Apotheken aus aller Welt, 467: London, England

Mal (wieder eine Apotheke von Maggy von Maggyschreibt:

Wieder eine Apotheke. Diesmal leider nur eine Apotheke der Kette Boots. Es sind Bilder der Filiale aus dem Westfield Shopping Center. (da gibt es übrigens super tolle Milchshakes!)

london30kommt mir bekannt vor … allerdings sehen die auch alle fast gleich aus.

 

Lade das nicht auf mich!

Okay, das ist jetzt ein ziemlich schwieriges Thema und auch nicht einfach für mich hier zu schreiben. Es geht um eine Begegnung vor ein paar Wochen und den Post, den ich direkt danach geschrieben habe. Der ist … da mich das in dem Moment noch ziemlich aufgewühlt hat, vielleicht etwas direkter geraten als angebracht. Aber – es musste raus. Und danach wollte ich ihn nicht mehr umschreiben.

Also:

Nein. Einfach Nein.

Wenn Sie mir mehr oder weniger durch die Blume zu verstehen geben, dass Sie vorhaben sich mit einem Medikament umzubringen, dann bekommen Sie von mir gar nichts mehr. Die Nummer von der Telefonhotline oder vom Notfallpsychiater ja.

Aber keine Tipps, keine Medikamente, nicht mal mehr hypothetische Antworten auf hypothetische Fragen wieviele von den freiverkäuflichen Schlafmittel man denn nehmen müsste, um …

(Vergiss es – das klappt so eh nicht).

Nein, ich bin tatsächlich ein bisschen ärgerlich. Auf der einen Seite tut er mir leid. Er braucht Hilfe!, sicher. Aber Hilfe, die ich ihm hier und jetzt nicht geben kann. Und meine Hilfs-Vorschläge werden kategorisch abgelehnt.

Wir hören zu. Wir versuchen zu helfen.

Aber wir können nur bedingt der seelische Mülleimer sein. Und auch wenn die letzte Beziehung in die Brüche ging, Sie eine schwere Kindheit hatten, Sie nicht wissen, ob Sie weiterhin in der Lehre bleiben sollen – fragen Sie Sich doch bitte: bin Ich wirklich die richtige Ansprechsperson dafür, das alles im Detail erklärt zu bekommen? In der Apotheke? Um viertel vor 7 Uhr? Wo ständig andere Leuten reinkommen?

Dabei wirkt er weder sehr niedergeschlagen noch sehr aufgedreht. Aber er ist offensichtlich depressiv. Und er droht mir durch die Blume faktisch seinen Suizid an.

Bitte versteht mich nicht falsch. Was mich nervt ist nicht, dass er Hilfe sucht. Das ist gut! Nur … Ich kann ihm nicht ewig zuhören – ich habe noch andere Kunden und bin kein Psychologe, der Tipps geben oder gar Medikamente dagegen geben kann. Ich kann ihn weiterleiten an die richtigen Personen – aber, das will er gar nicht. Trotzdem drücke ich ihm die Nummern in die Hand.

Was er von mir will – und sicher nicht bekommt ist Info, wie man sich vielleicht mit ein paar Medikamenten umbringen könnte.

Lade das nicht auf mich.

He, Psychiatrietogo: Was mache ich mit so einem, wenn er wieder kommt? Den Notarzt rufen, damit er ihn einweist? Irgendwie glaube ich da zu sehr an das Selbstbestimmungsrecht eines Menschen, als das mir das wirklich richtig vorkommt. Trotz Selbstgefährdung.

Und ich fürchte der kommt wieder. Denn als ich am nächsten Tag der Pharma-assistentin das erzählt habe, meinte sie nur: “Genau den hatte ich auch schon. Eine Dreiviertel Stunde lang. Am Ende hab’ ich glaub nur noch wiederholt: ‘Ich kann ihnen nicht helfen. Bitte suchen sie professionelle Hilfe: einen Psychiater oder die Dargebotene Hand oder so.’

Das ist extrem unbefriedigend – aber man muss auch seine Grenzen kennen.

- übrigens: für die Schweiz kann man sich Hilfe holen bei der Dargebotenen Hand im Netz oder über die Telefonnummer 143. Jugendliche/Kinder auch über die Telefonhilfe für Kinder/Jugendliche, die 147.

Apotheken aus aller Welt, 466: Aarhus, Dänemark

aussichtmiteinsicht schickt uns diese Apotheke:

Die anderen Bilder sind von einer Apotheke in der Fußgängerzong von Aarhus, wo ich vor kurzem ein paar Tage war. Das erste ist der Zugang zum Labor – der Innenhof ist Zugang zu einigen Geschäften, so auch jener Lieferanten- und Laboreingang

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Apotheke? Also wenn da kein Kreuz aussen dran wäre …

Innen sieht das aus wie ein Gemischtwarenladen / Kiosk. Und ausstellungsmässig ein absolutes Negativbeispiel (selbst für die Weihnachtszeit).

Es ist mir ein Rätsel(-Kommentar)

Ich veröffentliche einen Teil meiner Posts auch auf DocCheck. Die haben auch ein paar andere interessante Blogs – trotzdem … blogge ich viel liebe hier.

Der Grund sind die Kommentare. Ich denke schon einmal erwähnt zu haben, dass die Kommentare für die Blogger ein bisschen wie das “Brot” sind: zwingend notwendig zum überleben des Blogs. Es sind die Rückmeldungen, von denen wir “leben”. Es bedeutet, dass der Post gelesen wurde, dass etwas dabei gedacht wurde und dass jemand sich auch noch die Mühe gemacht hat, dazu etwas selber beizutragen.

Von dem hier sind mir Kommentare wie diese hier schon immer ein Rätsel gewesen:

raetselkommentar

Das war ein Kommentar auf den Post finanzielle Risikopatienten – in dem ich auch etwas versucht habe zu erklären, was eine Forderungsabtretung ist.

Man könnte das natürlich als Troll-Kommentar abtun. Internet-Trolle gibt es schliesslich aus allen Bevölkerungsschichten, also auch die DocCheck Benutzer (die wohl hauptsächlich medizinischen Hintergrund haben). Bedauerlicherweise finden sich auf den DocCheck Blogs überproportional viele derartige Kommentare.

Wieviele Leute das effektiv sind ist auch schwierig herauszubekommen, da “Gast” dann die übliche Bezeichnung ist für einen nicht eingeloggten Benutzer. Die müssen dann nicht mal einen Namen angeben – auch keinen erfundenen.  Ich meine – ich kann mich nicht beklagen von wegen Anonymität – aber ich denke, ich zeige auch mit meinem “aka” etwas mehr Profil als das. Der Vollständigkeit halber möchte ich noch ergänzen, dass dort durchaus auch gemeldete Nutzer derartige Kommentare hinterlassen.

Aber: warum macht das jemand? Der (sorgfältig geschriebene und durchdachte?) Kommentar sagt nur aus: “Weiss doch schon jeder / interessiert mich doch nicht.”

Antworten tu ich nicht darauf – man sollte Trolle nicht füttern. ><((((*>  Und auf DocCheck habe ich auch schon Kommentare gelöscht – etwas, das ich wirklich nicht gerne tue (aus oben genannten Gründen), aber ich mache es, wenn es von “Meinung äussern” in Richtung “echte Beleidigung” (von mir oder andern) geht.

Zum Glück muss ich das hier nicht.

Apotheken Bingo

Schwierige Woche in der Apotheke? Fehlt die Motivation? Brauchst Du etwas Abwechslung? Dann habe ich genau das richtige für Dich:

Apotheken (Bullshit-) Bingo 

bullshitbingoapotheke

Angeregt durch Guru Lorenz habe ich mich daran gemacht auch für die Apotheke ein „Bullshit-Bingo“ zu erstellen. Okay – das ist nicht alles Bullshit … aber sicher Dinge, die wir häufiger zu hören bekommen.

Hier sind die Felder-Inhalte: (und wo das herkommt)

Wer sich damit (randomisierte) Bingo Karten für die Apotheke ausdrucken will, kann das hier:  http://print-bingo.com/ nicht so hübsch, aber funktionell.

Nur: Bitte nicht Vor den Kunden spielen!

Und? … Was hört ihr denn so?

Apotheken aus aller Welt, 464 : Cashel, Irland

Allerbesten Dank an Luisa für die nächsten 2 Apotheken!

Das erste Bild zeigt eine Apotheke in Cashel, einer Stadt mit immerhin 3000 Einwohnern am Fusse des berühmten Rock of Cashel.

IrlandCashel

Die sieht auch anständig Irisch aus – tatsächlich sieht sie (bis auf die Schaufenster) so aus, wie ich mir eine klassisch irische Bar vorstelle …

 

Frag’ nicht.

Kundin zur etwas molligeren Kollegin: „Kann ich Sie was fragen?“

Drogistin: „Sicher.“

Kundin: „Sind sie schwanger?“

Drogistin: „Nein.“

Kundin: „Oh, keine Sorge, Fräulein. Mein Bauch sieht manchmal auch so aus.“

(Und es wäre gut gewesen, wenn sie damit gestoppt hätte, aber – nein.)

Kundin: „Ich werde dafür beten, dass sie Schwanger werden.“

Drogistin: „Oh, Nein. Bitte nicht.“

Ein wirkliches Problem

… hatte wohl die Person, die meine Suchergebnisse an einem Tag “so” aussehen liess:

prontolaxProntolax ist ein (heftigeres) Abführmittel mit dem Wirkstoff Bisacodyl, das wie das Original Dulcolax – gerne und häufig verlangt wird von Leuten, die davon abhängig sind.

Das ist ein echtes Problem, dessen Ursache recht vielschichtig ist. Wie wird man von einem Abführmittel abhängig? Grob gesagt: indem man es nicht so einsetzt, wie es gedacht ist.

Gedacht ist es zur kurzfristigen Behandlung von Verstopfung – also wenn man mehrere Tage (oder definitionsgemäss weniger als 3 x die Woche) auf die Toilette kann. Die Ursachen so einer Verstopfung können vielfältig sein. Hauptursache sind Ernährungsumstellung, zu wenig Ballaststoffe, zu wenig Bewegung, Flüssigkeitsmangel … manchmal ist es auch “selbstgemacht”, wenn man (absichtlich) den Stuhl zurückhält – zum Beispiel, weil es schon schmerzhaft war weil er verhärtet war.

Tatsächlich gebraucht wird es für Verstopfung … die aber durchaus auch nur “gedacht” sein kann: “Ich konnte gestern nicht auf die Toilette. Ich gehe sonst immer täglich!” … Einnahme des Mittels führt aber zu einer ziemlich kompletten Leerung des Darms – und dann kann es ein paar Tage dauern, bis der wieder aufgefüllt ist und man wieder Stuhldrang hat. Mit der Konsequenz, dass eine Menge Leute dann denken: “Ich bin schon wieder verstopft. Ich muss noch einmal (weiter) das Mittel nehmen.” Und so kommt man in einen Teufelskreis. Dazu kann der Darm mit der Dauereinnahme träger werden. Man muss noch mehr nehmen, dass es wirkt.

Darum weisen wir bei der Abgabe auch darauf hin. Siehe auch der Post: Liebe Bisacodyl-abhängige Kundin …

Natürlich sagt die Vertreterin, die das Mittel in der Apotheke vorstellt, wie ungefährlich der Wirkstoff ist. Dass auch Daueranwendung (bei der vorgegebenen Dosierung) gar kein Problem sei. Und dass das Mittel nicht Abhängig macht.

“Ja *lach ich* (etwas zynisch)- der Wirkstoff selber kann ja nichts dafür, dass er missbraucht wird. Aber abhängig werden die Leute trotzdem.” Wegen ihren falschen Vorstellungen, dem nicht “bestimmungsgemässen Gebrauch” – und dem sich daraus entwickelnden Teufelskreis.

Und dann sollten wir auch diejenigen nicht vergessen, die Bisacodyl (und Verwandte) nur nehmen, weil sie das Abführmittel als Mittel zum Gewichtsverlust ansehen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um junge Frauen, die dann genau die gleichen Probleme bekommen, wie die älteren (Frauen und Männer), die das ursprünglich wirklich gegen Verstopfung genommen haben.

Ganz so ohne gesundheitliche Folgen ist die Langanwendung (und natürlich Dosis-steigerung) von Abführmitteln auch nicht. Lange Zeit kann das relativ gut gehen, das heisst, man merkt nichts. Aber man verliert mit dem flüssigen Stuhl und den Mitteln auch Elektrolyte (Salze, die man für die Körperfunktionen braucht). Zu wenig Kalium beeinträchtigt die Herzfunktion, zu wenig Natrium führt zu einer Gegenregulation, das Aldosteron steigt, das führt zu Bluthochdruck, Muskelkrämpfen und Schmerzen, Kopfschmerzen, Nervenlähmungen, Sehproblemen etc.

Wie kommt man davon wieder los? Die Antwort ist: mit Schwierigkeiten. Man muss umsteigen auf (erst sehr hohe Dosen) osmotisch wirksame Abführmittel (Bittersalz, auch Mittel wie Transipeg) eventuell zusätzlich mechanische Abführmittel (welche mit Glycerin oder CO2) und eventuell sogar Lactulose. Dazu Änderung der Umstände wie die Essgewohnheiten, mehr Bewegung. Und dann monatelanges langsames Abbauen der Abführmittel. – mehr dazu auf dem Pflegewiki: Laxantienabusus

Apotheken aus aller Welt, 462 : Bern, Schweiz

Nochmals Maggy (mit Dank!)

Zweite Station meiner Interrailtour war Bern. Beim Zytglogge gab es zwei Apothekeneingänge. Sie haben auch unterschiedliche Namen und daher denke ich, dass es zwei verschiedene sind. Allerdings wären zwei Apotheken in so kurzer Distanz schon ungewöhnlich.
Das sind 2 verschiedene – tatsächlich gibt es da noch mehrere.
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Nerv’ mich nicht?

Junger Mann in der Apotheke: “Hallo …. hätten Sie mir irgendwelche Medikamente, damit meine Mom aufhört, mich zu nerven? So was wie Valium oder Xanax?”

- Nee, das ist alles rezeptpflichtig.

Als er wieder weg ist fällt mir ein: ich hätte ihn noch fragen können, ob das jetzt für die Mutter oder für ihn selber gedacht war?

 

Apotheken aus aller Welt, 67: Bern, Schweiz

(Ursprünglicher Post vom 13. Dez 2010)

Von einem anonym bleiben wollendem Leser:

Es heißt ja Apotheken aus aller Welt, aber die Schweiz fehlte glaube ich bisher?  Ich hoffe mal, ich habe nicht durch den totalen Zufall deine eigene erwischt ;-)
Bären Apotheke in Bern, mir gefiel, dass sie noch etwas uriger wirkt :)

Oh, endlich! – ist zwar nicht meine (auch wenn es mir nichts ausmachen würde, wenn jemand mal die “erwischt”) aber endlich mal eine aus der Schweiz – und gleich ein Prachtsexemplar!

Update 2014: Maggy schickt uns das Foto von derselben Apothekebern15

 

die ist aber auch super gelegen, wie das Bild aus google streetview zeigt:

zytglogge