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Wart’z ab

“Haben Sie Mittel gegen Warzen?” Fragt mich der ältere Mann.

Pharmama: „Eine Menge. Wo haben Sie die Warze denn?“

Mann: „Auf dem Auge.“

Pharmama: „Auf dem Auge??“

Mann: „Ja, hier.” – Er zeigt sie mir kurz. Es ist eine Alterswarze und ja, direkt oberhalb des beweglichen Augenlids.

Pharmama: „Das ist eine Alterswarze – und an der Stelle … da kann ich ihnen nichts geben zum wegmachen. Da müssten sie zum Arzt.“

Mann: „Ich gehe sicher nicht zum Arzt. Reine Geldverschwendung. Geben Sie mir einfach etwas dagegen.“

Pharmama: „Ich kann ihnen keines von den Mitteln geben. Die sind für Warzen an den Händen und Füssen. Ums Auge hat man sehr empfindliche Haut, da kann ich ihnen nichts geben zum wegätzen oder weg-eisen.“

Mann: „Wo haben sie die Warzenmittel?“ Er schaut sich suchend um, wenn er die im Griffverkauf sehen würde, würde er wohl eines nehmen, um mich zu „zwingen“ es ihm zu verkaufen.

Ich rühre mich nicht vom Fleck.

Pharmama: „Nochmal: Ich KANN ihnen für diese Stelle kein Warzenmittel geben. Sie riskieren ihr Augenlicht.“

Mann: „Lassen Sie das mein Problem sein. Geben sie mir einfach eins von den Mitteln, die sie haben.“

Pharmama: „Nach dem was sie mir erzählt haben kann ich ihnen guten Gewissens kein Mittel verkaufen.“

Mann: „Und inoffiziell?“

Ich schüttel den Kopf.

Man stelle sich vor, was passiert, wenn er mit der Säure (ja, das ist es) danebentropft – ins Auge… oder sich mit dem Eisstift glatt durch die Haut ‘brennt’ …

Er schaut mich wütend an: “Und was mache ich jetzt damit?”

Pharmama: “Wenn Sie die Warze weghaben möchten, dann zeigen sie sie einem Arzt.”

„Alles Halsabschneider!“ murmelt er wütend, während er sich auf dem Weg aus der Apotheke macht.

:-( Ob er jetzt den Arzt damit meint oder mich, weiss ich nicht.

Ich verstehe ja, dass das frustrierend ist, wenn man gar nichts bekommt, aber … das hat gute Gründe. Kann er das nicht verstehen??

Über diese Anzeigen

Schwarztee-Umschläge

Schwarzteeumschläge kann man einsetzen zur Behandlung entzündlicher Haut. Sie helfen bei Rötung, Nässen, Spannungsgefühl. Neurodermitisähnlichem und Ekzemartigem. Der Vorteil: Schadet nicht. Auf die normale Behandlung (wo verschrieben), also Kortisonsalben und Grundpflege durch fettende Salben und Cremen sollte man deshalb aber nicht verzichten.

 

Für Schwarztee-Umschläge braucht man:

Schwarztee ohne Zusätze und ohne zusätzlichem Früchtemix.

So geht das: 

Übergiessen Sie den Teebeutel mit heissem Wasser und lassen Sie ihn lange ziehen.

Legen Sie den Teebeutel erst auf die betroffene Stelle, wenn er gut abgekühlt ist. Anstatt den Teebeutel direkt auf die Haut zu legen, können Sie auch einen Waschlappen (oder Watte) mit dem Tee befeuchten und auf die betroffene Stelle legen.

Lassen Sie den Tee ca. eine Halbe Minute einwirken.

Fetten Sie danach die betroffenen Stellen unbedingt mit einer fettenden Salbe ein. (Excipial Creme, Mandelölsalbe oder ähnlichem)

Machen Sie diese Behandlung je nach Anweisung ein‐ bis zweimal pro Tag.

So wirkt es

Die Bittersubstanz des Schwarztees härtet die Haut ab. Mit anderen Worten: Die Haut wird "witterungsfähiger".

Die Kälte der Schwarztee‐Umschläge macht die Gefässe zu. Die Rötung nimmt deshalb ab.

Nicht erschrecken: Die Schwarztee‐Umschläge haben einen gerbenden Effekt auf die Haut. Diese kann leicht gelblich erscheinen.

 

Übernommen wurde der Text von Dr. Scheideggers Homepage http://www.allergieundhaut.ch, wo sich auch noch mehr Interessantes findet.

(Siehe auch die Merkblätter)

Ich durfte Dr. Scheidegger schon in Weiterbildungen erleben – und das war sehr lehrreich und auch hilfreich für die Praxis. Speziell die Schwarzteeumschläge – so einfach sie sind – konnte ich schon ein paar Mal (und erfolgreich) empfehlen.

Hier ein Danke an den Arzt, der sich für die Weiterbildung der Apotheker einsetzt!

Sag’s mir!

Ich liebe Rückmeldungen, speziell natürlich jene, die gut sind, aber auch sonst. Ich bin neugierig – und wenn ich etwas empfehle, wüsste ich gerne, ob es auch wirklich so gewirkt hat, wie es soll.

Heute lag auf meinem Schreibtisch ein Zettel mit der Nachricht:

Frau Ambach* bedankt sich. Sie sagt, es sei schwarzer Eiter drin gewesen und sie knapp an einer Blutvergiftung vorbeigekommen.

Ah ja. Sie war gestern morgen hier mit einem Problem. An ihrem Oberarm hatte sie eine Stelle  im Muskel, unter der Haut, die ihr wehtat. Sie wollte mich fragen, ob sie da weiter Zugsalbe draufmachen soll. Ich habe mir den Arm angeschaut – von aussen war kaum etwas zu sehen, eine leichte Rötung, wo die Zugsalbe bisher drauf war. Ich habe versucht etwas zu ertatsten, dabei gemerkt, dass die Stelle einiges wärmer war als die Umgebung (Entzündung?) und tief innen eine Verhärtung, aber verschiebbar. Schmerzen hatte die Frau keine auch nicht beim abtasten, aber sie meinte da sei etwas drin – es spanne.

Ich habe ihr dann geraten da nicht selbst weiter zu basteln, sondern gleich zum Arzt zu gehen, da ich denke, dass sie da eine Entzündung hat, ziemlich tief unter der Haut und vielleicht Eiter. Und der geht nicht alleine weg.

Und Zugsalbe … ist okay für Eitriges direkt unter der Hautoberfläche, aber bei tieferen Sachen kommt das nicht hin … und sie ist auch kein Magnet für Holz, Glas oder anderes.

Frau Ambach ging dann anscheinend gleich – und es war eine Eitertasche. Ein Abszess, den sie ihr im Spital geöffnet haben und sie dann mit einem Rezept für Antibiotika und Schmerzmittel wieder heimgeschickt.

Ich finde das spannend.

(wie üblich: alle Namen geändert)

Das ist schon normal … oder?

„Könnten Sie mal mein Muttermal anschauen?“ Fragt mich die etwa 50 jährige Frau.

Pharmama: „Natürlich. Hinten im Beratungsraum können Sie es mir zeigen. Was ist damit?“

Frau: „Ich wollte nur, dass sie es mal anschauen. Ich habe eine Menge Muttermale, wissen Sie und das ist normal bei mir.“

Pharmama: „Okay?“

Inzwischen hat sie ihr Oberteil abgezogen und zeigt mir ihren Rücken. Da sind wirklich einige Muttermale, kleinere aber auch grössere – das grösste etwa 1 cm im Durchmesser – aber das ist nicht dasjenige, das ich mir anschauen soll.

Frau: „Dieses hier“ – deutet sie so gut es geht. „Das stört ein bisschen. Ich glaube der BH reibt.“

Pharmama: „Ja – das blutet auch.“

Sie dreht sich fast um die eigene Achse im Versuch da einen Blick drauf zu werfen – was schlecht möglich ist. Und einen Spiegel haben wir hier drin auch nicht – es ist ja keine Ankleidekabine sondern ein Beratungsraum.

Pharmama: „Juckt es denn?“

Frau: „Nein, eigentlich nicht. Können Sie es mir nicht verarzten?“

Pharmama: „Ich kann ihnen ein Pflaster drüber machen, ja. Aber mir gefällt nicht, dass es blutet. Zeigen sie doch ihre Male einmal einem Hautarzt. Das sollte man sowieso regelmässig machen, vor allem, wenn man ein paar hat.“

Frau: „Ja, aber das mit den Muttermalen ist normal bei mir in der Familie, meine Mutter hatte auch einige und nie Probleme. Und ich auch nicht.“

Pharmama: „Das ist schön und ich denke, die meisten sind auch kein Problem. Trotzdem haben sie hier ein paar auf dem Rücken, die würde ich von einem Spezialisten anschauen lassen.“

Frau: „Oh, ich habe die anschauen lassen, die sind okay?“

Pharmama: „Ja? Bei wem waren Sie denn – und wann?“

Frau: „Vor etwa 2 Jahren? Da hat es sich ein Apotheker angeschaut. Er meinte, die sehen okay aus.“

Pharmama: „Okay – ein Hautarzt wäre trotzdem besser – die haben auch Lupen und Lampen und so für eine genauere Analyse.“

Frau: (winkt ab) „Ach, die sind schon normal.“

Pharmama: „Nun, zumindest wegen dem der im Moment blutet würde ich gehen. Der sieht auch sonst nicht so gut aus. Unregelmässige Form und Farbe … ich bin vor einem Jahr auch eins zeigen gegangen. Zum sicher sein.“

Frau: „Ja und? Was kann da schon passieren?“

Pharmama: „Ummm – sich verändernde Muttermale können ein Hautkrebs sein. Und da ist es gut, wenn man das so früh wie möglich erwischt, da sonst die Möglichkeit besteht, dass sich der ausbreitet. Schnell. Ich würde das zeigen gehen! Einem Hautarzt.“

Frau: „Okay.“

Pharmama: „Kann ich ihnen die Adresse von einem in der Nähe mitgeben?“

abcd

Es ist immer gut, seine Muttermale im Auge zu behalten. Bei sehr vielen lohnt es sich auch, sich selber eine Körperkarte anzulegen mit den Orten / wie sie aussehen, damit man Veränderungen erkennen kann.

Auf was man achten sollte sieht man oben: die ABCD Regel: Ist es Asymmetrisch? Wie ist die Begrenzung? Wie ist die Farbe (Color)? Wie ist der Durchmesser? Verändert es sich?

Bei mehreren Muttermalen kann man auch oft vergleichen: Gibt es darunter ein Auffälliges? Ein “hässliches Entlein” sozusagen?

Das blutende Muttermal der Frau oben war so ein hässliches Entlein. Besser, sie geht das rasch abklären. Wenn es meines wäre, würde ich es auch entfernen lassen – alleine, dass es durch den BH nicht weiter gereizt werden kann.

Der Geisterausschlag – oder: ich sehe gar nichts …

mittel-alter Mann in der Apotheke: "Ich hatte vorgestern einen üblen Ausschlag am Bauch. Können sie mir sagen, was das war und woher das kommt?"

"Nein, jetzt habe ich nichts mehr. Gibt es etwas, was ich das nächste Mal dafür nehmen kann?"

Tschüss, Papa!

Mein armer Kuschelbär hat am Hals einen Pickel bekommen – ein eingewachsenes Barthaar, so wie’s aussieht. Und da das schmerzt und er selber nicht ran kommt, hat er seine Haus-Apothekerin (mich) gebeten, ihm das aufzustechen.

Disclaimer: Das ist nicht empfohlen zu machen, speziell bei Pickeln im Gesicht / Hals, aber da ich ein bisschen Erfahrung damit habe / das nicht an einer sehr schlimmen Stelle war und ich auch das Material habe … und eigentlich, zumindest bei meinem Kuschelbär noch gerne an Bibeli herumdrücke …

… Jedenfalls, ich habe mein Werkzeug gesammelt: Alkoholisches Desinfektionsmittel, sterile Nadel, Gazetupfer, Pflaster … da kommt Junior und beäugt meine Vorbereitungen.

„Was machst Du da?“ Fragt er

„Ich muss bei Papa ein Pickel aufstechen.“

„WO? Wie? Kann ich zusehen?“– dabei hängt er schon fast auf mir.

„Okay, aber Du musst Abstand halten.“

Und damit er das auch sicher macht: „Weißt Du, wenn ich mit der Nadel abrutsche und Papa da in den Hals steche, dass es blutet, das ist ganz schlecht.“

Mein Kuschelbär – der wohl ganz sicher gehen will: „Ja. Da könnte ich verbluten!“

Junior: „Und dann?“

Kuschelbär: „Und dann stirbt man?“

Oh mein lieber Mann.

Nun gut. Junior hält jetzt Abstand und ich mache mich an die Arbeit.

Desinfizieren. Ich piekse in den hellen Teil vom Pickel. Eiter kommt raus – und dahinter etwas Blut.

Junior: „Oh. Nein.“

Und dann mit weinerlicher Stimme: „Tschüss Papa!“

So, jetzt wissen wir auch, wie wir mal verabschiedet werden, bevor wir sterben: „Tschüss!“

Ich konnte ihn dann wieder beruhigen, dass das bisschen Blut nicht so schlimm ist und Papa etwas übertrieben hat vorher.

Ah Bäh.

Der Kunde hält meiner Kollegin die Hand hin zur Begrüssung.

Die Drogistin nimmt die Hand (etwas erstaunt) und schüttelt sie – es ist bei uns nicht üblich, sich in der Apotheke zur Begrüssung die Hand zu geben – höchstens noch macht man das bei gut bekannten Kunden.

Der Kunde sagt dann: „Und, haben Sie mir etwas dagegen?“

Drogistin: „Gegen?“

Kunde: „Das …! „ und zeigt ihr noch einmal die Hand, die ein ziemlich übles Ekzem drauf hat.

Drogistin (leicht angeekelt): „Das schaut sich lieber die Apothekerin an.“

… ich bediene ihn dann weiter, während meine Kollegin sich nicht allzu diskret die Hände desinfizieren geht. Und ich verstehe sie gut – der Mann hat ihr die Hand nicht hingehalten wie ‚schauen Sie das mal an’ – sondern wirklich so, wie man jemandem die Hand hinhält. Ich würde sagen er hat sie reinlaufen lassen – und das war … sehr unfein.

Viel besser ging es auch bei mir nicht weiter. Wie es aussieht, war er damit schon bei verschiedenen Ärzten, keiner weiss genau, was es ist (zum Glück aber wohl nichts ansteckendes), ausprobiert hat er schon „Alles“ (Eigenaussage) – und wahrscheinlich läuft er nur darum damit von Apotheke zu Apotheke um zu schauen, was ihm empfohlen wird.

Schwarzteewickel in meinem Fall – wenn er sonst schon alles ausprobiert hat.

(Wie das geht poste ich heute mittag- für die Interessierten).

Das Mittel ist für … wie bitte?

Ein Mittel, das man bei uns nie sehen wird:

Die Werbung stammt aus Thailand – wo sie wirklich verrückt sind nach Hautbleichenden Sachen. Tatsächlich ist es schon fast schwierig, dort etwas zu bekommen, wo nichts bleichendes drin ist. Ich weiss das, ich hab’s auch schon versucht. Nicht nur in Hautcremes und Bodylotion, auch in Deos, Duschmitteln etc. Nun also auch das: ein Intimwasch-Mittel zum bleichen der Vagina. Und beworben wird das mit einem 80 Millionen-Baht Budget (CHF 2.4 Millionen) im Fernsehen, im Radio und in Printmedien.

Muss das sein?

Meiner Meinung nach nicht. Genauso wenig wie das:

*Das* ist das unrealistische Schönheitsideal für Europäer, das uns die diesjährige Bademode-kampagne vorgestellt hat.

 

Zweiseitig

Wieso sieht die eine Seite des Gesichtes von diesem Mann so viel älter aus als die andere Seite?

Die Antwort: Wegen der Sonne. Der Mann war Lastwagenchauffeur und diese Seite war (durch die Scheibe) der Sonne häufiger ausgesetzt. UVA Strahlen machen in der Haut das Kollagen kaputt und daraus entsteht dann diese vorzeitige Hautalterung. Hautverdickung und Elastizitätsverlust – ein sehr anschauliches Beispiel.

Wer also etwas gegen seine Hautalterung tun will … sollte zuviel Sonne vermeiden, oder seine Haut entsprechend schützen.

Aus dem New England Journal of Medicine.

Das macht müde!

Kundin in der Apotheke: “Ich brauche eine Cortison-Creme für meinen Ausschlag.”

Ich zeige ihr eine.

Kundin: “Nein, nicht diese, die kenne ich schon, die macht mich müde.”

Pharmama: “Ah, Cortison-Cremen machen nicht müde …”

Kundin: “Doch, die benutze ich seit Jahren und sie macht mich müde!”

vielleicht sollte ich zuerst mit Ihnen ein Gespräch darüber führen, dass man Cortison nicht lange verwenden soll, weil es sonst die Haut ausdünnen kann.

Vor Cortison haben viele eine ganz schlechte Meinung und wollen das nicht freiwillig nehmen, dabei kann es -richtig angewandt- ein kleines Wundermittel sein. Richtig heisst nach Möglichkeit lokal, genügend stark und nur kurzfristig angewandt – da hat man kaum Nebenwirkungen.

Leider gibt es genug Leute, die wenn sie merken, dass der Ausschlag oder die Entzündung damit weggehen, das dann anfangen erst immer häufiger und dann ständig zu verwenden. Lange merkt man da auch nichts – ausser vielleicht, man benutzt sie im Gesicht. Das gibt dann wegen der Hautveränderung so ein … Waschbärengesicht. Um die Augen herum wird die Haut dunkler, so hat man in Extremfällen wirklich das Gefühl einen Waschbär oder Panda vor sich zu haben.

Plötzlich absetzen ist in dem Fall auch nicht gut – das muss man dann ausschleichen, das bedeutet: Erst jeden 2. Tag nehmen, dann jeden 3. / 4. usw.

Ärztemuster – nicht im Handel erhältlich

Auf dem Rezept der Frau vom Hautarzt: “1 OP Antidry Mandelöllotion”

Ich gebe der Frau die Packung. Am nächsten Tag kommt sie zurück: „Das ist nicht das, was der Arzt geschrieben hat.“
Ich suche noch mal das Rezept heraus – da steht genau das drauf, was ich abgegeben habe.

Frau: „Aber vom Arzt habe ich ein Muster bekommen – und das war eine andere Lotion. Auch mit Mandelöl, aber leichter.“
Ich suche im Computer – da gibt es keine andere Mandelöllotion von Antidry. Die “Calm” ist es laut ihr genausowenigwie die Sonnensachen. Auch im Internet finde ich keine Info.

Die Frau geht nach Hause und holt die Musterpackung.
Tatsächlich. Da steht drauf: „Antidry Bodylotion extra mild mit Mandelöl.“ Das Fläschchen ist hellblau. Unsere ist rosarot.
So etwas.
Ich rufe bei unserem Lieferant an und frage danach – die kennen das auch nicht.
Sehr seltsam.
Ich rufe dem Hersteller an – der kann mir das dann erklären.

Die hellblaue Packung hat nach dem Hersteller eine ähnliche Zusammensetzung wie die normale rosarote – aber es ist nicht dasselbe. Diese leichte Lotion ist aber nicht im Handel erhältlich.

Ja, wie? Warum machen sie die dann und der Arzt verteilt Muster davon?

Die Sache stellt sich dann so dar: Der Arzt bekommt von der Firma Muster der Lotion (der normalen) zum Abgeben. Die sind aber gesetzlich von der Menge her limitiert. Um diese Beschränkung zu umgehen stellt die Firma diese anderen Muster her – auch zum Verteilen.

Was für einen Sinn macht das denn?
Ich hätte der Frau das gerne besorgt, aber es ist nicht möglich: die hellblaue Lotion gibt es nicht für den Handel und Vertrieb. Sie wollen nicht einmal mir als Apotheke ein paar Muster schicken. Die einzige Möglichkeit ist, wenn der Arzt noch ein paar hätte.

Na, Danke.

Was gut ist für den Nachbarn …

Letzte Weiterbildung Dermatologie zeigte uns der dozierende Doktor ein Bild von einem Mann mit hochgradig allergischer Reaktion  auf ein Medikament (in dem Fall gut sichtbar an der tiefroten Hautfarbe) und erzählte uns dies dazu:

“Das ist ein 19 jähriger Mann. Er wusste, dass er allergisch ist gegen Ponstan, aber als er sich Zuhause beim Handwerken auf den Finger gehauen hat, ist er zum Nachbar gegangen, sich ein Schmerzmittel auszuleihen. Der Nachbar war so freundlich und hat ihm eine Tablette Mefenacid gegeben …”

(lautes Stöhnen im Saal, alle fassen sich an den Kopf: es handelt sich um ein Generikum mit demselben Wirkstoff – beide übrigens rezeptpflichtig).

Dozent lapidar: “Der Mann ging wegen allgemeinem Unwohlsein zum Arzt, kam dann auf die Intensivstation, (2. Bild: die Haut löst sich in grossen Blasen grossflächig ab) … wo er dann gestorben ist.”

Nein, nicht alles, was dem Nachbar gut tut, ist auch gut für einen selbst. Und Medikamente (speziell rezeptpflichtige, aber auch andere) weiterzugeben ist meist keine gute Idee.

Warnsignale, auf die man rasch reagieren muss: Fieber im Zusammenhang mit plötzlichem Hautausschlag; dunkle Rötung der Haut; Blasenbildung; Schleimhäute betroffen, auch Augen; nicht jucken, sondern Schmerzen – das gehört sofort zum Arzt!

Mutige googeln jetzt nach dem Lyell Syndrom – selten, aber man muss es erkennen können als Fachperson.

Komischer Ausschlag

Das ist keine Einbildung!

Was macht man eigentlich mit einer Kundin, die einem in vollem Ernst erzählt, dass in ihrer Haut Käferlarven leben seit sie vor einigen Jahren in Osteuropa in einem See baden war?

Sie sagt, sie habe die Larven noch heute, und von Zeit zu Zeit schlüpfen wieder ein paar aus und fressen sich durch ihre Haut nach draussen, weswegen sie diese hässlich aussehenden Hautläsionen hat.- Die sehen für mich zwar genauso aus wie immer wieder aufgekratzte Bibeli, so lange gekratzt, bis es bleibende Narben sind.

Sie sei schon bei X Ärzten gewesen, aber keiner nehme sie ernst, weil man das hier halt nicht kenne – das gibt’s nur im Osten. Und das beisse so. Sie haben auch schon Hautproben genommen, finden aber keine Larven –aber sie sind hier, schliesslich kommen ja immer wieder welche raus.

Sie behelfe sich halt mit den Fettsalben und Cortisonhaltigen Cremes gegen das Jucken, die die Ärzte ihr aufschreiben, aber … gibt es nicht eine Methode, die Viecher rauszuholen?

Nein, Jacutin und Eurax hat sie schon ausprobiert (das sind Mittel gegen Insekten, die man einreiben kann), das hat gar nichts gebracht.

Es gibt ja schon Insekten, die sich den Menschen mehr oder weniger absichtlich als Wirt aussuchen (wer Mut hat, google mal nach Bot fly oder Dasselfliege), Flöhe, Läuse und Milben gehören da auch drunter, sowie gewisse Würmer, die in unseren Eingeweiden gedeihen. Und sicher gibt es einige, die ich auch nicht kenne, weil sie hier nicht heimisch sind. Aber bei den Untersuchungen hätte zumindest eine Spur davon gefunden werden müssen.

Mein Verdacht ist ja, dass das psychische Beschwerden sind und sie sich –grob gesagt – das Getier nur einbildet. Aber: wie sagt man das anständig?

Es wäre vielleicht gut, wenn sie einmal einen Psychiater aufsuchen würden?

Aber ich bilde mir das nicht ein! Die sind echt!