Soll ich die Krankenkasse wechseln? (Rerun)

Das fragen sich bestimmt im Moment ein paar hier in der Schweiz. Der Oktober ist der Monat, wo die Krankenkassen die Prämien für das nächste Jahr bekanntgeben müssen – und für einige dürfte das auch unangenehme Überraschungen (lies: höhere Prämien) beinhalten.

Es gibt verschiedenes das man sich fragen muss vor einem Kassenwechsel:

Lohnt sich das?

Dafür kann man neu auch neben den kommerziellen Vergleichsdiensten der Krankenkassen wie comparis.ch auch den Prämienvergleicher des Bundes zu Hilfe nehmen: der findet sich unter www.priminfo.ch und ist mindestens so gut.

Kann ich bei meiner eigenen Kasse auch sparen?

Praktischerweise lässt sich auf  www.priminfo.ch auch gleich für die eigene Kasse schauen, ob man mit einer höheren Franchise etwas spart.  Die Franchise ist der Teil der Gesundheitskosten, den man selber zahlen muss, bevor die Krankenkasse etwas übernimmt. Sie ist frei wählbar von 300 Franken (500, 1000. 2000 …) bis 2500 Franken. So hat mein Kuschelbär zum Beispiel gesehen, dass er, wenn er die Franchise auf 2000 Franken hochsetzt, er 2400 Franken weniger Prämien zahlt im Jahr – das bedeutet er spart – auch wenn er die Franchise berappen muss, weil er etwas braucht – doch 400 Franken im Jahr.

Weitere Sparmöglichkeiten sind Modelle wie das Hausarztmodell – dann nimmt man im Kauf, dass man vor dem Besuch eines Spezialisten immer erst zum Hausarzt muss. Wer als Hausarzt zählt, dafür gibt es Listen bei den Kassen. Praktischerweise war mein Arzt auch da drauf, das bedeutet, ich musste nicht wechseln. Andere Modelle wie das HMO-Modell verlangen Besuche in Gesundheitszentren, oder erst Telefone an die Ärzte der Kasse.

Zu erwähnen sind auch die Kassen – und Modelle innerhalb der Kassen, die verlangen, dass man erst mal alles selbst zahlt (tiers garant) und die Rechnungen dann (gesammelt) selbst der Krankenkasse einschickt. Das sind  Assura, Fondation Natura Assurances (GM), Intras,  Maxi.ch, Sana Top, Sanagate, Sanitas Compact, Supra … diese Modelle sind oft günstiger, können aber im Einzelfall zu erheblichen finanziellen Belastungen des Patienten führen, wenn Rechnungen von mehreren hundert (oder tausend) Franken “vorgeschossen” werden müssen.

Zusatzversicherungen – Während die Leistungen der Grundversicherung bei allen Krankenkassen dieselben sind – und man da auch problemlos wechseln kann, gibt es grössere Unterschiede bei den frei wählbaren Zusatzversicherungen. Dort kann man auch bestimmen, ob man eine Komplementärversicherung will – also, ob man homöopathische und anthroposophische Mittel und weiteres, das nicht in der Grundversicherung ist rückerstattet haben will- und mehr. Man braucht nicht zwingend eine Zusatzversicherung, aber es gibt eine Menge Medikamente, die dann nicht mehr bezahlt werden von der Krankenkasse – meist aber nicht unbedingt “wichtige”. Zu bedenken ist hier auch noch, dass eine Krankenkasse einen nicht nehmen muss (im Gegensatz zur Grundversicherung) – das bedeutet, man kann abgelehnt werden. Das gilt vor allem für die “schlechten Risiken”: ältere Patienten, übergewichtige, auch Raucher etc. Darum sollte man vor Kündigung der Zusatzversicherung bei der alten Kasse sicher sein, dass die neue einen nimmt – oder die alte dort behalten.

Reicht das noch?

Wer wechseln will, muss auch die Kündigungsfristen beachten:

Grundversicherung: Kann per Ende Jahr (31. Dezember) gekündet werden. Der (am besten eingeschrieben) Brief mit der Kündigung muss bis am 30. November bei der Krankenkasse eintreffen. Unterjährige Kündigung (bis am 30. Juni) können nur Kunden mit Minimalfranchise (Kinder 0 Franken, Erwachsene 300 Franken) und ohne HMO- oder Hausarztmodell. Hier muss der Kündigungsbrief bis am 31. März bei der Kasse eintreffen.

Franchise:  Änderungen in der Franchise müssen per eingeschriebenem Brief der Krankenkasse bis am 30. November mitgeteilt werden.

Zusatzversicherungen: Falls die Krankenkasse die Prämien für die Zusatzversicherungen im Folgejahr nicht erhöht, gilt eine Kündigungsfrist von 3 Monaten, das heisst bis spätestens 30. September auf Ende Jahr. Bei einigen Krankenkassen gilt eine 6-monatige Kündigungsfrist oder der Vertrag wurde für mehrere Jahren abgeschlossen. Man erkundige sich bei der Krankenkasse. Bei Prämienerhöhungen können Sie je nach Krankenkasse innert 25 – 30 Tagen nach Ankündigung der Prämienerhöhung, oder per Ende Jahr, kündigen.

Über diese Anzeigen

Wunsch-Rezepte

rpnifedipin

Rezept (wie man sieht schon eine Weile her) – Computergeneriert, also lesbar, aber das ist schon das beste, was ich darüber sagen kann.

Erst mal war der Patient auf dem Rezept nicht identisch mit dem, der das dann eigentlich bekommen sollte, dann fehlen die Dosierungen  (die handschriftliche Ergänzungen sind von mir nach dem Telefonat)

Und was ist mit dem Nifedipin? – Das Mittel, das über Gefässerweiterung gegen hohen Blutdruck wirkt, gibt es bei uns in 20, 30, 40 und 60 mg … und alles Retard-Tabletten. Die sollte man nicht teilen.

Antwort vom Arzt: “Die Patientin hat das gewünscht, sie hatte das anscheinend schon einmal. Ich habe einfach aufgeschrieben, was sie mir gesagt hat.”

Hmm, offenbar sind die Medikamente, die der Arzt heute aufschreibt reines Wunschkonzert?

Ich habe das dann in Absprache mit dem Arzt nicht abgegeben. Er war sowieso nur der Ersatzarzt für ihren, der dort in den Ferien war und weder er noch wir hatten Unterlagen, dass sie das überhaupt schon einmal bekommen hat und in welcher Dosierung.

Ich vermute, dass sie es irgendwann einmal für die Akutbehandlung einer “Hypertonien Krise”, also eines plötzlichen sehr hohen Blutdrucks bekommen hat. Sie hat auch (andere) Blutdruckmedikamente und momentan ist der Blutdruck unter Kontrolle. Das muss also warten, bis ihr Hausarzt zurück ist.

Eine Pille für … gegen …

“Haben Sie die Pille zum abtreiben?”

Das fragt mich das seltsame Duo das in der Apotheke steht. Die ältere Frau (50?) und der junge Mann (20-30).

Das heisst, eigentlich fragt nur die Frau – der Mann steht etwas belämmert daneben.

“Ah,” sage ich “Wir haben die Pille danach … die ich unter bestimmten Umständen geben kann, aber …” (die Formulierung war doch etwas seltsam, vielleicht meinen sie wirklich die Pille zum abtreiben, die gibt’s so nicht) “… wie lange ist es denn her seit dem Geschlechtsverkehr?”

“Es ist nicht für mich,” sagt die Frau. “Und es ist jetzt etwa 3 Wochen her …”

Oh.

“Da bleibt ihnen nichts übrig, als mit der betroffenen Person zum Frauenarzt oder zur gynäkologischen Beratung zu gehen. Die Pille danach wirkt nur in den ersten 72 Stunden. Aber auch jetzt gibt es noch Möglichkeiten. Nur: sagen sie ihr, sie soll bald gehen.”

Man fragt sich manchmal, was für Geschichten und Schicksale hiner so (einfachen) Fragen stecken.

Something wicked this way comes (Rezension)

Halloween ist nicht mehr weit entfernt – und das ist eine Buchempfehlung, die perfekt dazu passt. Ray Bradbury – vielen vielleicht aus der Schule bekannt für sein Buch Fahrenheit 451 – liefert hier in seinem ur-eigenen Stil eine gruselige Vor-Halloween-Geschichte: Something wicked this way comes – Unbedingt auf englisch lesen!

In die amerikanische Kleinstadt kommt unüblich spät im Jahr ein Wanderzirkus. Für zwei 13-jährige Freunde wird das ein ungewöhnliches, dann geheimnisvolles und schliesslich gefährliches Abenteuer, denn der Zirkus bringt ein paar seltsame Attraktionen und Figuren. Das Spiegelkabinet zeigt mehr von einem, als man will, das Karussell ist nicht wirklich kaputt … und Inhaber Mr. Dark hat mehr zu verbergen, als man denkt. Immer tiefer rutschen Jim Nightshade und sein Freund William Halloway in die düstere Welt und die Geheimnisse ab. Auch ältere können ihnen nicht mehr helfen, denn das Alter selber … ist nicht mehr sicher hier.

Ray Bradbury zaubert mit seinem Stil einem hier dunkle Bilder in den Kopf … kein Wunder wurde das Buch verfilmt. … nur finde ich, kommen so Verfilmungen meist nicht an die eigenen Bilder heran :-)

Sich unbeliebt machen

Die Frau kommt mit Krücken in die Apotheke gehumpelt um kurz vor 12 an einem Samstag.

Auf dem Rezept Medikamente und Stützstrümpfe und Spezialpflaster- die wir bestellen müssen – immerhin können wir das noch auf heute Mittag, da wir tatsächlich noch offen haben und auch eine Bestellung machen.

Sie ist nicht zufrieden. „Sie haben so viel Kram in ihrer Apotheke (und deutet auf unsere Parfümerie und Reformabteilung) aber das was man braucht, das haben Sie nicht!“

Nein, das was Sie brauchen haben wir gerade nicht. Und nur so etwa 10’000 Artikel an Lager. Sage ich natürlich nicht so, aber: ja, sage ich.

Ich könnte ihr auch erklären, dass es nichts bringt diese Pflaster an Lager zu nehmen. Nicht nur, dass es etwa 20 verschiedene Sorten gibt, hat es natürlich immer verschiedene Grössen und … das kann ich aus Erfahrung sagen: auch wenn man etwas davon an Lager nimmt (was es nicht bringt, weil viel zu wenig gebraucht und auch teure Pflaster haben ein Ablaufdatum)- man kann sicher sein, dass es die falsche Grösse ist, wenn jemand dann doch etwas braucht.

Item.

Man beeilt sich ihr das nötige zu bestellen. Wie gesagt, es ist sehr kurz vor 12 – Bestellschluss. Man ruft sogar noch beim Grossisten an, um sicher zu sein, dass das auch noch drauf kommt.

Als die Ware am Mittag kommt, das Erschrecken: das eine Pflaster ist nicht das, was sie wollte. Ich will das jetzt nicht entschuldigen, aber … doch, ich will. Spezialpflaster bestellen ist mühsam, weil auf dem Rezept oft nicht genau beschrieben ist, was gebraucht ist und im Computer keine Bilder drin sind, wie das aussieht, so dass das oft ein besseres Raten ist. Jedenfalls ist es nicht genau das gewünschte – worauf sich die Pharmaasistentin, die das bestellt hat, und die das oft persönlich nimmt, wenn es nicht klappt, ans Telefon hängt und bei den wenigen noch offenen Apotheken nach einem Ersatz für sie sucht.

Sie findet und besorgt tatsächlich etwas – nur … ist das besorgte Pflaster etwas kürzer (ich sag ja: nie die richtige Grösse).

Die Frau kommt wieder, erfährt die schlechte Nachricht und fängt wieder an auszurufen.

Sie macht die Apotheke runter.

Sie lässt ihren Ärger an der Pharmaassistentin aus, wie unfähig sie doch sei.

Sie tut laut kund, dass wir uns nicht kümmern.

Sie meckert die Leute an, die sich bemühen eine gute Arbeit zu machen – für die Kunden.

Sie verlangt eine extra Entschuldigung von uns, einfach … deshalb.

Sie … macht sich allgemein enorm unbeliebt.

Die Stützstrümpfe auf dem Rezept sind noch ein Besorgungsartikel, werden die doch extra nach den Massen angefertigt, das heisst, das dauert länger, bis das kommt.

Die kommen die Woche darauf.

Was auch kommt ist ein Telefonanruf von ihr, man solle doch das Rezept an Apotheke AB schicken, sie ginge von jetzt an dorthin.

Ich glaube, innen drin, sind bei uns alle zufrieden damit.

Entstehungsprozess

Der Markt für Cartoons ist einiges kleiner als der für Bücher – deshalb habe ich mich auch nicht darum bemüht, einen Verlag zu finden, sondern mich entschieden, dass ich das diesmal selber machen will.

Das war ein Lernprozess. Ein paar meiner Erkenntnisse daraus:

Es gibt eine ganze Menge an Anbietern für Book on demand – also wo das Buch bei Bestellungen frisch gedruckt wird. Was sich gesucht habe, ist etwas, wo ich nicht gross Geld vorher investieren muss und wo Interessierte das Buch möglichst einfach und günstig (auch Geldmässig) bekommen können. Gleichzeitig wollte ich doch noch etwas (kleines) am Buch verdienen, immerhin würde ich mir auch ziemlich Arbeit mit dem Erstellen machen.

Nach etwas herumsuchen bin ich auf Createspace von Amazon gestossen. Für die Buchgrösse und Seitenanzahl, die mir vorschwebte (um die 180) würde das Buch um die 9 Euro kosten und ich bekäme etwa 2.5 Euro pro Buch. Das ist okay. Man kann das Buch via Amazon bestellen (ohne Versandkosten! – bei den meisten book on demand Anbietern sind die ziemlich hoch, speziell für Bücher in die Schweiz) oder grössere Mengen direkt bei Createspace – zwar mit Versandkosten, dafür hätte ich aber die Möglichkeit dort Prozente zu geben, um das attraktiver zu machen – und mit den Prozenten gleich gut zu verdienen. Verbündet mit Createspace ist kdp – kindle direct publishing, wo ich dann einfach mein fertiges Buch umwandeln und für den kindle veröffentlichen könnte.

Dass das Buch so nicht so einfach zum gewöhnlichen Buchhandel kommt, ist ein Minuspunkt – allerdings bin ich da realistisch: Ohne Werbebudget, im Eigenvertrieb und mit Pseudonym … hätten das auch so die wenigsten genommen. (Wer das anders sieht, möge sich melden!). Mit der Variante Direktbestellung mit Prozenten bei Createspace können das interessierte Buchhändler aber doch noch machen – zu einigermassen günstigen Konditionen: etwa 30% ab 10 Büchern bei Priority-Versand, günstiger bei mehr / längeren Versandzeiten.

Soviel zur Theorie. Probleme in der Praxis:

Computerprobleme: Createspace liefert schöne Word-Dokument-Vorlagen für die verschiedenen Buchgrössen. Irgendwie hatte mein Mac mit Word für Mac 2011 jedoch damit Probleme. Ab einer Seitenanzahl von 110 und der entsprechenden Menge Bildern fing er an zu hängen, Speicherprobleme und Fehler traten auf, die häuften sich … schliesslich lag mir (deswegen?) die Festplatte ab. Zum Glück für das Buch habe ich relativ kurz vorher ein Backup mit der Time-Machine gemacht. Leider änderte das nichts an den Speicherproblemen … nach etwas Internetrecherche fand ich schliesslich eine Lösung: Offenbar war die Time-Machine mit dafür verantwortlich. Ich habe sie daraufhin abgestellt und auch die auto-safe-Funktion vom Word und nur noch von Hand (an wechselnde Stellen) gespeichert. Dazwischen nur kurz die Time Machine wieder angestellt und Backups so gemacht, dann wieder abgestellt.  Von da an ging es.

Die Bilder selber bearbeiten: ein Hoch auf Photoshop – auch wenn ich eine uralt-Version davon benutze. Vor allem nett die Ebenen-Bearbeitung zum malen und dann wie man es unterschiedlich speichern kann. Denn das muss man. Createspace hätte die Bilder gerne in mindestens 300 dpi und .TIF Format und bei Graustufen sollte die Abstufung mindestens 20% betragen. Die Bilder kann man einfach ins Word Dokument ziehen, platzieren  und am Schluss als hochwertiges PDF speichern und übertragen (Dauert etwas bei so grossen Dateien).

kdp für Kindle übernimmt eigentlich problemlos das PDF, das man an Createspace geschickt hat, aber die Qualität sieht auf den kindle-Bildschirmen übel aus: klar, die Formatierung bleibt so erhalten, aber das ganze wird irgendwie … unscharf. Also machen wir das noch einmal – die nehmen es auch als word-Dokument, nur kann ich das Original von vorher nicht nehmen, denn kdp die Bilder  im JPG Format … und ja nicht mittels Drag and Drop eingesetzt, sondern einzeln mittels der Bild-Einfügen Funktion! Einzeln, denn Word für Mac unterstützt nicht, dass man da mehrere Bilder gleichzeitig auswählt. (Argh!)

Es gäbe ja ein nettes Programm, mit dem man relativ einfach ein kindle Buch mit Bildern erstellen kann: Kindles Kids Book Creator. Geht super. Einfach, rasch (3 Tage oder so). Das grösste Problem war, dass ich gerne eine andere als die Standardschrift (georgia) dafür hätte. Mit langem Suchen habe ich gefunden, dass man das ändern kann – das grösste Problem war danach nur noch die gewollte Schrift dann auf meinem Computer zu suchen dafür. (Notiz für mich: Die findet man unter Macintosh HD – Library – Fonts – Trebuchet MS). Dann … nachdem ich das gemacht habe  (und Bilder in JPG) und gespeichert habe in .MOBI Format … funktioniert das mit dem Hochladen nicht. Die Versuche brechen nach 20 Minuten bis 8 Stunden (!) ergebnislos ab. Meldung nur: “Bitte kontaktieren sie wegen den Problemen den Support”. Das habe ich …. und bis jetzt nicht von ihnen gehört.

Interessant auch das Inhaltsverzeichnis erstellen für das Kindle Buch. Mit Word kann man automatisch ein Inhaltsverzeichnis einfügen – wenn man die Titel der einzelnen Kapitel vorher schön im Format “Titel 1″ oder so gemacht hat (und nicht einfach fett und gross), aber Word für Mac schafft es nicht, da auch grad Links dazu zu setzen, so dass man grad zu dem Kapitel springen kann. Das darf man dann von Hand nachführen. (Für mich in Zukunft: In Word: gewünschte Zeile im Inhaltsverzeichnis markieren/anmalen, dann: Einfügen – Link – in Dokument auswählen – Anker … und dort unter “Titel” den richtigen suchen, anklicken.).

Mein Bildlastiges Buch hat natürlich sowieso ein Formatierungsproblem. Auf Text habe ich dort grad fast vollständig verzichtet. Einerseits will ich, dass die Bilder so gross wie möglich dargestellt werden, andererseits sollen es nicht 2 pro Seite sein. Letzteres löst man, indem man nach jedem Bild einen Seitenumbruch einfügt. Ersteres in dem man die Bilder mittels anklicken mit der Grösse anpasst. Nachdem man das bei allen gemacht hat, empfiehlt es sich, die Bildqualität von allen Bildern zu verringern – sonst gibt das Riesen-Dateien (und damit grössere Kosten und längere Zeiten beim Herunterladen). Das macht man beim Word für Mac indem man ein Bild anklickt, im Reiter – Bild formatieren das kleine Icon in der Mitte oben “komprimieren” anklickt und “optimal für Bildschirmanzeige” auswählt. Das Word .DOC Dokument, das ich dann an kdp übermittelt habe (nicht DOCX, .MOBI und nicht PDF!) hat es dann auch problemlos angenommen.

Ich sag ja, es ist ein Lernprozess.

 

liebe Patienten

Dieser liebe Patient, den man hat.

Ihr wisst schon. Die Person die so was von geduldig ist. Diese herzige ältere Frau, die heute morgen hereinkam und fragte, ob ihr Rezept schon angekommen ist – sie hat es vom Arzt faxen lassen. Es war noch nicht da.

Dann kommt sie kurz nach Mittagszeit – aber wir mussten etwas von ihrem Rezept bestellen.

Und anstatt dass sie anfängt auszurufen.

Anstatt mich zu beschuldigen, dass ich schlechte Arbeit leiste.

Sagt sie: “Es tut mir leid, dass sie so viel zu zun haben. In ihrem Alter sollte man nicht so viel Stress haben.”

Und dann geht sie raus und kommt mit einer Schachtel Pralinen wieder. Ich hatte praktisch Tränen in den Augen.

Glaubt mir, ich mach alles, damit die Frau nie mehr auf ihr Rezept warten muss.

Internetso (statt Intermezzo)

Kleines Fundstück

Apotheken aus aller Welt, 520: Aarhus, Dänemark

Das kuecken schickt uns 2 Apotheken-bilder und ein paar Einblicke in das Gesundheitswesen von Dänemark: Merci vielmals!

Anbei einige Bilder der Løveapoteket in Aarhus.Die Qualität ist leider nicht die beste, ich vergesse immer meinen Fotoapparat mitzunehmen und so sind sie jetzt einfach mit dem Handy gemacht worden.
Wie du siehst ist sie sehr schlicht gehalten und hat weder das rote A noch das grüne Kreuz als Erkennungszeichen, das ist typisch für die Apotheken in Dänemark.
Die Løveapoteket ist eine so genannte “Døgnapotek”, das heisst sie hat 24/7 auf und ist die Notapotheke für die ganze Stadt. Das ist viel angenehmer als das Deutsche System wo die Apotheken sich abwechseln, da man nie im Zweifel ist welche Apotheke denn nun Notdienst hat.

Während der normalen Öffnungszeiten ist die Apotheke ganz normal geöffnet, Nachts und am Wochenende wird ein Gitter heruntergefahren und die Kunden durch eine kleine Luke bedient. Wer ausserhalb der normalen Öffnungszeiten kommt zahlt eine Notdienstgebühr, es sei denn man hat ein neues Rezept, frisch ausgestellt durch zB “Vagtlægen”- den hausärztlichen Notdienst oder die Notaufnahme.

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Und noch einige Sachen, die so weit ich es aus deinen Beiträgen lesen kann anders sind als in der Schweiz: 
In Dänemark stirbt das alte Papierrezept langsam aus, da es für die Ärzte viel leichter ist das Rezept auf den zentralen Server zu schicken. Dann kann man als Patient in jeder Apotheke in ganz Dänemark seine Medikamente gegen Vorlage der Krankenkassenkarte abholen.
Das wird bei uns auch kommen – zumindest ist es in Vorbereitung.
Dossiers wie du sie immer beschreibst gibt es in Dänemark nicht. Alle Medikamentenabgaben werden elektronisch vermerkt, und das Apothekenpersonal hat Zugriff drauf, jedoch werden diese Informationen nicht genutzt um zB. bei neuen Medikamenten nachzuschauen ob sie sich auch mit den bereits vorhandenen vertragen. Da muss man den Apotheker dann immer selber drauf hinweisen und sagen: Ich bekomme auch Medikament XY und AB, verträgt sich das mit dem was ich jetzt bekomme? Da liegt also viel in der Verantwortung des Patienten.
… und wie oft der wohl daran denkt? :-(
Mehrfachrezepte gibt es im Gegensatz zu Deutschland hier auch, das Rezept liegt dann auf dem Server und kann x-mal abgeholt werden, das ist natürlich sehr praktisch und man ist nicht an nur eine Apotheke gebunden.
Ja, praktisch – wenn da auch festgehalten wird, wie häufig die Bezüge sind auch einigermassen sicher.
Dosetten bekommt man nicht in der örtlichen Apotheke gepackt. Wenn man seine Medizin nach Dosis gepackt haben möchte muss der Arzt dies verschreiben. Die Medikamente werden dann in zentralen Apotheken, welche in spezielle Maschinen investiert haben, in kleine Beutelchen gepackt und verschweißt. Die Beutel kommen als eine Rolle und jedes Beutel ist mit einem Etikett mit Medikamenten, Einnahmezeitpunkt usw. versehen.
Noch etwas, das es bald bei uns (vielleicht) auch geben wird. Verblisterung in Zentren. Trotzdem gut, wenn es die Dosette noch weiterhin gibt.
Vorbezüge gibt es hier nicht, im Zweifelsfall schickt die Apotheke einen schon mal zum “Vagtlægen” damit man man ein Rezept bekommt.
Vorbezüge scheinen eine echte Schweizer Spezialität zu sein :)

Uroskopie

Die Frau beklagt sich, dass das Metronidazol, ein Medikament, das sie nehmen muss, ihren Urin rot färbt.

Ich beruhige sie: das ist total normal. Es ist klar, dass sie sich sorgt: das sieht Teils aus, als hätte man Blut im Urin.

Frau: „Aber … ich mache mir Gedanken, was, wenn jemand das sieht, nachdem ich die Toilette benutzt habe?“

Pharmama: „Nun, da wüsste ich etwas dagegen: Spülen.“

 

Urin ist im Normalfall blassgelb. Welche Medikamente und Nahrungsmittel einen Einfluss auf die Farbe haben können, findet sich hier: http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Urinfarbe

 

Apotheken aus aller Welt, 519: Riva del Garda, Italien

Danke an Anne!

hier eine Apotheke aus dem Traditions-Kurort Riva del Garde am Nordufer des Gardasee

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Circle of life

Interessant. Ich arbeite jetzt schon lange genug an diesem Ort, dass ich manche Patienten tatsächlich aufwachsen sehen kann. Von der Abgabe klassischer Kinder- Medikamente, über Akne-Mittel, über Kondome (bei Jungen) oder die Pille (bei Mädchen) … und mitzubekommen, wie die dann selber schwanger werden – viel zu früh in meinen Augen, aber … es liegt nicht an mir das zu entscheiden … und jetzt wieder: Kinder Medikamente. Für dieselbe Familie sozusagen.

Sollte ich mich jetzt schon alt fühlen?

Apotheken aus aller Welt, 518: Offenburg,

Danke vielmals für die Fotos an Broken Spirits. Ich weiss nicht:  ist’s das gute Wetter oder sind’s die Farben? Ich finde sie einfach nur …. schön!

gestern war ich wegen meiner monatlichen “großen Fototour” in Offenburg auf der 3. Paul Pietsch Classic – einer Oldtimer-Rallye quer durch den Schwarzwald.
Offenburg ist eine hübsche Stadt und hat auch die ein oder andere hübsche Apotheke (es gibt mindestens noch eine weitere in einem alten, verschnörkelten Haus, die hatte ich aber abends leider nicht mehr gefunden).
Das hier war aber eh die beeindruckendere ;-)

Offenburg1

 

Fast gelöscht hätte ich diesen Schnappschuß: von diesem Oldtimer habe ich bessere Fotos. Kurz vor dem gezielten Schlag auf die Löschtaste habe ich noch das Apothekenzeichen im Hintergrund gesehen. Besonders passend: ich habe zufällig ein schweizer Team erwischt.

offenburg2

heisse Zeiten

Es wird ja langsam kühler und … also wirklich heiss hatten wir es hier nicht lange. Aber genau in der Zeit hatten wir in der Apotheke eine Saison-Ausstellung für eine Sonnencreme, die jetzt ungenannt bleiben soll :-)

Jedenfalls, man stelle sich das vor: Es ist heiss draussen, es ist immer noch ziemlich warm drinnen und die Ausstellung, die einen Strand suggeriert inklusive Palme, Liegestuhl und Badetuch auf etwas Sand.

Sommer halt.

Und eine Kundin im mittleren Alter, die das wirklich ernst genommen hat. Jedenfalls genug um anzufangen, die Kleider abzuziehen, schon von der (offenen) Eingangstür her. Erst die leichte Jacke, dann die Bluse, dann das T-shirt … eins nach dem andern. Die Kleider hat sie beim weiterlaufen einfach auf den Boden fallen lassen … gefolgt von den zunehmend besorgten Blicken der Angestellten und ein paar erstaunter Kunden.

Als sie an der Kasse ankommt und anfangen will auch noch den BH aufzunesteln, reisst sich die Drogistin Sabine aus der Schockstarre und stoppt sie.

Ich weiss nicht wie, aber sie bringt sie dazu zumindest einen Teil wieder anzuziehen, bevor sie sie nach Hause schickt. In Begleitung einer anderen Kundin übrigens – ihr Verhalten war seltsam genug, dass man sie nicht allein lassen wollte, obwohl Sabine mir nachher versichert hat, dass sie zwar etwas verwirrt schien, aber nicht so, als könne sie nicht für sich sorgen.

Seltsame Begegnung auf jeden Fall.

Ich habe das erst danach erzählt bekommen – ob ich aber schneller gewesen wäre als Sabine, wage ich zu bezweifeln.