• Pharmama

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    Ich bin: Apothekerin, Mama, aus der Schweiz.
    Ich schreibe diesen Blog zwischen Privat-leben und Beruf: Apotheke, Familie und dem Internet- über alles, was interessant ist.
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Letzthin im Restaurant …

Das ist ein Ausschnitt der Getränkekarte. Und das ist auch einer der Gründe, warum wir hier nicht sehr häufig ins Restaurant essen gehen. Die Preise! Nennt mich jetzt knauserig, aber das ist etwas, wo ich lieber spare und das Geld dann für unsere Ferien brauche. Oder wie PharmOma gerne sagt: “Im Kleinen sparen und im Grossen ausgeben”.

Aber was mich wirklich umgehauen hat ist der Preis für das Hahnenwasser. Ummm … was? Für das gleiche Wasser, das ich bekomme, wenn ich zuhause den Wasserhahn aufdrehe und ein Glas darunter halte. Ich verstehe ja, wenn man *etwas* dafür verlangt, aber das … grenzt an Wucher.

Oder was wird bei Euch so für ein Glas Wasser verlangt im Restaurant?

Kind + Medikamente = Vorsicht!

Es passiert fast täglich. Ein Kind erwischt ein Medikament.

Was können wir tun, damit das nicht passiert?

  1. Medikamente ausserhalb der Reichweite von Kindern halten. – Jedes Medikament (ja, auch Vitamine) können schaden, wenn man sie falsch nimmt. Auch Medikamente, die man ohne Rezept bekommt. Das bedeutet alle Tabletten, Kapseln und Flaschen sollten an Orten aufbewahrt werden, wo Kinder nicht hinkommen – oder sie sehen können.
  2. Nichts draussen stehen lassen. Auch wenn man das Medikament vielleicht in ein paar Stunden wieder geben muss, lass es nicht herumstehen. Nicht auf dem Küchentisch, nicht auf dem Nachttischchen des kranken Kindes. Einfach: jedes Medikament und Vitamin sollte weggestellt werden nach dem Gebrauch. Jedes Mal.
  3. Richtig schliessen. Wenn man eine Flasche oder eine Box mit Sicherheitsverschluss hat, sollte man sie immer richtig schliessen – bis man das Klick hört. Kinder können nicht richtig verschlossene Flaschen öffnen (– manchmal auch richtig verschlossene) – darum: wegstellen-
  4. Informiere Dein Kind über Medikamente. Manche Eltern erzählen ihren Kindern, ein Medikament sei wie eine Süssigkeit – damit sie sie eher nehmen. Das ist ein Fehler. Man sollte seinem Kind sagen, was ein Medikament ist, warum man es nehmen muss, und warum es die Eltern sein müssen, die es dem Kind geben. Wenn das Kind nicht versteht was die Wirkung der Medizin ist, wird es auch eher zu viel davon nehmen.
  5. Wenn man Gäste hat, sollte man sie vielleicht daran erinnern, dass sie eventuelle Medikamente in der Handtasche oder im Mantel auch so platzieren, dass die Kinder nicht dran können.
  6. Für einen Notfall sollte man vorbereitet sein. Im Falle eines Falles ist schnelles Handeln notwendig – die Nummer des Tox-Zentrums muss griffbereit sein, wenn man denkt, das Kind könnte etwas genommen haben. Am besten programmiert man die Nummer ins Telefon ein. Für die Schweiz ist die Nummer 145.

Es ist wirklich schnell passiert. Ich erinnere mich noch daran, dass ich ein paar der “Sugus” von meiner Grossmama erwischt habe – da war ich nachher eine Zeitlang auch ziemlich aufgedreht und hatte Herzklopfen. Die Sugus – das war nämlich das Glycoramin von ihr – ein Kreislaufanregendes Mittel. Manche Medikamente sind kaum als solche zu erkennen, schmecken sie doch teilweise recht gut. Auch der Ibuprofen-Sirup zum Beispiel, oder manche Multivitamin Kautabletten … darum gilt wirklich: Immer wegstellen.

Nur ein paar Zahlen vom Toxikologischen Institut für 2011:

  • Von den betroffenen Patienten waren: 52% Kinder, 43% Erwachsene, 5% Tiere.
  • Von den Ereignissen waren 80% Unfallsituationen, 18% intentionelle Vergiftungen, 2% andere/unbek.
  • Was für Produkte/Gifte waren es?  36% Medikamente, 25% Haushaltprodukte, 11% Pflanzen, 6% technische und gewerbliche Produkte, 3% Produkte für Landwirtschaft und Gartenbau, 5% Produkte der Körperpflege und Kosmetika, 3% Genussmittel, Drogen, Alkohol, 4% Nahrungsmittel und Getränke, 1% Gifttiere, 2% Pilze, 3% andere/unbek.

Oder (kurz): Es waren hauptsächlich Kinder, die unbeabsichtigt Medikamente (oder Haushaltsprodukte) erwischten.

Gibt’s noch nicht in der Apotheke

Ja, auch dann nicht, wenn es auf einem Rezept steht.

Was?

12 Stunden Physiotherapie

Nein, wir verkaufen und vermieten auch keine Physiotherapeuten.

Überzeugende Argumente

Es ist kalt.

ice

… und ich will in die Wärme!

(Gute und schlechte) Gründe, warum man die “Pille danach” braucht

Allerbesten Dank an Nicoretta für diesen Gastbeitrag (oh und wie ich das kenne!)

Ich hätte da vielleicht noch etwas für einen Beitrag zur “Pille danach”. Ich habe letztes Jahr mal was für dich aufgeschrieben aber irgendwie nie losgeschickt:

Dies ist eine – bestimmt nicht vollständige – Liste von Gründen, wieso Kundinnen (und Kunden) in unserer Apotheke bisher die „Pille danach“ verlangt haben:

  • Die junge Frau möchte noch in den Ausgang und holt sie vorsichtshalber jetzt schon einmal, damit sie am nächsten Morgen ausschlafen kann… O-Ton: „Das ist am nächsten Tag immer so umständlich! Und da ich heute schon mal hier bin…“
  • Man holt die „Pille danach“ für eine Freundin… (Ja, klar…!)
  • Man(n) holt die „Pille danach“ für seine Freundin… (Nö, die muss schon selber kommen…)
  • Das Paar hatte ein Kondom benutzt, das aber LEIDER geplatzt ist. Dann bevor es geht, sagt der Freund: „Schau mal, die haben auch Kondome! Komm wir kaufen gleich eine Packung, dann haben wir das nächste Mal wenigstens welche.“ (Nie ärgern, nur wundern!)
  • Das Kondom ist beim Sex abgerutscht; dann kommt aber heraus, dass die Dame zusätzlich auch noch die Pille nimmt und das SEHR, SEHR regelmässig und genau. (Nein, die will wohl echt keine Kinder!)
  • Die Frau mittleren Alters hat schon 3 (fast erwachsene) Kinder und nach Jahrzehnten das erste Mal vergessen die Pille zu nehmen. (Ja, das IST ein guter Grund!)
  • Ein Kondom wurde 24h nach dem Sex in der Scheide gefunden (Wieso merkt man das erst so viel später? – Nein, ich will es gar nicht wissen…) Übrigens war die Dame dann aber erst 3 Tage nach dem spektakulären Fund bei uns; sie dachte allerdings es sei Freitag, obwohl es schon Samstag war… (Egal was Sie nehmen: Nehmen Sie weniger davon!)
  • Die junge Frau ist am Morgen nach dem Ausgang ohne Unterwäsche mit einem Unbekannten im Bett aufgewacht und kann sich an den feuchtfröhlichen Abend nicht mehr erinnern… (Einen HIV-Test würde ich Ihnen da vielleicht auch noch empfehlen…)
  • Man ist erst 16 Jahre alt und hatte in den letzten paar Stunden Sex mit 4 verschiedenen Typen; und die bringt man gleich alle in die Apotheke mit – da die vier Herren den Kaufpreis unter sich aufteilen wollen… (Manchmal bin ich froh, dass ich noch keine Kinder habe!)
  • Die junge Dame hatte vor mehr als 2 Wochen ungeschützten Sex und kommt erst jetzt!
  • Man hat eine Tochter, die sich mit ihrem Freund darauf geeinigt hat, dass er beim ersten Mal ein Kondom benutzt. Nach vollzogenem Akt ist aber kein gebrauchtes Kondom zu sehen… Die Tochter fragt beim Freund nach: „Nein, ich habe dann doch keines benutzt…“ (Netter Kerl! Das Mädchen war 15 und 7/8 und mit seiner Mutter da; die waren beide vielleicht gut gelaunt…)
  • Es kommt billiger 3x im Jahr bei einem One-Night-Stand die Pille danach zu kaufen als das ganze Jahr die Pille zu nehmen. (3 Kondome wären noch günstiger und schützen auch noch vor einer Ansteckung mit HIV etc.)
  • Eine Frau hat den Ehemann betrogen und darf auf keinen Fall schwanger werden! (Ähh ja… Kein Kommentar!)
  • Ein Mann hatte (als ca. 35-jähriger) Sex mit einer Minderjährigen (17), die einen „sehr strengen“ Vater hat und damit er es nicht doch bemerkt, darf sie auf keinen Fall schwanger werden. Er war übrigens ohne die junge Frau da…
  • Die junge Dame hatte in der letzten Nacht ungeschützten Sex. O-Ton: „…und dabei hat es sich noch nicht einmal gelohnt!“ (Ja, der Typ war da und hat es gehört!)
  • Eine sehr junge Frau war mit dem Freund „intim“. Bei genauerem Nachfragen ergibt sich, dass der Freund beim Petting auf den Oberschenkel ejakuliert hatte. (Nachhilfe: Wie ging das mit den Blumen und den Bienen noch…?)
  • Man hatte vor knapp 15 Minuten ungeschützten Sex. (Mann, die waren aber schnell da!)
  • Die Frau hat die Pille immer genommen, in der 7-tägigen Pause ist das Kondom aber geplatzt… (Etwas Aufklärungs-Nachhilfe und eine Beratung ist da wohl eher nötig!?!)
  • Die junge Dame hat ein Rezept für ihren Freund, der an Krücken geht. Sie weiss den Nachnamen des Freundes aber nicht und braucht dann noch die Pille danach…

Wir haben damals in der Apotheke darüber diskutiert, nachdem ich eine Kundin hatte, die eine ganz lustige Begründung hatte, warum sie die Pille danach brauchte… (Das erklärende Bild ist unten.) Und ich habe es dir aufgeschrieben, weil ich dachte, dass das etwas für deinen Blog wäre…

Definitiv!

Und wer noch nicht genug davon hat, findet hier noch mehr Begegnungen um die “Pille danach“.

Slow down – in engrish

Aus einem Shop in Thailand, die Motoroller vermieten. Gefunden letzten Frühling.

Guter Rat – etwas seltsam rübergebracht …

Die zahlen das einfach nicht!

Ehrlich, das ist mir ein Rätsel, warum die Krankenkasse Groupe Mutuel da so einen Aufstand macht.

Der Fall:

Die Frau bekommt in der Schwangerschaft Magnesiocard Pulver 5 verschrieben. Das kommt noch häufig vor: das Magnesium dient dazu frühen Wehen vorzubeugen, wirkt es doch Muskelentspannend und Krampflösend.

Die Krankenkasse weigert sich, das zu übernehmen.

Ihre Begründung: Magnesiocard Pulver 5 Beutel ist ein Medikament, das in der Schwangerschaft zu Schwangerschaftskomplikationen gehört und in dem Fall muss sie selber zahlen (da sie die Franchise noch nicht erreicht hat).

Ihre Begründung findet sich hier bei Comparis erklärt

Mutterschaft - umfasst Schwangerschaft und Geburt sowie die Zeit nach der Geburt (Wochenbett und Stillzeit). Auf Leistungen bei Mutterschaft muss in der obligatorischen Grundversicherung weder Franchise noch Selbstbehalt bezahlt werden.
Dies gilt aber nur für die Leistungen, die im Krankenversicherungsgesetz konkret aufgezählt sind, also Kontrolluntersuchungen, Ultraschallkontrollen, Geburtsvorbereitungskurs, Entbindung, Betreuung durch eine Hebamme und Stillberatungen.
Hingegen fallen Therapien und Medikamente im Zusammenhang mit Komplikationen unter Franchise und Selbstbehalt. Dies ist im September 2001 vom Bundesgericht so festgehalten worden. Das betrifft z.B. die Hospitalisation zur Vermeidung einer Frühgeburt, die Behandlung von Schwangerschaftsdiabetes und Infektionen oder eine psychotherapeutische Behandlung von Depressionen nach der Geburt ….

Magnesiocard ein Mittel gegen Schwangerschaftskomplikationen?

Fangen wir doch von vorne an. Mal abgesehen von der Schwangerschaft: Welche Arzneimittel werden aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung bezahlt? (Quelle: BAG)

Die obligatorische Krankenpflegeversicherung bezahlt sämtliche Arzneimittel, die ärztlich verordnet sind, im Rahmen der zugelassenen Indikationen/Anwendungen gemäss Packungsbeilage verwendet werden und in der Liste der vergütungspflichtigen Spezialitäten (Spezialitätenliste SL) aufgeführt sind. Die Kostenübernahme von Arzneimitteln der SL kann auf bestimmte medizinische Indikationen oder mengenmässig eingeschränkt werden (sogenannte Limitationen, in der SL als Limitatio L gekennzeichnet).

  • Verordnung vom Arzt: Rezept  ✔*Check!*
  • Magnesiocard 5, 10 und 7.5 findet sich auf der Spezialitätenliste  ✔*Check!*
  • Limitationen hat es keine  -✔*Check!*
  • Indikation laut Kompendium:
Therapie des Magnesium-Mangels, verursacht durch z.B. Fehlernährung, Diuretikatherapie, Diarrhoe, Alkoholabusus; Tachykarde Herzrhythmusstörungen, vor allem bei Resistenz gegenüber anderen Antiarrhythmika;
Adjuvans zu Beta-2-Tokolytika bei Prodromi frühzeitiger Geburt resp. drohendem Spätabort;
zur Deckung eines erhöhten Bedarfs im Hochleistungssport und während der Schwangerschaft; ✔
Therapie der Eklampsie, Präeklampsie und des tetanischen Syndroms.
Wadenkrämpfe, Muskelzuckungen, restless legs
*Check!*
Ein erhöhter Bedarf ist doch keine Komplikation! 
Ich kann auch aus Erfahrung sagen, dass die meisten Krankenkassen das anstandslos übernehmen – und ich sehe hier in dem Fall nicht, wieso die “groupe mutuel” das nicht macht. Mal abgesehen davon, dass ich die Erklärung fadenscheinig finde, halte ich das für sehr unkulant gegenüber der werdenden Mutter. Ich merke mir das jedenfalls als “schlechte” Krankenkasse – wenn jemand schwanger werden möchte.
Haben andere damit schon Erfahrungen gemacht?

Trinken sie?

Ein jüngerer Mann kommt in die Apotheke und verlangt die Apothekerin zu sprechen. Er ist höchst beunruhigt.

Mann: “Könnte es sein, dass ich einen Herzinfarkt habe? Mein Herz rast, ich habe so ein Druckgefühl in der Brust.”

Pharmama – schaut ihn an. Seine Hände zittern und er ist sehr nervös. Er ist etwas jung, aber, das muss nichts heissen. “Haben Sie Schmerzen?”

Mann: “Nein, das nicht. Aber mein Herz klopft ziemlich stark.”

Pharmama -hmm, mal schauen ob er sonst Risikofaktoren hat. “Hatte jemand in ihrer Familie schon einmal Herzprobleme?”

Mann: “Nein.”

Pharmama: “Haben Sie hohen Blutdruck?”

Mann: “Nein”.

Pharmama: “Wie sieht es aus mit Rauchen oder Alkohol?”

Mann (entrüstet) “Ich trinke keinen Alkohol! Ich bin Muslim!”

Pharmama: “Okay …” (anderer Gedanke) “- aber was haben sie heute schon getrunken?”

Mann (überlegt): “Etwa 6 Tassen Kaffee, 3 Cola und 2 Red Bull seit der Party heute Nacht …”

Oha! Da hätten wir einen Grund für seine Symptome: Coffeinvergiftung irgendwer?

Produkte-Test: Braun Multiquick 7 und Zubehör

Vor Weihnachten habe ich noch ein grösseres Paket von Braun zugeschickt bekommen. Mit diesem Inhalt:

Der Haarglätter hat ja glücklich einen neuen Besitzer gefunden. Jetzt muss ich noch meine Aufgabe erledigen und schreiben, wie sich der Stabmixer und Zubehör machen.

Der Stabmixer ist der Multiquick 7 SCHNURLOS, der Testsieger bei den Akkumixern bei Warentest letzten November (test-Ausgabe 8/2011). Dazu gab es – für mich eine Überraschung- noch das Zubehör: beim Mixer selbst einen Universal Zerkleinerer (500ml Fassung) – gut für Zwiebeln, Knoblauch, Nüsse … und die „Alles-in-einem-Küchenmaschine” mit einem Raspel- und Schneidwerk für Obst und Gemüse – zum wahlweise fein oder grob raspeln oder zum Scheiben-schneiden. Der Knethaken verarbeitet in dem 1.5-Liter-Gefäss auch Fleisch, Teig oder Parmesankäse.

Zuerst aber mal der Stabmixer Multiquick 7. Eigentlich bin ich ja nicht so ein Fan von Kabellos. Klar, stört da nichts beim mixen, aber wenn man immer daran denken muss, dass das Ding aufgeladen ist …  Aber der Mixer kommt mit einem netten Sockel mit integrierter Ladestation, die perfekt in die Küchenecke passt wo schon der Vorgänger von dem hier (auch ein Braun Handmixer) stand. Und wenn er aufgeladen ist, kann ich ihn vom Strom abhängen – er hält trotzdem lange. Laut Prospekt etwa 10 Anwendungen -ich bin im Moment bei 8 und er zeigt noch keine Ermüdungserscheinungen. Der Mix-Teil vorne ist aus rostfreiem Edelstahl  -sieht auch edel aus und ist sicher etwas Hitzebeständiger?

Der erste Test des Stabmixers war eine Kürbissuppe. Direkt im Topf pürieren ist hier kein Problem – der Mixkopf hat auf der Seite so “Wellen” das spritzt auch fast nicht. Etwas gewöhnungsbedürftig fand ich die “2-Knopf-gleichzeitig-drück-Bedienung” – man kann nur mixen, wenn man gleichzeitig mit dem Finger vorne und dem Daumen oben drückt. Ich denke mal, das ist eine gewisse Kindersicherung. Fazit jedenfalls: der Mixer püriert schnell und fein und lässt sich danach auch gut wieder waschen. Was will ich mehr? (Ach ja – und Junior schmeckt die Suppe)

Dann wollte ich mich doch ans Zubehör wagen, speziell den Aufsatz mit dem man auch Teig mischen können soll – auch Pizzateig. Das wollte ich jetzt zwar nicht – dafür aber Muffinteig. Junior half mit – wie man sieht ist auch das Doppelknopf-drücken für einen 4 jährigen kein Problem.

Praktischerweise kann man alle Zutaten oben ohne zu öffnen reinwerfen – durch dieselbe Öffnung, die bei anderer Anwendung zum schneiden, hacken und raspeln von Gemüse dient. Nur die Cranberrys habe ich danach zugeben müssen – ich wollte ja, dass sie ganz bleiben und der Kneter mischt doch ziemlich schnell (es gibt nur eine Geschwindigkeitseinstellung des Mixers).

Fazit: funktioniert auch tadellos – und geht alles einfach zu reinigen.

 

 

 

Für den Stabmixer gibt es noch mehr Zubehör: den aufsteckbaren Schwingbesen für Schlagrahm und Eiergerichte und den 1Liter Universalmixer für alles vom Eis-cruschen, Fleisch häckseln bis Cocktails mixen.

Ich denke, den Schwingbesen besorge ich mir noch.

Zufallsfund

Das ist der Blister, den mir die Pharmaassistentin unter die Augen hält:

Ein Zufallsfund: Sie wollte einem Kunden eigentlich nur zeigen, wie die Tabletten aussehen und findet dann das.

Was gleich auffällt: eines der Blister ist leer (das sollte nicht sein – das ist ein 8er Blister, kein 7er).

Und dann noch etwas … seht ihr was da passiert ist?

- Ja, wir haben das der Firma gemeldet.

Muss die Apotheke Medikamente auf Rechnung abgeben?

Situation: Der Kunde hat eine Krankenkasse, bei der das “Tiers garant” gilt – das bedeutet, die Kasse hat keinen Vertrag mit den Apotheken gemacht, so dass bezogene Medikamente von der Apotheke nicht direkt der Krankenkasse abgerechnet werden können.

Dem Kunden passt das nicht (vielleicht hat er auch kein Geld dabei) und dann kommt gelegentlich das: “Sie müssen mir eine Rechnung stellen.”

Muss die Apotheke das?

Das findet sich so zum Teil auch als “Rat” im Internet in verschiedenen Foren, auch hier auf einer Seite für die Assura Krankenkasse:

Das vom KVG vorgesehene System des „Tiers garant“ drängt sich bei ambulanten Leistungen als vernünftigstes Zahlungssystem auf. Kann der Versicherte seine Medikamente nicht bar bezahlen, muss der Apotheker ihm eine Rechnung ausstellen (Art. 42, Abs 3 KVG)

Was steht denn in dem erwähnten Artikel 42 des Krankenversicherungsgesetzes? Absatz 3:

Der Leistungserbringer muss dem Schuldner eine detaillierte und verständliche Rechnung zustellen. Er muss ihm auch alle Angaben machen, die er benötigt, um die Berechnung der Vergütung und die Wirtschaftlichkeit der Leistung überprüfen zu können. Im System des Tiers payant erhält die versicherte Person eine Kopie der Rechnung, die an den Versicherer gegangen ist. Bei stationärer Behandlung weist das Spital die auf Kanton und Versicherer entfallenden Anteile je gesondert aus. Der Bundesrat regelt die Einzelheiten

Leistungserbringer hier = Apotheke. Schuldner = Krankenkasse. Aber hier steht Rechnung im Sinne von Quittung. Die Apotheke muss eine Quittung ausstellen, auf der die Leistung ersichtlich ist, sowie der Preis der Leistung. Da steht nichts davon, dass ich dem Patienten eine Rechnung ausstellen muss, die er erst später bezahlen kann.

Noch etwas deutlicher findet man das in den “Fragen und Antworten zur LOA” auf der Seite der Santesuisse – dem Verband der Krankenversicherer:

18. Darf der Apotheker von Kunden, deren Krankenversicherer dem neuen Tarifvertrag nicht beitreten, Barzahlung verlangen, oder muss er eine Rechnung ausstellen?

Unter diesen Voraussetzungen gilt der Tiers garant. Im Tiers garant kann der Leistungserbringer auch Barzahlung verlangen. Allerdings ist in diesem Fall darauf zu achten, dass der Leistungserbringer dem Versicherten auch in diesem Fall eine detaillierte und verständliche Rechnung übergibt – sonst kann der Versicherer keine Rückerstattung vornehmen.

Eben: Rechnung im Sinne von Quittung. Nicht im Sinne von: jetzt beziehen, später zahlen.

In unserer Apotheke halten wir es so, dass wir im Normalfall Barzahlung verlangen. Nur in Fällen, wo wir die Kunden kennen, machen wir teilweise Ausnahmen.  Das hat gute Gründe: die Zahlungsmoral ist leider häufig schlecht.

Musikalische Achterbahnfahrt

Werbung für’s Zürcher Kammerorchester: unbedingt sehens- und hörenswert!

Klassische Musik als Achterbahnfahrt. Es ist eine Visualisation der ersten Violine der zweiten Symphony des Stückes von Ferdinand Ries. Die Kamera zeigt erst einen Ausschnitt des Stückes auf dem Notenblatt, dann fokussiert sie auf die Noten der ersten Violine und die Notenlinien werden zu Achterbahngeleisen. Die Noten sind exakt synchronisiert  mit der Animation – so dass die typische Achterbahnfahrt der dramatischen Musik genau entspricht.

Wechselbad

Heute hatte ich einen seltsamen Tag. Einerseits hatte ich eine Menge gute Interaktionen mit Kunden, viele gute Gespräche, einige „Danke-schön’s“ und ein paar, die gesagt haben, dass das empfohlene Mittel gut gewirkt hat.

Und dazwischen das absolute Kontrastprogramm, ein paar Kunden, denen man es einfach nicht recht machen konnte.

Im Normalfall ist es eher entweder oder den Tag lang – da weiss man, was man hat (auch wenn es mal nicht gut ist) und nicht so ein Wechselbad der Gefühle.

Am schlimmsten fand ich die eine, die die Pharmaassistentin wegen einem komischen Ausschlag am Finger ausquetschte. Was sie ursprünglich verlangt hat ist ein Fingerling – so ein Kondomartiges Gummiding, um den Finger vor Feuchtigkeit zu schützen.

Als sie sah, dass ich frei war, wendete sie sich praktisch mitten im Gespräch von der Pharmaassistentin ab, um mir den Finger unter die Nase zu halten: „Was kann ich da noch machen?“

Ich schaute mir den Finger an: gerötet, am Rand schuppig, Nagel auch betroffen: weiss und verdickt, dazu eine allgemeine Entzündung, stellte ein paar Fragen:

Wie lange?  - Schon lange.

Beisst es?  - Nein.

Haben Sie sonst Allergien? Neurodermitis? Psoriasis? - Nein.

Was haben sie schon ausprobiert? – Viel. (Hmmpf, geht es etwas genauer?)

Hat irgendetwas davon geholfen? – Das Cortison, das ich nehme.

Wie lange schon? – Ein paar Wochen.

Ganz offensichtlich ist es aber noch nicht weg. … und wochenlang würde ich nicht eine Kortisoncreme auftragen, das dünnt die Haut aus und wenn es eine Infektion ist ….

Böser Blick: Ich weiss.

Für mich sah der Ausschlag weniger aus wie ein Ekzem, mehr wie ein Pilz – auch etwas schuppig und ihr Nagel ist auch verdickt, ich sage ihr das. –  Nein. Es ist kein Pilz.

Haben sie es denn testen lassen beim Arzt? - Ja.

Und? Was sagt der denn? - Es waren verschiedene Ärzte und keiner hat mir gesagt, was es ist – die sind sich selbst nicht einig.

Ein Mittel zum auftragen will sie aber nicht mal ausprobieren (Nein), auch mein Hinweis, dass- wenn es nach mehreren Wochen Cortison nicht wirklich besser ist, es sinnvoll wäre mal etwas anderes zu probieren (Nein!) – und dass ich den Finger auch nicht unbedingt in Plastik hüllen würde – etwas luftdurchlässiges … wieder unterbricht sie mich: – Nein. Das ist gut so!

… nachdem ich merke, dass was immer ich sage, nicht ankommt, gebe ich die Beratung auf und verabschiede mich kurz um mich anderen Kunden zuzuwenden.

Sie (sauer) beim zahlen des Fingerlings zur Pharmaassistentin: „Manchmal geben die Apotheker gute Tipps. Ich dachte sie könnte das auch“

Kann ich – wenn man mir zuhört und nicht immer nur “Nein” sagt.

Ich hatte schon Kunden mit ähnlichen Hautproblemen, denen haben zum Beispiel Umschläge mit Schwarztee enorm geholfen – aber das braucht am Anfang etwas Überzeugungsarbeit und Anleitung … und nachdem die nette Frau so abweisend zu mir war – Nee.

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