Apotheken aus aller Welt, 606: Basel, Schweiz

Da war  Mütze  schon (fast) wieder daheim: Danke auch für diese Bilder!

hier übrigens noch ein paar Bilder der Bahnhofsapotheke in Basel welche ich im Januar fotografiert habe.

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Wow, die hohe Decke!

Internetso (statt Intermezzo)

(nur weil ich die Animation so mag :-) )

Empathy Cards

Ihr kennt das vielleicht. Jemand den ihr mögt ist krank geworden. Sehr krank. Die klassischen “Werd’ bald gesund”-Karten dafür sind fast schon ein Hohn und treffen es überhaupt nicht.

Dafür gibt es jetzt etwas. Zumindest in englisch.

Emily McDowell hat eine Kartenserie kreiert, die ich einfach fantastisch zutreffend finde. Sie hat das gemacht nachdem sie selber eine Zeitlang sehr krank war … das sind die Karten, die sie wohl selber gerne bekommen hätte.

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Alle Karten und mehr zu finden hier: http://emilymcdowell.com/collections/cards/Empathy-Cards

Zu der oben schreibt sie übrigens: Ich weiss, dass die Leute, die das tun, wohlmeinend sind. Sie versuchen zu helfen. Aber wenn Du krank bist oder wenn Du einer kranken Person nahe stehst, dann weisst Du, dass die Leute in dieser Situation generell gut über die Behandlungsoptionen aufgeklärt sind (auch sie haben Internet) und die Entscheidung getroffen haben, die für sie am besten ist. Es ist wirklich erschöpfend, wenn man seine Wahl dann gegenüber Leuten verteidigen muss, die fast nie so informiert sind wie Du selber über deinen Zustand. Die Karte zeigt, dass Du das verstehst.

Schön finde ich auch die:

Please let me be the first to punch the next person who tells you everything happens for a reason. I am sorry you are going through this.

Lass mich der erste sein, der die nächste Person eins haut, die dir erzählt, dass alles was einem passiert einen Grund hat. Es tut mir leid, dass du da durch musst.

Passt Euch so was auch?

Von Pharmama für Pharma-Mamas (und andere)

Nur, falls ihr noch eine Idee braucht für Muttertag …

hier erhältlich:

und der Klassiker für Leseratten:

Voll zu.

Was macht man mit der Patientin, die so betrunken in die Apotheke kommt, dass sie kaum laufen kann?

Das Problem scheint zu Hause bekannt, denn sie hatte die beiden Male, als das so war einen Verwandten dabei.

Am Anfang wusste ich gar nicht, was da los ist. Sie war freundlich genug, wollte ein Pflaster für ihre Wunde am Finger und dazu ein Rezept einlösen. Aber … sie wirkte nicht ganz ansprechbar. Um es direkt zu sagen: die Frau hat gelallt beim reden, einmal musste ich sie festhalten, weil sie sonst umgefallen wäre. Darauf sie bis zum Beratungsraum laufen zu lassen für das Pflaster, das ich ihr rasch wechseln musste, habe ich verzichtet aus Angst, dass sie mir sonst stürzt. Ich habe das Pflaster grad an der Theke gewechselt.

Echt übel!

Mein erster Gedanke, als ich sie so gesehen und bedient habe, war, ob das vielleicht eine üble Nebenwirkung oder Wechselwirkung ist? Aber sie und ihr Begleiter haben sich die ganze Zeit verhalten, als sei das nichts besonderes …

Ein rascher Check ihres Patienten-Dossiers mit den (hier) bisher abgegebenen Medikamenten zeigt, dass das wohl doch nicht eine Wechselwirkung zwischen einem vielleicht neuen mit einem alten Medikament ist und auch nicht zwischen zwei alten …

Nur wenn man Alkohol zu ihren regelmässigen Medikamenten nimmt, dann verstärkt das deren zentraldämpfenden Nebenwirkungen … gegenseitig. Das muss einfahren.

Es war dann nicht wirklich möglich so etwas wie ein Beratungsgespräch mit ihr zu führen. Ich habe alles sehr sorgfältig angeschrieben und die Begleitung involviert, in der Hoffnung, dass das dann richtig genommen / gemacht wird.

Am nächsten Tag kam sie dann bei meiner Kollegin noch einmal (mit anderer Begleitung), weil sie das Pflaster noch einmal gewechselt haben wollte – Das, obwohl ich ihr am Vortag eigentlich erklärt habe, dass sie das zu Hause auch gut selber kann: es war wirklich nur eine kleine Wunde am Finger, das ausser Pflasterwechsel mit Desinfektion nicht mehr brauchte.

Meine Kollegin hatte die gleichen Probleme mit ihr. Sie war wieder kaum ansprechbar. Immerhin hatte sie den Vorteil, dass die Pharmaassistentin ihr sagen konnte, dass das schon mal so war – und warum wahrscheinlich.

Auch sie hat ziemlich deutlich darauf hingewiesen, was für eine schlechte Idee es ist, mit ihren Medikamenten Alkohol (und sei es auch nur wenig) zu trinken.

Mehr können wir nicht wirklich machen – oder?

Auch wenn ich mich frage, ob der Arzt das wohl weiss. Einfach so kann ich ihm das nicht stecken.

Apotheken aus aller Welt, 605: Doha, Qatar

von Mützes Heimflug:

Fotos der Apotheke im Hamad International Airport in Doha/Qatar

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XL Packung

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Für einmal beklage ich mich hier nicht über die immer grösser werdenden Packungen, Nein – heute amüsiere ich mich über dieses Rezept.

Der Arzt will eine XL Packung Dafalgan?

Wie gross soll sie sein?

(Hinweis: ja, ich bin leicht amüsierbar. Das XL steht eigentlich nur an der falschen Stelle im Rezept … und schon bedeutet das etwas anderes.)

2 Männer, 2 Handtücher

Noch ein Grund, weshalb es wichtig ist, immer sein Handtuch dabei zu haben!

Towel Day ist am 25. Mai.

Nicht vergessen!

(Macht sonst noch jemand mit?)

von *der* Frau

Mann in der Apotheke: “Ich hätte gerne ein Celebrex*.”

Pharmama: “Haben Sie dafür ein Rezept?”

Mann: “Nein. Aber ich habe das schon von der Frau bekommen.”

Pharmama (leicht irritiert): “Von welcher Frau?”

  • andere Apothekerin? Ärztin?

Mann: “Na, von meiner Frau.”

Hmpf. Das kommt häufiger vor, dass Ehepartner untereinander Medikamente austauschen. Leider auch rezeptpflichtige Sachen, wo es wirklich gut wäre, die Anwendung vorher abzuklären.

*Celebrex: rezeptpflichtiges Schmerzmittel, einziger noch Überlebender der COX2 Hemmer, weil nach der Vioxx Sache die meisten vom Markt gezogen wurden wegen (wahrscheinlich) erhöhten Herzinfarktraten.

Serendipity in der Medikamentenentwicklung

Es hat mich ein bisschen gepackt am ersten Mai … und da da Wetter so mies war, habe ich mich etwas am Computer beschäftigt. Das wollte ich schon lange mal bringen.

Mehr nachlesen über die einzelnen Mittel kann man auch in meiner Blogreihe hier: Woher kommen unsere Medikamente?

Apotheken aus aller Welt 604: Neu Delhi, Indien

von  Mütze

Und hier folgen noch die letzten Bilder die auf dem Rückflug entstanden sind. Hier zu sehen sind dann die Flughafen Apotheken des Flughafens Neu Delhi.

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… mit auch einer riesigen Ayurveda Abteilung.

Stress mich nicht!

Eine Frau kommt am Morgen in die Apotheke. Die Pharmaassistentin gibt sie gleich an mich weiter, weil sie ein rezeptpflichtiges Medikament ohne Rezept verlangt.

Die Frau ist in meinem Alter und sehr chick – businessmässig angezogen. Dazu passt auch der Stress, den sie anfängt zu machen, kaum dass sie mich als Apothekerin erkennt:
“Ich habe wieder einmal eine Blasenentzündung. Geben Sie mir ein Antibiotikum, das hatte ich auch schon öfter ohne Rezept bekommen. Ich bin nur auf Geschäftsbesuch hier und habe keine Apotheke!”

„In Ordnung“ sage ich. „Was sind denn genau Ihre Beschwerden?“

„Muss das sein?“ fragt die Frau – „Ich weiss ja, was ich habe und was ich brauche — und mein Taxi wartet draussen. Ich hab’s eilig!“

Ich gehe einen halben Schritt zurück und hole Luft. Ich mag Leute, die mich unter Druck setzen, damit sie eher das bekommen, was sie grad wollen gar nicht. Ob ich ein rezeptpflichtiges Medikament abgebe oder nicht liegt in meiner Verantwortung. Und genau deshalb kläre ich das auch zu meiner Sicherheit individuell vorher ab.

Pharmama: „In dem Fall würde ich vorschlagen, Sie nehmen Ihr Taxi und versuchen das später noch einmal, wenn Sie genug Zeit haben ein paar Fragen zu beantworten.“

Jetzt habe ich sie wohl überrascht. Jedenfals schaut sie mich etwas erstaunt- ungläubig an.

„Ich bekomme das nicht?“

Pharmama: „Sie können das vielleicht hier bekommen, wenn ich das richtig abklären kann. Dafür brauche ich ein paar Minuten. Aber das ist Ihre Entscheidung.“

Am Ende hatte sie dann doch genug Zeit für die paar Fragen.
Ich reagiere nicht gut unter Druck. Tatsächlich neige ich dazu dann noch etwas langsamer und genauer zu werden, weil ich weiss, dass auch mir dann eher Fehler passieren. Und freundlicher werde ich dabei wohl auch nicht ….

Und was ist der Unterschied?

Da gibt es dieses neue Mittel: Ectoin. Ursprünglich aus Bakterienzellwänden von Extremolyten isoliert, wo es dazu diente, diese Bakterien vor Umwelteinflüssen zu schützen (tatsächlich können die Bakterien damit in wirklich extremer Umgebung überleben), wird es heute eingesetzt … naja, um dasselbe bei menschlichen Zellen zu machen. Die Substanz schützt und stabilisiert natürliche Strukturen wie Proteine, Enzyme und Zellmembranen und bildet stabilisierende Wassermembranen.

In der Schweiz wird das Ectoin von der Vifor in verschiedenen Produkten vertrieben und vermarktet. In Hautmitteln gegen Rötungen und Jucken wie bei Ekzemen und bei Neurodermitis – und in Nasensprays.

Diesen beiden: rechts das Mittel gegen Heuschnupfen und links das Mittel gegen Schnupfen.

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Und jetzt kann mir vielleicht eine andere (Schweizer?) Apothekerin oder Pharmaassistentin helfen, die beim Vertreter besser aufgepasst hat: gibt es (ausser der Indikation) da einen Unterschied?

Erst dachte ich, dass das Schnupfenmittel hyperton sei und das andere nicht – aber das stimmt nicht: die sind das beide. Und Meersalz oder alpines Salz … ich denke das kommt beides hier aus den Salinen (und das ist sozusagen Ur-Meer-Salz, das von “unter den Bergen” gewonnen wird), also: was ist es dann?

Oder … gibt es da etwas keinen Unterschied?

Apotheken aus aller Welt, 603: Rishikesh, Indien

Und nochmal von Mütze aus Frankreich- diesmal von etwas exotischerem Ort:

Hier folgen Bilder welche ich während meiner Hochzeitsreise nach Indien gemacht habe. Ich war mir nicht ganz sicher ob du Ayurveda healt Centres auch als Apotheken bezeichnen würdest, dort in Rishikesh wo ich mit meiner Frau zwei Wochen verbracht hab gab es wirklich einige dieser Ayurvedic Health Centres. Hier mal die Apotheken welche ich in Indien fotografiert habe. Ich habe nur einen kleinen Teil der vorhanden Ayurveda Centres fotografiert weil es wirklich viele gab. Ein paar wenige hatten auch englische/westliche Medikamente, von dennen hab ich zwei fotografiert. Das letzte Bild zeigt vermutlich eher eine kleine Arztpraxis als eine Apotheke, aber er hat zumindest ein rotes Kreuz davor hängen und ein paar einfache Holzregale mit Medikamenten.

Die Apotheken in Rishikesh sind übrigens alle im Ortsteil “Laxman Jhula” welcher sehr touristisch ausgelegt ist, mit vielen kleinen Geschäften. Den Namen hat der Ortsteil übrigens von der gleichnamigen Hängebrücke (http://en.wikipedia.org/wiki/Lakshman_Jhula)

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Hmmm… die Ayurveda Zentren werden sicher nicht von Medizinialpersonen betrieben (genauso wenig, wie die “Kräuter” und Beduinen-“Apotheken” in Marokko), aber ich lass sie trotzdem mal hier. Danke Dir!