Partnerbehandlung!

Auf dem Rezept für die mittel-alte Frau: Flagyl Tabletten, ein Antibiotikum, in einer Dosierung, die man üblicherweise für Trichomonasis braucht, die durch Geschlechtsverkehr übertragen wird. Dazu passend auch unter der Dosierung der Vermerk:

„und Partnerbehandlung!“

Also bereite ich der Frau die doppelte Menge des Medikamentes vor und – nachdem ich ihr die Anwendung erklärt habe- sage ich ihr: „Und die anderen Packungen sind zum Behandeln des Partners, der das gleiche machen muss.“

Frau: „Aber … ich habe gar keinen Partner.“

Pharmama: „Äh, …?“ Was bitte soll ich dazu jetzt sagen?

Frau: „Warum schreibt der Arzt das denn auf??“

(Das würde ich auch gerne wissen)

Pharmama: „Normalerweise, damit man sich nicht wieder ansteckt, aber …kein Problem, dann nehme ich die beiden Packungen hier einfach wieder zurück.“

Ummm … peinlich.

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Über Pharmama

Wie bringt man die Arbeit in der Apotheke und die Familie unter eine Haube? Mit viel Humor natürlich! Ich bin Apothekerin aus der Schweiz schreibe über Interessantes und lustiges in und um die Apotheke. unter: Pharmama.ch

Veröffentlicht am 2. April 2012 in Apotheke und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 7 Kommentare.

  1. Lustig aber war… ;-)

  2. Das blöde ist nur, dass derjenige, der sie angesteckt hat oder den sie angesteckt hat, jetzt mit der Erkrankung weiterhin unterwegs ist und das schön weiter verbreitet.
    Traurig, aber wahr… :(

  3. Man sollte meinen, so ein Arzt fragt wenigstens mal nach, ob überhaupt ein Partner vorhanden ist, den man mitbehandeln kann/muss, statt davon auszugehen, dass einer im festen Inventar vorhanden ist.
    Hätte der armen Apothekersfrau die Peinlichkeit erspart.

  4. Na, irgendwer muss ja beteiligt gewesen sein bei der Ansteckung… ist vielleicht wie bei der Frage nach “anderen Medikamenten” (wo erstaunlicherweise auch Pille, Vitaminpräparate etc. dazu zählen) – ein “Partner” ist auch einer, den man nur alle paar Tage… und auch einer, den man nicht als “festen” Partner betrachtet. Oder evtl. eine Partnerin.

    • Wenn der Arzt eine Partnerbehandlung aufschreibt, dann vermute ich zumindest eine bestehende engere Beziehung. Wenn ich mir bei einem One-Night-Stand etwas hole, dann kann ich mir nicht vorstellen, dort mit einer Packung Tabletten vorbeizulaufen und ihm/ihr die Packung in die Hand zu drücken. Bei einem kurzen Abenteuer hat sie vielleicht nicht mal eine Telefonnummer, oder es war ein Urlaubsmitbringsel.
      Dem Arzt sollte man schon zutrauen können, dass er nachfragt und mögliche Ansteckungswege klärt. Wenn Sie fremdgegangen wäre, dann muss sie wissen, dass sie wahrscheinlich ihren Partner angesteckt hat, es bei ihm meist symptomlos verläuft, sie sich die Trichomonaden aber immer wieder von ihm zurückholt.

      • Ja, sollte man den Ärzten zutrauen, dass sie nachfragen, aber neben den vielen sehr guten Ärzten gibt es halt auch solche, denen ihre Patienten egal sind.

  5. vielleicht wurden aber auch die rezepte vertauscht und sie hatte nur einen harnwegsinfekt…?

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