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Intimwaschmittel für Kinder?

Die Frau kommt forschen Schrittes in die Apotheke und fragt nach : “Intimwaschmitttel?“

Ich bringe sie zum passenden Regal und zeige Ihr unsere Auswahl: „Hier.“

Frau (beäugt die Auslage suchend): „Haben sie spezielle für Kinder? 2 Jährig.“

Pharmama: „Nein. Kinder brauchen auch noch kein Intimwaschmittel.“

Frau:Na, haben Sie eine Ahnung! Haben Sie also nicht?“

Pharmama: „Nein, keine speziellen. Wenn Sie unbedingt etwas wollen, können Sie von denen hier (zeige auf unsere Auswahl an Intimwaschmitteln, pH neutral, teils ohne Parfüms, teils in Tüchleinform etc.) nehmen – aber für Kinder ist eigentlich hauptsächlich nur Wasser empfohlen zum waschen … und nur in Ausnahmefällen wenig Waschmittel. Ich habe spezielle Waschmittel für Kinder. Spezielle Intimwaschmittel habe ich nicht.“

Die Frau sieht mich an, als habe ich ihr gerade erklärt, dass wir in der Apotheke keine Medikamente haben und geht.

Wohl um das woanders zu suchen.

Aber ehrlich: Intimwaschmittel für ein 2-jähriges?

Wiiieesoo?

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Selbstbehandlung

Mutter in der Apotheke: “Mein 4 jähriger Sohn hat Ohrenschmerzen und ich habe ihm dagegen vor 3 Tagen Vicks* Vaporub auf einem Watteball ins Ohr getan – aber er klagt immer noch. Und vorher, als ich ihm die Watte entfernt habe ist noch so flüssiges oranges  Zeug herausgekommen. Denken Sie, dass etwas Zitronensaft direkt ins Ohr dagegen helfen würde?”

“Nein. Arzt. Jetzt!”

Armes Kind. Wirklich?!

*Wick Vaporub für die deutschen Leser – und, Nein, diese Anwendung kann ich nicht empfehlen.

wenn’s juckt und beisst …

Ein Mann kommt mit seinem Jungen in die Apotheke und verlangt ein Mittel gegen Schuppen und juckende Kopfhaut für seinen Sohn.

Ein Blick auf den Junior, der da steht und sich ausgiebigst kratzt … und ich verkaufe ihm lieber ein Lausschampoo und Kamm.

…. (Brrrr).

Muss das wirklich sein?

Der Vater regt sich auf, weil ich dem Arzt anrufen möchte um eine ungewöhnliche Dosierung bestätigt zu haben betreffend dem Nasenspray des Sohnes:

“Oh, das ist ja lästig. Wir haben schon so viel Zeit beim Arzt gebraucht und das hier ist einfach lächerlich. Er hat uns alles erklärt und auch gesagt, dass es etwas stark ist. Muss das wirklich sein?”

Pharmama: “Nun, ich will trotzdem nachfragen, ob der Arzt wirklich die hohe Dosierung wollte. Er hat nämlich nicht sic auf das Rezept geschrieben, wie er könnte.”

Also habe ich angerufen.

Und der Arzt hat die Dosierung halbiert.

So ha!

Jetzt fragt sich vielleicht mancher: Wegen Nasenspray? Ja. Es war auch nicht “gewöhnlicher” Nasenspray, sondern welcher, der Desmopressin enthält. Das ist ein Mittel, das dem Hormon Vasopressin entspricht. Es wirkt auf die Nieren und hemmt dort die Wasserausscheidung. Demnach wird es eingesetzt bei Diabetes insipidus, wo die Regulierung des Wasserhaushaltes nicht mehr richtig funktioniert und man oft und viel auf die Toilette muss.

Und ich weiss, wie lange das beim Arzt dauern kann und dass das (auch für die Eltern) nicht lustig ist. Aber was sein muss, muss sein.

Verwechslungsgefahr!

lebkuchenhausmedi

Als Eltern weiss man (oder besser: sollte man wissen), wie wichtig es ist Medikamente ausserhalb der Reichweite von Kindern aufzubewahren.

Trotzdem kommen in Amerika pro Jahr 67 Tausend Kinder ins Spital wegen unbeabsichtigten Vergiftungen mit Medikamenten. Und in der Schweiz sind es laut toxi.ch jährlich an die 5000 Beratungen wegen von Kindern versehentlich eingenommener Medikamente.

Medikamente und Süssigkeiten sehen aber auch teils ähnlich aus.

Im Bild oben ist ein Lebkuchen-Häuschen mit Süssigkeiten und das andere mit Medikamenten dekoriert.

Sehr anschaulich!

Quelle: East Tennessee Childrens Hospital

Wie stelle ich ein Rezept aus – Anno 1936 (7)

Aus dem Buch Rezeptierkunde – Leitfaden zum Verschreiben und Anfertigen von Rezepten von Prof. Dr. Med T. Gordonoff

Das hatten wir schon:

Wie stelle ich ein Rezept aus – anno 1936 (1) Einleitung

Wie stelle ich ein Rezept aus – anno 1936 (2) Zusammenarbeit mit Apotheken

Wie stelle ich ein Rezept aus – anno 1936 (3) – wie sieht das Rezept aus?

Wie stelle ich ein Rezept aus – anno 1936 (4) – Anwendung und lateinische Formulierung

Wie stelle ich ein Rezept aus – anno 1936 (5) – Dosierungsangaben und Aufschreiben von Arzneistoffen / Spezialitäten

Wie stelle ich ein Rezept aus – Anno 1936 (6) – wie finde ich die richtige Dosierung

und heute: Spezielle Dosierung bei Schwangeren und Kindern

Bei schwangeren Frauen denke man daran, dass die meisten Arzneien auch auf den Fötus übergehen. Auch bei stillenden Frauen ist es besser, tunlichst jede Arzneimedikation zu vermeiden, denn viele Arzneien gehen in die Milch über.
Bei Frauen und Greisen pflegt man überhaupt mit der Dosis herunterzugehen.

Durch die Einnahme der Arznei in verzettelter Dosis (dosis refracta) kann die Wirkung gesteigert werden (Bürgi), so dass man zuweilen mit kleineren Mengen auskommen kann …

Prof. Dr. Med T. Gordonoff

Aus heutiger Sicht ist das nur mehr als logisch. Wirkstoffe haben pharmakologisch gesehen 2 „Grenzen“, die man beachten muss – gemessen im Blutspiegel. Die untere Grenze ist der für die Wirkung benötigte Mindestspiegel, die obere Grenze ist der Spiegel ab dem es für den Körper giftig wird. Um zwischen diesen Grenzen zu bleiben ist es tatsächlich sinnvoll, Medikamente in mehreren (teils kleineren) Dosen zu verabreichen als einmal am Tag eine Riesen-Menge zu geben – je nach Stoff schiesst man da nämlich erst mal oben über die Toxizitätsgrenze und fällt dann – je nachdem, wie schnell das abgebaut wird – mehr oder weniger rasch wieder unter die Wirkgrenze.

Dann folgt ein längerer Exkurs über Die Dosierung in der Kinderpraxis.

Das Problem hier besteht noch heute: Man weiss noch immer bei vielen Medikamenten nicht wirklich, wie man die Dosieren soll – es gibt zuwenig Tests und wenig Erfahrensberichte bei den meisten.

So hinterlässt mich das Kapitel nicht viel weiser ..

Leider gibt es keinen richtigen, allgemein befriedigenden Schemata für die Arzneidosierung in der Pädiatrie. Einen gewissen Anhaltspunkt bietet das Körpergewicht …

Jung hat eine Formel aufgestellt, nach der die Menge folgendermassen berechnet werden kann:
Alter des Kindes /Alter des Kindes + 12

D.h. Ist das Kind 2 Jahre alt, dann ist seine Dosis: 2/2+12 = 2/14 = 1/7
= somit 1/7 der Dosis des Erwachsenen

Oder man gibt dem Kind soviel Zwanzigstel von der Dosis vom Erwachsenen als das Kind Jahre zählt.
Ein 2 jähriges Kind bekommt 2/20 = 1/10 der Dosis des Erwachsenen.

Prof. Dr. Med T. Gordonoff

Man sieht schon: ein ziemlicher Unterschied. Viel mehr bringen auch die Tabellen, die er danach bringt nicht – verschiedene Ansätze, verschiedene Ergebnisse.

Von 1/8 bis 3/10 bis 1/5 der Erwachsenendosierung … alles Daten für 2 Jährige.

Und er warnt auch.

Bei der Anwendung dieser Formeln darf man aber nicht vergessen, dass das Körpergewicht und das Alter des Kindes keineswegs genügende Kriterien für die Dosierung sein können. Manche Arzneien werden vom Kinde besser vertragen als vom Erwachsenen in der entsprechenden Dosierung

Die folgenden Arzneien werden dem Kinde in entsprechend grösseren Dosen gegeben als dem Erwachsenen: Sulfanilamide, Avertin, Antipyrin, Natriumcacodylat, Belladonna, Bromide, Vitamin K, Vitamin D2 (Vaille Presse Medicale 1943)

Prof. Dr. Med T. Gordonoff

Es gbt aber durchaus auch das Gegenteil, auch wenn er da hier nicht darauf eingeht. Die Aufnahme und Verteilung ist beim Säugling nämlich auch anders als beim Kind und beim Erwachsenen. Der Darm ist noch anders aufgebaut, die Enzymaktivität im Körper ändert, Wasser-und Fettverteilung des Körpergewebes … es ist unglaublich komplex.

Am besten wäre es, wenn man in der Säuglings- und Kleinkinderbehandlung stets in refracta dosi ordinieren könnte. D.h. in wiederholten, tastenden kleinen Gaben bis zum Eintritt der Wirkung. Eine grosse Vorsicht ist auf alle Fälle bei der Säuglingsdosierung am Platze.

Prof. Dr. Med T. Gordonoff

Und das kann ich unterschreiben. Damit beenden wir das heutige Kapitel Rezeptierende :-)

Gewichtiges

Gestern habe ich einen Antibiotikum-Sirup für ein 10 jähriges Kind abgegeben, das war schwerer als ich !

Ich wollte es erst nicht glauben, als die Mutter gesagt hat, er wiege 70 kg. (Anwesend war es nicht).

Ich muss nach dem Körpergewicht fragen um die Dosierung zu kontrollieren – und die war doch eher ungewöhnlich für das Alter.

Junior Philosoph

Junior gestern – auf dem Weg in den Zoo:

"Du Mama, was bedeutet Zeitverschwendung?"

Ui.

Ich musste so an Momo denken, aber: wie würdet Ihr ihm (6) das erklären?

Ich werd’ auch bald Mini-manisch!

Schweizer werden das hier kennen:

minimania

*das* ist die neuste Aktion eines hiesigen Grosshändlers und nennt sich Mini-Mania. Die Mini-Produkte (alles Hauslinien) gibt es bei einem Einkauf ab X Franken dazu.

Wir kaufen kaum bei dem Grosshändler ein – aber auch wir kommen nicht um den ganzen Rummel drum rum: Junior bekommt im Tagi die Dinger geschenkt. Jetzt haben wir schon eine Mini Packung Pommes, eine Mini-Packung Schokolade mit Nüssen, Eistee und Zahnpasta … und Junior will natürlich mehr! Dabei spielt er gar nicht so gerne “Lädele”.

Es gibt einige Diskussionen darüber: Man redet von früher Indoktrination und Prägung auf die verschiedenen (deutlich identifizierbaren) Produkte. Früh übt sich und so. Andere finden das gar nicht so schlimm.

Ich frage mich, was die dazu sagen würden:

minimaniaapo

Ja: ich habe mir erlaubt etwas mit meinem Bildbearbeitungsprogramm herumzuspielen – und Nein: das soll hier keine Werbung sein, die Produkte wurden auch nicht nach Wirksamkeit oder zur Empfehlung herausgesucht, sondern rein auf “Wiedererkennbarkeit”. Ausserdem sind Medikamente keine Konsumgüter (und ganz sicher kein Spielzeug).

Trotzdem die Frage: das sind auch Markenartikel. Wenn das nun frühe Beeinflussung wäre – ist das andere mit den Lebensmittelmarken das nicht auch?

Und: Wie verwerflich ist das?

Geht etwas um?

Liebe besorgte Eltern von kranken Kindern in der Apotheke. Auch wenn ihr Liebling (schon) wieder etwas eingefangen hat, fragen Sie mich nicht „ob etwas umgeht“.

Die Antwort ist Ja. Es geht immer etwas um.

Wir sind umgeben von Viren für Erkältungen, Grippe, Magendarmproblemen und den verschiedensten Bakterien für noch ein paar Dinge mehr.

Ob ihr Kind das bekommt hängt aber nicht davon ab, ob etwas umgeht, sondern auch, wie fit es sonst ist, und ob es engeren Kontakt mit einem Erkrankten hatte – und je nachdem auch, ob es geimpft ist.

Und das kann ich nicht sagen.

Golden – aber nicht erstrebenswert

In die Apotheke kommt ein Mann um mir seine Nase zu zeigen – die eine schuppende Kruste und Hautrötung um das eine Nasenloch herum aufweist.

Mann: “Was könnte das sein?”

Pharmama: “Hmmm… wie lange haben sie das schon?”

Mann: “Erst seit vorgestern.”

Pharmama: “Beisst es?”

Mann: “Nein … aber es stört. Es brennt ein bisschen.”

Pharmama: “Leiden sie gelegentlich unter Fieberblasen?”

Mann: “Nein. Die hatte ich noch nie.”

Pharmama: “Dann ist es wahrscheinlich das nicht …”

Es kann sein, dass sich die Fieberblasen-bläschen, die auch Krusten machen, bis zur Nase und noch höher ziehen.

Pharmama: (schaut sich die Kruste noch einmal an – es sieht leicht gelblich aus … ist das Eiter?) “Hmmm – ich denke, es ist eine Infektion. Bakterien wahrscheinlich …”

Mann: “Wie kommt das?”

Pharmama: “Vielleicht sind sie in eine winzige Hautwunde an der Nase eingewandert. Oft machen auch normale Hautbakterien das, wenn sie eine schwache Stelle finden.”

Mann: (überlegt): “Hmm, könnten es Steko … nein … Staphokken sein?”

Pharmama: “Staphylokokken meinen Sie? Wie kommen sie darauf?”

Das könnte wirklich gut sein. Die gelbe Kruste wäre typisch für Staphylococcus aureus – das aureus kommt vom “gold”-gelb.

Mann: “Mein kleiner Sohn hat im Moment auf der Haut eine Staphylokokkeninfektion.”

Pharmama: “Dann könnten es auch hier gut Staphylokokken sein. Hat er auch gelbe Krusten?”

Mann: “Ja.”

Staphylococcus aureus. Der Sohn hat es wahrscheinlich in Form von Impetigo contagiosa und der Vater sich von ihm angesteckt.

Wollen wir hoffen, dass es kein MRSA ist – kein auf Antibiotika multipel-resistenter Staphylococcus – aber dann wäre der Sohn wohl kaum nach der Diagnose bei ihm zu Hause. (Ja, ich weiss, das M kommt von Methicillin, aber inzwischen sind die ja häufig gleich auf mehrere Sachen resistent, also …).

Es ist natürlich Samstag, sonst würde ich ihn gleich zum Arzt schicken. Aber so habe ich ihm dann ein starkes Wunddesinfektionsmittel in Salbenform empfohlen und Händedesinfektionsmittel und– falls es damit nicht bis am Montag besser wird dann zum Arzt zu gehen -dann braucht er wohl Antibiotische Nasensalbe.

Was er hat ist zwar unangenehm – aber eigentlich nur, weil da dieser eine Keim überhand bekommen hat – ansonsten ist es so, dass viele von uns diesen unbemerkt auf uns tragen – ihn und ein paar Millionen weitere auch:

lonely

Vater des Jahres

Oder vielleicht doch nicht.

Pharmama: "Wie ist der Geburtstag von ihrem Sohn?"

Vater mit Rezept für das Kind auf dem kein Geburtstag steht.:

"Oh, Moment bitte – ich muss rasch meiner Frau anrufen und fragen."

Alternativmedizinische Extrabestellungen

Ich selber habe es nicht so mit den homöopathischen Mitteln, aber sie werden ziemlich häufig verlangt und wir haben auch einige Ärzte, die das gerne auf- und ver-schreiben.

Mal abgesehen von der Wirksamkeit der Mittel habe ich aber noch ein anderes Problem: ich muss sie, speziell spezifisches, häufig bestellen. Das kann ich – dauert aber 2-3 Tage. Leider manchmal auch länger.

Das ist ausgesprochen ungeschickt, wenn es für etwas eingesetzt wird, wo man es gleich bräuchte. Lässt sich aber kaum verhindern. Ich kann wirklich nicht jedes Mittelchen an Lager haben. Manches davon brauche ich nur ein Mal in 10 Jahren …

Letzthin gerade.

Auf dem Rezept am späten Freitag abend für ein hustendes Kleinkind – 3 bis 4 Monate alt: Globuli und eine Salbe zum einreiben auf die Brust.

Die Globuli habe ich sogar hier – Belladonna D6, wohl genommen gegen Fieber. Die Salbe allerdings … Schon klar, Pulmex Baby und anderes mit ätherischen Ölen darf ich wegen Bronchospasmus-Gefahr erst ab 6 Monaten geben. Bei der Salbe steht das ziemlich sicher nicht drauf oder drin (homöopathische Sachen und anthroposophische Mittel haben meist keine Packungsbeilagen). Allerdings scheint die Salbe dem Namen nach Thymianöl zu enthalten … Viel.

Pharmama: "Zuerst muss ich noch bei der Ärztin nachfragen, wieviel Prozent die Salbe denn haben sollte – aufgeschrieben hat sie nämlich 40% … was mir wahnsinnig hoch vorkommt … und es so nicht gibt."

Natürlich war die Ärztin am Freitag abend nicht mehr in der Praxis. Ich informiere also die Mutter: "Sie ist nicht mehr erreichbar, das muss ich am Montag abklären – dann kann ich es auch gleich bestellen, jetzt hat die Firma auch schon geschlossen."

Montag morgen. Die Ärztin meint: „Dann nehmen sie halt 10% – ich wusste nicht, wie es die genau gibt, da habe ich einfach etwas aufgeschrieben.“

Die Mutter telefonisch informiert, Salbe nach ihrem okay bestellt. Sie meint: "Ja, bestellen Sie es, wir brauchen das wohl noch eine Zeitlang, das Kind hustet immer noch ziemlich fest."

Pharmama: "Wie sieht es mit Fieber aus?"

Mutter: "Ja, mit den Fieberzäpfchen geht es runter, kommt aber wieder. Und sie ist ziemlich schwach. Sie will nicht trinken."

Als ich das höre, rate ich ihr an, nochmals zum Arzt zu gehen.

Die Salbe kommt am Mittwoch nachmittag – Mutter angerufen, damit sie weiss, dass die jetzt hier ist.

Sagt die Mutter:Jetzt brauchen wir sie nicht mehr. Ich habe nach ihrem Anruf am Montag versucht einen Termin mit der Ärztin zu machen, die meinte sie könne uns erst am Dienstag mittag einplanen. Dienstag morgen ging es so schlecht, dass ich mit ihm ins Spital bin. Das Kind hat eine üble Lungenentzündung und liegt im Spital.“

Oh Weh.

Ich kann ihren vorwurfsvollen Ton ja verstehen – sie hat da ziemlich was durchgemacht – allerdings bin ich überzeugt, dass die Salbe zum einreiben das auch nicht verhindert hätte. Auch nicht, wenn sie schon am Freitag da gewesen wäre.

Das ist zwar jetzt ein Extremfall, aber nicht wirklich eine Ausnahme. Mir fällt auf, dass wir Bestellungen für spezielle homöopathische Sachen oft am Freitag abend bekommen. Murphys Law halt.

Der Kinderdok hat geschrieben: Babyrotz und Elternschiss

babyrotz

… und ich durfte das Buch gratis lesen. Dafür ganz herzlichen Dank lieber Kinderdok – und auch an dein PR-Team, das es mir zukommen liess.

Was kann ich dazu sagen? Optimal wäre es gewesen, wenn ich dieses Buch hätte lesen können, bevor ich meinen Junior bekommen habe – aber da wir die Zeit nicht zurückdrehen können … man nimmt, was man bekommt – und es ist auch jetzt noch gut.

 

Ich habe mich in einer knappen Woche durchgelesen – was nicht nur an meinem Lesetempo, sondern auch daran liegt, dass man es kaum aus der Hand legen kann. Der Einband ist im übrigen schon optisch „vorgeschädigt“, so dass ich auch keinerlei Bedenken hatte das Buch überallhin mitzunehmen – selbst zu Juniors Turnstunde. Lese ich es halt auch hier.

 

Es ist ein tolles Buch. Professionell und gewohnt einfühlsam führt uns der Kinderdok durch die Wirren und Begegnungen in seiner Praxis und die verschiedenen Vorsorgeuntersuchungen – und so ganz nebenbei bekommt man Tipps zur Kindererziehung und Erklärungen zum Kinderverhalten. Es ist die perfekte Balance zwischen Unterhaltung und Einsicht und plädiert für etwas mehr Gelassenheit bei den Eltern – ein Buch, das ich jeder frischen Mama und jedem Papa empfehlen kann – nicht nur denen in Deutschland. Auch wenn bei uns Organisationsmässig ein paar Dinge unterschiedlich sind – und wir hier keine Privatpatienten haben …

 

Einzig: Lieber Kinderdok – Stephenie Meyers zitieren? Beim Thema Blutabnahmen? Ich weiss noch nicht, ob ich das als fauxpas oder als absichtliche Pointe sehen will. :-)

Und zum Nachklapp kann ich nur sagen: Ich glaub Dir. Ganz ehrlich.

 

Also: Kaufempfehlung! *****