Wieso Cartoons?

Ein Bild sagt ja mehr als 1000 Worte – wenn man das so sieht, habe ich einen Roman geschrieben :-)

Mein neues Buch wird also Comics, oder besser Cartoons enthalten – lustige Einzelbilder. … und dazu passende Ergänzungen / Erläuterungen. Das sieht dann so aus:

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Ich zeichne sehr gerne – und komme in meinem Beruf kaum mehr dazu, es zu tun. Für den Blog habe ich einige Comics aus meinem Apotheken- Alltag (und fiktiven Situationen) gemalt und sie gebracht.

Für das Buch musste ich allerdings die Originale neu ein-scannen und bearbeiten: Ansonsten wären die Bilder nicht in genügend guter Qualität zum drucken gewesen. Ausserdem habe ich die Texte im Cartoon selber zu Computerschrift geändert – der besseren Lesbarkeit wegen. Die Cartoons wurden anschliessend säuberlich in Grau-Stufen ausgemalt – jetzt kommen sie viel schöner zur Geltung. Ausser den Original-Cartoons, die sich auch jetzt noch hier auf dem Blog finden lassen, enthält das Buch viele neue mehr.

Tatsächlich sind das über 190 Cartoons – und ein paar Titelbilder. – Da hat man ziemlich was in der Hand.

Vergleichbares gibt es auf dem Markt kaum – und ich glaube fest, dass das nicht nur bei den Apothekern, PTAs und Pharmaassistentinnen (etc.) ankommt, sondern bei jedem, der irgendwie mit der Apotheke zu tun hat … spezifisch Patienten. Das ist auch ein Grund, warum ich das Buch als “Geschenkbuch” konzipiert habe, etwas, das man mit gutem Gewissem seinem kranken Nachbarn oder Freund / Partner schenken kann – auch wenn der vorher keine Ahnung von Apotheken und Gesundheitssystem hatte.

Jedenfalls: Ich bin wahnsinnig gespannt darauf, wie das Buch bei Euch ankommt!

Am Montag folgt noch die offizielle Vorstellung – offenbar ist Amazon schneller als gedacht und das ist schon erhältlich.

Über diese Anzeigen

Apotheken aus aller Welt, 513: München Deutschland

Besten Dank an viel-Einsenderin Maggy für diese Apotheken:

Von meinem Aufenthalt in München vor einigen Monaten habe ich dir ja bereits eine Apotheke geschickt. Ich habe allerdings noch weitere entdeckt. Warum ich die damals nicht geschickt habe, ist mir auch nicht ganz klar. :) Die Apotheken befinden sich nur ein paar Meter auseinander. Beide sind beim Sendlinger Tor.

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Verleitende Namen

Zu mir kommt die leicht irritierte Drogistin Sabine.

Sabine: “Da ist eine Kundin und die will Vitamin B17. Ich kenne das nicht. Sie meint, ich hätte keine Ahnung und ich soll die Apothekerin fragen und ich soll schauen, ob wir das bestellen können.”

Oh weh.

Pharmama: “Das ist kein Vitamin, das ist nur eine Fantasiebezeichnung, die man etwas gegeben hat, damit es nach etwas gesundem tönt.

Tatsächlich ist das nicht einmal etwas gesundes – das ist … warte (ich zermarter mir das Gehirn) etwas mit Blausäure. Kommt natürlich vor in Aprikosenkernen und so.

Den Namen, den ich gesucht habe ist Amygdalin. Der „Wirkstoff“ Blausäure –  ist toxisch. Zuviel und man macht eine Cyanidvergiftung – das heisst, es verbindet sich mit dem dreiwertigen Eisen in den Körperzellen … stärker als das Sauerstoffatom, das dort hingehört und das schädigt natürlich die Zellatmung – die Zellen sterben. Kleinere Mengen können wir in der Leber noch entgiften, aber schon 50mg Cyanid-freisetzende Blausäure ist tödlich.

Wegen genau dem Problem ist das auch nicht zugelassen. Es existiert kein Fertigarzneimittel und bei Zubereitungen gibt es strenge Vorschriften.

Die Leute, die das unbedingt nehmen wollen, weichen dann darauf aus Aprikosenkernen oder bitteren Mandeln zu kaufen.

Experten raten aber auch hier wegen dem Gift drin, maximal 1-2 Aprikosenkerne am Tag zu verzehren oder vorsorglich ganz auf solche Produkte zu verzichten.

Amygdalin wird deshalb als Vitamin B17 bezeichnet, da ein Mangel im Ausbruch einer Krebserkrankung resultieren würde. Das ist ein Konjunktiv – da ist gar nichts bewiesen. Amygdalin ist weder als Arzneimittel zugelassen, noch spielt es in der menschlichen Ernährung als Vitamin eine Rolle.

Da kann ich sie nur enttäuschen und ihr abraten.

Auch wenn sie dann denkt, auch ich hätte auch keine Ahnung.

Seid ihr bereit?

Nur noch wenige Tage bis … zum Buch!

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Ich bin sehr gespannt, wie es ankommt. Da steckt Herzblut und viel Arbeit drin … und eine Menge lustiger Bilder :-)

Wie wird man eine gute Apothekerin?

Frischer weisser Schurz und den Kopf voll von theoretischem Wissen – so stehen neue Apotheker in der Apotheke. – Bald ist es wieder soweit, die Abschlussprüfungen des hiesigen Jahrgangs sind bald fertig, dann fängt für einige Apotheker/innen die Arbeitswelt an.

Apotheker zu sein und fertig ist anders als die Arbeit im Praktikumsjahr. Auf einmal kann man sich nicht mehr hinter jemandem anderen verstecken – man hat niemanden mehr, der für einen hinsteht und die problematischen Fälle ausbügelt und Lösungen beschliesst. Auf einmal arbeitet man alleine.

Wahrscheinlich ist man nicht darauf vorbereitet. Als Neuling ist man das eigentlich nie. Ich war es sicher auch nicht.

Als ich hier in der Apotheke anfing, hatte ich einen Probetag hinter mir (eine Woche zurückliegend) und das war’s dann. Denn am Tag als ich eingeführt werden sollte, meinte mein Chef – „Ich fühle mich nicht so gut, ich denke, ich gehe nach Hause. Du machst das schon.“

Und weg war er. Krank zu Hause.

Und da stand ich. Allein. Mit der ganzen Verantwortung nur noch auf meinen Schultern.

Kein Sicherheitsnetz mehr.

Ich hab’s überlebt. Mich mit Hilfe der anderen Mitarbeiter ins Geschäft eingearbeitet – und ein paar Tage später dann doch noch eine richtige Einführung bekommen.

 

Aber ich habe hier ein paar Tipps für die frischen Pharmazeuten:

Das Studium der Pharmazie gibt einem ein Diplom, aber es bringt einem nicht wirklich bei, wie man ein Apotheker wird. Man ist nicht fertig mir lernen, nur weil man den Abschluss in der Tasche hat. Eigentlich … fängt man erst richtig an. Im Studium wird einem alles in schwarz/weiss beigebracht. Das ist aber nicht so, tatsächlich gibt es eine Menge graue Abstufungen. Was für die eine Person funktioniert, missrät bei der nächsten völlig. Es gibt keine Patentlösungen, die bei allen Situationen klappen. Wenn man das versteht, ist man schon sehr weit. Wer flexibel ist, wird nicht gebrochen.

Lass Dir Zeit. Entgegen dem, was manche zu denken scheinen, geht es nicht darum Rezepte so rasch wie möglich auszuführen. Nimm Dir die Zeit, die Du brauchst um es korrekt zu machen – bei jedem einzelnen Rezept. Mit der Übung geht es schneller – aber noch einmal: das Ziel ist richtig und nicht schnellstens.

Du bist nicht besser als andere, nur weil Du jetzt eventuell mehr verdienst. Es mag sein, dass Du alle möglichen Fakten und Statistiken im Gedächtnis hast, jede Art Behandlung für alle Krankheiten aufsagen kannst, aber gegenüber der eingesessenen Apothekerin, die Patienten hat, die man fast nur als Fans bezeichnen kann, hast Du nichts voraus. Sie kümmert sich um sie. Und sie wird deshalb zurückgeliebt.

Eine überhebliche Einstellung bringt einen nirgendwohin. Nur weil man einen weissen Schurz anhat, macht das einen nicht besser als andere. Oder weiser. Tatsächlich werden die Leute Deine ältere Pharmaassistentin lieber um Rat fragen … jedenfalls, bis man selber ein paar Jahre zugelegt hat. Wenn man jung und weiblich ist, gilt das noch viel mehr, als wenn man jung und männlich ist. Da muss man drüber wegkommen. Das ist nicht persönlich gemeint. Das ist einfach so.

Schau die Leute anders an. Man sieht im Normalfall das, was man sehen will. Wenn man sich antrainiert, etwas Gutes in jedem zu finden, wird man den Leuten auch einfacher verzeihen, wenn sie einen enttäuschen und – wichtiger, sie werden dir verzeihen, wenn du sie enttäuscht.

Du hast kein Recht unhöflich zu sein. Nie. Bis zu dem Moment, wo Du deinen eigenen Lohn zahlst, wirst Du immer jemanden haben, dem Du Rechenschaft schuldest und Unhöflichkeit wird von Deinen Vorgesetzten nicht verteidigt, sogar wenn sie vielleicht gerechtfertigt war.

Es ist nie die Nachricht, die schlecht ankommt bei den Leuten, es ist normalerweise, wie man es sagt. Effektive Kommunikation ist ein Kurs, wo sich die Weiterbildung lohnt. Rede nicht an jemanden heran, rede mit ihm. Es ist okay zu sagen, „Wenn ich sie richtig verstehe, dann …“ . wenn sie denken, Du verstehst sie, dann hast Du die halbe Schlacht gewonnen. Es ist wichtig, zu empathisiseren. Wenn Dein Kunde der Überzeugung ist, dass Du auf seiner Seite bist, wird er Dir weniger Probleme machen. Zum Beispiel: es hört niemand gerne, dass der Arzt immer noch nicht das Rezept geschickt hat. Da kann man durchaus sagen: „Ich verstehe, dass sie das ärgert! Uns macht es auch verrückt, wenn wir schon 2 x angerufen haben und trotzdem nichts passiert. Vielleicht rufen sie einmal an, schliesslich sind sie ja der Patient.“

Sei deinen Kunden ein Freund.

Rede mit Deinen Patienten. Das ist der gute Teil des Jobs. Natürlich gibt es darunter welche, die einen verärgern (manchmal auch absichtlich), langweilen oder schocken. Aber am Ende des Tages ist das der Teil der Arbeit, der einem am meisten zurückgibt. Versuch es, auch wenn Du (wie ich) eher zu den introvertierten Leuten gehörst.

Stell Fragen statt Dinge anzunehmen. In der Apotheke geht es oft um die Gesundheit – und damit auch um das Leben der Menschen. Dinge anzunehmen statt sie zu erfragen und damit zu wissen kann sehr negative Auswirkungen haben. Also frag beim Arzt nach, wenn etwas unleserlich oder eine Dosierung unklar ist. Frag den Patienten, ob er weiss, wie man etwas nehmen muss und erkläre es ihm noch einmal, selbst wenn er es schon hatte.

Deine Pharmaassistentinnen sind deine rechte Hand und dein Lebensretter. Sie können deine Arbeit einfach machen oder schwerer. Natürlich gibt es welche, die besser sind als andere, aber arbeite mal ein paar Stunden ganz alleine – dann weißt Du, was Du an ihnen hast. Nur weil sie kein Diplom haben, heisst das nicht, dass sie nicht auch wertvoll sind.

Lerne von Deinen Fehlern. Obwohl man von uns nahezu Perfektion verlangt, sind Apotheker doch auch Menschen und wir machen Fehler, wie jeder andere auch. Ich selber habe einige Fehler gemacht, falsches Medikament gelesen, falsche Dosis angeschrieben und manches falsch eingeschätzt. Wichtig ist, dass man wirklich von den Fehlern lernt und sie nicht wiederholt – wo möglich.

Involviere Dich in den Zukunft deines Berufes und halte Dich informiert, was um Dich herum passiert. Das Gesundheitswesen ändert sich schnell – und es gibt Sachen, die man machen kann, damit man am Schluss nicht nur das ausführende Opfer ist. Du entscheidest mit, wohin der Apothekerberuf gehen wird. Also ist es wichtig beim Apothekerverein Mitglied zu werden – und vielleicht auch in anderen involvierten Organisationen.

Wenn du etwas sagst, dann halte es. Versprich nicht jemandem etwas und mach es dann nicht. Und wenn du es nicht durchziehen kannst, dann solltest Du besser alles versucht haben, bevor du aufgibst. Wenn Du etwas nicht tun konntest für einen Patienten, dann sollte er wissen, dass Du dein Bestes gegeben hast.

Hab Spass. Natürlich ist die Arbeit anstrengend – auf so ziemlich allen Ebenen, aber es gibt immer wieder Möglichkieten bei der Arbeit Spass zu haben. Mit den Kollegen zu scherzen. Ausserhalb etwas zu unternehmen. Ergreife die.

 

Das sollte es etwa sein. Deine Patienten mögen nicht so gut zu dir sein, wie Du zu ihnen, aber wenn Du Haltung bewahrst, realistische Erwartungen hast, Deine Grenzen lernst und Dich anständig benimmst, und Dich um sie kümmerst – dann bist Du eine gute Apothekerin. Und das ist ein sowohl fordernder als auch lohnender Beruf.

So wie die momentan wieder Telefonwerbung für Krankenkassenwechsel machen …

… ist das fast die beste Werbung für eine Einheitskrankenkasse.

Liebe Krankenkassen: DAS NERVT!

Noch mehr, wenn man weiss, dass das gar nicht mehr erlaubt ist. Die Frau hat dann auch rasch wieder aufgehängt, als ich ihr das gesagt habe und gefragt habe, für wen sie denn anruft. Mein Kuschelbär hatte gestern mehr Mühe die eine wieder loszuwerden. Er ist aber auch zu lieb.

(Nein, ich bin nicht für eine Einheitskrankenkasse – auch wenn das mit der Werbung dann prompt aufhören würde).

Apotheken aus aller Welt, 512: Kos, Symi, Griechenland

Danke vielmals an Pharmaziestudent Stephan für diese Apotheken mit Ferien-Feeling:

ich war kürzlich auf Segelreise über ein paar griechische Inseln und habe dabei ein paar Apotheken fotografiert. Mir persönlich gefiel die in Symi in der Marina am besten(drittes Bild). Das Sortiment ist unserem recht ähnlich. Einige heimische Marken habe ich dort auch gefunden.

 

Apotheke auf Kos:
Kos-zentrum
Apotheke auf Symi:
Symi-wohngegend
Symi-marina

Dafür ist keine Zeit!

Das war eine unglaublich hektische Woche. Speziell der Freitag.

Ein jüngerer Mann rennt in die Apotheke, er schaut … zerzaust aus und hat riesige Schweissflecken auf dem T-Shirt.

„Ich brauche Hilfe. Ich muss etwas haben, um jemanden zum erbrechen zu bringen, ansonsten stirbt er!”

Wa…?

Pharmama: „Da kenne ich leider gar nichts mehr (früher gab es noch Ipecac Sirup). Sie sollten sofort mit ihm in den Notfall gehen, oder die Sanität rufen, wenn es so schlimm ist.“

Verschwitzter Mann: “Dafür ist keine Zeit, er wird sterben!”

Und rennt wieder raus. Keine Ahnung, wohin.

Ich verstehe nicht ganz, wie man in einer Situation sein kann, wo es zu spät ist für die Sanität/den Notfall, aber etwas, das man in der Apotheke kauft, kann ihn noch retten? Ehrlich, ich hoffe, er war etwas dramatisch – vorher gesehen habe ich ihn noch nie.

Apotheken aus aller Welt, 511: Kyauk Myaung und Tagaung, Myanmar / Burma

Steffi sammelt schon länger Apotheken für mich (und darf gerne noch ein paar Bilder schicken :-) )

zwei Apotheken von unserer Reise durch Myanmar im Herbst 2013.
Die eine stammt aus dem Dorf Kyauk Myaung (hier bin ich mir ehrlich gesagt, nicht ganz sicher, ob es eine Apotheke oder ein Arzt ist), die andere aus Tagaung. Spannend finde ich die Aufbewahrung, so in der Auslage, bei so ca. 35°C im Schatten… *örks*

Myanmar-Kyauk-Maung-2

Myanmar-Tagaung

Was kann ein Apotheker?

… und wann braucht es einen Arzt? Das ist das Thema des dosis, einem Heft des Schweizer Apothekervereins, bei dem der Kantonsarzt von Bern, Dr. Jan von Overbeck zur Sprache kommt – und dabei schön zeigt, dass Apotheker und Ärzte sich nicht allgemein gegenseitig bekriegen, wie es einem die Presse momentan suggerieren will. Er schreibt (wie ich auch) Zusammenarbeit gross:

in der Grundversorgung haben beide Berufsgruppen absolut Interesse, zusammenzuarbeiten, denn ihre Tätigkeiten ergänzen sich gegenseitig. Auch für die Gesellschaft ist es von Vorteil, wenn sie zusammenarbeiten, denn es gibt zu wenige Hausärzte. Apotheker sind am nächsten an unserem Beruf. Sie können problemlos die Erstabklärung übernehmen. So können wir gemeinsam die Lücken in der Grundversorgung schliessen.

Es geht im Artikel um das neue Heilmittelgesetz, wonach Apotheker das Recht bekommen sollen, mehr bisher rezeptpflichtige Medikamente abzugeben.

Ja, der Apotheker müsste gewisse medizinische Beschwerden tragieren und die entsprechende Medikation selbständig abgeben können. In Notfallsituationen ist das schon der Fall. Zur Zeit darf die akute Harnweginfektion im Notfall vom Apotheker diagnostiziert und behandelt werden, aber nicht während der normalen Arbeitszeiten, was ein klarer Widerspruch ist.

Er spricht hier die Abgabe rezeptpflichtiger Medikamente “in begründeten Ausnahmefällen” an .. darüber habe ich schon ein paar Mal geschrieben. Wir dürfen das. Und bevor ich den Aufschrei aus Deutschland höre, noch rasch der Nachsatz: wir können das auch. Wir haben Ausbildung und Weiterbildungen dafür besucht. Dr. Jan von Overbeck hatte offenbar die Gelegenheit an solchen Weiterbildungen dabei zu sein – er hat im Rahmen von netCare (das ist das Projekt hier) mit den Apotheken gearbeitet.

Natürlich hat das Grenzen, die er (wie ich) sieht:

Es ist genau wie bei uns Medizinern: Man muss die eigenen Grenzen kennen. Ein Kardiologe wird auch keine Magenspiegelung machen. Die Grenzen für den Apotheker liegen nicht unbedingt nur bei bestimmten Medikamenten, sondern im jeweiligen medizinischen Fall. Ein Apotheker kann eine junge und gesunde Person mit banalen Symptomen triagieren und die entsprechenden Medikamente abgeben. Wenn aber jemand mit Komplikationsrisiken wie Diabetes oder Herzinsuffizienz wegen der gleichen Beschwerden kommt, braucht es klar Abklärungen durch den Arzt – das Gleiche gilt natürlich auch für primär komplizierte Fälle. Apotheker, die die entsprechende Ausbildung und Erfahrung haben, sind durchaus in der Lage abzuklären, ob sie selber ein Medikament abgeben können oder den Patienten zum Arzt schicken müssen. Die Verantwortung liegt dann beim Apotheker.

Und sehr schön finde ich auch dies:

Wenn wir höhere Durchimpfungsraten erreichen wollen, müssen wir die Apotheker involvieren – mit einer Zusatzausbildung, die bereits jetzt viele haben, sind sie für diese Aufgabe absolut qualifiziert.

Au ja, bitte! Wenn es wieder eine Pandemie gibt – wir wollen dafür vorbereitet sein und mit den Ärzten arbeiten.

Originalquelle dosis 9.2014 Nr. 66 zu finden hier bei pharmasuisse.

Apotheken aus aller Welt, 510: Ljubljana, Slowenien

Danke vielmals an Jessica für ihr Apotheken-Bild:

hier das Bild eine Apotheke aus Ljubljana, Slowenien….oder wie wir immer nur sagten “die Hauptstadt” wegen des fast unausprechlichen Namens. Es ist leider nur von quer übern Platz aufgenommen, aber ich finde das Gebäude trotzdem recht imposant.

Slowenien

Guardians of the galaxy

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Am Wochenende waren mein Kuschelbär und ich endlich mal wieder im Kino einen Film schauen ohne Junior (das erste Mal seit etwa März oder so) und haben uns Guardians of the galaxy reingezogen. Und ich fand ihn echt super! Natürlich: das ist eine Marvel-Comic Verfilmung und das passt nicht jedem, aber … auch meinem Mann hat’s gefallen.

Das hat mich dazu inspiriert das oben zu malen … ins Buch kommt der allerdings nicht mehr. Einerseits hat es jetzt genug drin (viele!), andererseits habe ich schon die Proof-Ausgabe erhalten zum anschauen. Da bin ich heute dran.

Sorry, wenn der Text nicht gut lesbar ist – im Buch arbeite ich mit Computertext. Da steht:

Rocket: Was meinen Sie ist besser, damit er schneller wächst: Vitamine oder doch lieber Dünger?

(ich bin Groot!)

 

Apotheken aus aller Welt, 509: Vilnius, Litauen

Und noch ein paar (vorläufig?) letzte Bilder aus Vilnius von Bari:

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und eine Apotheke mit Innenansicht: modern geschwungen.

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Wieso, Weshalb, Warum?

Wer nicht fragt, bleibt dumm.

Ich beantworte gerne Fragen in der Apotheke – das gibt einem die Möglichkeit gelegentlich ein bisschen mit dem Wissen zu glänzen, das man sich in 5 Jahren Studium (und über 10 Jahren Apotheke) angeeignet hat :-) Aber manchmal gibt es einfach keine einfachen Antworten.

Zum Beispiel auf die Frage „Weshalb hat mir mein Arzt dieses aufgeschrieben statt jenes?“

Die Antwort ist in den meisten Fällen: „Weil dem Arzt das als das bessere erschien?“ – natürlich ist das „besser“ auch oft medizinisch erklärbar.

Da war die Frau mit der Frage an die Apothekerin (mich) am Telefon gestern. Sie war offenbar zudem schwerhörig und etwas langsamer – wohl aufgrund des Alters, was unsere Konversation ziemlich … schwerfällig erschienen lässt. Das muss ich aus den Gesichtern meiner Mitarbeitern schliessen, wenn ich etwas (und in angemessener Lautstärke) zum dritten oder vierten Mal wiederholt habe.

Die Kurzfassung war in etwa die:

Ältere Frau (äF) am Telefon – die Kollegin hat sie mir weitergegeben, die hat ihren Namen allerdings nicht richtig verstanden und mir hat sie ihn (obwohl ich mich mit dem ganzen ‚Pharmama’s Apotheke, Pharmama hier, Grüetzi’ gemeldet habe, nicht gesagt:

äF: „Also ich war im Spital und da hat man mir Temesta aufgeschrieben für nachher. Weshalb? Ich verstehe das nicht. Ich hatte bisher jahrelang die Seresta und das hat immer gut geklappt.“

(man merke auch hier: Jahrelang)

Pharmama: „Hat man die Tagsüber verschrieben oder zum Schlafen?“

äF: „Zum Schlafen, ich nehme die Seresta jahrelang nur zum Schlafen, und das ging immer gut damit. Mit den Temesta bin ich morgens so müde … Wieso hat er gewechselt?“

Pharmama: „Nun, die Halbwertszeit … also die Wirkung vom Temesta ist länger als die vom Seresta und deshalb …“

äF: (unterbricht): „Seresta ist besser als Temesta?“

Pharmama: „Nein, die Temesta wirken länger als die Seresta.“ (wiederhole das 2 x, buchstabiere zusätzlich noch, bis die Info hoffentlich angekommen ist)

äF: „Das verstehe ich nicht.“

Pharmama: „Weil die Temesta länger wirken, werden sie häufiger zum Durchschlafen verwendet. Das könnte aber auch der Grund sein, dass sie morgens noch müde sind.“ (wiederhole auch das 3 x in verschiedenen Formen)

äF: „Dann findet er also, die sind besser für mich? Ich finde die Seresta besser zum Schlafen, aber …. was finden Sie denn das beste?“

Pharmama: (nur halb scherzend): „Wenn man ohne Tabletten Schlafen kann.“

Heh! Sie hat mich nach meiner Meinung gefragt!

äF: „Was? Nein, das geht gar nicht, ohne meine Seresta kann ich nicht schlafen. Und die Temesta sind nix für mich.“

Pharmama: „Dann würde ich bald ihren Haus-Arzt fragen, dass er ihnen stattdessen wieder die verschreibt.“

äF: „Ja. Ich verstehe wirklich nicht, warum die das im Spital gewechselt haben. Und ich bin immer so müde am morgen …“

(Rinse and Repeat)