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Apotheken aus aller Welt, 223: Manila, Philippinen

Kanadafrau ist in Manila unterwegs und schickt uns diese Apotheken:

Eine Generika-Apotheke. Gibt’s von der wohl auch ein Original?

Pflaster

Kundin: “Angenommen ….ich habe ein Nikotin-Pflaster und ein Verhütungs-Pflaster. Heben die sich gegenseitig auf?”

Pharmama: “Nein.”

Kundin: “Was, wenn ich sie verwechsle?”

Pharmama: “Machen Sie das nicht.”

Man gebe bei: Ballon

Kleines Fundstück:

Berühmte Filmszenen mit … hinzugefügtem Ballon. Süss!

Na? Alle erkannt?

Wie kommt man zu dem Medikamentennamen? Heute …

Als ich angefangen habe in der Apotheke zu arbeiten, war ich fasziniert von den Namen der Medikamente. Aspirin, Panadol, Voltaren, Valium, Eltroxin, Tonopan, Sortis … die Namen haben etwas exotisches und dahinter verstecken sich die unterschiedlichsten Wirkungen und Anwendungen, die ich alle lernen musste.

Bei den einfacheren (und oft freiverkäuflichen) sind praktisch 2 Beschreibungen zusammengehängt. Derma-calm zum Beispiel. Von Derma = lateinisch für Haut und calm = ruhig.

Oder man hat einen Teil des Wirkstoffes genommen und hängt eine Beschreibung dran: Rhino-cort (Cortisonhaltiges Schnupfenmittel).

Beispiele und Erklärungen für diese finden sich hier.

Und dann gibt es reine Fantasienamen. Ich habe schon ein Post geschrieben, woher manche der älteren Medikamentennamen kommen (siehe gestern).

Von einem Apotheker in der Pharmaindustrie habe ich schon gehört, dass teilweise Brainstorming gemacht wurde, um möglichst viele Medikamentennamen zu finden, die dann erst mal registriert und erst (viel?) später einem wirklichen Medikament zugeordnet werden.

Heute zahlen Firmen grosse Summen an Branding-Spezialisten und der aktuelle Trend unter diesen „Experten“ ist es offenbar kurze, zackige Namen vorzuschlagen. Diese enthalten oft die Konsonanten X oder Z oder gar beide.

Man denke an Xarelto, Xanax, Xyzal, Zantic, Zocor, Zomig, Zyprexa, Zyrtec….

Warum?  Offenbar assoziiert man diese Buchstaben mit fortgeschrittener Technologie und Forschung. Und angeblich hinterlassen sie gedruckt einen starken Eindruck (man kann sie sich besser merken).

Ein gut gewählter Brand-Name hinterlässt einen bleibenden Eindruck bei Arzt und Patient – und wird lieber gewählt als ein generischer.

Auch darum werden uns die “originellen” Medikamentennamen nicht so bald ausgehen.  Auch wenn da eine erhöhte Verwechslungsgefahr besteht bei ähnlich klingenden Namen und es unsere Arbeit nicht wirklich einfacher macht.

Zu den Bildern: Da hat sich die Firma sozusagen selber “übertroffen”. Zyrtec ist das Original mit Cetirizin (Generika gibt es inzwischen eine Menge). Xyzal wurde aus dem Original weiterentwickelt. Es enthält Levocetirizin – ob es als Mittel wirklich besser ist, lasse ich mal dahingestellt. “Z” ist aber schon der letzte Buchstabe des Alphabetes. Was macht man? Man nimmt die drei letzten (XYZ) und macht daraus den neuen Medikamentennamen. Clever.

Apotheken aus aller Welt, 222: Pamplona, Spanien

Besten Dank an Sebastian aus Braunschweig, bei dem ich mich auch noch entschuldigen muss: ich versuche zwar mich jeweils für die Apothekenfotos direkt zu bedanken, aber die ist mir durch die Lappen gerutscht. Dabei ist sie wirklich sehr schön!

Letzte Woche war ich in Pamplona auf Dienstreise, und entdeckte beim Streifzug durch die Altstadt die im angehängten Foto festgehaltene Apotheke. :-)

Wie kommt man zu dem Medikamentennamen? Früher …

Unsere Medikamente haben Namen. Verschiedene Namen. Die Wirkstoffe haben einen wissenschaftlichen Namen – und einen (manchmal davon abgeleiteten) Trivialnamen.

Beispiel: wissenschaftlicher Name: 7-Chlor- 1-methyl- 5-phenyl- 1,3-dihydro- 1,4-benzodiazepin-2-on … Trivialname: Diazepam (von dem ein Apotheker wegen der Endung -am schon ableiten kann, dass es sich um ein Benzodiazepin handelt) – Medikamentenname: Valium.

Der Markenname des Medikamentes (in dem Fall Valium) ist bei einem Erst-Medikament etwas meist “originelles”, das aber nur selten etwas mit dem Inhaltsstoff zu tun hat – vielleicht noch mit der Wirkung. - Über Beispiele und warum die Medikamente so heissen habe ich hier geschrieben.

Generika haben häufig Namen aus der Kombination des (trivial-) Wirkstoffnamens mit dem Namen der Firma: XYZ-Sandoz, ABC-Mepha, EFG-Ratiopharm …

Hier ein paar Beispiele, wie heute bekannte Mittel zu ihren Namen gekommen sind:

Aspirin

Der Grundstoff für das wohl bekannteste Schmerzmittel dafür ist ursprünglich natürlich. Er kommt von der Weidenrinde. Die Weide (Salix) ist ein Baum, den man heute noch oft in der Nähe von Gewässern sehen kann. Tee aus der Rinde war schon seit Urzeiten ein Schmerzlinderndes Mittel.

Der Name setzt sich zusammen aus ‘A’ (für die Acetylgruppe), -’spirin’ (für den Inhaltsstoff der Spire, dem Mädesüss, einer ebenfalls Salicinhaltigen Rosengewächs). Mehr über Aspirin findet ihr bei mir hier und hier

KY-Gel

Das Gleitmittel begann sein Leben 1904 als chirurgische Schmiere. Weil es auf wässriger Basis war, war es sehr beliebt beim medizinischen Personal, da es viel einfacher wegzuputzen war als die Petroleum-basierten Schmiermittel der Mitbewerber. Obwohl das Produkt sehr bekannt wurde, ist niemand sicher, für was die Initialen K und Y stehen. Nicht einmal Johnson und Johnson, die Vertreiber. Auf ihrer Website schreiben sie: Niemand kennt den Ursprung der Marke KY. Zwei populäre Mythen erklären, der Name käme daher, dass es in Kentucky erfunden wurde oder dass die Buchstaben für die Hauptinhaltsstoffe stehen. Beides stimmt aber nicht.

Listerine

Das Mundwasser trägt den Namen des berühmten Chirurgen Joseph Lister – aber erfunden hat er das Mittel nicht. Gefunden wurde es von Dr. Joseph Lawrence und Jordan Wheat Lambert in St. Louis – eigentlich wollten sie ein allgemeines Desinfektionsmittel erfinden. Sie nannten es nach Lister, der ein Fürsprecher für sterile chirurgische Eingriffe war. Zum Mundwasser wurde es 1895 – und auch als das war es nicht von Anfang an der Hauptgewinn. Im Laufe der Geschichte wurde es als Bodenreiniger, Mittel gegen Gonorrhe, gegen Schnupfen, Schuppen und als Aftershave vermarktet.

Tylenol

Der wissenschaftliche Name für den Wirkstoff von Tylenol ist – „N-acetyl-para-aminophenol“ – oder N-aceTYL-para-aminophENOL. Der Trivialname dafür ist in Amerika Acetaminophen – bei uns heisst das lustigerweise (und mir unbekannterweise wieso?) anders: Paracetamol. Panadol wäre demnach eine Mischung aus Trivial- und wissenschaftlichem Namen.

Vicks

Der Hersteller von Vicks VapoRub und Vicks MediNait hat seine Wurzeln in Greensboro, NC in den 1890ern. Der Apotheker Lunsford Richardson begann in seinem Laden Hausmittel zusammenzumischen, aber er brauchte noch einen Namen um seine Mittel zu vermarkten. Nachdem er eine Werbung gesehen hat für Vick’s Samen entschied er sich dazu sie “Vick’s Familien Heilmittel” zu nennen auch in Andenken an seinen Schwager Dr. Joshua Vick. Anfangs verkaufte er 21 verschiedene Hausmittelchen, eine davon wurde sehr beliebt: “Vicks Croup and Pneumonia Salve” wurde schliesslich zu unserem Vicks VapoRub … oder Wicks Vapo Rub in Deutschland :-)

Voltaren

Noch ein Schmerzmittel – eines, das es nicht nur zum Schlucken, sondern auch zum Einreiben gibt. Der Wirkstoff ist Diclofenac (auch hier vom wissenschaftlichem Namen abgeleitet: von 2,6-Dichlorphenylamino)phenyl]acetat). Dem Ciba-Geigy Mitarbeiter in Basel, der dem Medikament einen Namen geben durfte, fiel nichts gescheites ein, …   also kombinierte er den Platz vor der Firma – den Voltaplatz mit Renus (eigentlich Rhenus) – dem lateinischen Namen für den Rhein, der ja auch durch Basel fliesst.

Ich bin sicher, es gibt noch mehr Geschichten, woher ein Medikament seinen Namen hat. Wenn ihr eine kennt, lasst sie hören!

Dass sich manche Kunden und Patienten die Namen nicht merken können ist so (es ist auch für uns selbst nicht einfach – auch wenn wir manchmal Eselsbrücken haben von der Wirkung oder sie merken können, weil wir halt viel mehr damit zu tun haben.

Hier sind noch ein paar lustige Benamsungen:

Medikamentennamen sind schwierig (1): freiverkäufliches

Medikamentennamen sind schwierig (2): rezeptpflichtiges

Apotheken aus aller Welt, 221: Berlin, Deutschland

Niels vom kenHub-Team (bei denen man Anatomie lernen kann) schickt mir dies:

hier ist unser Beitrag zu deiner Bildreihe “Fotos von Apotheken aus aller Welt”.
Es handelt sich um eine Apotheke in Moabit, die “Paracelsus-Apotheke” (Huttenstr. 68, 10553 Berlin). Umgebung und Front der Apotheke sind nicht so schön (vor allen Dingen, weil momentan gebaut wird). Aber sie ist innen wunderbar nostalgisch eingerichtet mit altem Mobiliar. Nebenan ist übrigens der wohl leckerste Vietnamese von Berlin. Zumindest hat er das beste Preis-Leistungs-Verhältnis!

Ja, so Baustellen vor dem Geschäft sind nicht nur unschön, sondern oft wirklich störend.

Hoppla. Mein Fehler!

Ein junger Mann kommt in die Apotheke und fragt nach: “dem Gel, das wärmend ist bei Hautkontakt.”

Die Pharmaassistentin denkt an das neue wärmende Gleitmittel für das im Moment so Werbung gemacht wird und bringt ihn zu den Kondomen und Gleitmitteln.

Mann: “Oh, nein. Meine Grossmama braucht das nicht, sie braucht ein Gel gegen Schmerzen und Arthritis.”

Oh ….

Kommt sofort!

Ich hoffe …

Ich hoffe das ist nicht eine Art “interner Recycling” …

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mit Junior im Zoo.

7up – Lithiated Lemon Soda

Darüber bin ich gestern gestolpert: 7up hiess am Anfang einmal “Bib-Label Lithiated Lemon-Lime Soda”

Unpraktischer Name. Kein Wunder haben sie ihn gewechselt. Erst mal auf “7up Lithiated Lemon Soda” und dann auf nur noch 7up.

Aber … Moment … “Lithiated”? 

Tatsächlich: 7up enthielt von seiner Entwicklung 1929 bis 1950 Lithium citrat – ein natürlich vorkommender Stoff, gefunden in kleinsten Mengen vor allem im Wasser von Quellen aus der Tiefe, von dem man sich gesundheitsfördernde Eigenschaften erhoffte.

Lithium hat Wirkung auf …. wenn nicht die Gesundheit, so doch zumindest die Psyche. Heute wird es in Medikamenten verwendet gegen starke Stimmungsschwankungen wie sie bei manisch-Depressiven auftreten. Aber es absichtlich einem Soft-drink zuzusetzen (und das zu einer Zeit, wo man noch nicht so genau wusste, was genau das bewirkt ..) finde ich … bedenklich.

Quellen: snopes, wikipedia,

Ich sollte ja nicht so überrascht sein. Immerhin hat Coca Cola am Anfang auch Extrakte der Coca-Blätter enthalten – allerdings nur bis 1929 … was lustigerweise das Erscheinungsdatum von 7up ist. Nach dem Aufputschen das Beruhigen?

Und nicht zu vergessen: Lithium findet sich auch heute noch teilweise in unserem Trinkwasser – und wo es vorkommt sei die Selbstmordrate niedriger, sagen ein paar Wissenschaftler.

Kunst: Apotheke

Apotheken in der Kunst? Erbärmlich wenig. Aber als ich über dieses Bild gestolpert bin,da dachte ich… *das* kommt mir jetzt bekannt vor.

Es ist “Drug store” von Edward Hopper. Gemalt 1927

Beschreibung: Um die Apotheke ist eine Leere, sind ausgeblichene Farben, aber das hell beleuchtete Schaufenster hat rote und blaue Dekoration und die traditionellen grossen Gefässe mit farbiger Lösung, die aussehen wie Portwein und Crème de Menthe. Ein Idealer Platz für einen Alkoholschmuggler (es ist die Zeit der Prohibition). Oben am Fenster ist Werbung für Ex Lax – nötig für viele Amerikaner, deren Diät zu wenig Ballaststoffe enthielt und für die es enorm wichtig ist regelmässig zu können …

Das Bild hängt in einem Museum in Boston – das habe ich also noch nicht direkt gesehen, aber … an was erinnert es mich? Ach ja, genau. An dies:

Und kein Wunder, das Bild ist vom selben Maler (Hopper): “Night Hawks” (1942) und wohl eines seiner bekanntesten – und meist kopierten.

Nacht. Dieselbe Art Beleuchtung … irgendwie … magisch.

Mal wieder: die Pille d-a-n-a-c-h

Kundin: „Ich komme zwar gerade vom Arzt, aber ich habe vergessen zu fragen wegen der Pille danach. Bekomme ich die auch in der Apotheke?“

Pharmama: „Ja, nach einem Gespräch mit mir. Sie wissen aber, dass die wirklich für danach ist? Davor kann ich sie nicht geben.“ *

Kundin (winkt ab): „Ah, ja schon klar, ich brauche sie.“

Beim Gespräch, 2. Frage: „Wie verhüten Sie normalerweise?“

Kundin: „Mit der Drei-Monatsspritze, jetzt aber nicht mehr und bis mein Mann sich unterbinden lässt habe ich nichts.“

Pharmama: „Wann war der ungeschützte Geschlechtsverkehr?“

Kundin (überlegt): „Das war also vor den Spritzen… vor etwa 6 Jahren.“

Pharmama: „Ich meinte eigentlich jetzt – weshalb sie die Pille danach jetzt brauchen.“

Kundin: „Ah, nein, wir haben noch nicht …“

Pharmama: „Dann wollen sie die Pille danach  nur für den Fall, dass?“

Kundin: „Ja … wieso?“

Pharmama: „Weil ich vorher genau das schon gesagt habe: Ich kann die Pille danach nicht vor dem Vorfall geben. Wenn Sie die auf Vorrat wollen, dann brauchen Sie dafür ein Rezept vom Arzt.“

Dann hielt ich noch eine kleine Rede über die Wirksamkeit und dass die Pille danach eben nicht so wirksam ist wie zum Beispiel die normale Pille, oder wie Kondome und von wegen der Nebenwirkungen … und dass sie doch, bis er die Unterbindung hatte, Kondome benutzen.

Als die Kundin rausgeht, hat sie noch eine letzte Frage: „Wie lange habe ich danach denn Zeit, sie zu holen?“

Pharmama: „Bis 72 Stunden“.

Kundin: „Oh, gut. Dann bis später!“

Äh ….. Wiedersehen?

 

*Nein, ich weiss nicht genau, warum ich genau da so deutlich darauf hingewiesen habe. Bauchgefühl mal wieder.

Apotheken in aller Welt, 220: Wetzlar, Deutschland

Danke an Beate für ihren Beitrag!

ich bin eine treue Mitleserin deines Blogs und amüsiere mich immer wieder königlich darüber was du so alles in deiner Apotheke erlebst. Ich komme aus Wetzlar und wir haben neben historischen Schmankerln- hier lebte Goethe einen Sommer lang, verliebte sich in Charlotte von Buff, die ganze Geschichte was er im Wetzlarer Sommer erlebte inspirierte ihn zu seinem “Werther” -einer allgemein hübschen Altstadt und zwei hübsche historische Apotheken.
Die Hauptapotheke gibt es seit 1703, hat eine sehr hübsche antike Inneneinrichtung- ich konnte leider keine Fotos von innen machen weil es Sonntagnachmittag war.. Aber das dritte Bild gibt dir sicher einen hübschen Eindruck was drinnen steht.. :-)
Falls du weitere Informationen haben willst: http://www.haupt-apo.de/index-Dateien/Page361.htm

Die Schwanenapotheke hat leider geschlossen als ich noch ein kleines Kind war, seit etlichen Jahren ist in den Räumen ein Gardinengeschäft.. Also zählt es nur noch halb als Apothekenbild.. ;-)

Keine Hilfe

Telefon.

Frau: “Ich habe hier 2 wirklich alte Packungen Amoxicillin und sie riechen auch nicht besonders gut – die Tabletten, meine ich. Kann ich sie trotzdem nehmen?”

Pharmama: “Ich würde das nicht machen, nein.”

Frau: “Aber, mein Arzt hat sie mir damals aufgeschrieben!”

Pharmama: “Wenn sie über dem Verfall sind und sie nicht sicher sein können, dass das das richtige Antibiotikum ist – nochmals, Nein, ich kann ihnen nicht empfehlen, dass sie die nehmen sollen.”

Frau: “Sie waren mir nicht gerade eine Hilfe.”

Sagt’s und hängt auf.

Bitte.

Bin ich denn nur eine Hilfe, wenn ich sage, was sie hören wollen?