gesucht wird – bei Pharmama

immer wieder interessant, mit was für Such-Anfragen die Leute auf meinem Blog landen. Ob die wohl gefunden haben, was sie suchen?

pille danach kaufen peinlich – das sollte nicht peinlicher sein als Kondome zu kaufen. Etwas aufwändiger allerdings – bei uns gibt es das nur nach einem Gespräch mit der Apothekerin und in Deutschland muss man dafür zum Arzt ein Rezept besorgen.

zahlt die krankenkasse die pille in der schweiz – nein. Ausser es hätte eine andere medizinische Anwendung als „nur“ Verhütung und man hat eine Bestätigung von der Krankenkasse, dass die das ausnahmsweise übernehmen.

ab wann muss die pille in der schweiz selber gezahlt werden – in dem Moment, wo du sie beziehst. Es gibt hier keine Alterseinschränkung ab wann die Krankenkasse das zahlen oder nicht mehr zahlen würde – siehe oben: die zahlen das grundsätzlich nicht.

welche impfung bekommt man im herbst – also machen kannst Du dann alle, aber ich glaube, du denkst an die Grippeimpfung? Für die ist der optimale Zeitpunkt zwischen Oktober und Ende November.

gibt es noch merfen-orange ? – Nein. Das Zeug enthielt Quecksilber, das macht man heute nicht mehr.

wie teile ich die kapseln von lyrica – Du.Kannst.Kapseln.Nicht.Teilen. Echt nicht. Wenn der Arzt dir das so verordnet hat – frag ihn nach einer anderen Dosierung.

woran merkt man das pille durch antibiotika nicht wirkt – spätestens dann, wenn man schwanger geworden ist. Besser man fragt vorher nach oder liest die Packungsbeilage – falls nicht die Apotheke oder der Arzt schon auf das Problem aufmerksam gemacht hat. Wechselwirkungen der hormonellen Verhütungsmittel kann man auch hier nachlesen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

pharmazie studieren zeitaufwand – kommt darauf an, wie du lernst und ob du die Prüfungen bestehst. Minimum: 5 Jahre.

wieviel tage muss man waschen wenn man madenwürmer hat – waschen ist gut als Prophylaxe, dass andere sich nicht anstecken und man sich selber nicht wieder ansteckt, aber zur Behandlung reicht das nicht. Dafür gibt es Tabletten / Sirup aus der Apotheke.

kann man noch was schreiben auf ein arzt rezept – der Arzt ja. Du nicht, das fällt sonst unter Urkundenfälschung. (siehe auch: das verdächtige Rezept)

arzt gibt ingwerzäpfchen – Nein. Tut er nicht. Das ist bloss so eine sexuelle Phantasie von Dir, an der ich hier nicht teilhaben will-

mein schwangerschafts test zeigt leicht an das ich schwanger bin – Merke: ein bisschen schwanger gibt es genau so wenig wie „ein bisschen tot.“ Ob die Schwangerschaft allerdings hält, steht auf einem anderen Blatt geschrieben.

joghurt rehts getret und lienks getret – Den kann man drehen, wie man will (schon klar: es war die Milchsäure darin gemeint), aber was ich am bemerkenswertesten fand: in dem Satz war Joghurt richtig geschrieben … und sonst so ziemlich gar nix

wie kann man eine muschi bauen – Handwerker, huh?

maden unter der vorhaut – Ah, Brrr. Erst mal gründlich (und dann: regelmässig) waschen – und falls das trotzdem wieder auftritt: zum Arzt.

off label use isotretinoin – Isotretinoin ist ein Aknemittel zum einnehmen, das nicht ganz ohne ist, was die Nebenwirkungen angeht und Schwanger werden darf man darunter auf keinen Fall, weil das Missbildungen macht. Deshalb untersteht es strengen Vorschriften, was die Verordnung angeht … unter anderem sind regelmässige Schwangerschaftstests vorgeschrieben und es darf bei Frauen nur für je 30 Tage verschrieben werden. So steht es in der Packungsbeilage und Fachinformation. Trotzdem sehe ich ständig (!) Dauerrezepte über 3 und sogar 6 Monate und Packungsgrössen von 100 Stück, die Frauen verschrieben werden. Das wäre auch eine „off label use“, denn so steht das nicht in der Packungsbeilage … und demnach müssten die Krankenkassen das nicht zahlen. Die Ärzte, die das so aufschreiben neigen ausserdem noch dazu ausgesprochen gereizt auf Nachfragen diesbezüglich zu reagieren. Ich habe aber Gründe da nachzufragen und das nicht so abzugeben … unter anderem, weil in den letzten 2 Jahren allein in der Schweiz 13 Frauen, die mit Isotretinoin behandelt wurden schwanger geworden sind. Das sind genau 13 zu viel. (Quelle: https://www.swissmedic.ch/aktuell/00673/02221/index.html?lang=de)

Über diese Anzeigen

Apotheken aus aller Welt, 525 : Kappeln an der Schlei, Deutschland

Danke vielmals Silke für diesen Beitrag zu meiner Sammlung:

ich bin wieder mal in Urlaub in Kappeln an der Schlei (das liegt zwischen Kiel und Flensburg) und habe die Dehnthof-Apotheke für Dich fotografiert. Viel Spaß damit. :)

kappeln

Psychopharmakotherapie griffbereit, von Jan Dreher – Rezension

Jan Dreher ist der Autor des Blogs Psychiatrie to go, den ich seit Jahren aufmerksam verfolge. Sein Blog ist sowohl interessant wie lehrreich – und er weiss, worüber er schreibt: er ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, bis 2014 leitender Oberarzt am Alexandrier Krankenhaus in Köln, Ausbildungsleiter und Dozent am verhaltenstherapeutischen Ausbildungsinstitut kbav und ab nächstem Jahr Chefarzt im Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Neurologie und Psychotherapie in Krefeld.

Für iBook und kindle hat er 2013 schon eine praxisnahe Einführung in die Psychopharmaka veröffentlicht: Psychopharmakologie to go. Das wurde nun in Zusammenarbeit mit dem Schattauer Verlag überarbeitet und weiterentwickelt.

Dies ist das aktuelle Buch: Psychopharmakotherapie griffbereit

Ich darf hier eine der ersten Rezensionen schreiben – und ich sage bewusst darf – denn, entgegen der Meinung einiger, die mich das Buch lesen gesehen haben und bemerkt haben „das ist aber schwere Lektüre“ … das ist es eigentlich nicht.

Nicht von der Grösse – ein Taschenbüchlein, das sogar in eine Kitteltasche passt- und auch nicht vom Inhalt.

Ja, es ist voll von Information über die Anwendung von Medikamenten – nicht nur was sie machen, sondern vor allem, wann man was einsetzt und wie. Das hört sich trocken wie Staub an, aber Jan Dreher schafft es diese Information auf eine Art herüber zu bringen, die nicht nur lehrreich ist, sondern auch flüssig zu lesen. Praxisbeispiele, Anwendungserfahrungen, Trivia sind so eingestreut, dass sie das Buch auflockern und einem manches besser im Gedächtnis bleibt. Gut, ich bin jemand, dem Geschichten viel besser im Gedächtnis bleiben als die reine Aufzählung von Fakten und Zahlen …. damit bin ich sicher nicht die einzige.

So habe ich jetzt auch gelernt, dass die Valproinsäure ursprünglich als Lösungsmittel eingesetzt wurde für anderer Wirkstoffe gegen Epilepsie … bis man dann irgendwann merkte, dass nicht diese „Wirkstoffe“ für die Wirkung verantwortlich waren, sondern das Mittel, in denen sie gelöst waren :-)

Aber zurück zum Buch: Es ist umfassend und genau in seinem Bereich. Im Buch werden Medikamente, psychoaktive Genussmittel (Nikotin, Alkohol, Coffein …) und Drogen (Cocain, Cannabis, Amphetamine …) beschrieben.

Die Medikamente sind nach den (Haupt-)Wirkungen psychiatrischer Medikamente aufgeteilt: antidepressiv, antipsychotisch, phasenprophylaktisch, angstlösend und beruhigend.

Es wird gezeigt, wie verschiedene psychiatrische Krankheitsbilder behandelt werden (Depressionen, Psychosen, Manien, ADHS, auch Angst- und Schlafstörungen …). Besonders schön zu sehen, wie der Autor anhand seiner (langjährigen) Erfahrungen erklärt, weshalb und wie man dabei vorgeht. Ich in der Apotheke sehe ja meist nur die andere Seite, also welche Medikamente die Leute bekommen, aber es ist doch sehr gut da dahinter zu sehen „weshalb“ das jetzt verordnet wird (und nicht etwas anderes).

… Wobei ich hier noch anmerken möchte, dass es manchem Psychiater (und auch Hausarzt, der psychiatrische Probleme mitbehandelt) hier gut tun würde, das Buch zu lesen.

Nicht ausgelassen werden auch Nebenwirkungen bei den einzelnen Medikamenten und dass man die Patienten als Arzt gut darauf vorbereiten sollte, was sie zu erwarten haben – das manches nicht sofort wirkt, dass sie sich melden sollen, wenn sie Gewichtszunahme haben, dass Bluttests gemacht werden müssen … und dass es gerade in der Psychiatrie nicht reicht, Medikamente zu geben. Häufig gehören da noch Verhaltenstherapien und weiteres dazu.

Das Buch ist verständlich geschrieben, kommt aber natürlich nicht ohne Fachwörter aus (immerhin ist das ein Fach- und Lehrbuch). Dafür hat es am Ende ein Glossar mit den gängigsten erwähnten Begriffen.

Für mich als Apothekerin bringt das Buch auch in der Praxis etwas, nicht nur als „professioneller Blick dahinter“, sondern weil ich anhand dem mehr Verständnis für die Patienten habe, die diese Mittel nehmen und sie dadurch auch besser in der richtigen Anwendung unterstützen kann – deshalb ist das Buch nicht nur für die beschriebene Zielgruppe „Psychiater, Psychotherapeuten, Hausärzte, Internisten, Krankenpflegepersonal, Betreuer, Angehörige und Patienten“ geeignet, sondern eben auch für Apotheker.

Das solltest Du noch ergänzen Jan … für die anderen (Kleinigkeiten) bekommst Du von mir an die im Buch angegebene email-Adresse eine Nachricht (Quetiapin gibt es zum Beispiel bei uns in der Schweiz auch schon als Retard-Formulierung als Generikum).

Ansonsten: Unbedingte Kaufempfehlung für die angegebene Zielgruppe!

(Auch wenn das Buch nicht ganz günstig ist – aber wer hat schon mal ein günstiges Lehrbuch gesehen?)

Wie finde ich eine Stelle als Apotheker? (Rerun)

Also, falls Du von all den Kundengeschichten nicht abgeschreckt worden bist und Dich entschlossen hast, nach dem Studium Offizin – Apotheker zu werden:

herzliche Gratulation!

Das ist (immer noch) ein sehr gesuchter Beruf wo es auch jetzt noch recht problemlos möglich ist, Arbeit zu finden. Aus Mangel an qualifizierten Pharmazeuten, gibt es sogar Vollzeitstellen, die nicht besetzt werden können … aber man kann sehr gut auch Teilzeit arbeiten, also ideal für Frauen.

Voraussetzungen für die Arbeit als Offizin-Apotheker: abgeschlossene Matura, 5 Jähriges Studium der Pharmazie und Assistenzjahr in einer Apotheke samt bestandener Prüfung.

Und wo findet man dann die Stelle? Apothekerstellen werden kaum in Zeitungen ausgeschrieben, das läuft alles über die Fachkanäle:

Die Zeitschrift des schweizerischen Apothekervereins: dem Pharmajournal – respektive deren Internetauftritt: Pharmajournal-Stellenanzeiger

Auch sehr beliebt: sammelt die Seite Pharmapro.ch offene Stellen.

Auf apotheke-adhoc.de findet man Stellenangebote für Deutschland.

Wie man sehen kann, habe ich nichts falsches geschrieben: tonnenweise offene Stellen. Also?

…. ergänzenderweise möchte ich noch erwähnen, dass man als Apotheker nicht in die Offizin muss, Es gibt ja noch die Möglichkeit in die Industrie zu gehen (Forschung und Entwicklung), in die Qualitätskontrolle oder in die Registrierung von Arzneimitteln.

Aber mir gefällt die Arbeit in der Offizin – auch wenn ich hier gelegentlich etwas jammere, oder mich abreagieren muss. Ich würde nichts anderes wählen.

Interessanterweise sehe ich jetzt (der Originalartikel ist von 2009) einen Trend, der zurück in die Apotheke geht. Leute, die in Industrie, Registrierung und Ausbildung gearbeitet haben wollen wieder zurück in die Apotheke – dem direkten Patientenkontakt zuliebe. Schön!

Halloween – Special / 7

Und das ist die Figur, mit der ich mich am wohlsten fühle:

… die Hexe :-)

 

Im Buch “Einmal täglich” findet ihr diese  Cartoons und mehr – auch zu Halloween hatte ich noch ein paar … Inspirationen.

Lapidar

Der Kunde verlangt (und bekommt) Nasenspray.

Ich (wie immer): “Bitte denken Sie daran, dass Sie den abschwellenden Nasenspray nicht länger als eine Woche am Stück anwenden, da sich die Nase sonst daran gewöhnt.”

Kunde: “Zu spät.”

Halloween – Special / 6

Tschüss Migräne-Kranit (und wieder ein Kombi-Präparat weniger)

Frisch reingekommen: Rückruf für Migräne-Kranit, Tabletten und Zäpfchen. Alle (!) Chargen.

Als Grund wird angegeben: “Der Rückruf erfolgt, da die Präparate nicht mehr den heutigen regulatorischen Anforderungen entsprechen.”

Was mehr oder weniger bedeutet: das ist veraltet, die Wirkstoffkombination nicht mehr Zeitgemäss … und für einen Wechsel- eine Neuzulassung steht wohl auch kein Geld zur Verfügung.

Das das verschwindet kommt nicht ganz unerwartet – es gibt immer weniger Kombinationspräparate bei den Schmerzmitteln – und die Zusammensetzung ist (eigentlich) auch etwas überholt: Paracetamol, Coffein und Chlorphenamini maleas.

Speziell das Chlorphenamin: ein Antihistaminikum der ersten Generation, macht also recht müde, wirkt austrocknend, antiallergisch … man soll es nicht bei Kindern und älteren Menschen einsetzen. Im Mittel drin war es wohl einerseits wegen der beruhigenden Wirkung und weil es auch auf die Gefässe wirken soll. So steht in der Packungsbeilage:

Migränoide und andere gefässbedingte Kopfschmerzen (nicht zur Anfallsprophylaxe der echten Migräne geeignet).

Migränoide und vasomotorische Kopfschmerzen sind multifaktoriell unterhaltene Leiden. Migräne-Kranit erfasst durch seine sich sinnvoll ergänzenden Komponenten die wichtigsten Faktoren dieser Leiden und lindert die Schmerzen.

Das wird jetzt wirklich unangenehm für die Leute, die das genommen haben, und denen es geholfen hat. Das gibt wahrscheinlich das gleiche Theater in der Apotheke, als sie die ursprüngliche Formulierung des Tonopan ausser Handel genommen haben. … gut, vielleicht nicht mit der gleichen Anzahl Leute, die das genommen haben, aber … ja.

Was nehmen die denn jetzt?

Die gleiche Kombination gibt es nicht mehr – die kommt wohl auch nicht wieder.

Paracetamol und Koffein – das findet man noch, z.Bsp in Panadol Extra

Das Chlorphenamin alleine gäbe es eigentlich in Arbid Tropfen – einem Schnupfenmittel zum Einnehmen für Kinder. Nur … ist das seit Monaten nicht lieferbar und ich schätze, das geht jetzt auch ausser Handel. Immerhin sollte Chlorphenamin eigentlich nicht bei Kindern eingesetzt werden …

Weiter findet sich Chlorphenamin in den Fluimucil Grippe Brausetabletten- aber nur in denen für die Nacht, dort ist es enthalten zusammen mit Paracetamol. Das könnte man nehmen, dazu einen grossen Kaffee … und die restlichen Brausetabletten für den Tag wegwerfen? Nein.

Andere Mittel, die Gefäss-aktiv sind gegen Kopfschmerzen wie sie bei Migräne vorkommen gibt es hier keine rezeptfreien mehr – und auch die rezeptpflichtigen sind sehr rar. Ergotamin gibt es auch nicht mehr. Triptane kann man versuchen … ansonsten halt die “normalen” Schmerzmittel, allen voran Ibuprofen, dann Acetylsalicylsäure, Paracetamol – alles hoch genug dosiert.

Halloween – Special / 5

Heute: Das Skelett

Halloween – Special / 4

Heute: Frankensteins Monster

 

LOA Diskussionen … immer noch

Seit 2001 (Oh Gott, ist das wirklich schon 13 Jahre her??) haben wir in der Schweiz die LOA – die Leistungs-Orientierte-Abgabe. Was eigentlich bedeutet, dass unsere Arbeit in der Apotheke nicht mehr über Medikamentenmargen abgerechnet wird, sondern über separate Checks (früher auch Taxen oder Pauschalen genannt). Die LOA ist ein Vertrag zwischen den Krankenkassen und den Apotheken – und hat ihnen Einsparungen im 3 stelligen Millionenbereich gebracht.

Seit Einführung der LOA gab das Diskussionen mit Patienten, weil die nicht begreifen konnten, wieso sie auf einmal neben dem Medikamentenpreis auch noch etwas drauf zahlen sollten. Dabei war das eigentlich gar nicht ein “drauf zahlen” – es war einfach nicht mehr im Medikamentenpreis drin enthalten. Es ist auch keine “Beratungstaxe”, wie von manchen suggeriert wird – meist noch mit dem Anhang, dass sie das nicht bereit wären zu zahlen, da sie ja gar keine Beratung in der Apotheke bräuchten, sie wüssten schon alles.

Jedenfalls: Diskussionen noch und noch. Sie haben in den letzten Jahren etwas abgenommen, aber von “aufgehört” kann man nicht reden – wie auch dies hier zeugt:

Eine andere Apotheke ruft an, der Lehrling gibt das Telefon an mich weiter.

Apothekerin: “Ich hatte gerade eine … eher unangenehme Begegnung mit einem Patienten, der mit mir wegen der Checks diskutiert hat. Jetzt … wollte ich fragen, ob ihr die verrechnet?”

Pharmama: “Ja, tun wir.”

Apothekerin: “Es ist nur … er hat steif und fest behauptet, dass er bei Euch noch nie irgendwelche Checks hat zahlen müssen.”

Pharmama: “Hmpf. Vielleicht ist ihm das noch nie aufgefallen, oder er hatte bisher immer Sachen, wo keine Checks draufkommen…” (also: alles eigentlich nicht rezeptpflichtige oder nichts, das über die Grundversicherung abgerechnet wird).

Apothekerin: “Habe ich auch gedacht, aber er behauptet, dass er das (Medikament, das unter den LOA Vertrag fällt) ... letztens von Euch hatte. Ohne Checks.”

Pharmama: “Nicht möglich. Ich hatte auch schon Diskussionen wegen dem und ich bestehe darauf: Das ist unser Einkommen, das ist der Lohn für unsere Arbeit. Nur weil das nicht mehr im Preis eingeschlossen ist, gibt es ewig Diskussionen.”

Apothekerin: “Sehe ich auch so. Jedenfalls, wollte ich Euch auch vorwarnen: er hat damit gedroht deshalb von jetzt an alles nur noch bei Euch zu holen.”

Da kann ich mich auf weitere Diskussionen freuen, wenn er merkt, dass das bei uns genau gleich ist.

Es gab tatsächlich hauptsächlich Ketten, die auf die Checks verzichtet haben. Ich habe mich immer gefragt, wie die das finanziell machen. Inzwischen brauche ich mich nicht mehr zu fragen. Die Sun-Store Apotheken, diese Discount-Apotheken, eben die, die so gross damit geworben haben, dass sie die “Taxen” nicht verlangen (Nerv: das hat nichts mit Steuern zu tun, also sollte man das auch nicht Taxen nennen!) … werden das per Januar 2015 wieder. (Quelle 3min).

Leider liessen und lassen sich Ketten und auch einzelne Apotheker dazu hinreissen, freiwillig auf die LOA zu verzichten. Dies in der Hoffnung, Kunden zu gewinnen. Doch da inzwischen etliche Medikamente auf Geheiss des Bundes nur noch ein paar Franken kosten dürfen, lässt sich ohne LOA nicht einmal mehr kostendeckend arbeiten, geschweige denn, dass genügend finanzielle Mittel übrig bleiben, um der Apotheke langfristig das Überleben zu sichern.

Die Einsicht von Sun Store kommt spät, aber sie kommt.

Ganz offensichtlich kann auch dieser Discounter und Grosseinkäufer und Teil des Riesen-moguls Galenica sich das nicht mehr leisten. Interessant.

Halloween- Special / 3

Das hinten ist der Vollmond und in der Apotheke steht natürlich der …. Werwolf.

Undankbarer Notdienst

Notdienste sind ziemlich undankbar. Es muss ein Apotheker in der Apotheke vorhanden sein … oder zumindest auf Verlangen sehr rasch dort (Klingel oder Telefon). Das bedeutet jeweils eine Nacht ohne Erholung, egal wie oft der Notdienst tatsächlich beansprucht wird. Es ist unrentabel, speziell in Apotheken auf dem Land. Hauptsächlich eine reine Dienstleistung für die Öffentlichkeit.

Wenn die Öffentlichkeit das jetzt zu schätzen wüsste, wäre das nett. Leider sieht die Realität oft (nicht immer) anders aus. Frust auf beiden Seiten … das hat sich auf facebook einmal entladen. Ich erlaube mir hier ein paar Sachen von facebook zu „klauen“, allerdings etwas abgeändert und ohne Namensnennung.

Fragt also ein Apotheker im aktuellen Nachtdienst: „Warum sind die Menschen im Wochenend-Nachtdienst so aggressiv?“

Die Antworten variieren von: die unterstützte Fussballmannschaft hat verloren / Lieferprobleme /  die Politik, die das Ansehen der Apotheker niedermacht …

Es folgen ein paar Beispiele, was im Notdienst nachts so verlangt wird.

Die Leute kommen mit Tagealten Rezepten – mit der Beanstandung, sie wollten was anderes, als da draufsteht – Ja, der Arzt ist ja auch unglaublich gut erreichbar Samstag Nachts.

Sie wollen Salbeibonbons, Desinfektionstücher (Ebola-Angst?), die Pille ohne Rezept.

Sie belehren den Apotheker, dass Clindamycin dasselbe sei wie Ibuprofen. (Ist es nicht: ein Antibiotikum und ein Schmerzmittel)

Sie fragen nach einem HIV Schnelltest und danach (weil es das dort nicht gibt) verlangen sie ersatzweise eine Vaginaldusche (und hören nicht auf Erläuterungsversuche und Erklärungen zu HIV und der Übertragung sexueller Erkrankungen)

Sie bringen ein Arztrezept ohne weitere Daten und Arztstempel (darf man nicht einlösen). Sie wollen notfallmässig einen Schwangerschaftstest..

Weitere „wichtige“ verlangte Dinge im Notdienst: Zahnbürste, Fußcreme, Ortsauskunft …

Sehr häufig verlangt wird auch Säuglingsnahrung – das zeugt von miserabler Planung, kann aber passieren und ist (finde ich als Mama) ein halber Notfall. Auf der anderen Seite verstehe ich auch die Erläuterung des Apothekers in der Landapotheke, weshalb er das nicht mehr anbietet: 2 von 3 Packungen sind im Schnitt verfallen (Nein, die Firmen vergüten die einem nicht mehr). Von 3 Nachfragen in einer Nacht nach Babynahrung, als der Apotheker sind noch angeboten hat: hat Einer sie mit Murren, dass das zu teuer sei genommen. Einer nahm sie dann nicht, weil sie im Schlecker (Drogeriemarkt, der Groß-einkauft und kein Notdienst macht) billiger ist. Der Dritte hat das Paket am Montag darauf zurückgebracht und wurde aggressiv, weil er sie (am Montag) in der Drogerie billiger bekommen hat und jetzt das Geld dafür zurück will (inklusive 2,50 Euro Notdienstgebühr). Der Apotheker hat das dem Frieden willen und damit Ruhe ist gemacht – aber als Konsequenz dann die Säuglingsnahrungen nicht mehr an Lager genommen. Er sagt dazu: wenn man unter der Woche in Discounter in die Großstädte fährt, kann man das auch im Notdienst. Und das ist planbar.

Noch mehr verlangte Sachen im Notdienst: Nachts um 1.35 Uhr: Zahnseide. (!)

Unschön auch das Verhalten mancher Kunden. Junger Mann mit Telefon am Ohr – sagt so nebenbei: “Einmal Nasenspray” … telefoniert immer weiter. Wenn man ihn darauf hinweist, wie unhöflich das ist, kommt die Antwort: „Warum, das ist ein wichtiges Gespräch und das ist nur Nasenspray!“ (Zu Nur Nasenspray, lese man mal hier nach).

Die wohl Abführmittelabhängige ältere Frau kann im Notdienst nicht 3 Minuten warten, bis der Apotheker kommt und zeigt ihn an. (Amüsant: der Apotheker war gerade auf der Toilette am sch….).

Es werden gefälschte Rezepte über Tilidin Tropfen vorgelegt (bei uns wohl Tramadol) und dann werden sie noch aggressiv, wenn man das nicht herausgibt.

 

Ich kann sagen, dass es bei uns nicht ganz so ist – bei uns ist allerdings auch die Notfalldienstpauschale, die der Patient (falls nicht via Rezept und Krankenkasse geht) berappen muss einiges höher – so hoch, dass das die meisten Nicht-Notfälle effektiv abschreckt. Zahnbürsten , Zahnseide oder Schwangerschaftstest werden höchstens dazu verlangt, wenn etwas anderes schon geholt werden muss. Die Säuglingsmilchnahrung rentiert so auch mehr, oder die Pille oder Kopfschmerztablette … obwohl selbst so der Notdienst ausser in einigen Apotheken in den Städten nicht kostendeckend ist. Dienstleistung halt auch hier.

Was wir mehr haben sind Abklärungen wegen medizinischen Problemen (Triage: gehört das zum Arzt oder noch nicht?) und rezeptpflichtigen Sachen … die wir hier ja im Ausnahmefällen auch ohne Arztrezept abgeben dürfen. Allerdings finde ich das dann auch ziemlich befriedigend und wirklich als „Notdienst“ … als einer, den ich auch gerne mache. Die Tagealten Rezepte … ja. Nervt etwas, ist allerdings damit nicht wirklich mein Problem. Dass Fälscher ihre Rezepte gerne im Notdienst anbringen wollen, wenn der Arzt nicht für eine Nachfrage erreichbar ist, ist auch gut bekannt. Im besten Fall für ihn bleibt einfach das Rezept in der Apotheke, im schlechtesten Fall kommt grad die Polizei vorbei – das vor allem, wenn sie dazu noch aggressiv werden. Das ist auch der Grund, weshalb Nachts die Türen der Apotheke im Normalfall zu sind und der Notdienst durch die Klappe stattfindet.

 

Und ganz am Schluss noch eine Geschichte (auch vom facebook-thread):

Mann ruft um Mitternacht in der Apotheke an und sagt, „Meine Frau hat schon den ganzen Tag Kopfschmerzen und bräuchte jetzt ein Medikament.“

Kopfschmerzen sind eventuell schon ein Notfall, vor allem wenn man kein Medikament dagegen zu Haus hat, aber … „den ganzen Tag“?

Gegenfrage des Apothekers: „Warum melden Sie sich erst jetzt und nicht schon früher?“

Folgt eine Diskussion, in der der Mann immer unverschämter wird – worauf der Apotheker auflegt.

Sofort klingelt wieder das Telefon, derselbe Mann, nur um die Beleidigungen fortzusetzen, worauf der Apotheker wieder das Gespräch beendet.

Wieder das Telefon, der selbe Mann: „Ich werde sie anzeigen wegen unterlassener Hilfeleistung, meine Frau ist schon mehrfachst wegen Kopfschmerzen in Ohnmacht gefallen …“

Apotheker: „Wenn sie ohnmächtig ist, kann sie aber keine Tabletten schlucken und im übrigen, wenn das so ist, ist das reichlich unverantwortlich von Ihnen, sie nicht längst ins Krankenhaus gebracht zu haben. Wenn hinter den Kopfschmerzen Schlimmeres steckt, sind Sie Mitverantwortlich. Ich lege nun auf, damit die Leitung frei ist, dann können Sie gleich den Notarzt rufen, wenn das wirklich so schlimm ist.“

Danach war Ruhe.

(Kommentar meinerseits: da ist schon einiges schief-gelaufen in der Kommunikation. Die Begebenheit ist reichlich gekürzt wiedergegeben, da fehlt noch einiges an Fragen und Antworten dazwischen. Die Nachfrage, die ziemlich sicher nur als “weshalb erst jetzt?” verstanden wurde, war wohl nicht nur wegen dem Zeitpunkt der Anfrage, sondern auch indirekt: was ist da vorher gelaufen? was wurde versucht? Ist das abrupt schlimmer geworden? … Und wenn dann schon beide nicht gerade die freundlichste Grundhaltung haben – das ist einfach eskaliert. Und wie. :-(  )

Halloween-Special / 2

…das ist natürlich  der Vampir