Archiv der Kategorie: Internet

Abgelenkt …

Wie ihr vielleicht gemerkt habt, bin ich in letzter Zeit vermehrt beschäftigt und poste nicht mehr ganz so häufig. Das liegt nicht nur an der Ferienzeit … deinen Hinweis auf den Grund dafür könnt ihr (wenn ihr Euch etwas auf der Seite umseht) vielleicht entdecken :-)

Ansonsten entschuldige ich mich für die mails, die ich nicht beantwortet habe (sie sind angekommen) und bedanke mich hier kollektiv für die eingeschickten Apothekenbilder – ihr seid toll!

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Was koche ich heute (gesundes)?

spiessli

Ich koche gerne – speziell, wenn es gerne gegessen wird … dann macht auch das Aufräumen danach nicht mehr so viel. Man findet hier im Blog ein paar Beispiele für Essen, das bei Junior gut angekommen ist: Perfektes Kleine-Jungen Essen

Aber wir haben ja Glück. Unser Junior ist kein sehr komplizierter Esser. Ob das in seiner Natur liegt oder daran, dass er sowohl von uns als auch vom Tagi beigebracht bekommen hat, dass er alles zumindest versuchen muss weiss ich nicht. Nur gelegentlich muss man ihn antreiben doch bitte ein bisschen mehr vom Gemüse oder dem Salat zu essen, da das auch dazu gehört.

Besser geht es heute, wenn er selber dabei helfen durfte … weshalb ich eine neue Reihe erwäge: Kochen mit Junior

Womit wir eigentlich schon beim Thema wären: der Auswahl der Gerichte.

Als gutes Mami (oder: als jemand, die versucht ein gutes Mami zu sein), versuche ich auch gesund zu kochen. Das heisst: nicht zuviel Fleisch, das richtige Fett, es sollte Gemüse und Früchte geben zu jedem Essen, noch besser, wenn sie möglichst bunt und frisch sind und nicht nur in Form von Tomatensauce auf der Pizza.

Das geht am besten, wenn man sich etwas organisiert, zum Beispiel indem man einen Wochenplan erstellt mit Dingen, die man kochen (oder vorkochen (VK)) will. Und wann man das machen will – denn bei uns ist das gezwungenermassen so, dass Kuschelbär und ich arbeiten und Junior dann gelegentlich im Tagi zu Mittag isst. Vor allem, wenn er danach mittags wieder Schule hat … wir haben langsam einen grossen Jungen. Dann schreibe ich Selbstversorgung (SV) … da ich dann meistens nicht da bin, Junior im Tagi am Essen und nur für Kuschelbär koche ich nicht vor.

Das sieht dann vielleicht so aus: Wochenplan der Familie Pharmama

  1. Montag mittag (VK) – Gemüsewähe
  2. Montag abend – Lasagne
  3. Dienstag mittag – (SV)
  4. Dienstag abend – Poulet Süss-sauer mit Jasminreis
  5. Mittwoch mittag – Gefüllte Tomaten
  6. Mittwoch abend – Hackplätzli mit Polenta, Erbsli und Rüebli
  7. Donnerstag mittag – (VK) Teigwarengratin mit Speck
  8. Donnerstag abend – Panierte Plätzli, Mischgemüse
  9. Freitag mittag – (SV)
  10. Freitag abend – Kuschelbär bestellt Pizza*, Salat
  11. Samstag mittag – Sandwiches
  12. Samstag abend – Pouletspiessli, Salat
  13. Sonntag mittag: Brunch
  14. Sonntag abend – Käseschnitten Hawai und Salat
  • Ja, auch das kann’s geben. Vor allem, wenn nach langem Arbeitstag weder Kuschelbär noch ich noch Lust haben zu kochen oder auch nur aufzuwärmen. Da lassen wir uns dann gelegentlich eine Pizza kommen. Pizza passt immer … auch wenn sie nicht selber gemacht ist.

Weil es mir aber auch wichtig ist, dass Abwechslung drin liegt, brauche ich regelmässig Inspiration und Ideen für den Menüplan. Früher konsultierte ich dazu Kochbücher – heutzutage geht das praktischer auch via Internet. Zum Beispiel findet man auf gutekueche.ch  eine Menge Tipps für gesundes Essen und Rezepte.

Geordnet sind sie nach Rezept-Kategorien, Zutaten, Länder und Regionen, (auch nach Schweizer Regionen), Saison und Anlass, Art der Zubereitung, Spezielle Speisen, Backwarenund Süsses und Sonderthemen.

Da wird jeder fündig oder lässt sich inspirieren.

Aber ich muss zugeben, ich halte mich nur beim ersten Mal wirklich an ein Rezept, beim nächsten Mal fange ich an zu improvisieren … sehr un-Apotheker-mässig, aber es entspricht meiner kreativen Seite mehr.

Beispiel? Das Bild oben: das waren gewöhnliche Spiessli mit Huhn und Gemüse … dass Ananas eine gute Kombi wäre und dem eine exotische Note gibt …

Selektive Suche / Wahrnehmung

So läuft’s.

googlevaccine

Frau: “Impfungen machen Autistisch.”

Mann: “Nun, ich habe hier eine Million Resultate, die sagen, sie machen es nicht …

.. und eine, die sagt, sie machen.”

Frau: “Ich wusste es!”

Das gif ist ein Ausschnitt aus Teil 3 der Serie: If google was a guy

 

Ausgelassen noch sein Nachtrag: “Nur weil ich HABE heisst das NICHT, dass das STIMMT!”

(der Typ würde ich auch nicht sein wollen).

Hier Teil 1 auf youtube

Neue Blogs und Lesetipps

ich bin grad dran die Blogroll (siehe Patientenliste) mal wieder zu überarbeiten (viel zu lange habe ich das nicht mehr gemacht) und habe dabei ein paar Neuzugänge, die ich kurz vorstellen möchte.

Gaypharmascience – von gps, seit neustem frischgebackener offizieller Pharmazeut (gratuliere!), homosexuell und  bloggt über dies und das. Letztens interessant: Test von Dr. Ed und Viagra-Bestellung.

die Menschenhandwerkerin ist schon eine Zeitlang in meiner Bloglist, aber hier will ich nochmal auf sie verweisen: toller Blog einer frischen Ärztin.

Unterwegs auf Rädern – Eindrücke und Erlebnisse eines Chauffeurs. Ein Busfahrer über seine Erlebnisse auf Linienfahrten und International.

Reiseleidenschaft – damit Reisen kein Leiden schafft. Mix aus Reisetipps und Tipps zur richtigen Reisevorbereitung und tolle Fotos (da will man grad wieder in die Ferien).

ApoCoach – noch ein Blog von einer engagierten Apothekerin. Ute gibt gute Tipps und Hinweise zum Umgang mit schwierigen Situationen in der Apotheke. Kann man wirklich brauchen!

Still und leise …

…hat Pharmama.ch vor ein paar Tagen die 5 Millionen Marke Besuche überschritten.

 

image

 

Yay! Danke, dass auch Du hier warst!

Wassertricks, die ich mal mit Junior probieren muss:

Internetso (statt Intermezzo)

Man kann ja wohl noch träumen …

Teilnehmer für Befragung gesucht

per mail erreicht  mich dieser Aufruf:

als Kommunikationsdienstleister im Health-Care-Bereich sind wir auf der Suche nach Apotheker/innen und PTAs, die anonym an unserer Befragung teilnehmen möchten.
Es geht um Internutzung, Suche nach Fachinformationen und soziale Vernetzung. 

Unter dem Link http://synexus.4imedia.com/apotheker/ kann an der Befragung teilgenommen werden. Es dauert höchstens zehn Minuten. Es gibt auch kein Richtig oder Falsch. Wir sind auf der Suche nach authentischen Erfahrungen, Interessen und Anregungen.

Es können auch Apotheker / Pharmaassistentinnen aus der Schweiz oder Österreich teilnehmen.

Was ein Wannen Beileger ist, weiss ich allerdings auch nicht :-)

Tipp für Teilnehmende: Felder nicht leerlassen, sondern ein “-” reinsetzen, ansonsten motzt das System beim Abschicken.

WordPress-glitch

Danke an den einen (!?) Besucher, der heute fast 2000 Seitenaufrufe gemacht hat:

wpgltch

 

Das ist aus meiner Statistik .

(Nein, ich glaube auch, dass da mehr als nur einer heute hier war. Hallo?)

Friede, Freude, Eierkuchen …

… und weil ich heute einfach keine Geduld für einen ganzen Artikel habe, habe ich für Euch ein Bild von ein paar Zuckerpillen – von mir hergestellt.

sugarpills

Und falls ihr seltsame Veränderungen im Blogdesign bemerkt: ich bin mal wieder am Basteln. Vorschläge sind willkommen (auch wenn vielleicht nicht alle umgesetzt werden können).

Seite für Apotheken: Pharmapro.ch

Manchen vielleicht schon aufgefallen: das kleine Bildchen mit Link unten rechts in der Seitenleiste:

pharmapro

Es führt auf die Seite von Pharmapro, einer Seite für Apotheken und Apotheken-Angestellte. Dort findet man den wahrscheinlich übersichtlichsten Stellenmarkt (Stellenangebote und Stellengesuche) für Apotheker, Pharma-Assistentinnen und Drogistinnen in der Schweiz (Schaut mal vorbei: Momentan ist wieder viel offen!)

Ausserdem brauchbare News aus Pharmaindustrie, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik rund um die Apotheke.

Und weil die Schweiz mehrsprachig ist, gibt es die in deutsch und in französisch und in italienisch (mit unterschiedlichen Stellenanzeigen).

News und Stellenangebote lassen sich per Newsletter abonnieren.

Xavier Gruffat von der französischen Seite hat mich wegen einer Zusammenarbeit angefragt. So hat er auch ein paar meiner Blogposts auf französisch übersetzt:

Zum Beispiel den hier: longue attente à la Pharmazie  / Original hier: vom Patientengeheimnis und ungeduldigen Kunden

Und da ich ihre Seite wirklich gut finde, habe ich da zugesagt – also: schaut mal dort vorbei!

Änderungen in Sichtweite? Das neue Heilmittelgesetz

Es tut sich was in der Schweiz – ein neues Heilmittelgesetz ist im Tun. Vorstösse sind im Gang, die die Selbstdispenation der Ärzte einschränken könnte … zumindest in dem Sinne, dass den Patienten etwas deutlicher die Wahl gelassen wird, wo sie ihre Medikamente beziehen möchten.

Bisher ist es so gewesen, dass ein Arzt in einem Kanton, der die Selbstdispensation erlaubt, dem Patienten beim Besuch gleich die Medikamente in die Hand gedrückt hat. – Eigentlich müsste ich hier richtigerweise “Medikamente verkauft” schreiben, denn das ist das was der Arzt da tut. Was dabei auch unter den Tisch fällt: es fehlt dadurch die Kontrolle der Medikamente durch eine zweite (dafür ausgebildete) Medizinalperson: die Apotheker. Und der Patient selber kann sich so nicht noch einmal überlegen, ob er die Medikamente wirklich nehmen will – *das* sehe ich in der Apotheke dann an den ganzen kaum angebrochenen Packungen Medikamente, die ich zum entsorgen bekomme.

Kaum ein Patient wagt es in so einem Fall, den Arzt um ein Rezept für die Medikamente zu bitten. Das sollte jetzt geändert werden, indem man den SD Ärzten vorschreiben wollte, für alle Medikamente erst mal ein Rezept auszustellen. Der Patient kann dann – mit dem Rezept in der Hand- entscheiden, wann und wo er die Medikamente beziehen will. Das war den Ärzten zuviel – der jetzige Entwurf ist schon so weit verwässert, dass der Patient entscheiden “darf”, ob er wirklich ein Rezept in Papierform will. :-(

Damit sind wir eigentlich immer noch bei der jetzigen Situation. Wie gesagt: die wenigsten getrauen sich ihrem Arzt gegenüber etwas zu sagen.

Dabei geht es (natürlich) um viel Geld. Gemäss IMS Health fallen 24.3 Prozent der Medikamentenkosten auf die SD-Ärzte. Das sind mehr als 1,23 Milliarden Franken pro Jahr. Wenn wir das jetzt noch in Verbindung setzen mit der neuen Studie der Uni Bern, nach der Ärzte, die in der Arztpraxis Medikamente verkaufen, rund 30 Prozent mehr Arzneimittelkosten pro Patient verursachen als Ärzte, die verschreiben … dann können wir uns ausrechnen, dass wir glatt 370 Millionen Franken pro Jahr einsparen könnten, wenn die Leute die Medikamente wieder in der Apotheke holen gingen. Und es wäre sicherer.

Auf der anderen Seite gibt es weiter Bestrebungen, den Apothekern mehr Kompetenzen im Bereich der Abgabe von rezeptpflichtigen Medikamenten zu geben. Auch dagegen wehren sich (begreiflich) die Ärzte.

Dazu möchte ich sagen, dass wir hier in der Schweiz schon mehr Kompetenzen in die Richtung haben als die Apotheker in Deutschland. Nicht nur dürfen wir Vorbezüge machen oder ausnahmsweise Wiederholungen auf Rezepten, wir dürfen schon “in begründeten Ausnahmefällen” auch rezeptpflichtige Medikamente ohne Rezept abgeben … und machen das auch. Wichtig hier ist, dass der Apotheker das nur macht, wenn er sich sicher ist, damit keinen Schaden anzurichten – immerhin übernimmt der Apotheker in dem Fall die Verantwortung. Das heisst: der Apotheker muss vorher diverses abklären. Dafür braucht er das richtige Wissen – das wir aber in Weiterbildungen (auch von Ärzten) regelmässig erwerben. Die Grundlagen dafür gibt es hier schon lange. Im Zweifel wird der Patient auch immer an den Arzt weiter verwiesen.

Werden hier die Kompetenzen (vor allem im Sinne der möglicher Gesundheitsprobleme) erweitert, müssen natürlich auch die Apotheker vermehrt weitergebildet werden. Ich behaupte hier aber, dass kein Apotheker “einfach so” rezeptpflichtige Medikamente abgibt, nur weil er das dann vermehrt darf. Immerhin kommt die Nachfrage dafür direkt vom Patienten. Der hat nun einfach mehr Auswahl, wo er seine Medikamente – ob rezeptpflichtig oder nicht – beziehen kann.

Wer mitreden will kann das hier: bei der Umfrage abstimmen (linke Seite – am liebsten natürlich “Ja” – für die Apotheker :-) )

Auch die Kompetenz von Drogerien soll ausgeweitet werden. Schon jetzt hat der Nationalrat dem Vorschlag des Bundesrats zugestimmt, dass Drogerien künftig alle nicht verschreibungspflichtigen Medikamente abgeben dürfen. Darunter fallen die Liste C – die apothekenpflichtigen Medikamente. Ich bin vor allem gespannt, was sie am Schluss soweit freigeben, dass das dann sogar im Detailhandel erhältlich sein wird. (Bitte nicht Aspirin und Co.!)

Im Versandhandel von Medikamenten (ein ewiger Streitpunkt in der CH da eigentlich verboten) soll es in Zukunft nicht mehr möglich sein, dass das Rezept vom Versandhandel “danach” besorgt wird: es muss bei der Bestellung vorliegen. Ob da auch die Ausstellung eines Rezeptes während dem Bestellprozess verboten wird? (nötig hierzulande auch für freiverkäufliche Arzneimittel etc.) 

Und dann haben wir noch die Sache mit der Übernahme der Komplementärmedizin durch die Krankenkasse. Die finde ich allerdings sehr enttäuschend. 2012 wurde nach einer Volksabstimmung 5 alternative Heilmethoden in den Katalog der Grundversicherungen aufgenommen und von den Krankenkassen übernommen. (Nachzulesen auch bei mir) … Vorgabe war allerdings, dass das bis 2017 beschränkt ist und dass die verschiedenen Sparten bis Ende 2015 nachweisen, dass sie “wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich” sind. Das können sie offenbar nicht (keine grosse Überraschung). Die Neuraltherapie ist inzwischen auch freiwillig von der Regelung zurückgetreten. Der Rest allerdings … soll jetzt nach Vorschlag des Gesundheitsministers Alain Berset den anderen vergüteten medizinischen Fachrichtungen gleichgestellt werden. Damit würden die Leistungen wie in den letzten Jahren grundsätzlich von der Krankenkasse vergütet.

Da bekommen also die anthroposophische Medizin, die Homöopathiedie Phytotherapie
und die traditionelle chinesische Medizin ohne Nachweis die Übernahme durch die Krankenkassen geschenkt. Hmmmmpf!

Wie bei anderen medizinischen Fachrichtungen sollen lediglich einzelne, umstrittene Leistungen überprüft werden. Wie dabei die Kriterien der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit angewendet würden, muss laut dem EDI noch präzisiert werden. Die betroffenen Kreise werden eingeladen, dabei mitzuwirken.

Quelle

Die Kosten für die Komplementärmedizin werden übrigens auf 50 Millionen Franken im Jahr geschätzt, weniger als ein Promille der gesamten Gesundheitskosten. Gut – für mich macht es das relativ einfach in der Apotheke – kann ich das auch via die Krankenkassen abrechnen. Aber der Wissenschaftler in mir findet das sehr (sehr!) unbefriedigend.

Wenn es quakt wie eine Ente … moderne Quacksalberei: Miracle Mineral Supplement MMS

Letztens in meinem Spam Ordner – gleich 3 x Werbung für diesen gefährlichen Schwachsinn – jetzt reichts. Wie ihr wollt, dann schreibe ich halt mal über Euer Wundermittelchen. Immerhin ist das auch DIE Gelegenheit, zu zeigen, an was man heute Quacksalbereien erkennt. (Auszüge aus gute Pillen, schlechte Pillen in blau)

Auszüge aus dem mail in fett, kursiv. Meine Kommentare normal.

Eine neue Dimension für die Gesundheit

Das medizinische Wunder MMS ist wieder lieferbar!!!

suggeriert: das gibt’s schon länger und es war so gefragt, dass es nicht mehr erhältlich war.

„Für AIDS, Hepatitis A, B und C, Malaria, Herpes, Tuberkulose, die meisten Krebsformen und viele weitere ernste Erkrankungen gibt es nun eine Lösung.“ 

Jim Humble

Wer zum Teufel ist dieser Jim Humble?- Und für englisch-sprechende: humble = bescheiden ist das gar nicht. Aber wir sehen hier schon den Punkt

Vielseitig wirksam - Besondere Vorsicht ist ratsam, wenn ein Mittel gegen viele verschiedene Leiden mit völlig unterschiedlichen Ursachen helfen soll, beispielsweise gegen Bluthochdruck, AIDS und Krebs. Eine solche Allround-Pille ist leider ein Wunschtraum.

MMS Miracle Mineral Supplement 

Das Wundermineral

Ein Mineral? Also etwas natürliches? Und Supplement? Etwas, das der Körper zum arbeiten braucht und zuwenig hat? Nööö!– dazu komme ich noch.

Eine seit Jahrzehnten für die Desinfektion von Trinkwasser eingesetzte Chemikalie erweist sich als vielleicht stärkstes Antibiotikum für den Menschen. Was zur Hoffnung Millionen Kranker werden könnte, wird von offizieller Seite jedoch bewusst totgeschwiegen

Hmm, wohl doch kein Mineral? Ach, da sehen wir gleich etwas weiter typisches:

Seit Jahrzehnten bewährt - Statt „seit Jahrzehnten bewährt” müsste es eher heißen „seit Jahrzehnten beworben und verkauft“. Aber nicht alles, was häufig verkauft wird, ist auch wirksam und unbedenklich.

„Für AIDS, Hepatitis A, B und C, Malaria, Herpes, Tuberkulose, die meisten Krebsformen und viele weitere ernste Erkrankungen gibt es nun eine Lösung. Zahlreiche Krankheiten lassen sich jetzt erfolgreich bekämpfen*. In Afrika nahmen mehr als 75.000 Menschen an verschiedenen Praxistests teil, im Rahmen derer Sie  das Mineralienpräparat „MMS“ erhielten.

Das * weist auf eine fast ganzseitige Liste Beschwerden hin, auf die das als “Zaubermineral” betitelte Mittelchen helfen soll.

Besser als die Schulmedizin- Die Anbieter mancher Mittel versprechen Heilung selbst dann, wenn alle Möglichkeiten der Schulmedizin ausgeschöpft sind. Solche Heilversprechen werden in der Regel leider nicht von einer neutralen, verlässlichen Stelle überprüft. Unseriöse Quacksalber geben dennoch solch ein Versprechen, um in ausweglosen Situationen, z.B. bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen, zweifelhafte Produkte zu verkaufen. Für diese als „letzter Strohhalm“ feilgebotenen Präparate muss meist viel Geld bezahlt werden.

Die Regierung von Malawi führte unabhängig davon auch eigene Testreihen mit MMS durch. Die Heilungsquote lag bei 99 Prozent. Über 60 Prozent der in Uganda behandelten AIDS-Kranken waren binnen drei Tagen symptomfrei, 98 Prozent innerhalb von einem Monat. Über 90 Prozent der behandelten Malariapatienten waren innerhalb von vier bis acht Stunden wieder gesund. Auch dutzende weitere Erkrankungen konnten erfolgreich behandelt und können dank dieser neuen Mineralienlösung künftig in Schach gehalten werden. 

Und natürlich keinerlei Angaben, wo sich denn die Studie nachlesen liesse. Ich habe auch nach langem Suchen nichts gefunden im Netz. Keine Studie, nicht mal eine genauere Quellenangabe.

Wirksam – und doch nicht als Arzneimittel zugelassen-  Wenn ein Mittel belegbar gut wirksam und verträglich ist, warum wird dann nicht die Zulassung als Arzneimittel beantragt? Das hätte doch den Vorteil, dass das Produkt von Ärzten verordnet werden könnte und von Krankenkassen bezahlt würde. Aber so mancher Anbieter scheut das Urteil neutraler Fachleute, die durchschauen könnten, dass die Wirksamkeitsbelege mangelhaft sind oder sogar fehlen.

Das Mineralienpräparat hilft auch gegen Erkältungen, Grippe, Lungenentzündung, Halsschmerzen, Warzen, Entzündungen im Mundraum und selbst bei entzündeten Zähnen (MMS ist bislang das einzige Mittel, das Zahnentzündungen bekämpfen und sogar heilen kann).

Noch mehr Anwendungen! Und wieso das alles?

Als Erfinder bin ich der Ansicht, dass diese Informationen zu wichtig sind, als dass eine einzelne Person oder Gruppe die alleinige Kontrolle über das Mittel haben sollte.“

Jim Humble

Und (auf der gute Pillen, schlechte Pillen) Seite nicht erwähnt, aber auch noch beliebt: wir bauen eine Verschwörungstheorie auf, die hilft zu erklären, weshalb das Mittel nicht schon längstens von den Ärzten und der Pharmaindustrie übernommen wurde.

So geht das mail weiter:

Thomas B.

Ich selbst nehme jetzt in regelmäßigen Abständen MMS (seit Januar 2010). Bei Entzündungserscheinungen (Ohren-Nebenhöhlen) brauche ich kein Antibiotika mehr nehmen! Meine Gelenkschmerzen sind weg! Bei meiner Tochter (9 Jahre) waren innerhalb von 5 Tagen (Fußbäder 2x täglich) alle Dornwarzen am Fuß verschwunden.

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Hallo,

ich bin Arzt in einem Deutschen Krankenhaus und habe mit MMS 17 Krebspatienten in diesem geheilt, teilweise Menschen im Endstadium. Wenn das rauskäme, verlöre ich meinen Job und käme vermutlich ins Gefängnis! Bitte veröffentlichen Sie diesen Erfahrungsbericht, vielleicht überzeugt es andere Menschen ja, sich den letzten Ruck zu geben, es wenigstens auszuprobieren!

Vielen Dank!

Doc

Erfahrungsberichte als „Wirksamkeitsbelege” - Gerade wenn nachvollziehbare Daten aus wissenschaftlichen Studien fehlen, verweisen die Hersteller gerne auf umfangreiche Erfahrungen mit den Mitteln. Seien Sie auf der Hut bei Behauptungen, die mit begeisterten Erfolgsberichten angeblicher Patienten begründet werden. Diese sagen ebenso wenig über den tatsächlichen Nutzen und die Risiken eines Arzneimittels oder einer Nahrungsergänzung aus wie Behauptungen, die auf Weltanschauungen basieren.

Soweit so Misstrauen-erregend. Aber, Woraus besteht dieses MMS? 

„MMS“ wird in der Regel in 2 Fläschchen angeboten: In einem ist eine ca. 30 %M Natriumchlorit resp. -hypochloritlösung (NaClO2) enthalten, im 2. Fläschchen entweder eine wässerige Lösung von Wein- oder Zitronensäure oder verdünnte Salzsäure als sogenannter „Aktivator“. Von beiden Lösungen sollen einige Tropfen in etwas Wasser gegeben und so konsumiert werden. Beim Zusammengeben beider „MMS“-Lösungen entsteht Chlordioxid (ClO2), ein bernsteinfarbenes, sehr aggressives und toxisches Gas mit Geruch nach Schwimmbad (Chlor), das z.T. im Wasser gelöst bleibt. Die Angaben auf den verkauften Fläschchen entsprechen weder dem schweizerischen Lebensmittel- noch dem Chemikalienrecht.

Wie erinnern uns: Mineralienlösung? Supplement? Hmmmpf. Was wird denn hier supplementiert? Braucht hier jemand Chlordioxid für irgendeinen Prozess im Körper??

Auf irgendeiner dieser MMS verkaufenden Seiten steht noch das hier:

“Chlordioxid ist der wirksamste Bakterienkiller, den die Menscheit kennt.”
(Amerikanische Gesellschaft für Analytische Chemie, 1999)

- ja, allerdings als Desinfektionsmittel, nicht zum Einnehmen!!

Chlordioxid wird in wässrigen Lösungen eingesetzt als Desinfektionsmittel – von Gebäuden und auch zur Trinkwasserdesinfektion. Es zerfällt mit der Zeit, im Trinkwasser darf es dann nur noch in sehr geringer Menge vorhanden sein: Deutschland 0.2 mg/l, Schweiz: 0.05 mg/kg.

In höheren Konzentrationen wird es als Bleichmittel (zum Beispiel für Stoffe) verwendet,

Dass man (konzentriertes) Desinfektionsmittel nicht trinken sollte dürfte jedem klar sein..

Chlordioxid greift im Magen-Darm-Trakt die Schleimhäute an, was zu Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Durchfällen führt.

Der Erfinder der MMS-Tropfen bezeichnet Übelkeit, Erbrechen und Durchfall nach Einnahme des Präparates übrigens als gutes Zeichen, dass die MMS-Tropfen wirken.

Tatsächlich sind das eher Vergiftungserscheinungen. Die aus der Flüssigkeit austretenden Gase greifen auch die Lunge an und führen zu starker Atemnot. Eine vielzahl solcher Fälle sind in den Giftnotrufzentralen bekannt.

Mehrere Gesundheitsbehörden warnen inzwischen vor MMS und haben teilweise auch konkrete Maßnahmen zum Verbraucherschutz ergriffen: darunter die der Vereinigten Staaten (FDA), Kanada (Health Canada), von Grossbritannien (Food Standards Agency) und Frankreich (L’Agence française de sécurité sanitaire des produits de santé, Afssaps)

Im Oktober 2010 folgten Warnungen der Swissmedic (Schweizerisches Heilmittelinstitut): Warnung vor dem sog. Wundermittel ‚Miracle Mineral Supplements‘ (MMS),[

Im Juli 2012 warnte das deutsche Bundesamt für Risikobewertung (BfR), und rät von der Einnahme und der Verwendung dringend ab.

Also: Finger weg von dem Zeug!

Die Vertreiber bauen auf die Ängste der Nutzer, für die ein solches Mittel leider oft ein letzter Strohhalm ist. Ein teurer – und hier sogar ziemlich giftiger Strohhalm. Man kann ja noch behaupten, dass die Pharmafirmen das nicht auf dem Markt haben wollen – aber wenn die Behörden selber warnen … ich denke, das ist deutlich.

Informiert und immunisiert – Apotheker pro Impfen

Danke an die Seite für Impfen für diesen professionell überarbeiteten Beitrag! (Endlich einmal ein Blogeintrag mit wissenschaftlichen Fussnoten :-) )
proImpfen

Impfgegner argumentieren sehr häufig damit, dass Menschen mit einem höheren Bildungsgrad seltener sich und ihre Kinder impfen ließen.[1] “Wer weiß, impft nicht” wird oft gesagt.[2]

In unserer Serie “Informiert und Immunisiert” wollen wir Euch u.a. Menschen mit höherem Bildungsgrad als die Durchschnittsbevölkerung und ihre Einstellung zu Impfungen vorstellen. Eltern, die ihre Kinder impfen lassen, sind also mitnichten uninformiert oder ungebildet.

Heute stellen wir Euch die Apothekerin und Bloggerin Pharmama aus der Schweiz vor.

=== Beruflicher Werdegang ===
Pharmama wurde 1973 in der Schweiz geboren und wuchs dort auch auf. Nach dem Abschluss ihrer Schule in der nördlichen Schweiz, nahm sie ein Studium der Pharmazie auf und schloss dieses als eidg. dipl. Apothekerin so um die Jahrtausendwende ab. Seither arbeitet sie in einer öffentlichen Apotheke – in leitender Position. Pharmama ist seit 10 Jahren verheiratet und Mutter eines Kindes im Schulalter.[3]

=== www.pharmama.ch ===
Pharmama begann 2008 ein Blog zu betreiben, welches ihr unter http://pharmama.ch/ erreichen könnt. Hier bloggt sie über den Alltag eines Apothekers in Anekdoten und alles was sie so interessiert und ihren Lesern mitteilen möchte. Ihr Blog ist so erfolgreich, dass sogar ein Verlag an sie herantrat, um sie für ein Buch zu gewinnen.[4] Dem Kinderdok des Blogs “Kids and me 2.0″ hat’s jedenfalls gefallen[5] und uns auch.

=== Impfeinstellung ===
Pharmama hat sich in ihrem Blog auch zum Impfen geäußert.[6] Dank ihrer medizinischen Ausbildung erhielt Pharmama Einblick in die Folgen von Krankheiten – auf die Einzelperson und auf die Bevölkerung. Der Impfmüdigkeit und einer ‘zurück zu den natürlichen Wurzeln Bewegung’ ist es anzurechnen, dass sie in ihrem Arbeitsalltag immer häufiger Kunden mit in Vergessenheit geratenen Erkrankungen zu sehen bekommt. Sie empfindet den Anblick eines an Keuchhusten leidenden Kleinkindes, das nach Atem ringt, als traurig, noch trauriger macht sie das Wissen um die Dauer des vermeidbaren Leidens.[7]

In einem Blog-Beitrag sagt Pharmama der Herdenimmunität adieu und erklärt, dass Impfungen ein Opfer ihres Erfolges sind.[8] Sie gibt zu Bedenken, dass Impfungen mehr als nur eine individuelle Entscheidung darstellen. Auch wenn die Krankheiten hierzulande möglicherweise recht gut zu behandeln sind (dank moderner Medizin und ausgebautem Gesundheitswesen), so reicht ein einzelner empfänglicher Überträger aus, um z.B. Masern in Gebiete zu tragen, die nicht den hervorragenden Standard der Industrienationen haben und können dort zu einem Ausbruchsgeschehen mit vielen Opfern führen.

Dass diese Bedenken berechtigt sind, sieht man an dem Masernausbruch 2009 in Bulgarien mit ca. 24.000 Erkrankten und 24 Todesfällen, der aus Hamburg importiert wurde.[9][10] Noch höhere Letalität findet sich beim Masernausbruch in Vietnam mit aktuell ca. 8.500 Erkrankten und knapp 120 Toten, zum Großteil Kindern.[11] Auch auf den Philippinen grassieren die Masern. In den ersten 6 Wochen starben 23 Menschen auf ca. 3.500 laborbestätigte Fälle.[12] Die aktuellen Zahlen dürften um ein Vielfaches höher sein. Die Philippinen drängen alle Bürger sich kostenfrei gegen Masern impfen zu lassen. Auch Vietnam bietet im Zuge des Ausbruchsgeschehen kostenfreie Impfungen für Kinder unter 6 Jahren an.[13] Diese Fall- und Opferzahlen könnten bei Überfüllung der Krankenhäuser im Rahmen von Epidemiegeschehen durchaus auch in Europa Realität werden, wenn die Herdenimmunität prävakzinale Prozentwerte erreicht. Wer das nicht glaubt, lasse bitte das EHEC-Ausbruchsgeschehen Revue passieren. Die Kapazitäten der Intensivstationen waren erschöpft.[14]

Pharmama kommt aus einer reisefreudigen Familie, ihr Blog belegt das sehr gut. Sie kann sich dieser Verantwortung auch für andere nicht entziehen, nicht für Mitbürger in Entwicklungsländern, nicht für nicht-impfbare Mitbürger der Industrienationen. Sie sagt:

“Ich will das für dich nicht. Und für mein Kind auch nicht – darum ist Junior geimpft. Darum bin ich geimpft.”[8]

In Anbetracht dieser Argumentation ist Pharmamas Empfehlung eindeutig:

“Und darum empfehle ich allen, sich zu impfen.”

So sieht’s aus. Wer weiß, impft!

Das Blog:
http://www.pharmama.ch/

Facebook-Fanpage ihres Blogs:
https://www.facebook.com/pages/Pharmama/123436366498

Quellen:
[1] Fritz Loindl, Vater von 5 ungeimpften Kindern und Elektronik und
Elektromaschinenbau-Meister: “Alle Eltern die ihre Kinder nicht impfen lassen, sind top informiert. Das ergab eine Studie an einer Neugeborenen-Abteilung in einer israelischen Klinik.” (z.B. hier:https://www.youtube.com/watch?v=T67GSx3m2f8 Min 44:10)
[2] Fritz Roithinger, Landarbeiter und späterer Doktor der Medizin: “”Es gibt keine Entscheidung für das Impfen, denn Entscheidungen setzen Wissen voraus, und wer weiß, impft nicht!” (z.B. hier: http://www.donotlink.com/eec)
[3] http://pharmama.ch/impressum/
[4] http://pharmama.ch/das-buch/
[5] http://kinderdoc.wordpress.com/2013/09/20/pille-heute-mal-in-grun/
[6] http://pharmama.ch/?s=Impfen&submit=Suchen
[7] Persönliche Kommunikation
[8] http://pharmama.ch/2012/06/25/tschuss-herdenimmunitat/
[9]http://www.psiram.com/ge/index.php/Masernausbrüche_an_Waldorfschulen#Deutschland_2
[10]http://scienceblogs.de/bloodnacid/2012/05/09/impft-eure-kinder-die-masern-sind-zuruck/
[11] https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=743000422400272&id=504832609550389
[12] http://nec.doh.gov.ph/images/MEASLES2014/
[13] http://www.vir.com.vn/news/en/society/vietnams-capital-offers-free-measles-vaccination-to-kids-aged-6-or-under.html
[14]http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/verdauung/ehec-epidemie-deutschland-infiziert-europa_aid_634154.html