Bitte lassen sie den Hund nicht mehr Autofahren …

Auf der amerikanischen Tablettendose für den Hund:

Könnte Schläfrig machen. Alkohol könnte diesen Effekt verstärken. Seien Sie vorsichtig, wenn sie Auto fahren oder gefährliche Maschinen bedienen.

Umm, ja. :-)

Auf der anderen Seite: so eine Kurzfassung der wichtigsten Nebenwirkungen fände ich auch bei uns Sinnvoll. Sinnvoller als die monstergrossen, unlesbaren Packungsbeilagen.

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Über Pharmama

Wie bringt man die Arbeit in der Apotheke und die Familie unter eine Haube? Mit viel Humor natürlich! Ich bin Apothekerin aus der Schweiz schreibe über Interessantes und lustiges in und um die Apotheke. unter: Pharmama.ch

Veröffentlicht am 28. April 2010 in Apotheke, Internet und mit , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 27 Kommentare.

  1. :-D wirklich witzig…
    à propos Hundemedikamente: Mein Tierarzt will mir für meinen Hund keine Beruhigungstablette für eine bevorstehende Reise verschreiben… er ist einfach prinzipiell dagegen, hat also nicht mit meinem Hund im Speziellen zu tun. Aber bekommt man eigentlich auch Beruhigungstablette für Tiere ohne Rezept?

    • Hmm, das kann ich dir von hier aus nicht sagen. Die Unterlagen für die Tiermedikamente habe ich in der Apotheke. Wann reist ihr denn?

      • Es ist für die Sommerferien. Wir fahren mitte Juli für 2 Wochen in die Toskana und mein Hund STEHT dann 10 Stunden mit hängender Zunge und hächelnd im Auto…
        Wir haben die Erfahrung vor knapp 2 Jahren gemacht und ich will es unserem Hund und auch uns nicht antun, 10 Stunden so zu verbringe…

        • tierarzt wechseln??

        • Wir lassen unseren Hund bei Reisen, die länger als 5 Stunden dauern zu Hause. Ausserdem berücksichtigen wir die Stops wo er sich auch erleichtern kann. Das sollte schon drinnen sein. Aber so lange im Auto, ist schon anstrengend für das Tier. Willst ihn nicht doch zu Hause lassen?

    • Diphenhydramin ist für Hunde geeignet, wird bei ihnen u.a. gegen Reiseübelkeit und Allergien eingesetzt, macht aber auch stark müde, d.h. es beruhigt und lässt das Tier eher schlafen. Die Eignung als Beruhigungsmittel ist bei Hunden auch untersucht und belegt. Dosierung 2-4mg pro kg Körpergewicht, ggf. alle 8h.
      Ist auch als Humanarzneimittel rezeptfrei erhältlich, ebenfalls gegen Übelkeit sowie als Schlafmittel.
      Ich würde wenn aber vorher ausprobieren, wie der Hund darauf reagiert, vielleicht reagiert er ja eher paradox bzw. unruhig, wenn die Müdigkeit ihm nicht gefällt und nicht stark genug ist, dass er davon schläft.
      Benzodiazepine wie Diazepam wären denke ich schon besser, die machen auf eine andere Art müde, beruhigen emotional und dämpfen gezielt Angst; die Wirkung ist aber ebenfalls nicht 100%ig sicher, manche Tiere sollen davon ungewöhnliches/ungewolltes Verhalten zeigen.
      Hab aber selbst keine Erfahrung, wie sich die meisten Hunde / Tiere auf diesen Wirkstoffen so im Allgemeinen verhalten; prinzipiell wie gesagt sind sie schon dafür geeignet und werden auch vielfach von Tierärzten eingesetzt. Trotzdem immer besser vorher ausprobieren, nicht dass der Hund auf der Fahrt komplett ausflippt.
      Würde deshalb auch raten, einem anderen Tierarzt zu suchen, der dir Diazepam oder etwas ähnlich stark wirksames verschreibt, bevor du in Eigenregie Diphenhydramin gibst. Pflanzliche Mittel gibt es für diesen Zweck keine ausreichend starken und Homöopathie o.ä. ist völlig wirkfreies Placebo; lass dir sowas gar nicht erst andrehen – reine Geldverschwendung.

      • Danke für die ausführliche Erklärungen, werd mich mal bei uns in der Apotheke erkundigen.

        Meine Freundin, die auch einen “Reise-unfähigen” Hund hat, hat mir (zum ausprobieren) XANAX 0.5mg gegeben – sie hat das für ihren Hund vom Tierarzt bekommen, allerdings wirkt es bei ihrem Vierbeiner nicht sonderlich… ich werd’s ausprobieren.

        Jedenfalls vielen Dank für die anderen obenaufgeführten Medikamenten-Namen… falss das XANAX nichts bringt, werd ich das eine oder andere vor unserer Abreise ausprobieren!

  2. Klare Antwort: Nein!

    Es gibt nur 2 zugelassene Sedativa für Hunde und die sind beide verschreibungspflichtig.
    Wenn euer Tierarzt das partout nicht will: geht woanders hin. 10 Stunden Dauerstress sollten Indikation genug für eine Sedation sein.
    Mit Humanpräparaten – gerade pflanzliche – würde ich nicht rumexperimentieren. Es kann sein, dass sie viel zu stark oder sogar toxisch wirken. Schlafmittel bringen bei Tieren generell nichts.

    By the way: Ich hoffe, ihr denkt an eine Herzwurm-Prophylaxe und was gegen Mücken, Zecken und Co. Damit euer Hund nicht krank wird und ihr hier keine “Reisekrankheiten” einschleppt.

    Ich wünsch euch jetzt schon einen tollen Urlaub! (Ich werde dann am Schreibtisch sitzen und lernen – unter anderem Pharmakologie;))

  3. In Dänemark schaffen sie es auf einer Flasche mit Nasenspray – also nicht allzu groß – Name, Hersteller, Inhaltsstoffe, Bildchen, Wirkungsweise, Warnhinweise UND Anwendung draufzuschreiben. Hat man die Flasche, hat man alle Hinweise und kann den Karton gerne wergwerfen – was man eh immer tut. Die schaffen das.

    Ok ich gebe zu, meine Nase ich süchtig. Aber ich bin auf Entzug. Ich muss mir für den Notfall nur noch Nasenspray für Kinder kaufen – so aus reiner Panik. Ansonsten öle und creme ich lieb. 17:00 Uhr und noch kein Sprühstoss, lobt mich mal jemand?

    Also ich kenn mich mit den Fläschchen aus *g* und finde dänische Medikamente toll vom Aufbau der Anleitungen. Bei IKEA reicht ja auch immer ein 6-Kant-Schlüssel *g*.

    • ICH lob Dich: ganz toll gemacht! Weiter so!
      Nasensprayabhängigkeit ist so ein Mist. Ich sollte nächstens mal einen Post schreiben mit Tipps, wie man davon loskommt.

      • Nasensprayabhängigkeit? Was es alles gibt! (Ich gehe mal davon aus, meine pollenbedingte temporäre “Abhängigkeit” von meinem “Kortison”-Nasenspray ist nicht gemeint, oder?)

        • Nein, das Problem sind die abschwellenden. Liest Du hier: http://pharmama.ch/2008/09/03/abhangigkeiten-in-der-apotheke/
          (etwa an 5. Stelle)

        • wow, du hast ja wirklich schon ein kleines Lexikon beisammen — danke für den Link

        • Das blöde ist, dass anscheinend sogar HNO-Ärzte manchmal eine Daueranwendung empfehlen.
          Das hatte mir mal eine gute Freundin erzählt, dass ihr ihr HNO-Arzt wegen ihrer krummen Nasenscheidewand das als Dauermedikation empfohlen hätte.

          Hatte ihr als Apotheker und Freund empfohlen, den Arzt zu wechseln.

          Entweder ein Fall eines klaren Missverständnisses zwischen Arzt und Patient oder eine klare iatrogene Krankheit.

          Nebenbei: Wer als Apothekenkunde weiß, dass es folgendes in der Apotheke ohne Rezept zu erwerben gibt, ist meiner Ansicht nach medikamentenabhängig:

          * 25 ml – Olynth (Nasenspray) – Vorratspack
          * 100er Pack Aspirin (oder ASS Hexal, ASS ratiopharm)
          * 100er Pack Paracetamol (mittlerweile nicht mehr erhältlich)
          * 270er Pack Dulcolax oder Laxoberal
          * NEDA Früchte Würfel (ganz allgemein, ohne Packungsgröße) => pflanzliches Abführmittel aus Sennes und Co.
          * Rizinusöl, “weil alles andere nicht mehr hilft”

          Grund: Der Normalkunde geht davon aus, dass ein Nasenspray ein Fläschchen 10 ml ist, eine Packung Aspirin oder Paracetamol 20 Tabletten und Abführtabletten halt ein Döschen mit 10 Tabletten sind. Die “ökologischen” NEDA Früchte Würfel werden grundsätzlich nur von älteren Damen gekauft, die mit den “achso harmlosen” pflanzlichen Abführmitteln ihre Laxoberalabhängigkeit bekämpfen.

          Und die Rizinusölfraktion kann nun wirklich nicht mehr ohne Rizinusöl normal k****n…

  4. … du kennst Wallace & Gromit? ;-)

  5. Ganz pragmatisch nehme ich an, das steht da drauf, weil Menschen das Zeug auch mal nehmen könnten – was dem Hund hilft, kann ja Herrchen nicht schaden… und sollten sie dann Autos oder andere gefährliche Maschinen bedienen, wäre das ungut für völlig unbeteiligte Leute.
    In Amerika warnt man ja sogar noch davor, daß die Flamme aus dem Feuerzeug heiß ist. Also warum nicht auch hier?

  6. Sinnvoll, das auf die Dose draufzuschreiben. Natürlich fahren Hunde auch Auto, für sie gibt es das Hundesteuer.
    Hunde, die ein Auto steuern können, erkennt man übrigens an der Steuermarke am Halsband. ;-)

  7. Reine Neugierde:
    Gibts denn in den USA zusätzlich zu den kurz gefassten Angaben auch noch ne normale Packungsbeilage?

    Weil: Eigentlich halte ich es als Apotheker nicht für schlecht, dem Kunden transparent mitzuteilen welche Wirkungen und Nebenwirkungen sein Medikament hat, auch wenn diese Aufklärung dazu führt, dass mancher Patient seine Medikation dann nicht nehmen will.

    Generell gilt (als Patient): Dein Arzt hat es verschrieben, weil er denkt, dass es gut für Dich ist. Dein Arzt weiß auch, dass das Mittel auch unerwünschte Wirkungen hat. Dennoch ist Dein Arzt der Meinung, dass das Mittel Dir mehr hilft als schadet. Wenn Du anderer Meinung bist, wechsle den Spezialisten, aber doktor nicht selber an Dir rum, weil eine gute Freundin das besser weiß oder weil Du selber im Internet was gelesen hast.
    Einmal kurz googeln ersetzt kein 5jähriges Studium!

    • So ich weiss, wird die ausgedruckt und mitgegeben. Ich könnte mir aber vorstellen, dass sie -weil ja ausserhalb der Dose und unbefestigt – sehr schnell im Abfall landet.

      • Da finde ich aber das deutsche und schweizerische System mit seiner kompletten Patienteninformation besser.

        Auch wenn ich weiß, dass der Beipackzettel ja eigentlich nur eine rechtliche Absicherung des Herstellers gegen jegliche Nebenwirkungen ist. (“Es wurde ja in der Packungsbeilage aufgeführt!” Wer sieht das jetzt anders?)

    • @Steven
      Bei allen freiverkäuflichen Mitteln, die ich in den USA gekauft habe, war keine ausführliche Packungsbeilage dabei, wirklich nur ganz knapp die allernötigsten Angaben auf der Schachtel, bzgl. Indikation, Kontraindikation, Einnahmeschema, und die schlimmsten Nebenwirkungen, bei denen man absetzen bzw. zu einem Arzt gehen soll.

      Ich persönlich will unsere umfangreichen Beipackzettel auch nicht missen, denn manchmal will ich darin eben mal kurz was bestimmtes nachlesen; dazu nutze ich zwar meist die Fachinfo-Paper online, aber man hat ja nicht immer überall online-Zugriff oder ein Nachschlagewerk, schon gar nicht der Durchschnittspatient.

      Zur Rolle von Apotheker und Arzt:
      Die Präparate zur Selbstmedikation haben ihren Namen nicht von ungefähr. Der Patient behandelt sich damit selbst, die Hinweise vom Apotheker bekommt er beim Kauf (wenn überhaupt, TheorieApothekenpraxis), meist zu einem bestimmten, akuten Problem. Dann aber liegt das Mittel zu Hause in der Hausapotheke und wird ggf. auch unter anderen Voraussetzungen oder von anderen eingenommen. Also muss der Patient auch über möglichst umfassende Informationen verfügen, um sich verantwortungsvoll selbst behandeln zu können; es braucht einen mündigen, aufgeklärten Patienten – der natürlich zusätzlich noch beim Apotheker/Arzt nachfragen kann.
      Auch gegenüber Ärzten braucht es einen mündigen, aufgeklärten Patienten, der sich aktiv mit seiner Therapie beschäftigt und mitwirkt. Ärzte sind nicht allwissend und machen auch mal Fehler. Gerade bei der Pharmakotherapie ist bei manchen Ärzten leider wenig hängen geblieben oder wurde erst gar nicht im Studium vermittelt… Manchmal kann da “einmal kurz googeln” sehr wohl die Lehrmeinung der Ärzte ersetzen. Z.B. hat ein Großteil der Ärzteschaft lange bestritten, dass es bei SSRI überhaupt, geschweige denn gravierende und spezifische Absetzsymptome geben würde, als es im Internet schon längst Patientenforen gab, wo Absetzstrategien entwickelt wurden. Erst spät fanden diese Erkenntnisse ihren Weg in die Fachinfo.

  8. Naja… 50er Packungen Aspirin kaufe ich auch schon mal, das reicht dann für etwa ein Jahr.
    ….und wenn die bessere Hälfte nun mal unter Insektenstichen extrem leidet gehen schon einige Tabletten für äußerliche Anwendung drauf. (Tablette anfeuchten und auf den frischen Stich geben um eine Schwellung zu verhindern….. ein Trick von meiner Apothekerin des Vertrauens)

    Rizinusöl: Habe ich bis jetzt nur zum Impregnieren von Schuhen und zur Behandlung wirklich böse spröder Hornhaut auf den Füßen verwendet ;-)

  9. Mir persönlich gefällt eher die Dosierungsangabe:
    TAKE one tablet. Nicht GIVE.
    Aber vermutlich können amerikanische Hunde lesen und die Packung allein öffnen :-)

  10. Hallo !
    Habe eben Deinen Blog hier entdeckt und lach mich schlapp ! Hast Du schon mal überlegt, Verlage anzuschreiben und die Sachen hier zu veröffentlichen ? Es gibt doch durchaus mittlerweile einige Bücher, die aus Blogs entstanden sind (manche davon echt nicht lesenswert- aber DAS hier wär doch super !) Also, falls es mal ein Buch geben wird wüsste ich es gerne-ich würd die gesammelten Apotheken-Anekdoten sofort kaufen. LG, Julia

    • Hallo Julia – zugegebenermassen existiert schon ein Buch – allerdings habe ich das nur für den Privatgebrauch gemacht und es existiert nur 1 Exemplar.
      Eine Idee wäre es vielleicht schon … hmmm.

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