!

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Lieber Zahnarzt: Bitte nicht.

Kundin bestellt bei uns eine spezial-Zahnpasta. Die braucht tatsächlich ein Rezept, muss aber (wie eigentlich alles auf Zahnarztrezept in der Schweiz) bezahlt werden.

Das Ding ist nicht exorbitant teuer.

Pharmama: “Das macht 9 Franken 50.”

Kundin: “Mein Zahnarzt hat gesagt es kostet 8 Franken.”

Pharmama: “Es kostet 9.50.”

Kundin: “Oookay. 9.50.”

Sie knübelt das Geld aus dem Portemonnaie und zahlt. Leicht widerwillig.

Lieber Zahnarzt. Das Ding kostet mich im Einkauf schon etwas über CHF 7.50.-. Bitte sieh’ davon ab, dem Kunden irgendwelche Preise zu sagen. Die sind bei Sachen, die sowieso nicht von der Krankenkasse bezahlt werden Marktabhängig … und Du weckst Erwartungen beim Kunden, die wir dann enttäuschen müssen. Ich geh’ ja auch nicht hin und sag der Kundin: “Oh, ein Loch flicken im Backenzahn – das kostet Sie nicht mehr als … Franken beim Zahnarzt.”

Also: Bitte nicht.

spezielle Allergien

Frau in der Apotheke: “Ich möchte ein Schmerzmittel, aber ich bin allergisch auf Milligramm.”

Pharmama: “Entschuldigung, Sie sind was?”

Frau: “Naja, ich kann Milligramm nehmen, aber nicht mehr als 200 aufs Mal – also geben sie mir ein Schmerzmittel mit weniger drin!”

Missverständnis (8)

Der junge Mann kommt in die Apotheke und verlangt: „Ein starkes Schmerzmittel!“

Es fällt auf, wie dick seine eine Backe ist, also fragt ihn die Pharmaassistentin: „Haben Sie Zahnschmerzen? SO geschwollen wie das ist, sieht sich das besser ein Zahnarzt an.“

Der Junge stutzt, nimmt ein Taschentuch aus der Hosentasche, spuckt den riesen-Kaugummi, den er in der Backe verstaut hat da rein und sagt: „Nein, das Schmerzmittel ist für die Kopfschmerzen meiner Mama.“

Ups. Na dann …

Das gehört wahrscheinlich unter die Kategorie: Missverständnisse …

mehr in der Sparte:

 

 

automatischer Refill-Service

Frau Kehraus etwa 55 Jahre, wohnt in der Nähe – nicht weiter als 2 Querstrassen weg – und kommt bei uns regelmässig ihre Rezepte einlösen. Sie möchte auch, dass wir ihr Sachen vorbeibringen – ein, zwei Mal monatlich oder so.

Das ist in Ordnung. Wir machen das auch als Kundendienst … nur manchmal frage ich mich: Warum? – wenn sie schon mindestens jede Woche einmal sowieso in der Gegend ist. Sie kommt dann auch in die Apotheke um dies und das zu kaufen.

Aber was bei ihr am schwierigsten ist: Ihre Dauermedikamente. Sie will, dass wir ihr die Sachen automatisch bringen – also dann, wenn sie ihr auslaufen – und zwar ohne, dass sie sie verlangen muss – Wir ‚sollten schliesslich wissen, wann meine Tabletten ausgehen und sie mir dann bringen’. Sie will nicht die Verantwortung dafür übernehmen, dass sie genug zu Hause hat.

Pharmama: „Das kann ich nicht. Ich habe nicht das Computersystem dafür … und kann auch nicht ständig nachschauen gehen. Vielleicht könnte ich noch ein Computerprogramm basteln, das mich daran erinnert, aber auch dann weiss ich nicht mit Sicherheit, ob Sie nicht noch welche haben – manche der Dinge sind je nach Bedarf zu nehmen.“

(Und ich weiss ja auch nicht, ob sie die wirklich so nimmt, wie sie sollte).

„Es ist wichtig, dass Sie uns jeweils den Auftrag geben. So wie die andern auch. Das geht auch telefonisch.“

Sie will davon nichts hören.

Ich erkläre ihr: „Das ist dasselbe wie man schauen muss, dass man immer Brot, Milch oder Toilettenpapier zu Hause hat.“

Nichts nützt.

Sie erklärt mir dass ihre Gesundheit tatsächlich meine Verantwortung (!) ist. Immerhin ist es ja auch meine Verantwortung, dass Sie die richtigen Tabletten bekommt, also soll ich auch schauen, dass sie die rechtzeitig bekommt. Lies: Automatisch.

Ich habe das Gefühl, mich jetzt hinsetzen zu müssen.

“Nein. Nochmal: Ihre Gesundheit ist Ihre Verantwortung!”

Was ich noch machen könnte ist, ihr ein Dosett richten lassen. Dann wären die Medikamente bei mir und sie würde wöchentlich das Dosett gerichtet bekommen und auch nach Hause geliefert.

Das will sie aber auch nicht, schliesslich sei sie ‘noch nicht so tüdelig, dass ich die Tabletten nicht selber aus den Packungen nehmen könnte!’ Der wahre Grund dürfte aber sein, dass Sie für den Service bezahlen müsste.

Mir scheint manchmal, die Leute heute wissen immer mehr von ihren Rechten und immer weniger von ihrer Verantwortung oder “Pflichten”.

Frau Kehraus war mehr als erstaunt, dass ich ihrer Argumentation nicht folgte. Wahrscheinlich war sie so überrascht wie ich, dass sie meinen Erklärungen nicht folgen konnte.

Ich habe ihr gesagt, was ich tun kann für sie – dass Ihre Medikamente gebracht werden, wenn Sie sie verlangt. Auch telefonisch. Und wenn das nicht genug ist … nun ja. Sie kann ja noch versuchen, ob eine andere Apotheke das macht.

(Kaum).

Dieselbe Frage

Kunde: “Ich wollte wissen, ob ein Antibiotikum für mich auf der Seite ist?”

Pharmama: “Nein, wir haben noch kein Rezept dafür bekommen.”

Kunde: “Der Arzt hat kein Rezept gefaxt?”

Pharmama: “Nein, bisher noch nicht.”

Kunde: “Dann ist nichts bereit für mich?”

Pharmama: “Nein, es steht nichts auf der Seite für Sie.”

Kunde: “Dann hat der Arzt sich nicht gemeldet?”

Pharmama: “Nein.”

Kunde: “Und wann wird mein Antibiotikum zum abholen bereit sein?”

Pharmama: “Frühstens sobald wir vom Arzt etwas hören.”

Kunde: “Dann frage ich später noch mal nach.”

Machen Sie das.