Auf Toast

Kundin in der Apotheke: „Haben sie eine Idee, wie ich meine Primperan besser einnehmbar machen kann?“

Im Verlauf des Gesprächs fand man dann heraus, dass sie Primperan Zäpfchen hatte – und sie auf warmen Toast strich !

Also das … ist neu.

P.S. Primperan ist ein Mittel gegen Übelkeit, rezeptpflichtig. Davon gibt’s auch Tropfen und Tabletten.

Über Pharmama

Wie bringt man die Arbeit in der Apotheke und die Familie unter eine Haube? Mit viel Humor natürlich! Ich bin Apothekerin aus der Schweiz schreibe über Interessantes und lustiges in und um die Apotheke. unter: Pharmama.ch

Veröffentlicht am 22/05/2010 in Apotheke und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 24 Kommentare.

  1. groß-art-ig! *applaus*
    der mensch ist gar nicht mal so dumm!

  2. ääähh….
    Also spontan hätte ich ihr empfohlen das Zäpfchen ohne den Toast einzuführen… das ist sicher angenehmer .. und krümelt weniger… ;-)

    • Ah, Krümel … die hatte ich letztens im Bett, weil Junior offensichtlich ein Stück Brot aus der Küche entführt hat. Unangenehm. Auch wenn man sie nicht “einführt”. :-)

  3. Wenn Du ihr sagst, wohin sie sich das Zäpfchen schieben soll, faßt sie das vielleicht als Beleidigung auf. ;-)

    • hihi, genau. :-) da gabs doch diesen witz: http://lustich.de/witze/berufe/anleitung-fuer-zaepfchen/

      ich finde es immer wieder interessant, wie man selbst eine anwendungsart für selbstverständlich hält, aber manch einer doch auf völlig neue ideen der anwendung kommt. ich hatte mal einen kunden, der von einem asthmaspray mit treibgas auf einen pulverinhalator umgestellt wurde. er kam wieder und reklamierte diesen, weil er nicht funktionieren würde. ich bat ihn, es mir vorzumachen…er hielt das gerät 10 cm vor den mund und drückte drauf rum…aber nichts kam raus…also war es seiner meinung nach “defekt”. er hatte wohl auch jahrelang sein altes spray so angewendet. als ich ihm erklärte, dass er das spray an/in den mund nehmen muss, schaute er mich ganz ungläubig an. seitdem erkläre ich jedem kunden nochmal genau, wie sein “spray/inhalator” funktioniert.
      ich denke, für genau so sachen sind wir apotheker da…da nimmt sich kein arzt die zeit für eine genaue erklärung.

  4. na ja, wenigstens hat sie ideen. das muss man ihr lassen.

    liebe grüße
    anna

    • Und angesichts der Tatsache, dass Zäpfchen früher oft aus Kakaobutter hergestellt wurden, gar nicht soooo daneben. Zumindest haben sie damals aber sicher besser geschmeckt.

  5. Steht nicht normalerweise in der Packungsbeilage, wie etwas angewendet wird? Manchmal frag ich mich ja schon, ob die Leute nicht lesen können…
    Aber die Idee, ein Zäpchen auf Toastbrot zu steichen, die ist mal echt kreativ!

    • Tatsächlich habe ich nachgeschaut. Da steht NICHT drin, *wie* man Zäpfchen anwendet. Bei der Dosierung steht da nur: “Die Zäpfchen sollten 1–2mal pro Tag angewendet werden. Der Arzt wird Ihnen mitteilen, zu welcher Tageszeit sie anzuwenden sind.” … und ansonsten reden sie in der Packungsbeilage immer von “Einnahme”.
      Da wundert einen so etwas schon weniger.

      • Noch weniger wundert es einen, wenn man weiss, dass gut 15 % der schweizer Bevölkerung funktionelle Analphabeten sind!
        Das ist der Grund, weshalb ich NIE sage: “Ich hab die Anwendung drauf geschrieben!”
        Ich sage immer: “x mal täglich 1 Tablette nehmen… und damit es nicht vergessen geht, hab ich’s ihnen drauf geschrieben!”

  6. So richtig geschmackvoll ist das aber auch nicht. Und dann bei Zäpfchen gegen Übelkeit… Nicht umsonst gibt es solche Arzneistoffe auch in Zäpfchenform, damit das nicht gleich wieder oben rauskommt.

    Diese neue Anwendungsart für Zäpfchen ist extrem kreativ. Schließlich muss die Kundin erst einmal herausfinden, dass das Zeug schmilzt. Gleichzeitig ist es der Beweis, dass man auch vermeintlich eindeutige Anwendungen bei bestimmtem Klientel erklären muss.

    Wie kommt man dann aus so einer Sache raus, ohne einen Lachanfall zu bekommen oder die Kundin 10x ungläubig zu fragen, ob sie das wirklich so gemacht hat?

    • Also Lachanfall nicht ganz, aber den ungläubigen Blick kann ich mir dann doch manchmal nicht verkneifen. Oder Fragen wie: “Und wie schmecken sie?”
      (wachsig)

  7. So Geschichten erinnern mich immer wieder an einen Comedy Spot mit Stefan Raab als dieser bei einer Apotheke angerufen hat um zu erklären das er die, kürzlich von seiner Freundin in der Apotheke abgeholten, Zäpfchen gelutscht und die ebenfalls mitgebrachten Wick Blau… naja… Zitat: “Und das breeennt.”

    Manchmal muß man sich bei so Kunden doch fühlen als wär man bei der versteckten Kamera, oder?

  8. Sie haette sie auch bei geringer Temperatur schmelzen koennen und in ein Getraenk miteinruehren koennen.
    Was soll man da noch sagen!

  9. köstlich! :)) Gott sei Dank gibt’s am morgigen Sonntag Brötchen…

  10. Wenn ich ein Toast mit breit geschmiertem Zäpfchen essen müsste, würde das bei mir nicht gegen Übelkeit helfen, sondern erst mal welche veursachen… uuuuurgs…..

    Wie kriegt die das runter? Wenn sie doch schon Medikamente gegen Übelkeit braucht??? Meine Güte….

    • Naja, die Grundlage Hartfett ist ja nichts anderes wie ein Fett und ist auf nem warmen Toast eigentlich flüssig, ähnlich wie Butter.
      Soll ja Leute geben, die Schmalzbrot für eine Delikatesse halten, im Prinzip ist das ja nix anderes…

  11. Oje, und was hat die Frau mit der Butter gemacht? ;-)

  12. *brüll*!!! Ich kann nicht mehr… Bauchmuskelkater lass nach…!

  13. tja, und ich dürfte mir zuletzt anhören, das das ja schon fast als Beleidigung anzusehenwäre, wenn ich die Anwendung von Zäpfchen erklären würden, denn man würde ja schließlich nicht an Demenz leiden ….

  14. Mir hat mal ein Kunde gesagt: “Wir ham se dem Oppa in die Suppe geschnippelt, aber er will und will sie nicht nehmen…”

  1. Pingback: Musterpackung – eine Auswahl 1 « Pharmama's Blog – zu lesen einmal täglich

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